Dampfgegarter Schokogugelhupf mit Schlagobers (veraltete Bezeichnung: Mohr im Hemd)

Also mit Mohr im Hemd bin ich gar nicht einverstanden, da mein Schokokuchen sicher nicht pochiert (Pochieren oder Garziehen ist eine sanfte Garmethode in heißer, aber nicht kochender wässriger Flüssigkeit (65 bis 75 °C).) wird sondern dampfgegart. Ich gebe meinen Minigugelhupf doch nicht ins Wasser wie ein Ei für ein pochiertes Ei.
Zutaten:
50 g Butter
40 g Puderzucker
60 g geriebene Kekse (von Weihnachten)
2 Eier
50 g geriebene Haselnüsse
50 g geriebene Schokolade
1 Msp. Backpulver
1 Rippe Schokolade
⅛ Liter Sahne
etwas Milch
Butter, für die Form
Haselnüsse, geriebene, für die Form

Zubereitung:
Butter, Zucker und Eidotter schaumig rühren. Kekse und Nüsse unter die Masse heben. Eiklar steif schlagen. Eischnee sowie geriebene Schokolade und Backpulver unter die Masse rühren. Portionsformen mit Butter ausstreichen und mit Nüssen ausstreuen. Die Masse zu etwa 3/4 einfüllen, mit Alufolie abdecken. Im Wasserbad bei 180 Grad
ca. 45 Minuten garen.
Ich verwende dazu den Bräter, der eignet sich recht gut.

Für die Sauce 2-3 Rippen Bitterschokolade und 1/8 Liter Sahne in einem Topf langsam schmelzen lassen. Etwas Milch beigeben, falls die Konsistenz nicht passt. Die restliche Sahne mit etwas Puderzucker steif schlagen. Kurz vor Ablauf der Garzeit die Nadelprobe durchführen, wenn nichts an der haften bleibt, herausnehmen. Rand mit einem spitzen Messer lösen. Die Formen stürzen, den Schokokuchen mit der Schokosauce überziehen, mit geschlagener Sahne garnieren und servieren.


Zum Begriff „Mohr im Hemd“:
Wenn man Rezepte für Mohr im Hemd sucht merkt man, dass sich die meisten Seiten nicht um politische Korrektheit kümmern und mir ist das völlig egal. Für mich waren jedenfalls Begriffe wie Mohr oder Neger und besonders Negerlein nie negativ besetzt. Im Gegenteil ein Negerlein oder Mohrenkind waren für mich immer süß und lieb. Bei „Mohr im Hemd“ hatte ich nur eine Assoziation „mmh lecker“! Aber es gibt Menschen, die nicht als Mohr, Neger, Mohrenkind und Negerlein bezeichnet werden möchten und das respektiere ich sowieso unbedingt.
Da es aber auch Menschen gibt, die solche Bezeichnungen auch für Speisen nicht möchten und behaupten das sei rassistisch, na dann verwende ich diese Wörte eben nicht mehr, denn mir geht es wie hier um den guten Kuchen. Wie man diesen Bezeichnet ist mir völlig egal. Wenn sich demnächst jemand am Schlagobers stört, werde ich stattdessen geschlagene Sahne sagen – kein Problem fürmich, solange man verstehen kann, was ich meine. Aber ich habe mich erst jetzt informiert, weshalb solche Wörter überhaupt rassistisch sein sollen und für mich ist klar:

Wikipedia:

Die Einteilung des Menschen in biologische Rassen entspricht damit nicht mehr dem Stand der Wissenschaft.

aber

Dennoch wird der Begriff bisweilen in der biomedizinischen Forschung und im offiziellen Sprachgebrauch in manchen Ländern (etwa in den USA, dem UK und in Lateinamerika) nach wie vor verwendet. Dabei wird das Wort race nicht in einem biologischen Sinn, sondern als soziale Kategorie verwendet, die sich weitgehend auf eine Selbsteinschätzung der betroffenen Personen stützt.

Nach einigend Artikeln wie Wie rassistisch der Begriff „Mohr“ wirklich ist oder aber auch Neger auf Wikipedia wurde mir klar, dass ich Begriffe, die andere beleidigen könnte nicht mehr verwende, daher eben Dampfgegarter Schokogugelhupf mit Schlagobers.

Allerdings war das bei mir vorher nicht so.
Da die Wörter bei mir nie negativ besetzt waren, habe ich den Diskurs über die politische Korrektheit nicht verstanden und bei Dingen und vor allem bei Speisen fand ich das extrem lächerlich und dumm. Aber ich habe erkannt, dass es nicht darum geht, wie Bezeichnungen bei mir besetzt sind, sondern es geht um die öffentliche Wahrnehmungen und die der Allgemeinheit und vor allem darum, wie betroffene Menschen es empfinden.

Früher dachte ich: „Ich habe immer schon so gesagt“, oder, „ich lasse mir doch die Sprache nicht nehmen und verunstalten“.
Heute denke ich, dass die Sprache dadurch nicht verunstaltet, sondern weiter entwickelt und verbessert wird. Sie wird durch politische Korrektheit menschenfreundlicher und rücksichtsvoller und das finde ich richtig, wichtig und gut! Daher habe ich umgedacht, denn mir sind die Bezeichnungen, nicht nur egal, sondern ich möchte solche verwenden, die niemand stören oder gar beleidigen. Statt mich stur und kindisch zu verhalten kann ich doch meinen Wortschatz erweitern, an meinen Formulierungen arbeiten und meine Ausdrucksweise verbessern.

Weblinks zum Rezept:
Mohr im Hemd
SCHOKOGUGELHUPF
Mohr im Hemd mit Schokosauce und Sahne

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