Yi-Darts

(Last Updated On: 15. September 2011)

oder
Mein Körper-Geist Experiment
Es war lange vorbereitet und gut geplant, als ich meinen Geist und Körper und deren Beziehung näher erforschen wollte.
Früher habe ich mir hier schon notiert, dass ich Darts, als Maßstab für meine Taijiquan-Fähigkeit verwenden möchte. Es ist eine Frage der Körperbeherrschung durch den Geist, ob man einen Pfeil auf einen bestimmten Punkt setzen kann. Das erste limitierende Etwas, ist das Auge. Wenn ich sehe, oder einmal gesehen habe, wohin ich einen Pfeil werfen werde – kenne ich das Ziel. Das zweite limitierende Etwas ist meine Position (Yoga). Erst wenn ich weiß, wo sich mein Pfeil (Dart), mit allen direkten und eventuell indirekten (Glaube, Religion, GPS und Geo- bzw. Raumkoordinaten, …) Verbindungen zum Ziel befindet, kann mein Gehirn eine Flugbahn errechenen und die motorischen Impulse setzen, damit diese Flugbahn exakt eingehalten wird.
Das dritte limitierende Etwas ist die Energie, die für den Impuls des Pfeila nötig ist (Qigong, Yoga, Tcc, Essen, usw. ) und das vierte limitierende Etwas, ist schließlich und endlich die richtige Richtung, also vom richtigen Stndpunkt zum richtigen Ziel führend, mit der richtigen Energie zu finden und diesen jeweiligen Zustand dnn mit dem eigenen Dantian (Zentrum, ich, chi) verbinden zu können, wenn man sich schon einmischen, oder einfach existent und handelnd vorhanden sein möchte, also eine Selbstbestätigung für die eigene Existzenz braucht.
Ich irre mich fast immer, aber manchmal fühle ich das Ziel, den Wurf und weiß dann nicht, was ich davon halten soll, wenn der Pfeil tatächlich an dem Punkt landet, an dem ich es erwartet und erhofft habe und sofort nachdem ich den Pfeil aus den Fingen ließ, auch absolut sicher wusste, dass er exakt ganz genau dort landen wird.
Manche Menschen glauben heute noch an irgend welche Götter/Innen, was ich nicht nach vollziehen kann, aber ich kann mich ja nicht einmal selbst nachvollziehen, sonst könnte ich jeden Pfeil punktgenau werfen.
So kam es zum Experiment, auf das ich mich zwei Jahre lang vorbereitete. Meine Frau war einverstanden und bereit mich zu unterstützen, ich nahm mir eine Woche Urlaub und schon sind wir bei Yi-Darts.
10 Pfeile (steel) punktgenau zu werfen, bis der Körper oder der Geist verliert, oder beide gewinnen. 3 mal tripel 20, 3 mal tripel 19, 3 mal double 12 und ein mal double 25, also ins bull eye, in dieser Reihenfloge, war mein Ziel, obwohl ich nicht Darts spiele, es nicht kann, in keinem Verein bin usw. – es dient mir bis heute nur zur Überprüfung meiner Taijiquan-Fähigkeit. Bin ich fähig, muss mein Yi mein Qi leiten können und mein Körper dem entsprechend fähig sein, einen simplen Pfeil an den geistig visualisierten Ort zu bringen, den sogar mein Auge sieht -sonst kann ich nicht Taijiquan können, denke ich mir.
Es war der absolute Wahnsinn, der fast alles in meinem bisherigen,sehr bewegten Leben übertroffen hat, ausgenommen die ersten 5 Jahre mit meiner Tochter. Ich wollte es wirklich bis zum Tod ganz genau wissen, wer gewinnt, der Körper oder der Geist und ob ich sie eventuell vereinen könnte, was mir natürlich sehr wünschenswert erschien.
Jetzt weiß ich, dass ich in den ersten Stunden etwa 500 Pfeile pro Stunde warf und in den letzten Stunden, obwohl ich mein äußerstes gab, nur ein paar lächerliche Pfeile schaffte.
Ich hatte mir zwischen Abwurflinie und Board, Nüsse bereit gelegt und Wasserflaschen aufgestellt und ich zeichnete jeden Wurf (10 Pfeile) mit Uhrzeit auf.
Nach 3 bis 4 Stunden dachte ich, dass ich es endlich schaffen muss (100%), um endlich schlafen gehen zu können und das blöde Experiment beenden zu können. Nach ca. 12 Stunden war mir absolut alles egal, ich wollte auch micht mehr treffen, sondern ich wusste nur mehr, dass ich werfen muss, um ich selbst bleiben zu können. Zu dieser Zeit hätte, oder habe ich vielleicht sogar die 100% übersehen. Einen Pfeil schaffe ich noch, doch, ja, ich schaffe es, muss es schaffen, mein Überleben hängt davon ab – es kamen mir immer öfter Bilder aus Filmen und aus meinem Leben, von Situationen, wo es um Leben und Tod ging. Nein, ich bin ein Held, ich bin etwas besonderes, ich gebe nicht auf, ich schaffe es. Was? Was soll ich schffen? Was will ich – ich will schalfe! Ich werfe noch einen Pfeil – ich muss – zeitweise können meine Notizen nicht stimmen, denn ich wusste nicht mehr, worum es ging und was ich eigentlich machte, aber ich wusste, dass ich werfen musste. In meiner Jugend lief ich Orientierungslauf und Langlauf bis zum Kollaps (vielleicht ähnlich dem Komasaufen von heute) und lernte so meine Grenze kennen. Jetzt wollte ich wieder an diese Grenze gelangen – Darts, Treffer, alles war mir egal, Gott, Chi, ich und du waren blödsinnige Komixfiguren – ich wollte werfen und 100%. Ich wusste es wieder und hatte nur mehr ein einzige Ziel. Ich habe wirklich nur mehr eine einzige Tätigkeit, einen einzigen Gedanken, eine einzige Aufgabe, eine Hoffnung, einen Gott – 100% – ich musste es schaffen, denn sonst würde ich sterben. Mit jeder Minute wurde mir bewusster, dass ich dieses scheiß Experiment nicht überleben kann, denn dazu bin ich zu alt. Ich hatte ein Stechen am Herzen gesürt und unbeschreibliche Schmerzen. Ich wollte nur eines – schlafen. Ich habe noch nie so gezweifelt undgekämpft, aber ich ließ mich nicht fallen, um endlich schlafen zu können, da ich daran glaube, dass etwas besonderes passieren muss – ich werde punktgenau treffen, bevor ich sterbe – ich bin mir sicher – ich glaube nur mehr an mich und nur mehr and das, dass ich es kann. Dann überlebe ich und dann weiß ich alles. Ich kann es, ich muss es können, nicht nur bis zum letzten Atemzug und bis zum letzten Blutstropfen! Nein, auch bis zum letzten Gedanken und letztem Gefühl! Die letzen Stunden kann ich hier und jetzt immer noch nicht beschreiben, aber ich kam auf dem blutverschmieten Plastikboden zu mir, raffte mich auf, trank einen Schluck Wasser aus der letzten Wasserflasche und schleppte mich ins daneben liegende Wohnschlafzimmer, ließ mich aufs Bett fallen und wurde laut meiner Frau 12 Stunden danach wach.
Selbstanalyse: Es war wie nach einem LSD-Rausch, ich war völlig desorientiert und fand mich schwer zurecht. Ich wollte Kaffee und obwohl ich seit 6 Wochen nichts rauchte (Nikotin), brauchte ich unbedigt eine Zigarette. Eine Zigarette, kein Gras und kein -ol, Alkoh-ol, Cannabin-ol oder gar ein 4 faches Hydrocannabinol, nein, ich wollte Kaffe und Zigartten und mich wieder finden.
Ich fand mich schnell wieder, nach einigen Stunden war ich wieder völlig in Ordnung und die 42 Stunden, machten schon einen gewissen Sinn in meinem Leben, obwohl ich mit den Auswertungen noch nicht fertig bin.
Eines hat der Versuch jedenfalls schon geklärt für mich – mein Yi steuert derzeit entweder ein schwaches Qi, oder gar keines. Natürlich habe ich Qi, wie du Energie hast und damit einen Geist,wenn du das lesen kannst – aber ich bin weit, weit entfernt, oder am äußersten Rande vom Tao – ein Punkt der Begrenzung des Kreises vielleicht so wie meine Pfile immer nur die Begrenzungen der Feldr treffen, aber leider auf der falschen Seite. Sie umranden das Zielfeld, was gegen jeden Zufall ud gegen jede Statistik spricht, aber sie treffen selten den Punkt.

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3 Gedanken zu „Yi-Darts“

  1. Grüß´ Dich, Helmut! Ich hatte beim Darten (privat; ich kann Dart auch nicht wirklich) auch schon solche Gedanken und Empfindungen!! Habe dabei für mich den Beweis des folgenden Spruches bekommen:

    Sucht ihr es,
    entfernt es sich –
    verlangt ihr danach,
    verdirbt´s.
    (Linji Rinzai)

    …wenn ich „leerer“ wurde, habe ich besser getroffen, wenn ich „fast gar nicht treffen wollte“ habe ich noch besser getroffen…
    Denke, das Chi ist da, ob in ausgeprägter oder weniger ausgeprägter neuronaler Aktivität – nur Blockaden des Flusses hindern uns an Zielgerichtheit und „Beherrschung“ desselben.
    Vielleicht sollten wir mal versuchen, nachzulesen, wie Kyudo-Meister ihre Pfeile ins Ziel bringen ohne beim Schuss auf´s Ziel zu blicken. Meine mal gehört zu haben, dass „denen“ das Ziel (Treffen) gar nicht so wichtig sei…
    LG nach Wien,
    Chris

    1. Danke, das wäre wahrlich einen Versuch wert. Ich werde einmal unter Kyudo recherchieren.
      Ich kann „vielleicht“ eine Verbindung zum Ziel herstellen, aber mein Körper macht mir immer einen Strich durch die Rechnung. Ich kann unmöglich einen Wurf exakt reproduzieren, es ist für mich nicht zu schaffen, aber eine großartige Herausforderung, der ich mich weiterhin gerne stellen werde. Es gab zu Zeiten in der die KK noch praktischen Nutzen hatte bestimmt auch kleine Wurfpfeile (gegen Reiter), aber in den inneren Kampfkünsten habe ich dazu leider noch nichts gefunden.
      Servus aus Wien und Danke für den Kommentar

  2. Kommentare auf Yigg:

    von phantadu – 15.09.11 22:30 buddha sagte dereinst: Und wüsste ich, wo sich das Tor zur Glückseligen Einheit befindet, würde ich auf die andere Seite der Erde gehen und dort weiter danach suchen. Apache, ich habe auch Selbsterfahrung mit Yoga. Ich war 15 und wollte den Schmerz überwinden. Den Körper hatte ich in einer Übung zuvor schon mal verlassen. Ich nahm mir vor, wieder meinen Körper zu verlassen, und dabei langsam bis 60 zu zählen. Während der Zeit hielt ich meine rechte Hand über Kerzen. Ich schaffte es. Aber danach war meine Hand verbrannt und hat laaange wehgetan. Diese Lektion sagt mir: Zur rechten Zeit besitze ich diese Fähigkeit.
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Danke @phantadu Eine sehr interessante Lektion für mich. Hoffentlich habe ich dich nicht dazu angeregt, etwas zu persönliches öffentlich von dir Preis zu geben. Ach, ich sehe gerade du bist ja phantadu und machst keine weiteren Angaben zu deiner Identität. Hm, ich bin immer gegen Anonymität, aber jetzt sehe ich den ersten sinnvollen Fall, wo Anonymität gerechtfertigt ist und Sinn macht.
    Ich habe meinen Artikel allerdings unter „dadaichmuss“ eingeordnet, was darauf hinweisen soll, dass ich mich seit langem nicht mehr direkt äußere, sondern alles in „literarische Kunst“ verpacke. Das ist mein Schutzmantel in dieser Gesellschaft, um sagen zu können, was ich sagen möchte, ohne gelyncht oder verurteilt zu werden.

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