Einfach geniale Brötchen

(Last Updated On: 30. Juli 2018)


Oft liegt die Genialität in der Einfachheit, aber da es hier um Brötchen geht, will ich mich lieber doch nicht mit Einstein lächerlich machen. Trotzdem sind mir gestern erstmal „einfach geniale, oder genial einfache Brötchen“ beim ersten Versuch hervorragend gelungen.
Ich hatte gestern Besuch und machte einen Salat mit gebratenen Hühnerstreifen, gekochten Eiern und Schafkäse. Recht einfach und lecker, besonders an heißen Sommertagen. Verschiedene Blattsalate geschnitten, Gurkenscheiben, rote und gelbe Paprika, Zwiebel in gewünschte Form schneiden und mit einer Dressing versehen. Andere Menschen haben eine private Bar mit einer Sammlung an Schnäpsen, Whisky und was weiß ich was, ich habe eine Sammlung an verschiedenen Ölen und Essigsorten, sowie ein sehr umfangreiches Gewürzregal und frische Kräuter am Balkon. Die Speise war fertig und musste nur noch angerichtet werden, da bemerkte ich, dass mein Karottenbrot ausgegangen ist, das Schwarzbrot und zu meinen Entsetzen auch das Toastbrot schimmelig war und vom Vollkornbrot nur noch wenig da war, außerdem habe ich es zu diesen Salat nicht so gerne.
Was tun? Googeln! Nach „hefefreies Fladenbrot schnell“ und ähnlichen Begriffen suchte ich und ich erinnerte mich, dass ich schon einmal ein selbstgebackenes indisches Brot in der Pfanne versuchte, wobei es aber bei einem Versuch blieb. Endlich fand ich ein sehr einfaches Rezept, dass meinen Verdacht, dass man sich schnell mit Mehl und Backpulver selbst ein Brötchen backen kann erhärtete. Das Rezept selbst benötigte ich natürlich nicht, sondern ich leerte eine halbe Packung Mehl in eine Schüssel, gab Backpulver, Salz Kümmel und Anis dazu und hielt die Schüssel kurz unter die Wasserleitung. Hm, noch ein wenig Mehl, denn das war zuviel Wasser und dann knetete es sich wie ein Teig an. Habe den Teig rasten lassen und da merkte ich schon, dass es tatsächlich gelingen könnte, da der Teig ein wenig aufging. Also einen unterarmdicken Striezel geformt mit dem Messer portioniert und Brötchen in Form von Kartoffelpuffer gemacht. Am bestaubten Brett noch etwas rasten lassen und eines zum testen gleich backen. Dazu verwendete ich eine Pfanne mit einer daumenbreit tiefen Olivenöl befüllte und auf mittlere Hitze erhitzte. Das Testbrötchen backen und dabei entstanden große Blasen, umdrehen und auch die zweite Seite goldgelb backen – heraus uns kosten. Natürlich habe ich mir die Zunge verbrannt, aber es schmeckte herrlich. Jetzt wusste ich, dass sie sofort nach dem backen köstlich, fluffig und herrlich mundend waren. Also servierte ich sie gleich ganz heiß. Ich machte ausreichend viele und später versuchte ich ein kaltes. Immer noch genau so gut. Dann gab ich die zwei übrig gebliebenen in Frischhaltefolie und in die Brotdose. Heute, also am nächsten Tag – immer noch genau so gut. Ich koche schon mein Leben lang gerne und habe schon unzählige Rezepte versucht, aber dieses Ergebnis hätte ich nie erwartet. Eine der größten Sensationen in meinem Leben und mir geht nie mehr das Gebäck aus, denn Mehl und Backpulver habe ich immer auf Lager.
Aber, ihr werdet es nicht glauben, es kommt noch besser, denn mir verderben nur selten Lebensmittel. Doch als ich jetzt zur Jause ein selbstgebackendes Brötchen mit Streichkäse bestreichen und mit Radieschen oder Paprika belegen wollte, war auch im letzten Rest vom Streichkäse Schimmel zu finden.
Also nahm ich einen Liter Milch, presste eine Zitrone hinein, weißen Pfeffer, Salz, Kräuter – heute wollte ich Schnittknoblauch – hinen, auspressen – fertig, siehe Frischkäse.
Ja, so einfach geht das. Mahlzeit!

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