Futur Hotel Software

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Heli war ein geschwätziger Linux- und Open Source Fanatiker und hatte keine Ahnung von dem Text, den ich auf dem Erweiterungsspeicher fand. Er schrieb das Buch „Future Hotel Software“ oder „Kampf gegen die Provisions-, Schutz- oder Lizenzgeld-Mafia im Hotelgewerbe“.

Seit dem Web 2.0 sprossen die Startups mit und im Internet, wie die Schwammerl im Wald. Unzählige Foren, Plattformen und Online-Portale entstanden. Es haben sich nicht die Besten durchgesetzt, sondern es spielten dabei mehrere Faktoren eine Rolle. Nicht zuletzt der Zeitpunkt, der Name für das Startup und das Glück. Sonst hätte Facebook oder Twitter nie bekannt werden können, denn die Programme mit denen sie angefangen haben, waren so primitiv und noch dazu stümperhaft umgesetzt, dass es nahezu jeder Schüler programmieren hätte können, der eine Einführung in Informatik besuchte. Trotzdem mussten viele Foren und Social Media Seiten schließen, wiel die Benutzer zu Facebook oder Twitter überliefen. Natürlich hatte man am Anfang auch noch etwas nachgeholfen mit gefakten Accounts usw. Trotzdem war es ein neuer Trend geworden, dass man die Benutzer auf Seiten lockte und ihnen dort die Möglichkeit gab zu kommunizieren und ihre Daten der Öffentlichkeit anzubieten. Mit diesen kostenlosen Mitarbeitern konnte und kann man leicht Geld verdienen. Klar, haben es viele versucht und nur bei Facebook und Twitter hat es geklappt. Den ersten Ansturm haben beide gut genützt und dann muss man ihnen zugestehen, dass sie sehr gute Geschäftsleute waren. Das Gleiche gilt für Google und Amazon. Aber jeder kann eben nicht so viel Glück haben und zusätzlich so viel Spürsinn, um zum richtigen Zeitpunkt, das richtige Projekt starten.

Heli hatte dieses Glück, denn in der Hotel- und Tourismusbranche gab es zu dieser Zeit den wildesten Wucher mit Provisionen. Für eine Reservierung in einem Hotel wären eventuell 2 bis 5 Prozent angemessen und lange Zeit waren 8 Prozent üblich. Doch wenn eine Firma eine Monopolstellung erlangt, kann sie diese Macht ausnützen und völlig unverschämte Provisionen, die sogar schon zwischen 20 und 30% lagen, verlangen. Und das quasi ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Fast alle Hoteliers waren abhängig von einem Online-Portal und viele mussten ihren Betrieb schließen, weil die Provisionen einfach unbezahlbar wurden. Da konnte man sein Geld ja gleich auf die Bank bringen und warten, bie es durch Inflation aufgebraucht wurde. Genau in dieser Zeit schrieb Heli sein Buch in dem einfach aber genau erklärt wurd, wie man sich mit einem guten, effizienten, umweltfreundlichen, papierlosen Konzept, Open Source Software und speziell mit einer ERPS (Enterprise Resource Planning Software) aus dem Dilemma retten konnte. Heli erstellte dieses Konzept mit Ubuntu oder Fedora, Odoo, Postfix & Dovecot, MySQL oder PostgreSQL, AmaViS, Clam Antivirus, SpamAssassin, Roundcube, Libreoffice, Backup-Manager, Firefox, eigenen Scripts, Evolution und OpenXchange, das auf einem eigenen Server im Haus oder remot in einem Rechenzentrum umgesetzt werden konnte. Für die Workstations wurde ebenfalls Open Source Software verwendet. Durch diese Software hatte auch kleinere Betriebe, die schon kurz vor dem Aufgeben waren, wieder eine Chance.

Ich habe ein altes Exemplar des Buches „Future Hotel Software“ gefunden und da las ich zum Beispiel:
“Ich finde es unfassbar, wie Firmen, die zu einer Art Monopolstellung gekommen sind, diese Macht ausnützen. Teilweise muss sogar schon der Staat regulierend eintreten, weil diese Blutsauger sonst ihre eigenen Kunden ruinieren. Als Vermittlungsprovision oder als Provision für die Nutzung einer mittelmäßigen Technologie sind meines Erachtens 2 bis 3 Prozent angebracht, aber niemals 20 bis 30 Prozent des Umsatzes. Obendrein bestehen diese Blutsauger schon auf Bestpreisgarantie und verbieten einem Hotelier, dass dieser im Direktverkauf über die eigene Homepage seine Dienstleistung billiger anbietet.
Damit nicht genug, Rauchverbot hin und Rauchverbot her, Kennzeichnungspflicht der Waren, Kassapflicht und dann auch noch Lizenzen und horrende Kosten für die Hotelmanagement-Software, Buchhaltung und Lohnverrechnung.
Das Problem mit dem Provisionswahnsinn wäre natürlich ganz einfach zu lösen, denn wenn alle Hoteliers ab heute keine Provisionen mehr an Spezialsuchmaschinen, Preisvergleicher und Onlineportale zahlen würden, gäbe es diese morgen nicht mehr und die Anzahl der Buchungen bliebe gleich. Leider kann man so eine Geschlossenheit von den Hoteliers nicht erwarten, weshalb ich für diejenigen, die sich aus der Abhängigkeit befreien wollen Hotel-ERP&PMS ins Leben rief.
Hotel-ERP&PMS macht Schluss mit all dem und durch Einspaarungen auf bereits angedeuteten Bereichen, können Sie eventuelle Umsatzeinbussen, wenn Sie keine Buchungen von der Provisionsmafia mehr erhalten sofort wett machen und auf längerfristig wieder zu einem Gewinn kommen, dem ein gut geführtes Unternehmen erwirtschaften kann, wenn es keine „Schutz- und Erpressunsgelder“ zahlen muss.
Investieren Sie lieber einen Teil der Provisionen, die Sie bis jetzt bezahlten in „Google AdWords“ und gegen Sie einen Teil direkt an Ihre Kunden weiter. So erreichen sie Unabhängigkeit.
Hotel-ERP&PMS ist eine Kampfansage und ein Versuch, den Leuten (Programmierern), die wirklich gute Arbeit geleistet haben und diese auch weiterhin leisten, ihren Anteil zukommen zu lassen. Wer mit Hirner’s Hotel-ERP&PMS zufrieden ist, soll den Erstellern der Open-Source-Software, die sie verwenden eine Spende nach eigenem Ermessen zukommen lassen, wenn dies die finanzielle Situation erlaubt. „
Ja, es handelte sich tatsächlich um eine Kampfansage, ein Konzept und einen Versuch, kleineren Betrieben ein Überleben zu ermöglichen. Heli hatte damit angeblich so großen Erfolg, dass er die Open Source Gemeinde kräftig unterstützen konnte und diese wiederum reagierte mit einer Anpassung ihrer Software an sein vorgeschlagenes Konzept. Schon nach kurzer Zeit mussten sämtlich Onlineportale, die nur von Vermittlungsprovision lebten und sämtliche Preisvergleicher und Spezialsuchmaschinen aufgeben und den Konkurs anmelden. Doch die Mitarbeiter dieser Firmen kamen in der mittlerweile gesundeten Tourismusbranche unter und leisteten nun eine wertschöpfende Arbeit.
Das Konzept sah vor, dass der Kunde bzw. Gast seine Daten bei einer Buchung eingab und diese Daten dann bis zur Jahresbilanz verwendet wurden. Da gab es keinen Rezeptionist und keine Buchhaltung, die auch nur ein einziges, redundantes Datum eingeben musste. Die Software war für alle Bereiche geeignet, nicht nur für Verkauf und Einkauf, Lagerwesen, Buchhaltung, Lohnverrechung und für den Webauftritt, sondern es gab tausende zusätzliche, kostenlose Module von Odoo, der ERP-Software. Die Erspartnisse durch das effiziente System sollten direkt an den Kunden weiter gegeben werden und die Benutzer des Systems Future Hotel Software waren sich einig, dass sie auf ihrer eigenen Homepage den besten Preis anboten. Google nützte die Gelegenheit und wartete mit einem Hotelfeature auf Google Maps auf, dass verfügbare Zimmer in der ausgewählten Umgebung und den jeweiligen Preis anzeigte. Es war ein kostenloser Dienst von Google, denn die verdienten ja durch die Benzuzung des Features, indem sie, wie gewohnt Werbungen schalteten.
Durch die Vorteile wurden die erwähnte Open Source Software zur Standard-Software in Betrieben und im privaten Gebrauch, denn nach der Future Hotel Software folgte gleich die Future Business Software für alle Branchen. Die Open Source Gemeinde rückte zusammen, traf sich, besprach sich und sie bauten die Software schon direkt in den jeweiligen Linux-Distributionen eine, sodass es ganz simpel wurde, diese zu installieren und konfigurieren. Das System wurde auch noch um eine Version für große Firmen, wo der Server in einer Cloud lief, erweitert.
Heli wurde vor allem in der Hotellerie als eine Art Robin Hood gefeiert und in der Open Source Gemeinde hatte er inzwischen auch eine Art Helden-Status. Doch kaum war das Projekt ein Erfolg, interessierte es Heli nicht mehr. Er wendete sich wieder seiner alten Leidenschaft, der künstlichen Intelligenz und den Androiden zu.

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