Ich und meine Seele, oder Seele ist das Gegenteil von Verstand

(Last Updated On: 28. Juli 2015)

Der Teilsatz „Seele ist das Gegenteil von Verstand“ des Titels, stammt aus der Wikipedia Begriffserklärung für Seele.
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Warum dieser Artikel

Ich fühle mich von Psychologen etwas hintergangen und will mir den Begriff aus verschiedenen Perspektiven ein wenig durch den Kopf gehen lassen.
Mit mir selbst habe ich kein Problem und die Seele habe ich nach der Kindheit für das erste halbe Jahrhundert meines Lebens eigentlich erfolgreich aus meinem Leben verbannt und es hat mir nichts gefehlt. Natürlich interessieren mich die Ansichten großer Denker, aber in Bezug auf Seele konnte das eben nur ein Interesse sein, wie ich mich ab und zu auch für religiöse Inhalte interessiere, obwohl ich ein Atheist bin; mehr dazu auch unter „politische Meinung“.

Quelle: Studio Khara, Hideaki Anno 	 Logo der Organisation SEELE aus dem Film Evangelion:1.01 – You are (not) alone.
Quelle: Studio Khara, Hideaki Anno
Logo der Organisation SEELE aus dem Film Evangelion:1.01 – You are (not) alone.

In meiner Jugend, also vor über 30 Jahren, strebte ich nach einer guten Allgemeinbildung und kam somit, um so berühmte Autoren wie Freud, Adler und Jung nicht herum. Ich war entsetzt, denn ich hatte sie weder verstanden, noch hielt ich sie für lesenswert. Ich dachte zuerst, es läge an fehlenden Grundkenntnissen der Psychologie, weshalb ich mir damals ein Lehrbuch der Psychologie kaufte. Nachdem ich auf den ersten Seiten las, Psychologie sei die wissenschaftliche Lehre der Psyche und diese wurde aber im ganzen Lehrbuch nicht definiert, war es für die nächsten Jahrzehnte das letzte Buch, das ich zu diesem Thema las. Psychologen waren für mich lange Zeit völlig indiskutable Seelenforscher, die nicht definieren können, was sie eigentlich forschen und lehren.
Über Semantik, Logik, Sprache, Philosophie, künstliche Intelligenz, Objekterkennung u. a. bin ich immer wieder auf die Psychologie und leider auch auf die Seele gestoßen und dort war aber immer meine Grenze erreicht, denn alles was ich nach Plato und Aristoteles über Seele gehört habe, wurde von mir sofort vehement abgelehnt. Ich wollte es nicht einmal hören, weil es ja doch im Himmel, der Hölle oder im Fegefeuer enden musste und auf diese 3 Örtlichkeiten (Zustände) kann ich genau so gut verzichten, wie auf die Dreifaltigkeit in der *modernen Wissenschaft.
Was andere glauben, respektiere ich natürlich, solange das ein privater Glaube ist, oder sich jemand dazu bekennt. Aber heute in Europa, halte ich Glauben in der Wissenschaft, für Mangel an Wissen. Solange sich die Seele also nicht in die Wissenschaft einschleicht, abgesehen von der Theologie, habe ich auch heute kein Problem mit ihr. In der Kunst, Religion, Geschichte und im Alltag und der Umgangssprache halte ich den Begriff für eine Bereicherung der Sprache.
Historisch gesehen, hat sie auch einen berechtigten Platz in der Wissenschaft, aber irgendwann sollten die Wissenschaftler doch wirklich konsequent genug sein, um das zu tun, was sie immer und überall in jeder Richtung als Grundvoraussetzung verlangen: „Man muss zuerst definieren, wovon man spricht, bevor man damit wissenschaftlich arbeiten kann“. Wer Seele nicht definieren kann, sollte das Wort, als Wissenschaftler höchsten im Zusammenhang mit Geschichte verwenden, aber sich keinesfalls danach bezeichnen lassen. Psychologen sollten sich endlich Elebens- und Verhaltensforscher nennen und nicht Seelenforschrer, das ist höchst antiquiert und meiner Meinung nach höchst unangemessen. Da wird an der Sprache herum gepfuscht, um nur ja niemanden zu diskriminieren. Wenn ich behaupte, dass ich mich beleidigt und diskriminiert fühle, wenn man „Weißer“ zu mir sagt, dann wird vielleicht sogar ein „verbotenes“ Wort daraus. Es wird herum definiert und gewortschöpft, dass man sich schon fast in die Zeit vor Martin Luther versetzt fühlt. Das natürliche Geschlecht muss ebenfalls Einzug in die Sprache erhalten, denn das grammatikalische genügt nicht, aber einen antiquierten Begriff können sie nicht ersetzten. Oder wollen sie es gar nicht? Oder haben sie einfach zu viel Angst vor Kirche, der Religion und dem Teufel?
Wie dem auch sei, man kommt nicht um den Begriff herum, will man die Kenntnisse der Psychologie nutzen, also las ich nach 30 Jahren wieder einmal ein Buch aus diesem Bereich, das mir als Einführung geeignet schien “ “Psychologie lernen” von Hans-Peter Nolting und Peter Paulus„. Ich war sehr überrascht, dass die Seele nun endlich nicht mehr nötig sein soll in der Psychologie und das weckte auch mein weiteres Interesse. Ich kaufte mir sofort ein aktuelles, anerkanntes Lehrbuch in dem an die 40 Doktoren und Professoren für Psychologie schrieben und da wurde mir bestätigt, dass die Seele in der Psychologie tatsächlich kein relevantes Thema mehr sei. Gut, sagte ich mir, ohne Seele kann ich mir die Erkenntnisse der Psychologie wirklich zunutze machen. Weil es heute hervorragende Möglichkeiten zum Studieren gibt und man sogar als berufstätiger, älterer Mensch noch studieren kann, dachte ich mir, dass ich ohne weiteres hobbymäßig ein Studium der Psychologie beginnen könnte. Gedacht, getan, inskribiert und die ersten Lehrbriefe „Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte“ erhalten. Was finde ich vor, Seele, Seele, Seele, seelische und psychische Funktionen, Reflexionsbegriff, Sammelbegriff und wieder Seele und zwar nicht im Teil zur Geschichte der Psychologie. Ich war sehr enttäuscht und wollte eigentlich schon nach dem ersten Blick auf die Unterlagen und nach den ersten Online-Vorlesungen, den Versuch als gescheitert abhaken. Ich will und brauche nämlich keine Seele, wenn es um seriöse wissenschaftliche Arbeit geht!
Es kommt mir vor, als würde man nach außen hin für die Öffentlichkeit ein Bild präsentieren, wo die moderne Psychologie ohne Seele auskommt, aber kaum wagt man den ersten Schritt, um selbst ***angehender Psychologe zu werden, beginnt die Indoktrination oder zumindest die Oktroi.
Bei allem Respekt, aber die alten Griechen wussten schon, dass eine Fragestellung, auf die es keine befriedigende Antwort geben kann, sinnlos ist. Die Frage nach der Seele oder nach Gott sollte man der Theologie überlassen, denn auch in der Philosophie macht sie meiner Meinung nach heute keinen Sinn mehr und kann eigentlich gar nicht ernsthaft gestellt werden, wenn die Philosophen ihre eigenen Forschungsprinzipien ernst nehmen. Als versteckter Kampf gegen den Klerus ist eine Diskussion um Gott oder die Seele in der *modernen Wissenschaft aber erfreulicher weise nicht mehr erforderlich. Anatomen wird von der Kirche das Sezieren nicht mehr verboten.

Na gut, Hans-Peter Nolting und Peter Paulus und die rund 40 anderen Professoren werden mich ja nicht hinters Licht geführt haben, denke ich und beginne zu lesen. Ich finde auch interessante Aspekte, aber mit dem Seelen-Begriff wird nicht konsequent umgegagen. Einen Begriff aus der Physiologie als Durchbruch in der Psychologie und als „seelische Funktion“ zu bezeichnen erscheint mir völlig unangebracht und unnötig. Jede andere Bezeichnung, meinetwegen sogar „Essiggurkel“ oder „Bluhmenkohl“, wäre meiner Meinung nach geeigneter, aber eine neue „sprechende Bezeichnung“ wäre natürlich wünschenswert und sinnvoll, meine ich.

Begriff(e) aus der Wikipedia

Quelle: William-Adolphe Bouguereau Wikimedia Commons
Quelle: William-Adolphe Bouguereau
Wikimedia Commons

Seele steht für:
Seele, umgangssprachlich oder weltanschaulich
Psyche, Seele im psychologischen Sinn
Seele (Film), russischer Musicalfilm (Duscha, 1981)
Seele (Technik), der Kern eines Kabels oder eines ähnlichen Werkstücks
Schwäbische Seele, eine süddeutsche Brotspezialität
ein Innenbauteil von Streichinstrumenten, siehe Stimmstock
die aus Naturkautschuk bestehende Gummiblase eines Fußballs, siehe Fußball (Sportgerät)#Herstellung
die Bohrung des Laufs einer Schusswaffe, siehe Lauf (Schusswaffe)
Freiraum inmitten der Wendel eines Korkenziehers, siehe Korkenzieher#Einfacher Korkenzieher

Seele ist der Familienname verschiedener Personen….

Worttrennung:
See·le, Plural: See·len
Aussprache:
IPA: [ˈzeːlə], Plural: [ˈzeːlən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Seele‎ (Info), Plural: Lautsprecherbild Seelen‎ (Info)
Reime: -eːlə
Bedeutungen:
[1] Charakterisches Merkmal lebender Wesen, das Unsterbliche
[2] die Gefühlswelt eines Lebewesens
[3] Gutwillige Instanz
[4] Mitglied einer (Kirchen-)Gemeinde
[5] Botschaft eines Musikstückes
[6] Inneres eines Seiles
[7] Füllung des Lötzinns mit Flussmittel
[8] Innenbauteil einer Violine
[9] Hohlraum, zum Beispiel eines Gewehrlaufs oder der Achse eines Korkenziehers
[10] Süddeutsche Brotspezialität
Herkunft:
Nach alter germanischer Vorstellung lebten die Ungeborenen und die Toten im Wasser: die zum See Gehörende = die Seele.[1]
Synonyme:
[1] Geist
[2] Gefühlsleben Gefühlswelt, Psyche; bildlich: Herz
[4] Gemeindeglied, Schäfchen
[5] Botschaft, Soul
Gegenwörter:
[1, 2] Körper, Leib
[2] Geist, Verstand
[3] Biest, Eisblock, Schuft, Schwein, Teufel
Oberbegriffe:
[1] Merkmal, Lebewesen
[2] Mensch, Lebewesen
[4] Gemeinde
[5] Botschaft, Musik, Kunst
[6] Seil
[8] Violine, Musikinstrument
[9] Gewehrlauf, Gewehr, Waffe
[10] Brot, Nahrungsmittel, Spezialität
Beispiele:
[1] Menschen und Tiere haben Seelen, ein Gegenstand jedoch nicht.
[1] Die Seele jubelt oder jauchzt.
[2] Tief in seiner Seele war etwas zerbrochen.
[3] Er ist eine wahre Seele von Mensch.
[4] Das Dorf hat 528 Seelen.
..
[9] Gute Korkenzieher haben eine Seele.
Redewendungen:
mit Leib und Seele dabei sein, ein Eisenbahner mit Leib und Seele
ein Herz und eine Seele sein
die Seele baumeln lassen
sich die Seele aus dem Leib weinen
eine schwarze Seele haben — bösartig sein
Wortbildungen:
beseelen, Fünfhundertseelendorf, Massenseele, Menschenseele, Seelenadel, Seelenheil, Seelenklempner, Seelenkunde, Seelenloch, seelenlos, Seelenschaden, seelenverwandt, Seelenverwandter, seelenvoll, seelig (ARS: selig), seelisch, Seelsorge, Volksseele

Psyche ist ungleich Seele, denn Seele ist ein lateinischer Begriff, der zuerst Medizin bedeutete und aus dem Neulatein erst mit Seele übersetzt wird. Latein ist eine tote Sprach und entwickelt sich nicht weiter, weshalb nur der historische Begriff verwendet werden kann. Seele und Psyche als Synonym zu verwenden ist daher unvernünftig, wie der Begriff Psychologie. Seelenforschung sollte, wenn überhaupt, höchstens auf einer Fakultät der Theologie betrieben werden.
Wie gesagt, mir scheint die Frage nach Seele und Gott in der *modernen Wissenschaft als unangemessen.

Historische Betrachtung

Hier gehört die Seele hin. Zur Seele findet man ebenfalls auf der Wikipedia eine umfassende Darlegung, die gut die vielfältige Interpretationsmöglichkeiten aufzeigt, auf Seele, wobei ich hier nur darauf hingewiesen haben möchte und die Einleitung zitiere:

Der Ausdruck Seele hat vielfältige Bedeutungen, je nach den unterschiedlichen mythischen, religiösen, philosophischen oder psychologischen Traditionen und Lehren, in denen er vorkommt. Im heutigen Sprachgebrauch ist oft die Gesamtheit aller Gefühlsregungen und geistigen Vorgänge beim Menschen gemeint. In diesem Sinne ist „Seele“ weitgehend mit dem Begriff Psyche synonym. „Seele“ kann aber auch ein Prinzip bezeichnen, von dem angenommen wird, dass es diesen Regungen und Vorgängen zugrunde liegt, sie ordnet und auch körperliche Vorgänge herbeiführt oder beeinflusst.

Ich beschränke mich auf einige Meilensteine in der europäischen Kultur mit Bezug auf die Psychologie. In die historische Betrachtung und nur dort, gehört meiner Meinung nach dieser mehrdeutige Begriff hin. Sonst würde der Artikel viel zu umfangreich, aber auf alte Naturvölker, Hochkuluren und den fernen Osten muss ich schon kurz hinweisen. Mein Chi, Prana und mein Tao lasse ich jetzt aber einmal außer acht, genau so, wie die Hauchseele und beginne mit Plato.
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Platon

: die Mythen vom Seelengespann, das Wesen der Seele (Phaidros) oder ihr Fortleben im Jenseits (Phaidon), Unsterblichkeit der Seele, kurzes Zitat aus Platons Seelenlehre auf Wikipedia:

In Platons Philosophie ist die Seele (ψυχή psychḗ) als immaterielles Prinzip des Lebens individuell unsterblich. Ihr Dasein ist von dem des Körpers gänzlich unabhängig; sie existiert vor seiner Entstehung und besteht nach seiner Zerstörung unversehrt fort (Prä- und Postexistenz). Daraus ergibt sich die Rangordnung der beiden: Der Leib, der mancherlei Beeinträchtigungen und letztlich der Vernichtung unterliegt, ist der unsterblichen, unzerstörbaren Seele untergeordnet. Es steht ihr zu, über ihn zu herrschen.[97] Der Körper ist das „Gefäß“, die „Wohnstatt“ der Seele, aber auch negativ ausgedrückt ihr „Grab“ oder „Gefängnis“[98] – eine berühmt gewordene Formulierung Platons …

Aristoteles

Zitat:

Bestimmung der Seele
Was die Seele ist, bestimmt Aristoteles mittels seiner Unterscheidung von Form und Materie. Die Seele verhält sich zum Körper wie die Form zur Materie, das heißt wie eine Statuenform zur Bronze. Form und Materie eines Einzeldings sind aber nicht zwei verschiedene Objekte, nicht dessen Teile, sondern Aspekte ebendieses Einzeldings.

Die Seele definiert Aristoteles als „erste Wirklichkeit (entelecheia) eines natürlichen organischen Körpers“ (An. II 1, 412b5f.). Eine Wirklichkeit oder Aktualität ist die Seele, weil sie als Form den Aspekt des Lebendigen an der potentiell belebten Materie (nämlich der organischen) darstellt. Eine erste Wirklichkeit ist sie, insofern das Lebewesen auch dann lebendig ist, wenn es nur schläft und keine weiteren Tätigkeiten ausübt (die ebenfalls Aspekte des Seelischen sind). (An. II 1, 412a19-27).[42]

Fähigkeiten
Die weiteren seelischen Aspekte sind die Funktionen, die für ein Lebewesen charakteristisch sind, seine spezifischen Fähigkeiten oder Vermögen (dynamis). Aristoteles unterscheidet vor allem folgende Fähigkeiten:

Ernährungs- und Fortpflanzungsvermögen (threptikon)
Wahrnehmungsvermögen (aisthêtikon)
Denkvermögen (dianoêtikon)
Ernährungs- und Fortpflanzungsvermögen kommen – als grundlegendes Vermögen alles Lebendigen – auch den Pflanzen zu, Wahrnehmungsvermögen (und Fortbewegungsfähigkeit) weisen nur die Tiere (einschließlich des Menschen) auf. Das Denken besitzt allein der Mensch.

Die Unterscheidung in 5 Sinne geht auch auf Aristoteles zurück und noch ein Satz aus der Wikipedia dazu:

Die Vernunft oder das Denkvermögen (nous) ist spezifisch für den Menschen. Aristoteles definiert sie als „das, womit die Seele denkt und Annahmen macht“

Bei Aristoteles ist die dreigeteilte Seele eine Organisationsform, die das Leben ausmacht.
Seele macht lebendig und daher haben auch Tiere, Pflanzen, ev. sogar Viren und höchst wahrscheinlich auch Maschinen eine Seele, denn zwischen natürlichem und künstlichem Leben wird nicht unterschieden. Geht man von einer Nährseele, einer Sinnenseele und einer Geistes- oder Vernunftsseele aus, wie Aristoteles, dann sollte man bedenken, dass Aristoteles leider keine Computer zur Verfügung hatte.

Die Römer

In den Unterlagen erfuhr ich, interessanter weise, dass man bei denen eventuell schon die Anfänge der angewandten Psychologie finden kann. Es wird auf Mark Aurel (Selbstbetrachtungen), Seneca (Über den Zorn) und Cicero (Rooentheorie, Vernunft, Charakter) hin gewiesen.

René Descartes

Zitat aus der Wikipedia:

1663 wurden die Schriften Descartes’ vom Heiligen Stuhl auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt. Nach seinem Tod kamen Klagen auf, er habe bei seinen naturwissenschaftlichen Studien keinen Raum für Gott gelassen. Dabei traten die Jesuiten an vorderster Front für das Verbot seines Werks ein. Auf die Indizierung von 1663 folgte eine lange Reihe von Verboten, darunter 1691 der königliche Bann gegen die Verbreitung aller Lehren Descartes’ an französischen Schulen.

Die im Discours de la méthode von Descartes ausführlich formulierte philosophische Methode wird in vier Regeln (II.7–10) zusammengefasst:
Skepsis: Nichts für wahr halten, was nicht so klar und deutlich erkannt ist, dass es nicht in Zweifel gezogen werden kann.
Analyse: Schwierige Probleme in Teilschritten erledigen.
Konstruktion: Vom Einfachen zum Schwierigen fortschreiten.
Rekursion: Stets prüfen, ob bei der Untersuchung Vollständigkeit erreicht ist

Sein „cogito ergo sum“ oder auch „ego sum, ego existo … quamdiu cogito“ – „Ich bin, ich existiere … im Vollzug des Denkens“, widerspricht aber der frühen Methodologie in ihren Grundsätzen, so dass Descartes schließlich die Arbeit an den Regulae einstellte.
….
Der erste unbezweifelbare Satz heißt also: „Ich bin, ich existiere“ (Original lat.: ego sum, ego existo).[6] Er ist, so Descartes, „notwendig wahr, so oft ich ihn ausspreche oder denke“. Descartes analysiert dann dieses zweifelnde Ich und bestimmt es als ein urteilendes, denkendes Ding: Als res cogitans.

Seele ist kein Lebensprinzip mehr, sondern Denken. Der radikale, methodische Zweifel sorgte für den Anfang des Endes des metaphysischen Seelen-Begriffes.
Tiere haben keine Seele; Denkseele (res cogitans); das Leib-Seele Problem; Physiologie ohne Seele; Vorläufer des Kognitivismus und der Bewusstseinspsychologie; Wollen, Gefühle als Teil der Seele.
Es lohnt sich jedenfalls, die Seite auf Wikipedia zu lesen.

Immanuel Kant

Drei kurze Zitate aus der Wikipedia:

Schließlich behandelt Kant in der transzendentalen Methodenlehre die didaktischen und argumentativen Verfahren, die an die Stelle der älteren und dogmatischen Metaphysik treten. Das Buch wurde 1827 wegen der darin enthaltenden Widerlegungen der Gottesbeweise vom Vatikan auf das Verzeichnis verbotener Bücher gesetzt.

Im ersten Teil der transzendentalen Logik, der transzendentalen Analytik, postuliert Kant dass zur Erkenntnis aber auch bestimmte reine Begriffe, die Kategorien, notwendig sind. Nur durch sie können aus dem sinnlich Gegebenen Gegenstände der Erfahrung werden.

Dinge, wie sie „an sich“ sind (Noumenon), anwendbar sind, sondern nur, sofern sie die Sinnlichkeit affizieren und somit Vorstellungen in der Ordnung von Raum und Zeit im individuellen Bewusstsein erzeugen.
In dem Versuch der menschlichen Vernunft, das Unbedingte zu erkennen und die sinnliche Erkenntnis zu übersteigen, verwickelt sie sich in Widersprüche, die Antinomien, da jenseits der Erfahrung keine Wahrheitskriterien mehr zugänglich sind. Dennoch hat die Vernunft ein notwendiges Bedürfnis, diesen Versuch zu unternehmen, die Naturanlage zur Metaphysik, da nur ein solcher Versuch zwischen Erfahrungswelt und dem Subjekt eine sinnvolle Verbindung stiftet. Kant analysiert diese notwendigen Irrtümer und Widersprüche im zweiten Teil der transzendentalen Logik, der transzendentalen Dialektik. Die metaphysischen Beweise z. B. für die Unsterblichkeit der Seele, die Unendlichkeit der Welt oder das Dasein Gottes führten zu unauflöslichen Antinomien, die Ideen der Vernunft sind nur als regulative, die Erfahrungserkenntnis leitende Begriffe von sinnvollem Gebrauch. Kant kommt zu dem Ergebnis, dass die Existenz Gottes und einer unsterblichen Seele oder die Ewigkeit der Welt keine Gegenstände einer möglichen Erkenntnis sein können.

Die Denkseele wurde zurückgewiesen, Erscheinung – Ding an sich. Aussenwelt wird nicht 1:1 abgebildet bei der Wahrnehmung.
Kategorien: Raum, Zeit, Ursache, Wirkung …
Nach Kant:
Bei William James und George Herbert Mead ist die Seele nicht identisch mit der Person, aber ein Teil von ihr – Self (umfasst I und Me); Bewusstseinsstrom von James.

Aktueller Stand der Seele in der Psychologie laut Lehrbrief für das Fernstudium – Ein Sammelbegriff für seelische Funktionen, wie z. B. „Rot sehen“ und ein ***Reflexionsbegriff, der uns u. a. erlaubt, unsere Erfahrungen kritisch zu analysieren.

In der theologische Deutung ist die Seele ein Beleg für die Unsterblichkeit und es gibt auch nach Platon noch die ethische Deutungen der Seele als Entität (desethischen Zentrum).
…..
Den Artikel hier habe ich sicher nicht für Psychologen, die von ihrer Erleuchtung noch fern sind und statt Verstand eine Seele haben geschrieben, denn ich habe keine schlechte Meinung von Psychologen und in der modernen Psychologie haben heute Erleben und Verhalten, eigentlich keinen Bezug mehr zum Begriff der Seele, lese ich dort und da. Wie gesagt, leider ist man nicht sehr konsequent, das sehe ich schon in den ersten Tagen in denen ich mich mit Psychologie beschäftige.
Seele wird auch als logischer Sammel-/Kollektivbegriff für seelische/psychische Eigenschaften und Funktionen verwendet, man sieht Seele immer noch als System, spricht ihr aber wenigstens keine eigenständige Entität zu. Sonst würden wir aber ohnehin von Aristoteles zu Platon zurück fallen.
Seele als Aktualität/Tätigkeit findet man bei W. Wundt, Leibniz, Aristoteles und als „arbeitende funktionale Form“ bei Busche.
…..
Mein Problem bleibt, je mehr Definitionen es für die gleiche „Angelegenheit“ gibt, desto weniger Sinn machen die ganzen verschiedenen Definitionen für mich. Da musst man jedesmal dazusagen, jetzt verwende ich die Def. y nach x und es wird unnötig kompliziert. Unnötig, weil meines Erachtens eine aktuelle, universelle, international, eindutige, unique, allgemeingültige Definition, zumindest innerhalb einer wissenschaftlichen Fakultät, erstrebenswert wäre. Alles andere riecht für mich nach Vertuschung, Anpassung, Heischen nach Akzeptanz, Opportiunismus, usw., also nach Unehrlichkeit. Mein kompromissloser Vorschlag, siehe auch Forderung oben: „verbannt endlich und endgültig die Seele (ausgenommen als historischer Begriff natürlich) aus der Psychologie, benennt diese um, und bezeichnet euch als Erlebens- und Verhaltensforscher“. Oder ihr definiert die Seele, seelisch, Psyche, psychisch und psychologisch, usw.. Alles andere scheint mir unangemessen für Wissenschaftler.

Traurige Gegenwart

Die Europäer (nur die werden hier betrachtet) haben unter großem Aufwand mit Müh und Not in Lebenswerken großer, mutiger Denker die Trennung von Religion/Klerus und Staat/Politik sowie die Nichteinmischung der Kirche in Natur- und andere Wissenschaften erreicht. Viele haben diesem Ziel ihr Lebenswerk gewidmet und nun sollen vielleicht ein paar Seelenwesen aus der Seelenforschung mit der schleichenden Einführung über Begriffe wie „seelische Funktion“ diese Errungenschaften zunichte machen dürfen? Obwohl die größten Erkenntnisse eigentlich aus den Naturwissenschaften stammen, haben sich die Psychologen im Laufe ihrer Metamorphose zu Erlebens- und Verhaltenswissenschaftler diese mehr oder weniger als eigene angeeignet. Dagegen spricht sicher nichts, sondern interdisziplinäre Wissenschaft ist bestimmt wünschenswert, wenn sich nicht eine Disziplin mit fremden Federn schmückt und dann die gesamte Wissenschaft mit unseriösen Methoden in Verruf bringt, was ich allerdings den gegenwärtigen Psychologen und Philosophen nicht unterstelle.
Jedenfalls finde ich es bedenklich, wenn man versucht, den Studenten eine Richtung der Erkenntnisstheorie aufzuzwingen und fordert, dass sie sich entscheiden müssten. Und auch noch darauf hin weist, dass sie bei einer falschen Entscheidung, die Rechtfertigung für Psychologie in Frage stellen. Dem ist meines Erachtens ganz bestimmt nicht so, obwohl man sich natürlich auch als Komplementarist sehen kann, weil man die Fragestellung nach Gott und Seele für unwissenschaftlich hält und nicht weil man eine neutrale Position einnehmen will. Und das Glaubensbekenntnis ist sowieso eine private Angelegenheit und sollte in *moderner Wissenschaft keine Rolle spielen. Aber auch wenn ich Atheist bin, darf ich die Bibel, den Koran, den Talmud, die Veden, Sutren oder das Daodejing, Zhuangzi und Daozang studieren, was ich manchmal auch ganz gerne mache. Damit komme ich auch schon zu meiner Seele.

Meine Seele

Meine Seele ist weder weiß noch schwarz, denn ich habe keine. Zu den unzählig oft rezitierten Spruch über Einheit von Körper, Geist und Seele kann ich nur sagen, das ich meine Einheit aus Körper, Verstand, Energie (eine EEG würde bei wahrscheinlich gerade mittlere Aktivität zeigen und mein Herz scheint auch keine Rhythmusstörungen zu haben), Vieren ein paar kg Bakterien und einigen Zellen, die laut meinen Tc-Lymphocyten gar nicht zu mir gehören, gespeicherter Information usw. bin, die mit anderen Einheiten über Raum und Zeit unzertrennlich verbunden sind, solange ich lebe. Irgendwann trenne ich mich, als diese Einheit von euch anderen Einheiten, aber ihr werdet mich trotzdem nicht los. Dann löst sich Information (z.B. dieser Gedanke und Satz) von der Einheit, die dann irgendwo verscharrt oder verbrannt wird. Ein Abdruck (Speicherung) meines Verstandes bleibt, die Seele muss nicht verschwinden, weil sie nie da war und was mit elektrischen Ladungen, Potentialen und Stromfluss passiert weiß jeder Grundschüler. Die Potentialdifferenzen können nicht aufrecht erhalten werden (Na-K-Pumpe funktioniert z. B. nicht mehr) und das war’s dann mit dem Energiesystem, wie bei einem Spielzeug, wenn die Batterie leer ist. Über den Körper freuen sich unsere kleinen Mitbewohner (Bakterien und Co), die mich zerlegen und sich dann in euch wieder finden, oder euch Nahrung aufbereiten, damit eure Nährseele satt wird. Om, Oh-m und Amen!

Meine politische Meinung zum Seelenbegriff

Ich habe nichts gegen den Begriff Seele in Religion, Kunst, Glaubensgemeinschaften, Geschichte (bei moderner Philosophie bin ich im Zweifel) und vor allem im Alltag und in der Umgangssprache. In der Politik und in der *modernen Wissenschaft hat dieser Begriff heute nichts mehr verloren. Die unglaublichen Leistungen großer, mutiger Denker, die sich in Zeiten in denen der Klerus so mächtig war wie der Adel und der Papst so mächtig oder gar mächtiger als ein Kaiser, es zu wagen an der Seele zu zweifeln und sie zur Diskussion zu stellen, kann nicht genug gewürdigt werden. Heute wäre es eine unglaubliche, konservative Unvernunft, die den umgekehrte Weg initiieren will, wenn sie Seelen-Begriffe einschleichen lassen wollten.
Politiker sollten solche Tendenzen unterbinden. Falls es solche Seelenwesen heute noch gibt, sollten sich ihre Seelenlehre vom noch immer reichen Klerus, der da die Armut predigt, aber am Seelenheil seit 2000 Jahren einen ungeheuren Reichtum angehäuft haben, finanzieren lassen, aber nicht von Steuergeldern.

Das Leib-Seele Problem kann heute nicht existieren und hat sicherlich historische Bedeutung. Es ist für mich in erster Linie Zeuge des heroischen Kampfes der Wissenschaft gegen den Klerus. Vielleicht verliere ich dazu in einen weiteren Artikel noch ein paar Worte.

Weblinks:
Erkenntnistheorie
Metaphysik

Umfrage zum Begriff Seele

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* Mit moderner Wissenschaft ist westliche Wissenschaft außer Religionswissenschaften, Theologie und historischen Aspekten anderer Wissenschaften gemeint.
** Refexionsbegriff – mein dummer Blechtrottel, der nur ein Standardbetriebssystem hat schafft es, mir anzuzeigen, wenn ihm heiß ist. Dabei bekommt er kein Fieber und stammelt irgend etwas von irgend welchen seltsamen Zuständen daher, sondern gibt mir ein akustisches Warnsignal, schickt mir ein SMS und wenn ich dann nach sehe, zeigt er mir seine Erfahrung und seinen Zustand genauer. Raumtemperatur, Innentemperatur im Gehäuse und CPU-Temperatur samt zeitlichem Verlauf. Und ob Sie es glauben oder nicht, er weiß ganz genau zu welchem Gerät (MAC-Adresse und IP) diese Werte gehören, nämlich zu ihm. Dazu braucht man also keine KI um diese Bedingung zu erfüllen, mein PC hat also im gegenteil zu mir eine Seele. Vielleicht sollte ich ihn einmal zu einem Seelenforscher oder in die Kirche schicke. Leider ist er nicht einmal getauft und gesegnet, obwohl sogar die Waffen und das Kriegsgerät des Militärs gesegnet werden, bevor …. na, das ist ja klar und muss ich nicht explizit ausführen.
*** Ich habe zwar Psychologie inskribiert, aber abschließen könnte ich so ein Studium wohl kaum, bzw. würde ich ein Zeugnis, das mir Kenntnisse der Seelenlehre bescheinigt nicht akzeptieren und falls ich es annehmen würde, würfe ich es anschließend in den nächsten Papierkorb.

Siehe auch WAS IST PSYCHOLOGIE? NAJA, JEDENFALLS NICHTS FÜR MICH!

(1935)


History

Ein Gedanke zu „Ich und meine Seele, oder Seele ist das Gegenteil von Verstand“

  1. Eine Antwort zum Leib-Seele-Problem von mir, anderswo:
    Naja, überfordert bin ich damit gewiss, denn ein „Leib-Seele-Problem“ was soll das bitte heute, nüchtern, meinetwegen auch wissenschaftlich betrachtet, sein? Äpfel-faulende_Karotten-Problem, also ein Entitäts-Funktions-Problem sicher nicht, denn das widerspräche jedem mir bekannten Sprachgebrauch von Problem, Seele, Leib und Entität. Mit der hier subversiv, schleichenden Einführung der Seele als Entität bin ich tatsächlich überfordert. Mir selbst ist nicht einmal die Entität „Leib“ klar, denn ich bestehe aus der angenommenen Einheit Körper, Verstand, Energie (eine EEG würde bei wahrscheinlich gerade mittlere Aktivität zeigen und mein Herz scheint auch keine Rhythmusstörungen zu haben), Viren ein paar kg Bakterien und einigen Zellen, die laut meinen Tc-Lymphocyten teilweise gar nicht zu mir gehören, gespeicherter Information usw., die mit anderen Einheiten (Körpern) über Raum und Zeit unzertrennlich verbunden sind, solange ich lebe.
    Leib kann ich eingeschränkt aber gerade noch als Entität akzeptieren, obwohl ich mich selbst so sehr als Teil vom Ganzen sehe, dass ich die Notwendigkeit einer Entität dises Teils (mein Leib) nur in einem entsprechenden Kontext als erforderlich erachte, aber nicht unbedingt als notwendige Voraussetzung, für mein erkenntinisstheoretisches Selbstverständnisses.
    Also ich denke, ich werde hier nicht mehr vorbeikommen, denn ihr habt sicher Psychologie zu lernen und ich vergnüge mich an den Naturwissenschaften, wie zum Beispiel dem Weber-Fechner-Gesetz.

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