Einfach zum Nachdenken

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Erläuterung zum Titelbild des vorderen Deckblattes:
Da man in modernen Lehrbüchern für Physiologie noch immer geneigt ist, das „Leib-Seele-Problem“ und den „Dualismus“ in ähnlicher Art und Weise wie vor 2400 Jahren zu wälzen, obwohl es eigentlich kein speziell physiologisches Thema ist, möchte ich, um auf Mystik während der physiologischen Ausführungen weitgehend verzichten zu können, vorher und in gekennzeichneten Passagen zum Thema phantasieren. Angesichts der Tatsache, daß die Sonne (Sonnenenergie) zum Erhalt jeglichen Lebens auf unserer Erde unerläßlich ist, und angesichts der begründeten Vermutung, daß die energetische Sonnenstrahlung für die Entstehung von Leben – wahrscheinlich im Wasser (Urmeer) – über die Synthese von Urlipiden, Urpepdiden, Urnucleinsäuren, Micellen-, Membran-, Kompartimentbildung…, ebenso unerläßlich war, wie sie seither für dessen Erhalt wichtig ist (Photosynthese, Wärme, [siehe auch „Hauptsätze der Thermodynamik“]…), möchte ich sagen, daß das Leben dieser Erde „heliogen“ bedingt sei. Unter diesen Blickwinkel ist es auch nicht verwunderlich, daß Hochkulturen, die etwas weiter zurückliegen als 2 400 Jahre (z.B. Inkas, Mayas, persische- und natürlich u.a. die ägyptische Hochkultur), die Sonne als göttlich verehrten. Nachdem in modernen Lehrbüchern für Physiologie von namhaften Autoren zwar das Leib-Seele-Problem angeschnitten, erwähnt oder vielleicht gar auf physiologische Art und Weise gelöst wird, die Erkenntnisse, die naturwissenschaftliche Forschung über „Jahrtausende“ hin brachte (z.B. E = mc²) aber schmählich ausgeklammert und gemieden werden, legt sich mir die Vermutung nahe, daß einige weltberühmte Physiologen der Gegenwart nicht mehr Physik, Chemie, Mathematik, Anatomie, Kybernetik und Biologie als Grundlagenfächer der Physiologie sehen, sondern Mystik, Theologie und Philosophie. Da ich aber, wie gesagt, während physiologischer Erörterungen auf irrationale und surreale Elemente möglichst verzichten möchte, soll das Thema – um up to date zu sein – symbolisch am Cover und mit dieser Erläuterung abgehandelt sein. Es wäre sicher interessanter, würde in naturwissenschaftlicher Fächern (in denen übrigens oft Gewicht in kg angegeben wird, was ich als naturwissenschaftlichen Analphabetismus bezeichnen möchte) nicht immer in gleichbleibend stumpfsinniger Manier auf die Antike zurückgegriffen, und unzählige Male dasselbe als „neu“ ausgegeben, wie es auch in geisteswissenschaftlichen Bereichen in einem unerträglichen Ausmaß, ich bin beinahe versucht von Perseveration zu sprechen, gehandhabt wird, sondern suchte man einmal nach tatsächlich neuen Aspekten mit Grundlagen anderer Hochkulturen. Am interessantesten fände ich aber eine Physiologie, welche konsequent die Fächer als Basis verwendet, die im Studienplan als Voraussetzung für Physiologie angegeben werden. Ich schätze, daß eine brauchbare, fruchtbare Physiologie das Ergebnis einer Konzentration auf die Naturwissenschaft zu ungunsten des Reiches der Phantasie wäre. Dann aber hätte man niemals einerseits das Leib-Seele-Problem (von dem manche Philosophen behaupten, die Antwort auf Fragen indizieren die Sinnhaftigkeit der Fragestellung) in tausendjähriger manieristischer Eigenart vor sich hinschieben dürfen, um andererseits auf E = mc² zu verzichten. Es scheint mir viel phantasievoller und fruchtbringender, das Leben als heliogene Wechselwirkung zwischen Energie, Materie und Information zu betrachten. Ein weiterer reizvoller Gedanke für mich ist, daß man das gleichen Kompartimentierungs-Modell, welches zur Veranschaulichung der Theorie über die Entstehung der Lebenseinheiten (Zellen) geeignet ist, auch zur Darstellung des Übergangs vom Einzeller zum Vielzeller verwenden kann. Man braucht dazu nur das erste Ergebnis (Zellen) als Bausteine einsetzen. Ob dabei eine Volvox oder ein Schwamm herauskommt, spielt bei derartigen Methoden der „Erkenntnisgewinnung“ kaum eine Rolle. Doch nun zurück zur „Realität zweiter Ordnung“, wie Eccles sagt, und damit zum eigentlichen Thema, zur Physiologie bzw. zu den Prüfungsfragen.

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