Wird Ubuntu zum schlechteren Windows?

(Last Updated On: 21. März 2014)

Bis jetzt bin ich ja nicht fertig geworden Ubuntu zu loben, aber seit dem „zickigen“ Steinbock kommen mir erste Zweifel.
Es kursieren viele Witze über die Handhabung von Windows, das geht soweit, dass man Autobesitzern bei Problemen mit der Karre einen Neustart vorschlägt. Ja, früher habe ich mich auch gerne darüber lustig gemacht, aber seit immer öfter so kleine kreisförmige Pfeile als Symbol für „Neustart erforderlich“ in Ubuntu auftauchen, kann ich nicht mehr darüber lachen. Ja, der Runlevel hat anscheinend ausgedient, da es ihn bei Windows ja auch nicht gibt. Also updates einspielen und Neustarten. Klappt ja meistens (meistens nicht immer), aber dazu brauche ich kein Linux, da kann ich gleich bei Windows bleiben, das ja meist schon vorinstalliert ist und mit Sicherheit jede Hardware unterstützt, ohne das man sich auf eine meist enttäuschende Treibersuche machen muss.

alte Umfrage: Geht Ubuntu Richtung Windows (3)
Nein (44%, 67 Votes)
Ja, Neustart ist peinlich (29%, 45 Votes)
Ja, Benutzerfreundlichkeit vor Stabilität (22%, 33 Votes)
Ja, wegen „alles“ mit einem Mausklick (16%, 25 Votes)
Weder noch (8%, 13 Votes)
Ja, anderer Grund (6%, 9 Votes)
Nein, siehe Kommentar (2%, 3 Votes)
Total Voters: 153
Start Date: 14. Dezember 2008 @ 03:46

Neuauflage am 21.03.14

Entwickelt sich Ubuntu in Richtung Windows

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Aber Neustarten ist nicht so schlimm, die meisten sind es ja von Windows her gewohnt. Nur wenn ich nach einem upgrade den neuesten Kernel (2.6.27) nicht benutzen kann, weil der eben auf einer dual AMD 64 Bit Architektur nicht läuft und mir seltsame Meldungen bringt, bevor er in panik gerät, ist das ärgerlich. Macht auch nichts, mit dem alten Kernel (2.6.16) funktioniert es ja.
Leider kommt es noch schlimmer, XFree86 war ja nicht gut genug, also nimmt man x.org.
An dieser Stelle möchte ich für Nichteingeweihte anbringen, dass die ganzen Distributionen wie Debian, Ubuntu, Suse, Fedora, Mandriva, …. nichts anderes tun, als Installationsroutinen zu erstellen und OpenSource Software aussuchen die sie verwenden. Die ganzen Distributionen verwenden den gleichen Kernel, das gleich Office die gleichen Bibliotheken, Programmiersprachen …. nur jede Distribution trifft eben eine andere Auswahl und soll dann für eine reibungslose Installation und Handhabung der ausgewählten Software sorgen.
Bei manchen Distributionen wird sehr sorgfältig getestet bevor eine Software in die stable Version aufgenommen wird, wodurch man nicht immer die neuesten Versionen der jeweiligen Anwendungen zur Verfügung gestellt bekommt. Andere Distributionen nehmen möglichst schnell immer die neuesten Versionen von (Webserver, Datenbanken, Treiber usw.) auf, wobei nicht ausreichend getestet werden kann und dann kommt es eben leichter zu Problemen.
Nun, Ubuntu hat einen schnellen Zyklus und obwohl es noch immer mein Lieblingssystem am Desktop (nur dort) ist, kommen mir langsam Zweifel, wenn ich etwas lese, wie Nie wieder xorg.conf: „Kugelsicheres“ X in Ubuntu 7.10. Denn wenn sich dieser ausfallsichere Notmodus aufhängt, dann ist man erledigt und das grafische Konfigurationswerkzeug displayconfig-gtk kann natürlich nicht mehr funktionieren. Richtig ganz schlimm ist es meiner Meinung aber nur dann, wenn sich das System völlig an einen X-Server ausliefert, also wenn ich nicht mehr in die Konsole zurück komme und alles hängt. Damit ist ein ehemaliger Vorteil von UNIX-Derivaten aufgegeben und ich werde an Systeme oder besser gesagt Oberflächen wie Windows 95 erinnert. Seit NT und Windows 2000 war es auch kein wirklich großer Vorteil mehr. Aber wenn man nicht einmal mehr in die Konsole kommt, weil sich das System völlig an einen kugelsichern X-Server übergibt, den man nicht mehr konfigurieren kann, dann kommen mir leichte Zweifel auf.
Gut ich weiß wie ein blue screen aussieht und ich weiß auch wie ich den PC ausschalten und Neustarten kann, aber bei Linux ist mir ein hardwaremäßiges reset eher neu, außer ich hatte selbst Fehler gemacht. Das ist zwar schon oft genug vor gekommen, aber ich bin ja schließlich nur Anwender. Natürlich, wenn ich das Knöpfchen drücke (bin ja froh, dass ich noch nicht den Stecker ziehen muss) komme ich in die Konsole. Also was mache ich dort, denn ich zitiere XServer_einrichten

Bei der Entwicklung des Xservers versucht man seit einiger Zeit die /etc/X11/xorg.conf vollständig zu eliminieren. Das Ziel soll letztendlich sein, dass der Xserver sämtliche Peripherie, also Bildschirme, Beamer und Eingabegeräte selbstständig während der Laufzeit erkennt und einbindet. Seit Ubuntu Hardy Heron 8.04 merkt man hier erste Auswirkungen. Führt man sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg aus, so wird man hier NUR noch nach der Konfiguration der Tastatur gefragt (XServer einrichten). Die Einrichtung der Maus und des Bildschirms erfolgen automatisch.

Toll, und wenn ich die angebotenen tools benutze
sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg bekomme ich eine neue xorg.conf und die alte wird mir auch gespeichert. Danach muss ich wohl wieder versuchen den X-Server zu starten, denn der empfohlene Test führt nur zu einem „kein X-Server“. Ja und dann kommt wieder die nun schon typische Handbewegung zum Resetknopf.
Ok, natürlich kann man irgendwann die xorg.conf(5) man page finden und versuchen die xte xorg.conf manuell einzurichten. Viel Spaß dabei!
Die andere Möglichkeit, für Windows 95 Benutzer auch nichts neues, einfach neu aufsetzen. Zwei Ubuntu Installationen sind mir heute schief gegangen, aber ich vermute, dass es bei den meisten Distributionen ähnlich läuft mit dem kugelsicheren X-Server.
Ein enttäuschender Tag für mich, aber natürlich werde ich morgen wieder von vorne anfangen und dazu notiere ich mir noch ein paar Seiten, die ich mir vorher durchlesen werde:
X11 Configuration
The X Server Configuration HOWTO
Grafische System Xorg
Na da habe ich etwas tolles gefunden, wird mir sicher weiter helfen:

Seit Fedora Core 6 wird nur noch eine rudimentäre xorg.conf benötigt. Die meisten Einstellungen werden dabei direkt beim Start des X-Servers ausgelesen und gesetzt.
system-config-display –reconfig

sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg (habe ich zwar schon ein paar mal erfolglos versucht, aber vielleicht klappt es morgen, denn da muss ich mir Zeit nehmen die logs zu studieren)
Debian SID für Dummies 😉
X-Konfiguration FAQ
What is XFree86 (wird mir nichts bringen, aber aus nostalgischen Gründen sehe ich auch einmal dort nach)
xorg (bringt gar nichts, da kann ich mir eine tar.gz holen statt einer Dokumentation)
Xserver – X Window System display server
xdm – X Display Manager with support for XDMCP, host chooser
xinit – X Window System initialize
startx – initialize an X session
X11
Ja und zu guter letzt finde ich XServer was ganz brauchbar aussieht, obwohl
.) manuell die Datei /etc/X11/xorg.conf editieren (siehe unten) – hat seit Gutsy Gibbon nur noch eingeschränkt Wirkung und die anderen Optionen habe ich schon versucht; wie soll ein gksudo displayconfig funktionieren, wenn ich keinen X-Server habe?
Vielleicht hatte ich die Pakete
* libgnome2-perl – für GNOME / GTK
* libqt-perl – für KDE / QT
nicht für sudo dpkg-reconfigure debconf ?
Ab Intrepid Ibex benutzt der XServer bereits im Auslieferungszustand HAL. Zum Einrichten muss man nichts weiter tun. (ich sehe das nicht so)
Option „AutoAddDevices“ „false“ werde ich versuchen.

Ach, jetzt, wo ich wahrscheinlich neu installieren muss fällt mir auf, dass ich der Standardeinstellung auch bei der Partitionierung am Leim gegangen bin und für Linux völlig atypsch, sondern Windows like, alles in einer Partition hatte. Toll, jetzt kann ich mir das „home“ irgendwie sichern, vielleicht mit Hilfe von Windows, bevor ich neu installiere.

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41 Gedanken zu „Wird Ubuntu zum schlechteren Windows?“

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    1. Na das freut mich aber ungemein. Ich habe inzwischen den Link herausgenommen, aber wenn du dann einmal mehr Zeit hast, als nur zum Spammen, dann kannst du ihn ja wieder einbringen. LOL
      Ach ja, Ubuntu ist das absolut beste Betriebssystem das ich kenne. Ich bin ein überzeugter Ubuntu- und Debian-Fan. Zu Windows kann ich inzwischen nichts mehr sagen, da ich es kaum noch kenne, seit dem Windows XP nicht mehr verwende und mich die Entwicklungen von MS daher nicht mehr tangieren.

  2. Ich hatte in letzter Zeit öfters mal überlegt, ob ich Ubuntu nicht mal testen sollte. Gerade wenn man recht neue Hardware hat ist man mit Debian manchmal etwas aufgeschmissen. Aber wenn es wirklich so ist, das Ubuntu sich immer mehr Windows annähert, dann will ich das bestimmt nicht installieren. Debian bietet nämlich nach wie vor alle wichtigen Möglichkeiten, das System so zu gestalten, wie ich es haben will. Beispielsweise verzichte ich gänzlich auf einen grafischen Login. Der Superuser landet auf der VGA-Konsole, der normale User auf dem Gnome-Desktop. Zwar wird bei der Installation von xorg auch nur noch eine fast leere xorg.cong erzeugt. Aber ich habe einfach meine alte xorg.conf ins System kopiert. Das funktioniert. Und zwar schneller als wenn die Hardwaresuche benutzt wird. Schade allerdings, dass man auch bei Debian die Möglichkeit der hardwaregenauen Konfiguration per Installationsskript heraus genommen hat.

    1. Danke für den Kommentar Matthias,
      Ich habe den Titel nicht besonders bedacht gewählt, denn ich halte Ubuntu für das beste OS für Durchschnittsbenutzer am PC (Workstation, Desktop). Nur füri Server (Konsole) ziehe ich BSD und Debian vor. Seit 9.10 habe ich auf keinem Rechnern ein Problem und selbst konfigurieren ist zwar gut und schön, wenn man es kann, aber ich glaube der Durchschnittsmensch will mit dem System sofort produktiv arbeiten, ohne vorher viel einstellen zu müssen. Genau das kann er mit Ubuntu und die Sicherheit und Stabilität leidet auch nicht darunter. Das das Beste kostenlos ist, kann anscheinend keiner glauben, sonst gäbe es nur mehr Ubuntu am PC und Laptop. 😉

  3. Hallo filipo,
    Danke für deinen Kommentar, Ich bin irgendwie erleichtert, dass es anderen auch so geht, obwohl ich dir anderseits natürlich wünschen würde, dass du keine Probleme mit Ubuntu hast und zufrieden damit sein kannst. Aber irgendwie bin ich mir wie ein Nörgler vor gekommen, der zu unrecht Kritik übt. Immerhin zahle ich nichts für die SW und Systeme, die teuer sind, funktionieren sicher auch nicht besser. Haber gerade zwangsweise wieder auf einem PC ein XP installieren sollen und mich stundenlang damit geärgert. Ich sehe aber immer häufiger, dass meine Kritik nicht ganz zu unrecht geübt wird und ich verstehe sie als konstruktiv. Sende auch immer alle Bugberichte ein und wenn irgendwie möglich, leiste ich – je nach Vermögen – auch gerne einen kleinen Beitrag, um Mängel zu beheben. Für mich ist Ubuntu immer noch das beste Linux am Desktop. Habe auch Debian drauf, weil ich auf mehreren Servern immer nur mit Deban arbeite (abgesehen von ein paar Jahren FreeBSD) und Fedora, aber Ubuntu kann auf den meisten PC’s am meisten. Man darf sich halt nicht verleiten lassen, die DAU Standardinstallation zu verwenden, sondern wenn man ein gutes System will, muss man nach wie vor alles selbst in die Hand nehmen. Mit xorg tue ich mir dabei verdammt schwer, aber notfalls backe ich mir sogar einen eigenen Kernel, der auf die jeweilige Hardware optimiert ist. Ich bleibe bei Ubuntu und die DAU’s können es auch großteils ganz gut benutzen. 😉

  4. Ich kann das echt nachvollziehen.
    Seit 1985 habe ich einen Computer. Von C64/Amiga bis PC.
    Und alles mögliche ausprobiert. Sämtliche Linux Distributionen durch.
    Ich verstehe die Entwicklung von Ubuntu.
    Man versucht Linux an den DAU zu bringen. Und dafür muss man wie bei Windows Einbussen in Kauf nehmen.

    Für mich ist Intrepid das beste Ubuntu bisher. Aber nicht das beste Linux.
    Was mich vorallem stört.
    Dass es z.B. nach der Installation auf meinem Notebook alles erkannte und alles lief, jedoch nach dem „nötigen “ ersten Update nicht mehr richtig lief. Wlan war plötzlich weg. Soundkarte machte Probleme. Ohne Update hätte man es besser gelassen. Und da komme ich zum Punkt.

    Es heisst doch so schön: Never change a running system.
    Und genau da ist das Problem.
    Auch Ubuntu hat bewiesen das Änderungen nicht nur Verbesserungen bringen sondern dass danach auch etwas nicht mehr so läuft wie es vorher lief.

    Die Updatenintervalle in Ehren. Aber wenn ich ehrlich bin, dann bete ich jedesmal, daß das System danach noch richtig läuft.

    Und der ständige Neustart des Systems. (Die letzten 4 Tage, jeden Tag) sind ungewohnt.
    War ich doch stolz darauf Linux nicht komlett neu booten zu müssen. Und jetzt beim neuen Ubuntu will der bei jedem Mückenschiss neu booten.

    Ich werde mich jetzt mit Alternativen befassen.
    Linux ist ja zum Glück nicht Ubuntu.

  5. Große Erleichterung ist eingetreten, mit einer „alten“ (erstes Release) Debian 4.0 (zwar 32-Bit, obwohl ich 64 hätte) hat alles bestens funktioniert. Da wird man sogar noch gefragt, ob man das „home“ in eine eigene Partition legen will, alles in eine oder für jedes Verzeichnis eine eigene Partition usw., Wenn man will, braucht man aber auch nur auf „enter“ klopfen, was auch gehen soll. Ohne ein einziges Ruckeln und von anfang an die beste Auflösung, da ich auf der Workstation natürlich eine Grafik, also Gnome wollte. Perfekt und auf diesen PC hat mir Grub auch das hier noch funktionierende Ubuntu 8.10 erkannt. Aber nach den letzten Erfahrungen, werde ich vermutlich komplett, also auch am Desktop, auf Debian umsteigen und bei der 4.0er Version bleiben, solange es Sicherheitsupdates gibt. 😉

  6. @usul Ich sehe den Widerspruch nicht, denn „schnell“ heißt bei mir nicht unbedingt „schlampig“, aber wie man es nimmt.
    Jetzt habe ich gerade den nächsten Schock erlebt. Kleine ISO für Netzinstallation – Debian für Amd64 – Kernel Panik, es lädt nicht einmal den Kernel von der Installations-CD. Langsam werde ich nervös, denn ich habe kein Floppy mehr für eine Startdiskette.

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