Söhne Mannheims: Der Mensch lernt nur, wenn er Scheiße frisst! (neu)

(Last Updated On: 18. März 2014)

Ja, so singen es die Söhne Mannheims und das mit unglaublich montoner, durchgehend gekünstelten Teilnahmslosigkeit in einem Liebeslied, oder was das sein soll. Obwohl, das hat die Welt sicher noch nicht gesehen und auch nicht gehört, es ist nämlich trotzdem die Liebe ach so wunderschön.
Ich will den Text ja nicht wegen der einen Zeile schlecht heißen, egal ob uns die Söhne Mannheims nun statt zur Schule auf’s WC schicken wollen, sondern der gesamte Text vom ersten bis zum letzten Wort ist eine einzige Katastrophe. Ein absolutes Geleier von nichts sagenden Floskeln, die hauptsächlich durch den Zeilenumbruch strukturiert sind und der ist von mir. Ein Lied, mir persönlich kommt es eher wie ein Gejammer vor, wie ich es absolut nicht mag und genau hört es sich so an
Söhne Mannheims – Das hat die welt noch nicht gesehen (Neu)

Ich habe genau zugehört und mitgeschrieben, da es in etwa das seltsamste Geraunze ist, das ich kenne, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und es kann ja sein, dass ich einfach zuwenig kenne. Wenn sogar Höllenqualen egal sind, dann ist das aber auch egal und was habe ich gehört:

Das hat die Welt noch nicht gesehen
Sag mal, hast du das gesehen,
wie sie lachen, wie sie gehen?
Manche Wesen sind so schön.
Innen wie aussen.
Sie verwöhnen
deine Sinne und gewöhnen
dich wieder an Liebe, die du kennst,
zu der du immer wieder rennst.
Diese Liebe ist real,
so real wie Höllenqualen.
Doch Höllenqualen sind egal,
wenn sich die Liebe dir entfacht.

Doch es ist gut wie es ist.
Der Mensch lernt nur, wenn er Scheiße frisst,
sonst reift er nicht.
Er weiß doch nichts.
Ich weiß noch nicht,
wann verstreicht die Frist?

Das hat die Welt noch nicht gesehen.
Trotzdem ist Liebe wunderschön,
ist unsichtbar und trotzdem da.
Freude und Leid das ganze Jahr,
man nimmt das Leben sonst nicht wahr.

Denn mit dem Herz sind wir meist blind.
Wer von uns ist schon wie ein Kind?
Offen für alles wie der Wind,
der doch dem Meer den Regen bringt
Er ist so frei und doch gewillt.

Gib mir einen Koffer für mein Herz,
der ist unendlich viel mehr wert,
wenn du ihn mitnimmst, wenn du gehst,
ihn bei dir trägst von früh bis spät,
ihn dann zurück bringst unversehrt.

Ich lauf des öfteren Gefahr,
zu vergessen wie schön das Leben bisher war.
Mit dir von Anfang an verflochten bis ans Ende meiner
Zeit.
Wir lieben das Leben und sind dafür bereit.

Denn wir alle werfen Schatten auf des Nächsten Licht.
Lass dich nicht zerbrechen und fürchte dich nicht

vor dem, was da kommt,
vor dem, was du fühlst,
vor dem, was du liebst.

Das hat die Welt noch nicht gesehen.
Trotzdem ist Liebe wunderschön,
ist unsichtbar und trotzdem da.
Freude und Leid das ganze Jahr,
man nimmt das Leben sonst nicht wahr.

Denn mit dem Herz sind wir meist blind.
Wer von uns ist schon wie ein Kind?
Offen für alles wie der Wind,
der doch dem Meer den Regen bringt
Er ist so frei und doch gewillt.

love is unseen
love is your dream
but love is no dream
love is so real
even though its unseen

love is the best feeling i ever had
you and me have the cherished love
love keep me warm
love keeps you warm
love is something you have to cherish

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0 Gedanken zu „Söhne Mannheims: Der Mensch lernt nur, wenn er Scheiße frisst! (neu)“

  1. > Der Mensch lernt nur, wenn er Scheiße frisst.
    Übersetzt sich zu „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, falls dir diese Sprache lieber ist.
    Zudem eine Motivation für den, der ganz unten ist, auch darin einen Sinn zu sehen.

    > Freude und Leid das ganze Jahr,
    > man nimmt das Leben sonst nicht wahr.
    Einige renommierte Psychologen behaupten das gleiche, natürlich mit anderen Worten.
    Mit deinem Blog-Eintrag hast du den Lesern einen guten Beitrag zu dieser Art zu leben geleistet
    (egal welcher Meinung sie waren). Mit dem Invers – von ‚Freude und Leid‘ – wird man wohl auch kaum glücklich.

    > Ich lauf des öfteren Gefahr,
    > zu vergessen wie schön das Leben bisher war.
    Wer nicht? Macht es Sinn sich an etwas Schönes zu erinnern?

    1. Danke für den Kommentar jj,
      Es tut mir Leid, aber ich kann leider manchmal sogar mit „richtiger“ modernen Kunst nichts anfangen und schon gar nicht mit total, billigen Floskeln, die zum hundertsten mal aufgewärmt wurden und dann als Publikumsprovokation mit Kitsch und Schmalz gemischt als „neues Lied“ ausgegeben werden.
      Es kann ja sein, dass es lediglich an meinem Unverständnis liegt, aber für mich ist das billigster Müll, der ekelhaft rüber gebracht wurde. Koprophagen mögen dabei mitschunkeln und sich durch Gehörtes weise und getröstet fühlen. Sie sollen sich daran emotional oder seelisch aufbauen, mir graust aber nur wenn ich das höre.
      Die Meinung „renommierte Psychologen“ ist für mich übrigens genau so überflüssig, wie der Song, denn die sollten zuerst einmal definieren, was sie eigentlich studiert haben, die Psycho-logen, bevor ich ihnen zuhören mag.
      Danke trotzdem und liebe Grüße aus Wien, Helmut

      PS: Natürlich macht es meiner Meinung nach Sinn, sich an etwas Schönes zu erinnern und genau deshalb ziehe ich es auch nicht durch die Scheiße und bringe es auch nicht in irgend einer Art damit in Verbindung.

      „Scheiße“ ist eines der beliebtesten Schimpfwörter in einer gewissen sozialen Schicht und genau diese wird durch dieses Lied vermutlich angesprochen. Dagegen ist nichts einzuwenden von meiner Seite her und ich hoffe, dass auch nichts dagegen einzuwenden ist, weil ich es wirklich Scheiße (im Sinne von traurig) finde, wenn jemand öffentlich wieder einmal die Scheiße besingen muss, weil ihm nichts besseres einfällt und damit sogar noch „angesehen, berühmt und reich“ wird oder bleibt. Meine zwei absolut unbeliebtesten Wörter in der Deutschen Sprache sind:
      1.) „Scheiße“ und
      2.) „machen“, damit ist der Satz „Er/sie/es macht Scheiße.“ mein germanistischer Albtraum. Eigentlich ist der Satz so trivial, ekelhaft und niveaulos, dass ich ihm jeglichen semantischen Sinn abspreche und nur mehr als grammatikalisch richtig empfinden kann.

      1. Ok, ich glaube dass ich dich verstanden habe, es geht dir weniger um die reale Aussage der einzelnen Abschnitte als die Komposition und Wort/Sprach-wahl? Die Komposition ist in der tat etwas merkwürdig, das liegt vielleicht auch daran dass der Text vermutlich von mehreren Leuten geschrieben wurde. Die Sprache ist natürlich Geschmackssache, deiner wörtlichen Interpretation kann ich nur einen gewissen Humor und eine Ironie entnehmen aber keine faktischen Gründe, ich persönlich sehe darin aber keine Gefahr für Leben oder die Gesellschaft.

        > Koprophagen mögen dabei mitschunkeln und sich durch Gehörtes weise und getröstet fühlen.
        > Sie sollen sich daran emotional oder seelisch aufbauen
        Da hört man den österreichischen Humor durch, der war schon immer etwas besonderes. Würde
        ich das wörtlich nehmen würde es mich wohl auch nur ekeln, aber das ist ja gerade der Trick mit Metaphern. Erst neulich musste ich feststellen dass es manchmal damit nicht so weit her ist als ich eine entsetzte Reaktion auf den Satz ‚Wird schon schief gehen‘ bekam, wenn auch oberflächlich pessimistisch, war hier das Gegenteil gemeint.

        >Die Meinung “renommierte Psychologen” ist für mich übrigens genau so überflüssig, wie der Song, >denn die sollten zuerst einmal definieren, was sie eigentlich studiert haben, die Psycho-logen, bevor >ich ihnen zuhören mag
        Naja, ich wollte eigentlich keine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Psychologie anstoßen, als mehr sagen dass ein ausgewogenes Auf und Ab im Leben zur seelischen Gesundheit beiträgt und damit der Satz eine positive Bedeutung für uns alle hat, wessen Ziel kann schon das Gegenteil sein.

        > “Scheiße” ist eines der beliebtesten Schimpfwörter in einer gewissen sozialen Schicht
        Ich würde sogar weiter gehen und denke es ist eine Kombination aus sozialer Schicht und einer gewissen Altersgruppe, zum einen kennt sicher jeder die Fäkalsprachphase von Kleinkindern, zum anderen gehören für mich solche Sätze auch zu einer Jugendsprache, deren aktuellen Schlagworte für mich auch kaum zu verstehen sind. Natürlich sind die Zuordnungen nicht jeweils ausschließlich, die Welt ist ohnehin selten Schwarz oder Weiß. Allerdings sollte mich das nicht daran hindern hinter die Fassade blicken zu können, man kann sich, gerade wenn es ums Alter geht, dem auch nicht entziehen.
        Ich verstehe natürlich zu gut dass einem manche Dinge einfach zu Dumm sind. Verpackung hin oder her, die Gesellschaftsrelevanz ist nur schwer zu bestreiten.

        > Eigentlich ist der Satz so trivial, ekelhaft und niveaulos, dass ich ihm jeglichen semantischen Sinn
        > abspreche und nur mehr als grammatikalisch richtig empfinden kann.
        Wie gesagt, bei der Lied-Metapher denken wohl nur Kleinkinder, noch an die ursprüngliche Bedeutung (siehe auch ‚Hals- und Beinbruch‘ u.ä., auf Wikipedia Metapher sind auch interessante Beispiele).

        1. Danke für den ausführlichen Kommentar jj(31).
          Möglicherweise soll das ja auch ein Kinderlied sein, oder glaubst du wirklich, dass bei diesem Titel jemand „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ im Assoziationscortex entsteht. Wie dem auch sei und was jeder (wenn er nicht gerade ein Vietnamveteran und Kriegskampfschwein ist) auch assoziieren mag mit „Scheiße fressen“, ich erinnere mich da an Sir John Carew Eccles (Nobelpreisträger und Physiologe – Achtung, bitte nicht überlesen, ich schrieb „Physiologe“ nicht „Psychologe“, ich zitiere also einen richtigen Wissenschaftler) mit den Worten: „… im sprachlichen Ausdruck, bekommen die Worte immerhin einen gewissen objektiven Status …“.
          Natürlich wollen Minister, dass heute kein Mensch mehr weiß, was Minister im ursprünglichen Sinne bedeutete und so wollen viele Menschen (u.a. auch berufliche GottesanbeterInnen, Glaubensmänner, Psychologen und Kunstproduzenten bzw. Hithersteller oder Songfabrikanten, denn von Künstlern mag ich bei solchen Songs wirklich nicht sprechen) für viele Begriffe, viele Metapher, Verschleierungen, eigene Interpretationen einbringen, um nichts sagen zu müssen, wenn sie die Luft verbrauchen indem sie ihre Stimmbänder damit zum Schwingen bringen.
          Ich mag wie ein Kleinkind denken und zusätzlich keine Ahnung von Kunst haben (ist ja auch nicht mein Job), aber trotzdem tun mir die Menschen leid, wenn sie durch Scheiße fressen lernen und sich so etwas, wie die Söhne Mannheims und ihre Texter antun müssen.
          Da gefällt mir ja tatsächlich „Alle meine Entlein“ noch besser und für „Schwänzchen in die Höh'“. benötige ich keine Metapher, sondern ich beobachte sie tatsächlich, beim „Schwimmen auf dem See“.
          Servus 😉

          PS: Ich verstehe übrigens nicht, was eine „reale Aussage“ ist und wie diese bei einem Liedtext zustande kommen kann, wenn nicht durch die Bedeutung der Wörter und Sätze. Naja, wenn ich mir den Text genauer ansehe – also, handelt es sich hier vielleicht um eine verschlüsselte Prädikatenlogik? Ich hab’s auf verschiedenste Arten versucht, aber da ist einfach nichts! Keine Information, keine Aussage, keine Stimmmung, nichts Reales und schon gar keine Kunst, sondern einfach nur ein paar leere Phrasen, schlecht zusammengestellt und dabei wird die künstlerische Freiheit dazu missbraucht, um die Regeln der Sprachen zu umgehen und Deutsch und Englisch zu mischen, damit es in möglichst vielen jugendlichen Mainstreamohren fucking modern und rührend geil klingen könnte und so direkt den Weg in die Herzen der Fans finden mag, was dann wiederum leicht in bare Münze verwandelt werden kann. Scheiße!

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