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Frühling auf und vor meinem Balkon

KirschblüteLöwenzahn
Meine Lieblinsblumen am Balkon, also die Begonie Elatior in allen 5 Farben, Petunien und in den Kisterln natürlich Hängebelargonien, treiben und beginnen schon zu blühen. Mein Duo-Apfelbaum, Cox Orange und Golden Delicious – auf einem Stamm veredelt, fühlt sich auch wohl und bekommt viele Triebe. Die Marillen-Säule wuchert und auch die 10 verschieden Kräuter zeigen langsam ein Erwachen. Vor dem Balkon die wunderbaren Kirschblüten, die ich jedes Jahr fotografieren muss und eine Wiese, übersät mit Löwenzahn.
Was ich dabei empfinde:
„Ach, ist das Leben doch wunderbar schön. Genießen wir es, wann immer nur möglich. “

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Der Frühling ist da – Urlaub auf Balkonien

20140225_121512Zumindest vorläufig, denn heute werden es bestimmt wieder 25 Grad (das Thermometer hängt im Schatten) werden, wie ich sie schon gestern messen konnte. Vor Tagen habe ich schon die Blumenkisterl mit den Belargonien hinaus gegeben (vermutlich der erste in Wien) und sie haben draußen schon neue Triebe bekommen. Man sieht einen im Foto unten, in der Mitte des Bildes. Natürlich rechne ich damit, dass ich sie eventuell noch ein paar Nächte herein nehmen muss, aber trotzdem ist das ein neuer Rekord. 
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Seit 22. Februar fühlen sich die Belargonien schon recht wohl draußen und ich bin gebräunt, als wäre ich im Solarium gewesen. Ich habe noch bis Anfang März Urlaub und hoffe, dass mich der Wettergott weiterhin verwöhnt, damit sich mein Traumurlaub weiterhin bestätigt. Einen erholsameren Urlaub, als zu hause, auf Balkonien, kann ich mir nämlich kaum vorstellen.

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Bewertung

Vor einigen Jahrzehnten war ich in einer Jugendkrise und fand mir als einzigen naiven Ausweg, die Matura machen zu wollen und Medizin zu studieren. Ich dachte, damit könne ich keine falsche Entscheidung treffen, wenn ich meinen Mitmenschen hilfreich sein werde. Schon nach der Matura zweifelte ich daran und sah ein, dass es nicht nur darauf ankommt, was man macht, sondern auch wie man es macht und vor allem, warum man etwas macht. Bei den Vorbereitungen auf Physio blieb ich aus Interesse bei der faszinierenden Neurophysiologie hängen. Reste aus dieser Zeit, die ohnehin nur mehr aus nostalgischen Gründen im Netz sind, erinnern mich daran. Außerdem wurde mir zu dieser Zeit klar, dass ich das Leid anderer nicht ständig ertragen könnte, ich würde aus Mitleid schnell selbst krank werden und ich bewundere seither die starken Menschen, die damit umgehen können.
Damals waren unter anderem die Gehirnstrukturen und Mechanismen der Bewertung von Information überaus interessant für mich. Ich hatte sogar die Absicht, meine Pläne mittels EDV und später auch mit Internetinhalten und der KI umzusetzen. Keine kurzen Fantasien, sondern wirklich ausführliche Pläne und Modelle. Ich wollte dem Bewertungssystem auf die Spur kommen und es nach programmieren.
Heute kann ich darüber nur noch lächeln, aber ein signifikanter, stetiger Wandel in meinem eigenen Bewertungssystem fällt mir gerade noch auf.
Bis etwa zu meinem dreißigsten Lebensjahr gab es immer wieder „etwas“, das mich so eingenommen hat, dass ich sonst kaum „etwas“ anderes bemerkte. Jetzt kommt mir das vor, als lebte ich im finsteren Mittelalter. Dieses „etwas“, was ich jetzt als am wichtigsten erachte, habe ich damals nicht eimal gesehen.
Genau wegen so einem „etwas“ schreibe ich heute diesen Artikel, denn heute habe ich so „etwas“ wieder gesehen, gerochen, gehört, gefühlt, einfach erlebt.
Die Farben der Natur haben sich an dem ersten, wirklich warmen Tag innerhalb von Stunden um eine Nuance geändert. Ich konnte es riechen und spüren, wie die Bäume, Sträucher und Gräser zum Leben erwachten. Ich fühlte es direkt, kann es leider nicht näher beschreiben, aber es ist „etwas“, was mir heute am wichtigsten war. Auch an diesen Lebewesen, die nicht mit ihrem Leben aus Wasser, Sonnenlicht und Stickstoff für uns die Voraussetzungen für ein Leben schaffen, habe ich es bemerkt. Bei den Vögeln und den in der freien Natur lebenden Tieren war es auffällig und leicht zu erfahren, aber bei den Haustieren und Menschen konnte ich nur eine allgemein bessere Stimmung feststellen. Dabei ist natürlich möglich, dass ich das nur subjektiv so empfunden habe, aber ich glaube, es war keine Einbildung. Auch die Menschen haben es gespürt, obwohl es vielen sicher nicht so aufgefallen ist, bzw. bewusst wurde, weshalb sie heute besser aufgelegt waren, als sonst. Ich kann mir vorstellen, dass es manchen vielleicht einfach nicht wichtig ist, denn vor etwa 20 bis 30 Jahren hätte ich dieses Erwachen der Natur auch nicht so bemerkt und nicht so eindrucksvoll empfunden. Damals war es selbstverstädlich, wenn ich es überhaupt bemerkte.
Heute ist dieses wunderbare Schauspiel der Natur für mich nicht mehr selbstverständlich. Ich erlebe und bewerte es sogar so, dass ich sagen kann: „es ist mein Leben“.

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