Schlagwort-Archive: Berichterstattung

Tele-Gaffer und Tele-Schaulustige sind herzlich willkommen

Ich habe schon oft im TV Moderatoren oder Kommentatoren gehört, die sich über die Schaulustigen mockierten. Gerade sueben bei einem Bericht über gestrandete Wale und dabei dachte ich mir, wieso sollten sich die Leute das nicht ansehen wollen. Die Moderatorin meinte: „haben die nichts besseres zu tun?“ Da gingen ein paar Betroffene aus den umliegenden Dörfern am Strand herum und überlegten vielleicht geade, was wohl an besten zu tun wäre. Was sollten die besseres zu tun haben? Ach ja, sich die Sendung ansehen, stimmt. Was ist daran verwerflich? Sofort war mir klar, dass ich es ja soeben auch gesehen habe und mich nicht dazu aus dem Haus begeben musste.
Das heißt ich bin ein Tele-Gaffer, Tele-Schaulustiger, Tele-Voyeur oder Tele-Spanner und die sind erwünscht und werden umworben. Tele-Schaulustige können sie nicht genug bekommen, denn da bin ich ihrer Meinung dazu ausgesetzt, kann also manipuliert werden und bringe Geld. Je höher die Zuschauer-Quoten um so mehr. Ach, ich hätte natürlich Tele-Zuschauer sagen sollen, um konsequent zu bleiben.

Bildquelle: sanchezn; Wiki-commons; 3. Platz bei Picture of the Year 2013
Bildquelle: sanchezn; Wiki-commons; 3. Platz bei Picture of the Year 2013

Also liebe Leute, überzeugt euch ja nicht selbst, bildet euch keine eigene unvoreingenommene Meinung und verbreitet Gesehenes ja nicht über Twitter, FaceBook oder gar ein eigenes Blog. Die Realität gehört den Journalisten, genau so wie das Tagesgeschehen und besondere Begebenheiten. Ihr sollt auch nicht darüber sprechen, dann das wollen die professionellen für sich vorbehalten haben. Entschuldigung, aber darf ich noch selbst atmen und leben? Selbstverständlich werde ich zukünftig mit geschlossenen Augen durch die Welt gehen und mir dann im TV ansehen, wo ich war, damit ich die echte, einzige, gute, richtige und erwünschte Wahrheit in der objektiven Berichterstattung zwischen der Werbung und diversem Oktroy erfahre.
LG, ihr Ex-Seher und jetzt braver Tele-Schildbürger

PS: Vom Katastrophentourismus halte ich hingegen allerdings auch nicht viel und behindernde Schaulustige sollen vom Platz gewiesen werden. Das sollte gar nicht nötig sein, wenn doch, dann sollte der Platzverweis, aber von Polizei, Rettung oder einem anderen Hilfspersonal erfolgen und nicht von Reportern.

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Kampfhund auf Kind gehetzt oder Österreich auf Menschen los gelassen?

Das ist ein screen shot des Artikels „Irrer hetzt Kampfhund auf Jugendliche“, den jeder ja selbst nachlesen kann, da ich den Link eingebunden habe.

Zitiere nun wörtlich aus dem kostenlosen, umweltfeindlichen, U-Bahn verschmutzenden Exemplar:

Begleitet wurde der Mann von einem kräftigen weißen Bittbull – ohne Leine, ohne Beißkorb.

Daneben ein Interview von Redakteur Carsten Kurtisch mit dem Opfer, dem 14 jährigem Murat, aus dem ich nun wieder wörtlich zitiere:

Mit aller Kraft versuchte ich den 60-Kilo-Hund von meinem Gesicht fernzuhalten. Ich packte den Hund am Hals und drückte so stark ich konnte.

Was auch immer passiert sein mag oder auch nicht, aber auf Wikipedia lese ich „Der Pit Bull ist ein kompakter Hund bis zu 27 kg Gewicht (60 pounds)“. Hat der Autor bei seiner Recherche pound mit kg verwechselt, als sie die Geschichte bastelten, oder handelt es sich um einen Mutanten-Pittbull mit tatsächlich 60 kg? Jedenfalls eine tolle Täterbeschreibung und ein tolles Bild im Onlin-Artikel.
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