Archiv der Kategorie: Beijing 24

Taijiquan: Vorbereitung oder Eröffnung nach links

Yin Yang

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Figur 1) Vorbereitung oder Eröffnung nach links (Yin)
Locker und aufrecht stehen. Die Füße sind V-förmig ausgerichtet und die Fersen dicht aneinander. Der Nacken ist gerade und das Kinn ist leicht zurückgezogen. Den Brustkorb und den Bauch locker lassen, die Hände hängen mit den Handflächen nach innen an der Seite. Man konzentriert sich und blickt nach vorne. Bei der Konzentration soll man weder die Brust herausstrecken noch den Bauch einziehen. Man kann sich vorstellen wie die Anspannung über die Beine und Füße in die Erde fließt. Natürlicher Atmungsrhythmus. Wo die Vorstellungskraft (Geist, Konzentration, Yi) ist, dort ist auch die Lebenskraft (Qi, Ji, Chi) die den Körper bewegt. Das Qi im Zentrum (Dantian) sammeln.
Man kommt bewusst aus der Ruhe in Bewegung. Das Gewicht wird langsam auf die rechte Seite verlagert, die linke Seite wird leicht (Yin, Xu). Die linke Ferse hebt sich. Man stellt sich vor in den Achselhöhlen füllen sich zwei Bälle mit Luft, was die Ellbogen zur Seite etwas öffnet.
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Taijiquan: Die einfache Peitsche

Yin Yang

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Figur: Die einfache Peitsche

Zuerst wieder ein erklärendes Video Single Whip Tai Chi Movement

Zur dieser Figur siehe auch Vorderansicht, Seitenansicht und Zeichnungen.

Ich gehe von der Endposition der Figur „Den Vogel beim Schwanz fassen“ aus und zwar mit dem rechten Bein im Bogenschritt vorne und beide Hände vor dem Körper.
In folgendem Video sehen sie die „einfache Peitsche“ als „Posture 8“:

Das Gewicht wird nach hinten, auf das linke Bein verlagert, dabei eine Drehung der Hüfte nach links, wobei der Oberkörper folgt und das „leere“ rechte Bein twistet nach innen. Während dessen werden die Häde in gleich bleibender Höhe von rechts nach links gezogen, als würden sie über eine Tischplatte gezogen.
Dann in das rechte Bein sinken, dabei bleibt der rechte Arm in der Luft stehen, der linke wird ducht die Drehung zurück (wieder von der Hüfte ausgehend) mitgezogen und in der letzten Phase auch der rechte Arm (eindrehen nach rechts). Nun kommt, wieder durch die nun erneute Drehung nach links der Hüfte der rechte Arm nach vor, wobei die Hand eine Hackenhand (Daumen und Fingerspitzen berühren sich) bilden. Es folgt ein weiter Kreuzschritt mit dem linken Bein nach links aussen.
Die linke Hand folgt in einer Abwehrbewegung nach links oben, wobei der Handfläche zum Körper zeigt.
Die rechte Hand verbleibt in der Position und Haltung vor dem Schritt.
Das Gewicht wird auf das linke Bein verlagert. Der rechte Fuß dreht nach außen und die Arme öffnen sich.

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Taijiquan: Den Vogel am Schwanz fassen

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Yin Yang

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Bei der Figur „Den Vogel am Schwanz fassen“ werden die 4 Grundkräfte des Taijiquan deutlich, nämlich Peng, Lu, Ji und An.
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Bevor ich zu der Figur 7 des vereinfachten Yang Stiles bzw der 3. Figur in der 37er Form komme, eine Anmerkung zu den Grundlagen: Körperhaltung, Gewichtsverlagerung, Drehung, Armbewegung, Handhaltung, Standpositionen und Schreiten. Diesmal zur Drehung.
Die Drehung beginnt im Dantian. Das Zentrum (Bauchnabel) bzw. die Hüfte wird gedreht und der Rumpf (Schultern) folgt der Bewegung. Das volle Bein (belastet, Yang-Qualität) bleibt ruhig und macht die Drehung nicht mit. Das leere Bein (nicht oder wenig belastet, Yin-Qualität) kann wie der Rumpf und die Arme leicht und entspannt der Drehung des Zentrums folgen.
Die Haltung der Knie ist dabei besonders zu beachten. Das Knie darf nicht nach innen kippen und die Außenkante des Fußes darf den Bodenkontakt nicht verlieren. Die Knie bleiben senkrecht über dem Fuß, daher ist es vielleicht besser, anfänglich nicht zu weit zu drehen.

7. Figur: Den Vogel am Schwanz fassen

Eingangs wieder ein erklärendes Video Tai Chi Moves: Grasp Bird’s Tail

Zur Figur 7 siehe auch Vorderansicht, Seitenansicht und Zeichnungen.
.) Peng: abwehren (schwellen) nach rechts
Zu Beginn erfolgt ein Bogenschritt rechts, das Gewicht wird zuerst in die Mitte verlagert, dabei wird der rechte Arm mit einer Kraftwelle gehoben, die Handfläche zeigt zum Körper. Auf die rechte Hand blicken, der Daumen ist etwa in der Höhe des Mundes. Die linken Fingerspitzen berühren das rechte Handgelenk, wobei die Handfläche nach vorne zeigt. Die Unterarme sind halb angewinkelt und die Hände sind etwa 15° rechts von der Mittellinie. Dann erfolgt die Gewichtsverlagerung in den rechten, vorderen Fuß (hinein sinken).
.) Lu: zurückrollen (nach hinten ziehen)
Das Gewicht wird nach hinten verlagert, dabei drückt man sich vom rechten Fuß nach hinten. Die Hüften werden nach hinten geschoben und am Ende 45° nach links gedreht. Den rechten Arm am Ellbogen angewinkelt etwas zurückziehen und die rechte Handfläche etwas nach innen (zum Körper) drehen, so bleibt sie stehen, während der linke Arm zur Seite und nach hinten schwingt und ausholt.
.) Ji: drücken
Die Hüften drehen wieder nach vorne und man sinkt in die Mitte. Dabei kommt der linke Arm (Wurfbewegung) nach vorne und das linke Handgelenk wird auf das rechte Handgelenk gelegt. Die beiden Mittelfinger sollen die Unterarme des jeweiligen anderen Armes berühren. Die angewinkelten Arme werden zur Brust, in der Höhe unter dem Brustbein, gezogen. Das Gewicht ist in der Mitte.
Mit einer Kraftwelle werden die Handgelenke nach oben und vorne gebracht und schließlich sinken man in den rechten, vorderen Fuß hinein.
.) An: stoßen
Sich aus dem vorderen Fuß nach hinten drücken, wobei die linke Hand über die rechte rutscht und dann werden die Hände nach hinten und bogenfürmig auseinander gezogen, als würden sie über einen Ball gezogen werden. Wenn die Hände auf Schulterhöhe kommen (abwinkeln der Arme) und die Ellbogen knapp vor den Rippen ankommen folgt eine Kraftwelle und die Finger steigen, die Ellenbogen entfernen sich etwas von den Rippen und Hände nähern sich einander in einer Dreiecksform. Schließlich sinkt man wieder in den vorderen Fuß.

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Taijiquan 太极拳: Den Affen zurückstoßen

Yin Yang

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Taijiquan im Yang Stil
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Bevor ich zu der Form 6 des vereinfachten Yang Stiles komme einige Anmerkungen zu den Grundlagen:

  • Körperhaltung
  • Gewichtsverlagerung
  • Drehung
  • Armbewegung
  • Handhaltung
  • Standpositionen
  • Schreiten

Diesmal ein paar Anmerkungen zur Gewichtsverlagerung.
Zuerst das Gewicht auf beide Beine in der Grundhaltung gleichmäßig verteilen. Die Aufmerksamkeit auf dass Körperzentrum richten und das Zentrum (Dantian) nach links bewegen, bis das gesamte Gewicht auf dem linken Bein ruht. Das Zentrum führt die Bewegung und der Körper folgt nach. Wenn der Fuß das Gewicht trägt, muss das Knie senkrecht über dem Fuß sein und das Hüftgelenk ist auch in der senkrechten Linie über dem Knie. Das Zentrum wird wagrecht zum boden bewegt. Nach einer Gewichtsverlagerung den Fuß an eine andere Stelle setzten únd hin und her gewichten.

6. Form: Den Affen zurückstoßen oder ein Schritt zurück und beide Arme wirbeln

Eingangs wieder ein erklärendes Video Tai Chi: Step Back & Repulse Monkey Tips

Zur Form 5 siehe auch Vorderansicht, Seitenansicht und Zeichnungen.

Den Oberkörper nach rechts drehen und die rechte Hand mit der Handfläche nach oben am Bauch vorbei, von unten in einem Kreis nach hinten oben bewegen und horizontal heben, der Arm ist dabei leicht angewinkelt. Die linke Handfläche aufwärts drehen. Mit der Drehung des Körpers nach rechts zunächst nach rechts blicken und dann mit dem Blick die Bewegung der rechten Hand verfolgen. Dann den rechten Arm beugen und die rechte Hand vom Ohr vorwärts stoßen, die Handfläche ist dabei nach vorn gerichtet. Den linken Ellbogen krümmen und, die Handfläche nach oben zur Außenseite der linken Rippe zurückziehen.
Das linke Bein gleichzeitig leicht anheben und einen Schritt rückwärts etwas nach links setzen, dabei die Sohle zuerst auf den Boden und dann den ganzen Fuß fest auf den Boden setzen. Das Körpergewicht auf das linke Bein zur Bildung eines rechten hohlen Schritts verlagern. Den rechten Fuß mit der Sohle als Achse zur richtigen Position drehen, wenn sich der Körper wendet. Auf die rechte Hand blicken. Dann den Oberkörper leicht nach links wenden und gleichzeitig die linke Hand nach hinten oben mit der Körperwendung in einem Kreis bewegen und horizontal heben, Handfläche nach oben. Die rechte Handfläche sofort nach oben drehen. Zuerst nach links schauen und dann die Bewegung der linken Hand verfolgen.
Der linke Arm wird nun angewinkelt und die linke Hand vom Ohr vorwärts gestoßen, die Handfläche ist nach vorn gerichtet. Den linken Ellbogen beugen, und die Handfläche nach oben, zur Außenseite der rechten Rippe zurückziehen.
Gleichzeitig das rechte Bein leicht anheben und einen Schritt rückwärts nun leicht nach rechts setzen, dabei wieder die Sohle zuerst und dann erst den ganzen Fuß langsam und fest auf den Boden setzen. Das Körpergewicht auf das rechte Bein zur Bildung eines linken hohlen Schritts verlagern. Den linken Fuß mit der Sohle als Achse zur richtigen Position drehen, wenn sich der Körper wendet. Auf die linke Hand blicken. Dann den Oberkörper leicht nach rechts wenden und gleichzeitig die rechte Hand nach hinten oben mit der Körperwendung in einem Kreis bewegen und horizontal heben, die rechte Handfläche nach oben. Die linke Handfläche sofort nach oben drehen. Zuerst nach rechts und dann nach vorn auf die linke Hand blicken.
Den rechten Arm beugen und die rechte Hand vom Ohr vorwärts stoßen, die Handfläche nach vorn gerichtet. Den linken Ellbogen anwinkeln und, mit der Handfläche nach oben, zur Außenseite der linken Rippe zurückziehen. Gleichzeitig das linke Bein leicht anheben und einen Schritt rückwärts (leicht nach links) tun, dabei die Sohle zuerst und dann den ganzen Fuß langsam und fest auf den Boden setzen. Das Körpergewicht auf das linke Bein zur Bildung eines rechten hohlen Schritts verlagern. Den rechten Fuß mit der Sohle als Achse zur richtigen Position drehen, wenn sich der Körper wendet. Auf die rechte Hand blicken. Anschließend den Oberkörper leicht nach links wenden und gleichzeitig die linke Hand nach hinten, oben mit der Körperwendung in einem Kreis bewegen und horizontal heben, Handfläche nach oben. Die rechte Handfläche sofort nach oben drehen. Zuerst nach links und dann vorwärts auf die rechte Hand schauen.

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Taijiquan 太极拳 – Der vereinfachte Yang Stil mit 24 Formen

Yin Yang

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Als Tai Chi Anfänger möchte ich mir mit diesem und den folgenden Artikeln in der Kategorie Tai Qi Gong das nötige theoretische Wissen, Hintergrundinformationen und vor allem weiterführende Links zurechtlegen. Für jede Figur ist ein Artikel geplant, der etwa folgendes bieten soll: „Eine Beschreibung, Links zu den sehr guten Darstellungen auf Taiji.de, Links zu Erklärungen und Videos von Erle Montaigue und dem China Portal, so wie verschiedene Anmerkungen und mir wichtig erscheinende dazu passende Grundlagen aus diversen Quellen (die immer in der Linksektion angeführt werden) und natürlich ein Video, das die 24 Formen im vereinfachten Yang Stil zeigt.

Die 24 Formen (Übungen):

1. Beginn; Eröffnung nach links
2. Die Mähne des Wildpferdes teilen
3. Der weiße Kranich breitet seine Schwingen aus
4. Das Knie streifen und den Schritt drehen
5. Die Pipa spielen
6. Den Affen zurückstoßen
7. Den Vogel beim Schwanz fassen
8. Den Vogel beim Schwanz fassen – rechts (siehe oben)
9. Die einfache Peitsche
10. Die Wolkenhände
11. Die einfache Peitsche (siehe oben)
12. Dem Pferd einen Klaps geben
13. Kick mit der rechten Ferse
14. Heißer Wind bläst in beide Ohren
15. Drehen und mit der linken Ferse kicken
16. Die gehockte Peitsche – links
17. Die gehockte Peitsche – rechts
18. Am Webstuhl arbeiten – links und rechts
19. Die Nadel vom Meeresboden holen
20. Die Arme wie einen Fächer ausbreiten
21. Drehen, blocken, pariren und zustoßen
22. Hände zurückziehen und stoßen
23. Die Hände kreuzen
24. Schluß
Ursprung und Bedeutung von Taijiquan:
Das {de:Taijiquan|Tàijíquán} (chin. 太极拳 / 太極拳, T’ai-chi-ch’üan), auch T’ai-Chi-Ch’uan oder chinesisches Schattenboxen genannt, ist eine {de:innere Kampfkunst} .
Das Taìjíqúan auch T’ai-Chi-Ch’uan (alte Umschrift), verkürzend Tai Chi oder auch chinesisches Schattenboxen genannt, ist eine Jahrhunderte alte im Kaiserreich China entwickelte innere Kampfkunst. Es verbindet die Aspekte Selbstverteidigung, Gesundheit und Meditation.
Ob der Genaue Urspung nun auf das Dorf Chenjiagou zurückzuführen ist und ob Zhang Sanfeng oder Wang Zongyue der Begrüder war sei dahingestellt. Wang Zongyue schrieb jedenfalls ein Buch über Taijiquan, in dem er die Theorie und die Techniken des Taijiquan systematisch erklärte. Manche Leute sind überzeugt, dass Wang Zongyue, der ein bekannter {de:Wushu} ­Meister war, die Erfahrungen seiner Vorgänger ausgewertet und daraus das Taijiquan entwickelt hat, das er dann in dem Dorf {de:Chenjiagou} einführte.
Das Wort „Taiji“ bedeutet „höchst“, „äußerst“, „absolut“ oder „einzigartig“ und ist im {de:Daoismus} ein Synonym für das allerhöchste Wirkprinzip. Man kann es auch übersetzen mit „Das größte Ganze“ oder die „Allergrößten Gegensätze“ und „Quan“ heißt wörtlich übersetzt „Faust“.
Wushu steht mit der Religion und Philosophie in enger Verbindung, weshalb man annimmt, dass das Taijiquan seinen Ursprung im {de:Wudang} ­Gebirge hatte, einem heiligen Ort des {de:Daoismus} . Taoistische Priester hätten es erfunden, denn Sie waren der Überzeugung,
dass tiefes Atmen, verbunden mit körperlichen Übungen, das Leben verlängern könne, weil es zu
einem reibungslosen Fließen der vitalen Energie innerhalb des Körpers führe. Die Hauptfunktionen
des Taijiquan sind danach die Reinigung der Kanäle für den Fluß der Energie und die Regulierung
des Energieflusses und Blutkreislaufs, um auf diese Weise die Widerstandsfähigkeit gegen
Krankheiten zu erhöhen und das Leben zu verlängern (Erlangung von Unsterblichkeit).

Nun einmal ein Video von YouTube, das die anmutigen Bewegungen gut zeigt:

This video, courtesy of https://taiji.de/, is an exceedingly graceful demonstration of the Yang Simplified 24, the most popular form of Tai Chi after its adoption by the Chinese State Committee of Sports in 1956.

Verbindung zur Philosophie:
Das Taijiquan hatte einen großen Einfluß auf die Wushu Kultur in China und zwar nicht nur wegen des Gesundheitsschutzes und der Verbesserung der Kampfkunstfertigkeit und des Temperaments,
sondern mehr noch durch seine Philosophie, die bei vielen Menschen ein großes Interesse geweckt hatte. Taijiquan wurde gerne und immer häufiger praktiziert und zu studiert.
{de:Yin_und_Yang|Yin und Yang}

Yin und Yang ergänzen und bedingen einander und lösen einander in rhythmischem Wechsel ab, wobei in allem der Himmel für die irdischen Verhältnisse Vorbild ist. Das eine kann nicht ohne das andere existieren. In ihrem Wechselspiel und Zusammenwirken zeigt sich die Weltordnung, zeitlich ebenso wie räumlich. So betrachtet erscheint keines der beiden als wichtiger oder als moralisch überlegen. Allerdings findet man in der daoistischen Philosophie eine deutliche Bevorzugung des Yin, das dadurch faktisch überlegen wirkt; dort wird immer wieder betont, dass das Weiche (Yin) das Harte (Yang) besiegt. Im Konfuzianismus hingegen ist faktisch ein klarer Vorrang des Yang gegeben, was sich in der patriarchalen Grundhaltung der Konfuzianer und ihrer Betonung des Vorrangs des Älteren gegenüber dem Jüngeren äußert.
Ein Beispiel aus dem Taiji:
Frage: Schau einen Stock an – sein eines Ende ist Yin, das andere Yang. Welches ist wichtiger?
Antwort: Der Stock selbst ist wichtig!

Die Gegensätze wie Bewegung und Ruhe, hart und weich, vorwärts und rückwärts, öffnen und schließen, Spannung und Entspannung, Krümmung und Ausdehnung, hoch und niedrig, die im Taijiquan eine wichtige Rolle spielen, sind eine Manifestation der Veränderungen von Yin und Yang. Die Beziehungen zwischen Härte und Weichheit, Stille und Bewegung sowie Yin und Yang sind ein Ausdruck des Prinzips der Einheit der Gegensätze in unterschiedlichen Formen. Es sind zwar Gegensätze, doch sie ergänzen einander und bedingen sich gegenseitig. Wang Zongyue schrieb in seinem Buch Über das Taijiquan, dass das Taijiquan auf den Veränderungen basiert, die aus den Beziehungen zwischen Bewegung und Stille sowie zwischen Yin und Yang resultieren.
Vom {de:Zhou_Dunyi|Wuji} zum Taiji
Das ist die grundlegende Idee und die Quintessenz des Taijiquan.
Zitat aus (2):

„Vom Wuji zum Taiji“. Der Begriff „Wuji“ (pollos) wurde im alten China durch einen Kreis mit leerem Platz im Innern dargestellt. Dieses Symbol steht für das Chaos (oder den urzeitlichen Zustand des Weltalls, bevor sich die Erde vom Himmel und Yin von Yang trennten). Dieses Prinzip, das im Taijiquan verkörpert wird, ist die Faustkampfstellung, in der Geist und Körper zu einer Einheit integriert sind, bevor die Bewegungen beginnen und bevor Yin und Yang sich trennen. Das Taiji­Diagramm ist ein Kreis, doch was die Linien der Bewegung im Taijiquan betrifft, so sind dies meistens flache oder kleine Kreise, große Kreise, Ovale, Halbkreise, Bögen und Spiralen. Die Bewegungen müssen ununterbrochen und fließend ausgeführt werden. Sie werden nur scheinbar unterbrochen und nur scheinbar abgeschlossen. Der Fortbestand der Kreise und Bögen ist das Sinnbild des Wuji. Infolgedessen muß man beim Üben des Taijiquan offenen Geistes sein und sich durch nichts ablenken lassen. Ruhig und leer wie das grenzenlose Weltall muß das Gefühl sein.
„Vom Wuji zum Taiji“ ist die grundlegende Idee und Quintessenz des Taijiquan. Das Taijiquan
erfordert den Einsatz eines Energiestroms, um die körperlichen Bewegungen in Kreisform zu leiten.
Die Kreise umfassen innere und äußere Kreise: (1) Der innere Kreis bezieht sich darauf, dass der Fluß des Energiestroms glatt und natürlich vor sich gehen soll; dabei muß gewährleistet sein, dass es beim Atmen nicht die kleinste Pause gibt; (2) der äußere Kreis bezieht sich auf die Bahn der Kreisbewegung der Gliedmaßen und des Körpers. Die Kreisbewegungen sind das Ergebnis des sorgfältigen Studiums der philosophischen Prinzipien, die von den chinesischen Taijiquan­Meistern der vergangenen Dynastien im Buch der Wandlungen festgehalten sind. Sie sind die Essenz der Praktizierung des Taijiquan.
Die traditionelle chinesische Philosophie betont die harmonische Einheit zwischen Mensch, Natur und Universum. Das Taijiquan hat diesen philosophischen Gedanken absorbiert. In der Ausführung des Taijiquan wird Wert auf die aufrechte Haltung, Entspannung, Leichtigkeit, Bequemlichkeit, Langsamkeit und Weichheit, gelegt. Bezüglich der einzelnen Teile des Körpers ist folgendes zu beachten: Kopf aufrecht halten, Brust einziehen, Rücken gerade strecken, Schultern fallen lassen, Ellbogen nach unten, Bauch und Taille entspannen, Hinterbacken einziehen, Knie entlasten und Füße leicht aufsetzen. Darin drückt sich die harmonische Übereinstimmung zwischen dem Taijiquan und der Natur aus.

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In der Volksrepublik China ist Taijiquan in zumeist stark vereinfachter Form ein Volkssport und in den Parks der Städte sieht man in den Morgenstunden tausende Menschen beim Üben der Bewegungen.

Über den Aspekt von Taijiquan als Kampfkunst hinaus wird Taijiquan häufig als allgemeines System der Bewegungslehre oder als Gymnastik betrachtet, welches einerseits der Gesundheit sehr förderlich ist, andererseits der Persönlichkeitsentwicklung und der Meditation dienen kann. Besonders im Westen tritt der Kampfkunstaspekt häufig hinter diesen Aspekten zurück, da die meisten Lehrer nur eine kurze Ausbildung haben und mit den energetischen, inneren Aspekten selbst nicht vertraut sind.

Im Zentrum des Übens von Taijiquan steht meistens eine so genannte „Form“, eine feste Bewegungssequenz, die unterschiedlich lang sein kann (vergleichbar einer Kata in den japanischen Kampfkünsten).
Die Form wird typischerweise langsam und ruhig ausgeführt, doch kann es hier je nach Stil und Form Unterschiede geben. Die inneren Prozesse, deren äußerer Ausdruck die Formen sind, sind jedoch in allen Schulen gleich.

Eine Form setzt sich aus mehreren Bildern bzw. Einzelbewegungen zusammen. Viele Formen werden deswegen nach der Anzahl ihrer Bilder benannt, so zum Beispiel die 24-Bilder-Form (Pekingform) oder die 48-Bilder-Form. Die längsten Formen haben über 100 Bilder und ihre Ausführung dauert über eine halbe Stunde.

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