Archiv der Kategorie: Nèijiāquán

2. Stunde im Taiji-Qigong Anfängerkurs

Yin Yang

Yin Yang

Notiere mir den ungefähren Ablauf von zwei Übungen, wobei vermutlich nächste Woche eine Korrektur erfolgen wird.
Erste Übung – Meridianübung:
Im lockeren Stand werden bei herab hängenden Armen die Hände zu Fäusten geballt. Dann wird der Reihe nach Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger gebeugt und gestreckt. Je ca. 81 mal, begonnen wird mit dem Daumen dann der nächste Finger usw.
Alle Finger gleichzeitig, dann alle Finger gleichzeitig, wobei die Hände nach hinten, also am Rücken etwa vor den Nieren gehalten werden. Anschließend werden die Hände vor der Leistengegend gehalten und abschließend lässt man beide Arme 16 mal nach vor und dann nach hinten kreisen.
16 mal auf die Zehenspitzen stellen und zurück auf die Ferse fallen lassen, dabei die Hände nach hinten und wieder nach vor schwingen.

Zweite Übung – Entspannung auf vier Bahnen
Vom Scheitel (Bai Hui) bis zu den Fingerspitzen entspannen, seitlich im Gedanken langsam hinunter gehen und Körperteil nach und nach entspannen.
Dann vom Scheitel bis zu den Zehen vorne und schließlich hinten (Rücken).

Dritte Übung – Yun Qi Fa:
Die Atmung soll mit den Bewegungen übereinstimmen, also gleichzeitig anfangen und aufhören.
Nacken
Im Wuji-Stand
.) Kopf 3 mal nach rechts und links drehen (nach rechts – einatmen, nach vor – ausatmen …)
.) 1 mal nach oben schauen und dann nach unten
Oberkörper
Etwas in die Knie sinken und die Hände überkreuzt nach oben steigen lassen – dabei einatmen.
Die Arme zur Seite ausbreiten bis Schulterhöhe und die Handflächen zeigen nach oben – dabei ausatmen.
Dann werden die Hände zu Fäusten geballt und gleichzeitig die Arme gebeugt, so dass die Fäuste knapp an die Ohren gebracht werden – dabei einatmen und etwas in die Knie gehen.
Die Fäuste nach vorne drehen öffnen und währen des Streckens der Arme in einem Halbkreis nach außen geöffnen. Dabei wird ausgeatmet und die Beine gestreckt.
4 Wiederholungen, dann statt die Arme seitlich zu strecken nach oben. Der Himmel wird gestützt, man streckt sich durch und drückt die Handflächen nach vorne oben, wobei die Fingerspitzen zueinander gerichtet sind. Man kommt dabei auf die Zehen bzw. Fußballen und es wird ausgeatmet. Die Hände sinken und kreuzen vor der Brust, gleichzeitig sinkt der Rumpf und man steht wieder auf den ganzen Fußflächen die Knie werden leicht gebeugt und es wird dabei eingeatmet. Das rechte Bein wird belastet und man drückt sich vom Boden weg dabei dreht die linke Hand nach außen und oben der linke Arm wird hoch gestreckt und die Handfläche zeigt nach oben – dabei ausatmen. Dann in die andere Richtung, also das linke Bein belasten und sich vom Boden weg stemmen, dabei geht die rechte Hand nach oben. Schließlich werden beide Hände mit den Handflächen nach unten nach unten gebracht und man kommt wieder in die Grundstellung.

Also ich werde das einmal ein Woche so üben und nächsten Montag korrigiere ich die Übungen. 😉
Nach Tai Chi Verein Shambhala Taijiquan & Qigong bei Nikolaus Deistler.

Weblinks:
Qi Gong und Taiji Forum
Meridiane auf Schule für Tai Chi Chuan (Taijiquan) und Qigong
Alternative Heilmethoden in Kärnten
Taiji-Qigong

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Über die jin-Kraft des Taijiquan

Ein Artikel von Von Ma Hailong, übersetzt von Dr. Lukas Kasenda

Im alltäglichen Chinesisch steht jin für Kraft und Stärke. Als Ausdruck in der Theorie des Taijiquan enthält dieser Begriff jedoch zwei Aspekte, nämlich den des Verständnisses für innere Arbeit und den der Kraft. Diese beiden Aspekte hängen eng miteinander zusammen und können demnach nicht getrennt betrachtet werden. Unter dem Aspekt des Verständnisses für innere Arbeit ist jin als „Verstehen der jin-Kraft (dongjin)“ und „Sammeln der jin-Kraft (xujin)“ zu verstehen. Unter dem Aspekt der Kraft ist jin als peng, lü, ji, an, cai, lie, zhou und kao zu verstehen, den vier Geraden und Diagonalen des bagua. Die Art der Beziehung dieser beiden Aspekte ist Grundlage (ti) und Anwendung (yong). Im folgenden sollen nun einige Beispiele zur jin-Kraft erläutert werden.

1) Verstehen der jin-Kraft (dongjin)

Im „Klassiker des Taijiquan (Taijiquan jing)“ heißt es: „Durch Erlernen und ständiges Üben der Techniken wird man nach und nach das Verstehen der jin-Kraft erlangen. Dem Verständnis der jin-Kraft folgt allmählich die Erleuchtung. Ohne beharrliche Anstrengung kann man aber nicht zur plötzlichen Einsicht gelangen.“ (vgl. Taijiquan-Lilun 2)

Die Fähigkeit des Verstehens der jin-Kraft beschränkt sich nicht nur auf die Hände und Arme ….

Den Originalartikel weiter lesen Über die jin-Kraft des Taijiquan

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Tai Chi Schritte – Gehen wie auf Eis

Ich habe wieder einmal einen Artikel zu „Tai Chi Schritte“ aufgespürt:
Tai Chi Schritte – Gehen wie auf Eis für schöne und gesunde Beine
Tai Chi im Park
Das Tai Chi Bild ist die Vorstellung von alten Menschen in China, die im Park ihre merkwürdigen langsamen Bewegungen tanzen. Ein wichtiger Teil dieser Bewegungen ist die so genannte „innere Arbeit“ im Tai Chi. Für einen sicheren, festen Gang werden nicht nur die Beine bewegt, sondern auch die Vorstellungskraft.
Modernes Laufen = Falsches Laufen?
Laufen bringt man sich selbst bei – oder besser: … weiterlesen auf Tai Chi Schritte – Gehen wie auf Eis
In dem angeführten Artikel findet man auch folgendes, hervorragende Video:
Internal Discipline in Tai Chi Walk
https://www.youtube.com/watch?v=-wbdKSUus3U

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Taijiquan: Den Vogel am Schwanz fassen

Zurück zur Übersicht der Yang Form 24 bzw. zur 37er Form nach Zheng Manqing

Yin Yang

Yin Yang Symbol

Bei der Figur „Den Vogel am Schwanz fassen“ werden die 4 Grundkräfte des Taijiquan deutlich, nämlich Peng, Lu, Ji und An.
Zurück zur Übersicht der Yang Form 24 bzw. zur 37er Form nach Cheng Man Ching
Bevor ich zu der Figur 7 des vereinfachten Yang Stiles bzw der 3. Figur in der 37er Form komme, eine Anmerkung zu den Grundlagen: Körperhaltung, Gewichtsverlagerung, Drehung, Armbewegung, Handhaltung, Standpositionen und Schreiten. Diesmal zur Drehung.
Die Drehung beginnt im Dantian. Das Zentrum (Bauchnabel) bzw. die Hüfte wird gedreht und der Rumpf (Schultern) folgt der Bewegung. Das volle Bein (belastet, Yang-Qualität) bleibt ruhig und macht die Drehung nicht mit. Das leere Bein (nicht oder wenig belastet, Yin-Qualität) kann wie der Rumpf und die Arme leicht und entspannt der Drehung des Zentrums folgen.
Die Haltung der Knie ist dabei besonders zu beachten. Das Knie darf nicht nach innen kippen und die Außenkante des Fußes darf den Bodenkontakt nicht verlieren. Die Knie bleiben senkrecht über dem Fuß, daher ist es vielleicht besser, anfänglich nicht zu weit zu drehen.

7. Figur: Den Vogel am Schwanz fassen

Eingangs wieder ein erklärendes Video Tai Chi Moves: Grasp Bird’s Tail

Zur Figur 7 siehe auch Vorderansicht, Seitenansicht und Zeichnungen.
.) Peng: abwehren (schwellen) nach rechts
Zu Beginn erfolgt ein Bogenschritt rechts, das Gewicht wird zuerst in die Mitte verlagert, dabei wird der rechte Arm mit einer Kraftwelle gehoben, die Handfläche zeigt zum Körper. Auf die rechte Hand blicken, der Daumen ist etwa in der Höhe des Mundes. Die linken Fingerspitzen berühren das rechte Handgelenk, wobei die Handfläche nach vorne zeigt. Die Unterarme sind halb angewinkelt und die Hände sind etwa 15° rechts von der Mittellinie. Dann erfolgt die Gewichtsverlagerung in den rechten, vorderen Fuß (hinein sinken).
.) Lu: zurückrollen (nach hinten ziehen)
Das Gewicht wird nach hinten verlagert, dabei drückt man sich vom rechten Fuß nach hinten. Die Hüften werden nach hinten geschoben und am Ende 45° nach links gedreht. Den rechten Arm am Ellbogen angewinkelt etwas zurückziehen und die rechte Handfläche etwas nach innen (zum Körper) drehen, so bleibt sie stehen, während der linke Arm zur Seite und nach hinten schwingt und ausholt.
.) Ji: drücken
Die Hüften drehen wieder nach vorne und man sinkt in die Mitte. Dabei kommt der linke Arm (Wurfbewegung) nach vorne und das linke Handgelenk wird auf das rechte Handgelenk gelegt. Die beiden Mittelfinger sollen die Unterarme des jeweiligen anderen Armes berühren. Die angewinkelten Arme werden zur Brust, in der Höhe unter dem Brustbein, gezogen. Das Gewicht ist in der Mitte.
Mit einer Kraftwelle werden die Handgelenke nach oben und vorne gebracht und schließlich sinken man in den rechten, vorderen Fuß hinein.
.) An: stoßen
Sich aus dem vorderen Fuß nach hinten drücken, wobei die linke Hand über die rechte rutscht und dann werden die Hände nach hinten und bogenfürmig auseinander gezogen, als würden sie über einen Ball gezogen werden. Wenn die Hände auf Schulterhöhe kommen (abwinkeln der Arme) und die Ellbogen knapp vor den Rippen ankommen folgt eine Kraftwelle und die Finger steigen, die Ellenbogen entfernen sich etwas von den Rippen und Hände nähern sich einander in einer Dreiecksform. Schließlich sinkt man wieder in den vorderen Fuß.

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