Das Blümchen auf der Halde

(Last Updated On: 16. August 2022)

Ich sah ein Blümchen auf der Halde.
Einsam blüht es – traurig anzusehen,
muss es mitten unter Kippen im öden, trockenen Staube steh’n.

Das fällt mir ein, wenn ich auf den Platz vor meinem Fenster sehe, Wiese oder Rasen kann man ja nicht mehr sagen.
Aber es war einmal anders.

Ja, als die Corona-Pandemie ausbrach und im und nach dem ersten Lockdown der Platz in Ruhe gelassen wurde, hatten wir erstmals eine schöne Blumenwiese mit vielen verschiedenen, blühenden Blumen, Schmetterlingen, Bienen und sogar zwei Hasen kamen auf Besuch, vor dem Fenster. Leider blieb es die einzige Ausnahme.
Denn, sonst kommt im Mai oder spätestens Juni die große Truppe, die gründlich dafür sorgt, dass ja kein Grashalm länger als 2 cm wird. Mit ihren schweren, sicher sehr teuren Maschinen, zum Mähen und Vertikalisieren und Schneiden und sorgt dafür, dass wir im Juni, Juli und August eine vertocknete, müllhaldenartige Wüste, verbrannte Erde, Staub und Dreck vor dem Haus haben.
Ja, ein paar Ameisen gibt es noch und ab und zu eine Wespe oder Motte und ein Blümlchen, welches sie anscheinend übersehen haben.
Aber falls sie es entdecken, wird der Trupp schon wieder angefordert werden, um es zu vernichten, denn das blüht ja sogar und könnte eventuell sogar die nächste Hitzewelle überleben, wenn ich es mit meiner Träne gieße.

Gut gemacht, eine tolle Verwendung der Energie, Ressourcen und Betriebskosten. Leute, Ihr könnt echt stolz sein auf Euch!

Natürlich wandte ich mich vor Jahren schon an die zuständige Stelle und schickte denen sogar ein kurzes Video. Das zeigte wie man mit riesigen Rasenmähern einen fiktiven Rasen mähte und dabei nur Staub und Dreck aufwirbelte, weil ja gar kein Rasen da war. Ich bekam keine Antwort.

Ort des Geschehens ist übrigens nicht etwa Schilda, nein es ist mein Wien. Wien ist eben ein bisschen anders. 🙁

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