Zum PISA- und Schulreform-Desaster; mit Umfrage

(Last Updated On: 11. April 2014)

Unsere Politiker und die Verantwortlichen können nicht lesen, schreiben und rechnen, sie sind es eigentlich, die im internationalen Vergleich an vorletzter Stelle stehen, also sie haben diese Leistung vollbracht und nicht unsere Schüler, sprach helmeloh!

Quelle: Wilhelm Busch
Quelle: Wilhelm Busch

Medien, die mit Schlagzeilen den Migranten und Familien die Schuld zuweisen wollen, oder mit Titeln, wie „unsere Schüler können nicht lesen und schreiben“ Geld machen wollen, statt darüber Bericht zu erstatten, wie und weshalb unser Unterrichtsministerium und unser Schul- und Bildungsystem versagt hat, sollten boykottiert werden. Leute, kauft euch diesen Schund nicht und lest ihn nicht einmal, wenn er euch geschenkt und aufgedrängt wird! Lasst euch doch nicht verblöden und geistig vergiften.
Auf PISA: Österreichs Schüler können nicht mehr gut lachen habe ich mich natürlich nur mit zynischem Blabla verbal abreagiert, weil ich es einfach unvernünftig, unmenschlich, weder christlich noch sozial, sondern schlicht und einfach dumm finde, wenn eine Studie wichtiger sein darf, als die Schüler und die eigentliche Verpflichtung des Schul- und Unterrichtswesens. Da werden Schuldzuweisungen getätigt, Migranten als Argument angeführt und das alles, um den Schülern öffentlich vor Augen zu führen, sie wären Versager.

Die Verantwortlichen tragen die Verantwortung, das ist vielleicht das einzige wofür sie Steuergelder verbrauchen. Doch sollen sie dafür bezahlt werden, dass noch einen stärkerer, sinnloser Druck auf unsere Schüler ausgeübt wird, oder sollen sie endlich dafür Sorge tragen, dass der Bildungsauftrag erfüllt wird? Dazu braucht man nicht unbedingt eine PISA-Studie und auch keine Schulreform, wo man/frau die Devise hat, Schulreformen und Gesamtschulen umsetzen, umsetzen, umsetzen (so stehts auf APA (OTS), denn dreimal hintereinander „umsetzen“ bedeutet anscheinend etwas anderes als „umsetzen“. Emotionaler Schwachsinn, statt professionelle Arbeit, denke ich mir dazu, wenn ich das lese.

Wie wäre es mit einem besseren Lehrplan, besserer Ausbildung der Lehrer, bessere Nutzung moderner Technologien und OpenSource und Linux an Schulen statt teuren MS-Produkten, usw.?

Wird in der PISA-Studie, die meiner Meinung nach zwar völlig überbewertet wird, festgestellt, wie gut unsere Schüler in Religion sind? Nein, ich glaube nicht, also wozu unterrichtet man dann so ein Fach, noch dazu für verschiedene Religionen? Religion ist Privatangelegenheit und hat an Schulen nichts verloren und sollte durch Informatik, Kommunikationslehre oder „wie lerne ich lernen“ ersetzt werden. In vielen Fächern ist das Unterrichtsmaterial schlimmer als ein Tschinbumm-Roman. Welches Lehrbuch wird für Deutsch verwendet? Werden die neuersten Erkenntnisse der Pädagogische Psychologie umgesetzt? Haben die Schüler einen computerunterstützten Arbeitsplatz oder arbeitet man mit vorsinnflutlichen Mitteln und dann warten wir auf ein Wunder, weil wir ja im Religionsuntrricht unterrichtet haben, dass es sie gibt?

Das schlimmste an der ganzen Angelegenheit ist jedoch, dass für die ganzen Fehlleistungen der Verantwortlichen nun die Unschuldigen, also die Schüler büßen müssen. Eine Studie über die Umsetzung des Bildungsauftrages wäre gefragt. Diese soll auf die Leistung der Politiker und des Schulsystems hinweisen, aber nicht auf die des Schülers, denn dafür haben wir an unseren Schulen bereits ein Beurteilungssystem, sappalot. Der Schüler kann doch nicht besser sein, als der Lehrer. Der Lehrer kann nicht besser sein, als sein Auftrag und die Umsetzung ist abhängig von den zur Verfügung gestellten Mitteln!

Also, umsetzten, umsetzen, umsetzen wäre schon gut, aber einmal reicht und bitte nicht wieder das Falsche!

Ich denke wir brauchen keine Studie, deren Ergebnis als weitere Beurteilung der Schüler verkauft wird. Die Schüler werden bereits beurteilt und man sollte sich lieber da einmal klar werden, ob mit Noten oder verbal. Aber das fällt dann ja schon wieder unter Arbeitsweise des Unterrichtssystem und Schulpolitik und da braucht man keine Sudien und keine Bewertungen und keine Beurteilungen, da genügen Wahlversprechen.
Man kann ein System ausquetschen bis es kaputt geht, um bessere Ergebnisse zu erlangen, oder man kann das System verbessern. Meiner Meinung nach aber sicher nicht mit einer PISA-Studie.
Will man bessere Ergebnisse durch ein verbessertes System erreichen, dann darf das Augenmerk nicht immer nur auf die Ergebnisse gelenkt werden, sondern man muss untersuchen, wie sie zustande kommen.

Wir bräuchten eine Studie, die uns sagt:
.) welches Wissen wir in Zukunft benötigen
.) mit welchen Methoden und Mitteln wir dieses Wissen den Schülern am effizientesten vermitteln können
.) wie gut diejenigen, die diesen Bildungsauftrag bekommen, arbeiten.

Oder wir können weiterhin ein marodes System ausquetschen wollen und die Schüler mit noch mehr sinnlosen Beurteilungen und Belastungen sekkieren und uns mit Wahlversprechen, deren Umsetzung wir dann nicht überprüfen können abfinden.

Umfrage zu „soll überhaupt teilgenommen werden und sollen die Ergebnisse nur vertraulich intern benutzt werden“:

Sollen PISA-Ergebnisse veröffentlicht werden und wollen wir eine Teilnahme? (2)

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4 Gedanken zu „Zum PISA- und Schulreform-Desaster; mit Umfrage“

  1. Ich versteh nicht, wie gebildete Menschen so auf „lesen“ aus der Vergangenheit festhalten und verbohrt und dümmlich darauf bestehen, dass veraltetes Lesen von antiken Büchern in einer Sprache, die ohnehin am aussterben ist (und im Alltag und Beruf immer weniger Rolle spielt), genau so wichtig ist, wie in der Zeit, vor den aktuellen Kommunikationsmittel. Warum kapieren diese geistig uralten Möchtegernintellekuellen nicht endlich, dass es heute wichtiger ist, dass man mit der modrenen Technologie fertig wird.
    Mit 5 Jahren ein Handy und einen PC bedienen zu können und trotzdem alte Märchen lesen zu müssen, wie vor hundert Jahren, kann einfach nicht gut gehen. Die Kinder und Jugendlichen werden von diesen dummen Menschen, die aber leider die Verantwortung tragen und das Sagen haben überfordert und völlig falsch erzogen.
    Die Damen und Herren, die zwar eine wunderbare Diktion vorweisen können und statt „Eltern die nicht lesen können“ sagen sie zum Beispiel, „Eltern die selbst nicht mit Büchern sozialisiert wurden“, wissen einfach nicht, dass Bücher höchstends dazu gut sind, im Regal zu verstauben, oder damit man sich ab und zu einen nostalgischen Luxus leisten kann.
    Heute muss man anders lesen und schreiben können, als vor zig Jahren, doch diese Dummies begreifen das einfach nicht, weil sie sich leider nur selbst als Maßstab aller Dinge vorstellen können. LAMO die schnallen wirklich gar nichts und das frustet natürlich jeden. cu

    Natürlich sind Märchen, wenn darin nicht gerade Menschen gefressen werden (Hänsel und Gretel ….) ganz niedlich und können eine wunderbare Bereicherung darstellen. Aber lesen und schreiben hat spätestens seit der xten Neichn deitschn Rechtsschreibung, oda kurz N(n).d.R.w.m.s. einfach einen ganz anderen Stellenwert, als die Damen und Herren im Unterrichtswesen annehmen.
    Siehe dazu auch PISA: Österreichs Schüler können nicht mehr gut lachen
    Ich glaube, dass das Lesen und Schreiben, also dieser antiquirte Schaß einfach nur jeden frusten kann, wenn er so bewertet und unterrichtet wird, wie es eben heute der Fall ist. FTH warum nimmt man keine Programmiersprache, um lesen und schreiben zu lehren und warum akzeptiert man die aktuelle Sprache des Lebens in den Schulen einfach nicht. Goethe und Shakespeare kann man sich ja später reinziehen, wenn man Lust auf Kunst und Kultur hat, aber die Maschinen werde ich damit nicht bedienen und verstehen können und das, meine Damen und Herren, ist heute lebenswichtig, ob ihr es glaubt oder nicht. Ist schon klar, ihr werdet es nicht begreifen, aber die nächste Generation vielleicht. Die pfeift dann auf Schulschrift und den ganzen sinnlosen Blödsinn und Schnickschnack, ihr werdet es sehen.

    Ich liebte Sagen und Märchen, aber wer heute damit daher kommt, statt mit Anleitungen zu Nintendo, x-box oder was weiß ich, was jetzt bei den Kids gefragt ist, und das ganze dann auch noch völlig falsch bewertet, also nicht als Märchenstunde sieht, der verkennt die Bedürfnisse und Erfordernisse der Zukunft total. Diese Wichtigtuer schaden damit der Gesellschaft nur – sie sollten dringend ein Moratorium einlegen und dann den ganzen Müll (lesen, schreiben von alten unbrauchbaren Texten, genau so, wie es der jeweilige Lehrer gerade für richtig hält; Religion, usw.) endlich über Bord werfen, damit die Kinder wieder eine Kindheit und Freizeit bekommen, in der sie spielen und Kind sein können, sappalott nd fuck the hell, sprach helmeloh!

    Natürlich möchten diese alten Knacker und Hutblumen (Personen über etwa 30 Jahre; ich bin 53) mit entscheidungstragenden Positionen, dass dieser alte Schmarrn, den sie selbst gelernt haben immer noch aktuell und wichtig ist, sorry – das ist er aber nícht und wir brauchen ihn auch nicht! Bitte zwingt es den Kindern also nicht auf und macht was ich oben gesagt habe, eine lange Pause zum Nachdenken, was ihr alles aus dem Lehrplan entsorgen könnt. Kinder sollten spielen und Kinder sein dürfen.

  2. Pingback: Die Deppat’n und die Gspritzt’n
  3. Genau so etwas, wie die erste Reaktion Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) habe ich befürchtet, aber auch erwartet, denn ich halte die derzeitige Politik wirklich für pervers im engsten Sinne des Wortes. Wien kündigt umfassende Lesetests an:

    Neue Testkultur“ notwendig

    „Wir wollen erstens noch detaillierter erfahren, wo unsere Kinder und Jugendlichen in punkto Lesekompetenz stehen, und überdies mittels solcher zukünftig regelmäßig stattfindender Testungen zu einer neuen Testkultur beitragen“, betonte Brandsteidl.

    eine nue Testkultur, noch mehr Tests (natürlich der Schüler, nicht der Lehrer, nicht der Methoden, nicht der Lehrinhalte, nicht der Lehrmaterialen, nicht der Bedinungen in den Schulen, nicht der Ausrüstung, nicht des Lehrplans, nicht der Verantwortlichen (vom Direktor über den Inspektor bis zum Abgeordneten und Minister), sonder der Schüler wird noch mehr unter druck gesetzt und statt ihnen etwas zu lehren, werden sie noch mehr getestet. Genau so macht man ein System völlig kaputt. Siehe auch Wien kündigt umfassende Lesetests an, es ist wie vieles andere auch in letzter Zeit schlicht und einfach pervers. Zuerst umsetzen, umsetzen, umsetzen und jetzt testen, testen, testen und zwar die Schüler.
    Noch ein Link zu einer etwas differenzierteren Ansicht (da hat jemand nicht nur kopiert, sondern einmal selbst nachgedacht) Bühne frei für den PISA-Schock Acht Thesen, an das Schultor genagelt

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