Krieau Spaziergang – Bildhauergebäude, Moswitzer

Bei einem Spaziergang fielen mir die Bildhauergebäude des Bundes in der Meiereistraße 3 auf, obwohl Thomas Wolkinger vom Falter auf Das wilde Werk schreibt :

Es ist einer dieser Orte, die man, hat man sie nicht gezielt aufgesucht, überhaupt nicht wahrnehmen würde. Er ist in keinem Stadtplan verzeichnet und in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, obwohl er eigentlich seit gut 130 Jahren ein öffentlicher Ort ist. Auch wer – von der Prater Hauptallee kommend oder von der Endstation der U2 – die zum Spazierengehen wenig einladende und anlässlich der Fußball-Europameisterschaft geradezu unziemlich ausgebaute Meiereistraße entlangspaziert, wird den Blick automatisch eher auf das dominante Ernst-Happel-Stadion richten als auf den unscheinbaren Park auf der anderen Straßenseite….

Die versteckten Kunstwerke, die in der Anlage einen etwas verwilderten und verkommenen Eindruck auf mich machten erweckten gerade dadurch meine Aufmerksamkeit und mit Google wurde ich fündig. Neben einigen Artikeln und der Webseite des Künstlers kann ich auf Google Maps sogar die Kunstwerke wieder erkennen, die nicht gerade gepflegt wirken. Ehrlich gesagt dachte ich sogar, dass Leute hier ihr Gerümpel entsorgen, was nichts zu bedeuten hat, denn von moderner Kunst verstehe ich leider – meine eigene Kunst, der Dadaichmuss ist natürlich ausgenommen – so gut wie gar nichts. Trotzdem erinnert mich SCHROTTER’S TAGEBUCH auf Gerhardt Moswitzer an meine Wortpermutationen und ähnliche Digitalkunstwerke habe ich auch schon angefertigt. Webdesign wie auf moswitzer.at halte ich nervlich allerdings nicht durch, weshalb ich mir die übrigen Werke, wie Zoo und The Machine leider nicht genauer ansehen kann.

Mit „größerer Kartenansicht“ und „+“ können sie das Anwesen auf der Karte finden.

Geht man ein Stück weiter entlang der Trabrennbahn findet sich noch ein interessantes Gebäunde, das ich mir als „Restaurant Graf Hunyady“ merkte, das aber leider schon geschlossen sein soll.

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活 huó – Lebendigkeit im Taijiquan und Tanz

Über Jin und Peng habe ich hier ja schon öfter nachgedacht, aber die Videos auf Youtube, die man zu Yang Style Taijiquan findet, haben für mich fast alle eine schreckliche Gemeinsamkeit. Die Darsteller wirken oft leblos, ferngesteuert, teilnahmslos und wie Maschinen. Es gibt natürlich Ausnahmen, z.B. die Videos, die mich zu Taijiquan gebracht haben. Zu diesen Darstellungen bin ich hier ja auch schon einige male ins Schwärmen geraten, weil ich die Bewegungsabfolgen so unglaublich ausdrucksstark, harmonisch und ästhetisch finde und gleichzeitig sehe ich eine gewisse Lebendigkeit der Teilnehmer, obwohl der Blick meist nur in die Ferne gerichtet ist, oder nur ein sehr unauffälliger Wechsel zwischen Nah- und Fernakkommodation zu bemerken ist. Diesen Darbietungen sehe ich heute aber schon an, dass die Darstellerinnen vermutlich Wushu-Erfahrung haben.
Diese ferngesteuerten, leblosen, automatenhaften und teilnahmslos wirkenden Bewegungsabläufe (Formen) müssen aber auch im Yang Stil nicht sein, wie man bei alten Meistern sieht.
活 huó „Leben, Lebendigkeit, beweglich, flexibel, im Prinzip bleiben, agil, durcheinander bringen“ soll nach Jan Silberstorff, in „Shisanshi – Die 13 Grundtechniken des Taijiquan“ eine Grundtechnik sein. Er spricht von den vier grundlegenden Techniken Peng, Lu, Ji und An und Cai, Lie, Zhou, Kao, Teng, Shan, Zhe, Kong und Huo.
Dazu möchte ich eine lustige Einlage aus einem Forum zitieren Jin Arten :
„a) Tiere, die dem Kaiser gehören,
b) einbalsamierte Tiere,
c) gezähmte,
d) Milchschweine,
e) Sirenen,
f) Fabeltiere,
g) herrenlose Hunde,
h) in diese Gruppierung gehörige,
i) die sich wie Tolle gebärden,
k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind,
l) und so weiter,
m) die den Wasserkrug zerbrochen haben,
n) die von weitem wie Fliegen aussehen“
wirklich fantasievoll 😉
Im Posting davor findet man einen Hinweis auf die 13 Techniken in „Schiebende Hände von J. S.“ – das mir recht nützlich war – und die Einteilung:
„-Kraft des ableitenden Rades
-Kraft aus dem Brechen einer Radspeiche
-Spiralkraft
-Explosivkraft“.

Zurück zum Thema, mir fällt das leider sehr unangenehm auf, dass fast alle Darstellungen von Yang Stil Formen ein starkes Huo-Defizit zu verzeichnen haben, abgesehen meiner geliebten Damen, denen ich Wushu-Erfahrung unterstelle und einiger alten Meister wie CMC. Der ist das beste Beispiel von herrlich erfrischender Lebendigkeit. Selbst im hohen Alter sieht seine Form komplett anders aus und man beobachte doch einfach einmal den Gesichtsausdruck und die Augen während der Form. Der Gesamteidruck vermittelt mir Agilität, Beweglichkeit, Lebendigkeit und nicht starre, ferngesteuerte, leblose Teilnahmslosigkeit wie auf den meisten neuen Videos. Von den zahllosen negativen Beispielen will ich hier keines einbinden, aber eines meiner Lieblingsvideos die Beweisen, dass huó nicht nur eine chenspezifische Grundeigenschaft (Kraft, Technik) im Taijiquan sein muss.

Naja, wenn ich mir so manche Yang Stile Darbietungen ansehe, dann könnte man diese vielleicht nur noch in diese Richtung weiter entwickeln:

Weblinks:
Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden

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