Waste Watcher unterwegs

ist heute wieder ein Thema in Radio Wien, siehe auch „Waste Watcher“ unterwegs. Wie es der Zufall will, habe ich heute gleich bei meiner ersten Runde mit meinem kleinen Wauwau Bekanntschaft mit einer freundlichen Dame der Waste Watcher gemacht.
Ich habe mich zwar hier schon mit einigen Artikeln über die Aktion „Sackerl fürs Gackerl“ ablehnend geäußert, weil ich es nicht sehr klug finde natürlichen Dünger in ein Plastiksackerl zu stecken, aber allmählich ändert sich meine Meinung, weil ich einsehe, dass es einfach erforderlich ist. Es ist wirklich unglaublich, wie rücksichtslos manche Menschen sind. Der Mist wird achtlos weggeworfen, der Hund macht auf den Gehweg, der Christbaum wird aus dem Fenster geworfen usw….
Selbst auf den Wiesen bin ich inzwischen dafür, dass die Hundebesitzer den Kot entfernen müssen, denn die beliebtesten Plätze sind ein einziger Misthaufen und der ist meist direkt neben den Gehwegen, um sich ein paar Schritte zu einem Gebüsch zu ersparen. Auch wenn man sich einen Weg durch die Häufchen findet und dabei einen perfekten Wiesenslalom hinlegt, so kann man sich dem Gestank kaum entziehen. Wie gesagt, ich habe meine Meinung geändert und benutze auch gleich die kleine orange Tasche der MA 48, die ich von der Dame bekam, um sie mit Sackerl bestückt an die Hundeleine hängen zu können. Ich bedanke mich dafür, denn sie ist nützlich.
Den tragbaren Aschenbecher werde ich mir aber ersparen, denn ich bin schon so gut wie Nichtraucher, dank der Intensivierung meiner Qigong- und Taijiquan-Übungen.

Weblinks:
Waste Watcher
Achtung Müllkontrolle: Wien schickt „Waste Watcher“ los
Angelobung 90 neuer WasteWatcher bei MA 48 und MA 42

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Noch ein paar Worte zu „Es gibt keine Geheimnisse“

Ich möchte meinen ersten Artikel zu dem Buch von Wolfe Lowenthal ergänzen, denn inzwischen finde ich es sehr hilfreich für Taijiquan Schüler. Beim ersten mal habe ich das Buch zu oberflächlich überflogen, aber nun habe ich mir Zeit genommen und genüsslich, langsam das ganze Buch gelesen. Ich fand viele interessant Details über Cheng Manching und es ist erstaunlich, wie oft ich Situationen beschrieben fand, die genau auf meine Entwicklung zutreffen.
Wie soll man mit Armen, die weich wie gekochte Spagetti sind stoßen? Wie stoßen ohne zu stoßen? Die einfachen und ausführlichen Beschreibungen geben mir neuen Mut und ich bin froh zu lesen, dass es nicht nur mir so geht, dass man glaubt immer verspannter und steifer zu werden, nur weil man zu spüren lernt in welchem Zustand sich der Körper befindet.
Die Auszüge über eine Vorlesung von Cheng Manching über einige daoistische Prinzipien fand ich auch besonders gut. Alles in allem also wirklich empfehlenswert für Taiji-Anfänger, also für Übende, die sich noch nicht viele Jahrzehnte lang mit TCC beschäftigen.

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Soziale Medien – Parlamentarische durch direkte Demokratie ersetzen

Ich hörte soeben den Satz des Jahrzehnts für mich im Radio. Bürgermeister Häupl meinte in einem Interview, dass man in Zukunft parlamentarische Demokratie durch Elemente der direkten Demokratie ersetzen müsse und u.a. ist vorstellbar, dass künftig öfter Volksbefragungen durchgeführt werden.
Wird mein Traum wahr? Vor Jahren wurde ich mit meinen Artikel über direkte, unmittelbare Demokratie, die durch moderne Kommunikations-Technologie unterstützt wird, nur als Fantast und Träumer abgewimmelt. In Foren, Newsgroups bemitleidet und auch angegriffen, wegen meiner „Fantasien“ von unmittelbaren Demokratie. Heute spricht der Wiener Bürgermeister davon im Radio.
Hoch die direkte Demokratie, Demokratie 2.0 und Politik 2.0!
Diese Entwicklung fasziniert mich und unter diesen Umständen könnte ich mich sogar für Politik begeistern. Man stelle sich vor, erstmals in der Geschichte der Menschheit eine echte Demokratie, denn zu Zeiten Perikles hatte man ja wohl noch das Problem, wer als Bürger zu betrachten sei. Ich mag die Bezeichnung Web 2.0 nicht besonders, weil die alpha, beta und 1.x Stadien übersprungen wurden, aber ich glaube deutlich einen sehr erfreulichen Einfluss der sogenannten sozialen Medien, Netzgemeinschaften, Portalen und Netzwerken, wo die Benutzer bestimmen und bewerten auf das politische Geschehen zu erkennen.
Es komme die direkte Demokratie, Demokratie 2.0 und Politik 2.0!

Übrigens führte kurz davor ein Anführer einer kleinen Partei die geringe Beteiligung auf die Nona-Fragen zurück, die Wien nicht beträfen. Erstens ist das inhaltlich völlig aus der Luft gegriffen und zweitens sprachlich schwer zu verstehen, denn unter „Nona“ kann ich mir nur den neunten Teil von irgend etwas vorstellen, also von lateinisch nonus, novem abgeleitet, oder meinte er etwa, dass bei der Abstimmung Nona, eine der drei Schicksalsgöttinnen (Parzen) befragt wurde?

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Kurzer Gedanke zur Wiener Bürgerbefragung

Die Beteiligung ließ zu wünschen übrig, aber die Bürger sind eben nicht gewohnt, dass sie gefragt werden und wenn ich mir die Meinungen der etablierten Parteien anhöre, werde ich vielleicht in meinen alten Tagen doch noch Partei ergreifen, denn die Überheblichkeit mancher Politiker ist bereits unerträglich unverschämt.
Die Grünen meinen wir wären zu dumm, um einen Manipulationsversuch zu erkennen und man müsse uns vor einer eigenen Meinung schützen, denn nur sie wären klug genug, um uns diktieren zu können, was eine freie und richtige Meinung ist. Sie haben offensichtlich Angst ihren Posten zu verlieren, wenn die Bürger dazu ermächtigt werden, direkt unmittelbar ihre Stimme zu verwenden. Auf der Startseite von „Die Grünen“ lese ich aber nichts zu diesem Thema, die Nummer eins ist „totales Rauchverbot“. Das erinnert mich an mein ‚“Wollt ihr das totale Rauchverbot?“ und an den Geschichtsunterricht.
Die FPÖ meint, die Stimme und Meinung des Bürgers ist nichts wert, das sei zu teuer! Man soll das Geld lieber für die Parteien, Abgeordneten und Funktionäre verwenden, denn sie wissen besser was wir wollen. Auf FPÖ finde ich aber auch nichts dazu, sondern da geht es um Genitalverstümmelung usw. Oder war das etwa auf der Frageliste und ist ein aktuelles Thema der Bürger in der Bundeshauptstadt?
Der ÖVP scheint es in ihrem Leitartikel wichtig, dass die Hypo unbedingt zu retten war. Klar, denn wie sollte man sonst in Zukunft die Steuergelder anlegen?
Zitat aus dem Interview „Josef Pröll spricht im Interview mit der Kleinen Zeitung“:

Bezüglich der Banken betont Pröll, dass bei der Hypo die richtige Antwort gegeben wurde. Sie war unbedingt zu retten: „Jetzt muss der Schaden für den österreichischen Steuerzahler, der in der Hypo und von der Kärntner Politik angerichtet wurde, absolut minimiert werden.“ Ditz soll schnell einen Vorstand bestimmen, der eine klare Zukunftsstrategie für die Hypo Alpe Adria vorlegen muss. Der Vorstand …

Der SPÖ scheint die Befragung auch nicht wirklich wichtig gewesen zu sein, aber immerhin findet man auf der Startseite einen winzigen Eintrag unter „Aus den Ländern“, die auf Erste Volksbefragung in Wien seit 19 Jahren! verweist.
Die KPÖ wollte ich noch erwähnen, für die ist die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko zur Zeit am wichtigsten. Ein wunderschönes Bild (man beachte bitte, dass „wunderschön“ ein Attribut zu Bild ist) der blonden Dame mit geflochtenem, heiligenschein-artigen Kranzerlzopf und ein Kurzzitat verweist auf Eine Farce und nimmt die obere Hälfte der Startseite der KPÖ-Homepage ein. Liebe WienerInnen, ist das nicht ausgesprochen volksnah?
Ich habe in dem parteipolitischen Sumpf kein Lichtlein mehr gesehen, seit die Grünen ins Parlament eingezogen sind, aber vielleicht habe ich seit dieser letzten, herben Enttäuschung auch nicht mehr danach Ausschau gehalten.
Die SPÖ scheint jedenfalls moderne Mittel für die Demokratie einsetzen zu wollen, sie hat keine Angst vor der Meinung des Bürgers und sie verwendet sogar Geld dafür, dass die Stimme und Meinung des Bürger direkt Einfluss auf das Geschehen nehmen kann. Das erscheint mir interessant und lobenswert, auch wenn einige Parteien Angst davor haben, den Bürger für dumm erklären wollen und meinen, dass die direkte, unmittelbare Demokratie den Aufwand nicht wert sei, siehe Was Sie über die SPÖ-Volksbefragung wissen sollten…. Meine Frage dazu: „Wollen wir mit Handschlagqualität in Steinzeitmanier von Bürger zu Bürger hausieren gehen und mit jedem direkt und unmittelbar eine Grätzelplauderei halten?“

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Pack die Schlittschuhe ein, wir fahren nach Berlin!

Ich habe mir überlegt, ob ich dieses Wochenende nach Berlin eislaufen fahren soll, weil ich hörte, dass sie im Rahmen der Berlinale vom 11. bis zum 21. Februar die ganze Stadt in einen Eislaufplatz verwandelt haben. Ich kann leider nichts dazu „ergoogeln“ und frage mich, ob es am Flughafen und an den Bahnhöfen überhaupt Eislaufschuhe zum borgen gibt. Womöglich war das nur ein Scherz, um sportliche Berlinalefans anzulocken. Also packe ich sie vorsichtshalber ein und falls es sich bei der Meldung vom stadtweiten Eislaufplatz um eine Ente handeln sollte, kann ich ja das Erika-Heß-Eisstadion kennen lernen.
Ach, in der Wiener Zeitung lese ich gerade:

„Berlinale“ kämpft im Jubiläumsjahr gegen die Vereisung, da schreibt WZ-Korrespondent Markus Kauffmann:
„Bitte vergessen Sie nicht, sich festes Schuhwerk für die teilweise sehr vereisten Berliner Gehwege und angemessene Winterkleidung einzustecken“, warnt die Leitung der Berliner Filmfestspiele – und bietet in ihrem Online-Shop gleich wärmende Pullover mit Kapuzen, Schals und Wollmützen an. Gleichzeitig heuert sie private Schneeräumungsfirmen an, damit im total vereisten Berlin Besucher und Stars der 60. Berlinale nicht im Krankenhaus statt im Kino landen…
siehe „Berlinale“ kämpft im Jubiläumsjahr gegen die Vereisung

Da habe ich also anscheinend doch etwas falsch verstanden und muss mein Bild „vom Deutschen“ revidieren. Wie ist den „der Deutsche“ eigentlich? Das Klischee reicht von pünktlich, genau, pedantisch, egoistisch, verbissen, fleißig, über er versteht keinen Spaß, säuft im Urlaub bis zum Umfallen und reserviert die Liegen am Pool vor Sonnenaufgang. Er ist streitsüchtig, schnell beleidigt und hat wenig Sex, was gut ist, denn beim Sex soll er laut Umfragen genau so schlecht sein wie beim tanzen. Er ist ein guter Autofahrer, das sieht man ja in Cobra 11 und sie haben ein gutes Verkehrssystem. Berlin ist da vielleicht ausgenommen, aber die Klischees über Deutsche beziehen sich ja oft ohnehin nur auf die Bayern und damit assoziiert man Lederhosen, Bier und Bratwurst, gell?;-)

Übrigens, es sind 20 Filme im Hauptbewerb und zwei Beiträge aus Österreich auf der Berlinale zu finden, aber ich werde mich doch lieber mit dem Wiener Eistraum am Rat­haus­platz oder dem Wiener Eislauf-Verein begnügen.

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