Der 13te Krieger

(Last Updated On: 27. Juni 2013)

Da ich gerade einen Kommentar zu einem alten Artikel erhalten habe, siehe Kinderschänder Mohammed und gestern Der 13te Krieger gesehen habe, frage ich mich, wie Beowoulf und Mohammed zeitlich wohl zusammen passen.
Beowulf meint im Film, ein Mann ist reich, wenn er jemand hat, der seine „Laute malen“ kann. Nun, der 13. Krieger, ein Mohammedaner unter nordischen Barbaren konnte es. Überhaupt wurden die Nordischen extrem barbarisch dargestellt und der Araber als gebildet, edel, mutig und so heldenhaft, dass der Film eben „der 13te Krieger“ heißen musste und nicht etwa Beowulf.
Wie dem auch sei, man kennt ja die verschiedenen Darstellungen und das finde ich ja überaus interessant, solange es nicht ganz unrealistisch wird.
Auf YouTube fand ich dazu übrigens ein kurzes Video, in dem gerade die Szene vorkommt, in der der 13te Krieger Mohammed bittet, dass er ihn davor bewahren möge, den Mut zu verlieren:
Der 13. Krieger – Vor der Schlacht

Wie man im Ausschnitt hört, „betet“ er auch mit den Nordischen mit und es wird von den „Toren von Walhalla“ gesprochen, obwohl Walhall (Ruheort der in einer Schlacht gefallenen Kämpfer) gemeint sein muss.

Da ich weder in Mythologie noch in Religion bewandert bin, Biologie, Technik und vor allem die Menschen auf dieser Welt interessieren mich nun eben einmal wesentlich mehr, verstehe ich nicht, wie der 13te Krieger zu Zeiten Beowulfs von Mohammed sprechen konnte. Gibt es im Islam auch so etwas wie das „Alte Testament“ also etwa einen „Alten Koran“? Ich weiß nur von dem ersten Koran-Band, der (632 n. Chr.) zu Zeiten des ersten Kalifen Abu Bakr entstanden sein soll.
Beowulf (altengl. für „Bienen-Wolf“, Kenning für „Bär“) handelt aber aus der Zeit ca. 600 n. Chr. Wie konnte also der gebildete 13. Krieger Mohammed bitten, dass er ihm den Mut erhalten möge?
Vielleicht kann mir jemand mit einem Kommentar weiter helfen und klären, ob es sich einfach um einen kleinen Regiefehler handelt, oder ob ich bezüglich Mohammed schlecht informiert bin.

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History

4 Gedanken zu „Der 13te Krieger“

  1. Du hast schon recht mit deiner Kritik, dass die Handlung irgendwo im zeitlichen Graubereich „schwimmt“ – aber es ist halt nunmal ein Film.
    Doch zu deiner Frage nach dem „alten Koran“: Genau genommen gibt es den wirklich. Nämlich das Buch Mose der Juden. Denn die drei monothesitischen Religionen sind (zumindest inhaltlich) eigentlich nur eine. Die Lehre der Juden (1. Kapitel) haben die Christen weiter entwickelt (2. Kapitel) und die Mohammedaner „eins drauf gesetzt“ (3. Kapitel). Es gibt sogar inzwischen ein 4.! Die Lehren des Baha’u’llahs. Verbreitet sich immer mehr und wurde meines Wissens im 19. Jahrhundert gegründet.
    Passt aber alles nicht in diesen blog. Vielleicht mit der Ausnahme, dass jeder Entwicklung eine Vorstufe vorausgegangen ist und eine Weiterentwicklung folgen wird.
    Da gleichen sich Technik und Soziales.
    .-= Arfein´s last blog ..Katechismus mal nicht keuchend katharisch =-.

    1. Danke Arfein,
      Baha’u’llah (1817-44) ist mir momentan in jeder Hinsicht ein wenig zu nahe an der Gegenwart, ich grabe entweder im 6. Jahrhundert v. Chr. (Laozi) herum, oder ich befinde mich in der Zukunft.
      Übrigens, mit dem Waldbauernbub identifiziere ich mich ganz gern und obwohl ich kein Christ bin, bin ich in mancher Hinsicht bestimmt auch christlicher als der „Unfehlbare“ erlaubt. Denke da nur an die Abtreibung, bei diesem Thema hätte mich eine etwa 20 Menschen starke, katholische Gruppe beinahe gesteinigt, da ich absolut keinen kleinsten Kompromiss eingehe, wenn es um menschliches Leben geht. Leider muss ich dabei auch Frauen verletzen, die …. das gehört doch alles nicht hier her; ich bin ziemlich unkonzentriert heute.

      Denn die drei monothesitischen Religionen sind (zumindest inhaltlich) eigentlich nur eine.

      Hannelore geht unten sogar noch weiter. Bräuchte man das nicht nur den Glaubenden klar machen können, um Frieden zwischen diesen Religionen zu stiften?

      Wie schon in der Antwort an Hannelore gesagt, ich frage nicht nach Gott, da ich es als sinnlose Fragestellung betrachte (trotzdem ist es interessant für mich, zu beobachten, wie die Menschen mit dieser sinnlosen Frage umgehen), die ich ohnehin nie beantworten könnte, sondern ich frage mich, wie man Essen für Hungernde und Wasser für Durstende besorgen kann und ich frage mich wie man den Menschen hier auf dieser Welt klar machen kann, dass wir keine Waffen und Soldaten benötigen, sondern Landwirtschaftsmaschinen und Pflegepersonal. Oder ich stelle mir technische Fragen, wie man die Welt mit reichlich elektrischen Strom versorgen könnte, ohne die Umwelt dabei im geringsten zu belasten (Solar- , Windenergie, ….). Diese Fragen beschäftigen mich wirklich ernsthaft und ich werde vermutlich keine großartigen Lösungen finden, aber die Chance ist jedenfalls größer, als dass ich das Thema „Gott“ klären könnte, daher ist diese Fragestellung für mich die adäquate.

  2. Helmut, die großen (und kleinen) Heldenepen in den Ländern mit indogermanischen Sprachen gehen alle auf die gleiche Wurzel zurück. Der Fachbereich, der dazu ausführliches Belegmaterial bietet, ist die „Indogermanistik“.
    Zusammen mit den semitischen Sprachgruppen, sind es die Völkerschaften, die eine Vatergott/-götter-Religion haben und hierarchisch strukturiert sind (pastoral, patriarchal).
    Jüdisch/christliche, islamische, buddhistische, altägyptische, hethitische, hinduistische usw. Religionen haben alle ein gemeinsames Erbe.
    In den altindischen Veden, bei Homer und im spätesten Epos ‚Beowulf‘ stehen die gleichen Helden-Stories mit der gleichen Bedeutung und Symbolik und häufig gleichen sprachlichen Ausdrücken.

    Am Anfang des Films „Zeitgeist“ wird das anhand einiger Beispiele vermittelt.
    .-= Hannelore´s last blog ..Streamst Du schon oder bloggst Du noch? =-.

    1. Hallo meine liebe Hannelore, Ich freue mich, wieder einmal von dir zu hören und danke dir für deinen interessanten Kommentar.
      Mit „indogermanisch“ habe ich schon öfter „gehadert“ und es auch angedeutet, z.B. in Nazi-Sprache und Nazi-Symbole:

      Schnell wird mir klar, dass Ethnologie, Rassenkunde und vor allem Sprachwissenschaft ein gefährliches Spiel werden kann, v. a. dann, wenn Indogermanische Sprachen und Indoiranische Sprachen postuliert werden, weil sich angeblich ein Häufchen Nomaden im 3. Jtd. v. Chr als “edel” bezeichnete.

      Bitte verstehe, dass ich keine geisteswissenschaftliche Ausbildung habe und auch keine ernsthaften Nachforschungen angestellt habe, sondern es flackert nur manchmal ein Interesse auf, wenn mir manche Zusammenhänge dubios erscheinen. Bis jetzt komme ich mit „indogermanisch“ jedenfalls nicht klar und mit den „Geistern“ verhält es sich ähnlich. Zu dem Thema habe ich ja schon einen wertvollen Kommentar von dir auf Kundalini, Tai Chi und der heilige Geist erhalten. Ich habe gesehen, dass es in „Zeitgeist“ unter anderem um die „Entstehung des Gotteskonzepts“ geht und das beschäftigt mich ebenfalls zeitweise. Nur „zeitweise“, da ich zu dem Schluss kam, dass es sich bei der Frage nach Gott, um eine sinnlose Fragestellung handelt. Vorher postulierte ich aber eine 3te Generation von Gott (künstliche Intelligenz), womit ich sagen möchte, dass mir diese Welt mit ihren Lebewesen, vor allem den Menschen am interessantesten erscheint, aber da wir uns Götter erschufen ist auch dieses Thema immer noch aktuell für mich.
      Zeitgeist wird also ein „unbedingtes muss“ für mich, danke dir nochmals und
      LG aus Wien

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