17.) Die Schilddrüse (Glandula thyroidea)

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1. Thyroliberin

1969 publizierten Schally, und einige Wochen darauf unabhängig von Schally Guillemin die Struktur für das hypothalamische Releasinghormon des thyreotropen Hormons, eben Thyreoliberin (TRH). Es handelt sich um das Tripeptid Pyro-Glu-His-Pro-Amid. Dieses an beiden Enden blockierte Tripeptid war das erste Releasinghormon, welches isoliert und analysiert wurde. Das TRH gelangt über das Pfortadersystem in die Hypophyse, und stimuliert dort die Freisetzung von Thyreoidea-Stimulierendem-Hormon (TSH). TSH wiederum gelangt in die Schilddrüse, wo es die Synthese und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone veranlaßt.

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2.Thyroxin und Trijodthyronin

Bei den Schilddrüsenhormonen handelt es sich um Tetrajodthyronin = Thyroxin (T4) und um Trijodthyronin (T3). Der Thyroxinspiegel im Blut wird über negative Rükkoplung zur Hypophyse und zum Hypothalamus (ZNS) geregelt. Zur Synthese von T4 bzw. T3 muß Jod mit der Nahrung aufgenommen werden (ca. 150 µg/d). Seit Kochsalz jodiert wird kann normalerweise genügend des Spurenelementes aufgenommen werden. Vorher war Jodmangel in jodarmen Regionen aber häufig feststellbar. Jodmangel führt zur Schilddrüsenvergrößerung (Struma, Kropf).

Die Aufnahme von Jod aus dem Blut (dort findet man anorganisches Jod, geringe Mengen organisches von jodiertem Thyreoglobulin und Dijodthyrosin sowie das in den an Plasmaproteine gebundene T3 und T4 enthaltene Jod) erfolgt gegen ein Konzentrationsgefälle über einen aktiven Transport (Diffusion ist nicht möglich). Das Jodid (J-) wird durch eine Peroxydase zu molekularem Jod oxydiert, welches dann am Benzolring (Stelle 3 und 5) der Thyrosinradikale des Thyreoglobulins (Globulin mit vielen Thyrosinmolekülen) eingebaut wird. Die jodierten Thyroxylradikale kondensieren dann zu T4 und in geringen Mengen zuT3. Beide werden in das Thyreoglobulin eingebettet und in den Schilddrüsenfollikel (Kolloid) gespeichert.

Das Kolloid ist umgeben von Schilddrüsenzellen, welche das T4 und T3 vor der Ausschüttung erst pinocytotisch aufnehmen müssen. In den Zellen wird dann das Thyreoglobin agbebaut und T4 und T3 können ins Blut abgegeben werden. Beide liegen im Blut aber nur in geringen Mengen frei vor, denn der Großteil wird an das thyroxinbindende Globulin (TBG), an das Thyroxinbindende Präalbumin /TBPA) und an weitere Albumine gebunden.

T3 ist wirksamer als T4, welches h.s. für mittelfristeige Wirkungen sorgt. Thyroxin wird teilweise aber erst im Blut zu T3 dejodiert. Sowohl T3 als auch T4 kann in der Leber und in der Niere dejodiert werden. Ein Teil des entstehenden Jodes wird der Schilddrüse wieder zugeführt.

Die Speicherkapazität im Kolloid ist so hoch, daß der Organismus monatelang ohne Jodaufnahme auskommen kann.

Für den stark schwankenden T3 und T4-Verbrauch pro Tag findet man Mittelwerte um 150 µg.

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3. Wirkung der Schilddrüsenhormone

Trijodthyronin stimuliert den gesamten Metabolismus des Körpers. T3 kann die Zellmembran passieren an Kernreceptoren binden und so die Proteinsynthese in allen Körperzellen stimulieren. T3 beeinflußt auch den Na+- und K+-Strom (Na/K-ATPase) zwischen ICF und ECF. Es erhöht auch Enzymaktivitäten, sodaß die Utilisation von Kohlenhydraten verstärkt wird. Weiters steigert T3 Aktivitäten in den Mitochondrien, die ebenfalls zu dem erhöhten Energieumsatz beitragen.

Der Grundumsatz ist dem T3-Spiegel direkt proportional.

T3 fördert weiters das Wachstum von Kindern und ist für die postnatale Hirnentwicklung wichtig (Myelinisierung).

Thyroxin bzw. T3 steigert den O2-Verbrauch und fördert die Thermogenese.

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4. Funktionsstörungen

Hypothyreosen führen zur Verlangsamung der Stoffwechselvorgänge. Durch die Unterfunktion entsteht das Krankheitsbild des Myxödems, wobei ein müdes aussehen, wegen der teigigen Konsistenz der Haut charakteristisch ist. Im Kindesalter führt T3-mangel zum Kretinismus (vermindetes Längenwachstum und irreversible Hirnschäden). Bei zu geringer Produktion ist daher eine rasche Substitution erforderlich (Hypothyreosescreening). Wie bereits erwähnt, konnten durch die Jodprophylaxe (Kochsalzjodierung) die Mangelerscheinungen und somit auch Kretinismus und Myxödem zurückgedrängt werden.

Bei Hyerthyreosen (Überproduktion an T4 bzw. T3) wird der Grundumsatz gesteigert. Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate werden schneller auf- und wieder abgebaut. Es kommt zu starkem Schwitzen, Herzklopfen, Nervosität und Schlafstörungen; oft wird ein Exophthalmus (Hervortreten der Augäpfel) beobachtet. Da fast alle Zellen von den Funktionen des T4 und T3 betroffen sind, können Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse mannigfache Funktionsstörungen zur Folge haben. Bei Morbus Basedow wird im Gegensatz zum Schilddrüsenadenom die Schilddrüse durch einen sog. long acting thyroid stimulator (LATS) zur Überfunktion gebracht. Der Kropf (Struma) entsteht übrigens dadurch, daß die Schilddrüse bei dem jVersuch einen Mangel auszugleichen hypertrophiert.

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5. Funktionsdiagnostik

Durch die Serum-Hormonbestimmung läßt sich Eu-, Hyper- oder Hypothyreose feststellen. Die Konzentrationen von T4, T3 und TSH werden mittels Radioimmunessay (RIA) direkt gemessen. Nur ein geringer Teil des T3 und T4 liegen in freier Form vor. Bei Gesamt-T4-Messung müssen die Konzentrationen der Transpotproteine berücksichtigt werden. Die TBG-Konzentration wirkt sich auf den Gesamthormonspiegel aus. Er kann erhöht sein, z.B. bei Lebererkrankungen oder bei Gravidität, oder er kann verringert sein, z.b. bei Synthesestörungen in der Leber. Der freie Hormonspiegel kann aus dem Quotienten: T4-RIA / TBG-RIA erschlossen berechnet werden.

Über den TRH-Test kann man nach Gabe von Thyreoliberin (TRH) bei einem gewissen Anstieg an TSH auf eine euthyreote Stoffwechsellage, bei ausbleibendem Anstieg auf eine Hyperthyreose und bei einem starken Anstieg auf eine primäre Hypothyreose schließen.

Mittels Schilddrüsenszintigraphie kann man auf sog. „heiße“ und „kalte“ Knoten untersuchen. Als kalte Bezirke werden dabei solche bezeichnet, welche radioaktive Isotope 123J oder auch 99mTc nicht speichern. Sie können ein malignes Geschehen, entzündliche Prozesse oder eine Zyste anzeigen. Bei autonomen Adenomen hingegen finden sich Bezirke die eine hohe Konz. an Hormon produzieren und speichern. Sie werden als sog. heiße Knoten sichtbar.

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6. Zwischenfragen

  • Was bewirkt Thyroxin?
  • Welches Schilddrüsenhormon kommt in höherer Konzentration vor?
  • Erklären Sie mir wie das Jod in die Schilddrüse kommt.
  • Wie kann der T4-Spiegel gemessen werden?
  • Wie kommt ein Kropf zustande?
  • Wie hoch ist in etwa der Tagesbedarf an Jod?

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1.103.4 Unix Streams, Pipes und Umleitungen

lupus

Quelle für 1.103 Bild

Zurück zu 1.103 GNU und Unix Kommandos bzw. Linux Zertifizierungen LPIC-1 [101]: Unterlagen.
Prüfungskandidaten sollten in der Lage sein, Ein- und Ausgabeströme umzuleiten und sie zu verknüpfen, um Textdaten effizient zu verarbeiten. Dieses Lernziel beinhaltet das Umleiten von Standardeingabe, Standardausgabe und Standardfehlerausgabe, das Umleiten der Ausgabe eines Kommandos in die Eingabe eines anderen Kommandos, das Verwenden der Ausgabe eines Kommandos als Argument für ein anderes Kommando und das gleichzeitige Senden einer Ausgabe sowohl an die Standardausgabe als auch in eine Datei.

Die wichtigsten Dateien, Bezeichnungen und Anwendungen:

tee, xargs, <, <<, >, >>, |, ‘‘
Siehe auch man tee und man xargs und zu den Standard-Datenströme siehe auch auf Wikipedia stdout.
Grundlegendes Prinzip
Jedes Programm unter Linux besitzt drei Standardkanäle für die Datenein und -ausgabe. Diese drei Kanäle sind
Standard-Eingabe (STDIN)
Der Kanal, von dem das Programm seine Eingabe erwartet. Dieser Kanal besitzt die Kenn-Nummer 0 und ist normalerweise mit der Tastatur verbunden.
Standard-Ausgabe (STDOUT)
Der Kanal, auf den das Programm seine Ausgaben schreibt. Dieser Kanal besitzt die Kenn-Nummer 1 und ist normalerweise mit dem Monitor verbunden.
Standard-Fehlerausgabe (STDERR)
Der Kanal, auf den das Programm seine Fehlerausgaben schreibt. Dieser Kanal besitzt die Kenn-Nummer 2 und ist wie STDOUT normalerweise mit dem Monitor verbunden.
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Taijiquan: Schulterstoß – kào

Yin Yang

Yin Yang Symbol

Taijiquan im Yang Stil
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Figur 10: Schulterstoß – kào
Ebenfalls eine kurze Figur. Von de gehobenen Händen lässt man die Arme sinken, es erfolgt ein Twist auf der vorderen, rechten Ferse und eine Ausholbewegung des linken Arms, der rechte Arm ist in der Beuge des rechten Beines, mit dem nun ein Schritt nach vor gesetzt wird. Die rechte Ferse wird etwas nach außen gedreht und das Gewicht wird nach vor gebracht zum Schulterstoß.

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Polizei feuert zwölfmal auf Tobenden – Taser als Alernative?

„Als die Beamten gegen acht Uhr in der Wohnhausanlage eintrafen, erwartete sie der Mann im Innenhof – mit einem Besenstiel. Er ging damit auf einen Beamten los und verletzte ihn schwer am Kopf. Dann flüchtete er – zusammen mit seinem Hund – aus dem Hof. Dabei soll er ein Messer in der Hand gehabt haben. Auf der Straße gaben die Uniformierten mehrere Schüsse auf den 48-Jährigen ab. Die Polizei spricht von zwölf abgefeuerten Kugeln. Vier trafen den Flüchtenden in Oberarm, Unterschenkel und Schulter. Mit schweren Verletzungen wurde er schließlich mitten auf den Schienen der Straßenbahnlinien O und 67 von Polizisten überwältigt. Der Einsatz von Mittwochfrüh lässt vorerst einige Fragen offen. Vor allem: War es notwendig, dass die Polizisten so viele Schüsse auf den Flüchtenden abgaben? … Den ganzen Originalartikel lesen Verfolgungsjagd in Wien: Polizei feuert zwölfmal auf Tobenden
Bei jedem Schusswafengebrauch der Polizei wird vom Staatsanwalt geprüft, ob dieser gerechtfertigt war.
Nach dem tragischen Ereignis in Griechenland, siehe auch
Polizei greift hart durch während Regierung und Opposition versuchen die Massenproteste zu isolieren würde mich interessieren wie Sie das sehen:

Waffengebrauch der Polizei (2)
bin für Taser (36%, 5 Votes)
soll erleichtert werden (29%, 4 Votes)
ist gut geregelt (21%, 3 Votes)
bin gegen Taser (21%, 3 Votes)
Taser als Ersatz (14%, 2 Votes)
Taser ist kein Ersatz (7%, 1 Votes)
soll erschwert werden (0%, 0 Votes)
Total Voters: 14
Start Date: 18. Dezember 2008 @ 09:52

Neu Umfrage ab 21.03.14:

Waffengebrauch der Polizei

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2007 sind bei insgesamt 246 Amtshandlungen in ganz Österreich Waffen zum Einsatz gekommen. Da sei „alles dabei“, von Körperkraft bis Pfefferspray. In sechs Fällen wurden Schusswaffen gegen Tatverdächtige eingesetzt und die Betroffenen dabei schwer verletzt. Damit liege man im internationalen Vergleich im EU-Durchschnitt, so Cobra-Sprecher Detlef Polay…. liest man auf Waffengebrauch der Polizei: Im Vorjahr bei 246 Amtshandlungen

Zu Taser liest man auf Wikipedia:
Eine Elektroschockpistole (oder Distanz-Elektroimpulswaffe oder Taser) ist eine pistolenähnliche Elektroimpulswaffe, die zwei oder vier mit Widerhaken versehene Projektile gegen den Körper der Zielperson schießt und danach kontrollierte elektrischen Schläge durch die mit den Projektilen verbundenen Drähte erzeugt. … Taser

Im ersten Artikel oben steht dazu:

Um Kollateralschäden zu vermeiden, sind nicht tödliche Waffen im Gespräch. Seit 2005 werden in Österreich Taser getestet, unter anderem bei den Spezialkräften Cobra und Wega. Die Waffen verschießen zwei Nadeln, die durch Elektroschocks Personen außer Gefecht setzen sollen. Das verwendete Modell X26 ist aber laut Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, nur bis zu einer Reichweite von etwa fünf, maximal sieben Metern effektiv. Es sei nicht geplant, Taser zur Standardausrüstung von Streifenpolizisten zu machen. …

Weblinks:
Waffengebrauch der Polizei: Rechtlich klar, in Praxis nicht so leicht
Waffengebrauch der Polizei (Wikipedia)
Elektroschocker für Gastwirte
Tödliche Polizei-Elektroschockwaffen
Taser-Einsätze forderten Hunderte Tote

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