Pluriforme, heterogene Erwerbsarbeitswelt

(Last Updated On: 19. Oktober 2007)

Die Erwerbsarbeitswelt sei pluriform und heterogen geworden meint Emmerich Tálos.

Wenn man von einer Krise in der Informationsgesellschaft sprechen kann, dann ist das wohl eher die Krise der Gesellschaft und nicht die der Information. Denn es wird häufig nicht beachtet, dass Wissensmanagement und Wertemanagement nicht so sehr eine Frage der Technik ist, sondern es Einsicht und die Veränderungsfähigkeit der Menschen sind immer noch die wichtigsten Faktoren. Da nützen überhöhte Hard- und Softwareinvestitionen wenig.
Es zeichnen sich zwei Trends ab: Das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse hinsichtlich Arbeitszeit und Verträge.
Immer häufiger werden Menschen aus „normalen“ Arbeitsverhältnissen gedrängt und finden eine Beshäftigung als Teilzeitkraft, Projekt – und leiharbeiterInnen, als befristete oder geringfügige Beschäftigte oder durch Telearbeit, Scheinselbstständigkeit, freie Mitarbeit, Werksverträge.
Was ist Arbeit heute?
Da man volkswirtschaftlich schon zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit unterscheidet, kann man Arbeit sicher nicht mehr als zweckgebundene, zielgerichtete, menschliche Tätigkeit bezeichnen. Arbeitswissenschaftlich kann man es als berufliche Tätigkeit im Gegensatz zur bezahlten Erwerbstätigkeit ansehen. In der Physik ist Arbeit jedenfalls das Produkt aus Kraft und Weg und Leistung ist Arbeit pro Zeit (daher auch der Di-Stress).
Man kann das Produkt Arbeit als geistig-kreative Überwindung der aufzuwendenen Kraft während des individuellen Lebensweges ansehen.
Eben aus diese Lebenswege entstehen die neuen differenzierten Arbeitswelten. Die zunehmende Internationalität der Wirtschaft und die Beweglichkeit von Gütern, Dienstleistungen und Arbeitskräften sowie demoskopische Veränderungen der Gesellschaft erfordert ein Umdenken in Managementlehren und führt zur Anpassung von Unternehmens- und Führungsstrukturen. Vielschichtige, schnelllebige Lebensstile, verbunden mit raschen Änderungen von Wertvorstellungen entstehen.
Wie es einen Wandel vom Agrarischen Zeitalter zu Industriellen zeitalter gegeben hat, so befinden wir uns jetzt in einem Übergang zu einem Zeitalter der Wissensökonomie.

Beachtenswert in diesem Zusammenhang sind unter anderem: IT-Vernetzung, Digitalisierung, Wirtschaftsstandort, Arbeitsmodelle und Ausbildung, steigende Lebenserwartung und persönliche Netzwerke.
Nach der endogenen Wachstumstheorie würde eine verstärkte Forschung und Entwicklung sowie adäquate Innovation zur Verstärkten Bildung von Wissen in kommenden Arbeitswelten führen, das sich wieder positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken würde.

Der Artikel wurde frei nach „Die Zukunft der Arbeitswelt“ information Professional Ausgabe 3/2007 Wien erstellt.

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