Schlagwort-Archive: Tai Chi Chuan

Taijiquan

Im folgenden ein alter Text von mir, der früher auf einer eigenen Seite untergebracht war.

Es gibt viele gute Gründe für eine Beschäftigung mit Taijiquan, wie man sie auch auf zahlreichen Webseiten finden kann und auch ich habe welche. Das wichtigste an TCC ist mir das faszinierende Spiel zwischen Yin und Yang, welches in meinen Augen auch die wichtigste Grundlage ist, die noch keine bevorzugte Ausrichtung hat. Da steht kein spirituelles, gesundheitliches oder kampfkünstlerisches Interesse im Vordergrund, sonder das Prinzip der polaren Urkräfte Yin und Yang, wie im I Ging beschrieben nehme ich als Gegebenheit, als Voraussetzung oder Axiom an. Für das Spiel zwischen Yin und Yang, das durch die Aktion und Bewegung eines Partners ausgelöst wird, kann man Regeln aufstellen, die den Ablauf zur Gegenbewegung etwas konkretisieren und dabei zwangsläufig auch einschränken. Für mich sind die Lehren der verschiedenen TCC Stile solche Regeln und ich finde alle interessant, solange sie nicht im Widerspruch zu meiner einzigen Voraussetzung, der Einhaltung des Prinzips von Yin und Yang stehen. Yin und Yang sind „Tai Chi“ und haben ihren Ursprung im Dào (natürlich nicht in „meinem Dào“, sondern im Wuji) und dem „Weg“, also dem Wandel oder der sich verändernden Form, nach der sich die Dinge bewegen. Mit anderen Worten könnte man ganz trivial sagen: „alles bewegt sich und diese Bewegungen folgen bestimmten Gesetzmäßigkeiten“. Wie das Elektron ja auch in seinem Orbital den Atomkern umkreist und in einem angeregten Zustand die Form eines anderes Orbital annimmt, aber die Energieniveaus können sich immer nur durch Quanten unterscheiden (ein halber Quant ist nicht möglich) und so sind auch die Orbitale (mögliche Aufenthaltsorte; Bahnen) genau festgelegt. In Taijiquan ist es mit den Bewegungen und Gegenbewegungen ähnlich, auf eine Yin-Aktion kann nur eine Yang-Reaktion folgen usw. Das gesamte I Ging, die Wandlungsphasen und Hexagramme verstehe ich nicht einmal, wie könnte ich also fordern, dass Tai Chi Chuan Lehren dazu nicht im Widerspruch stehen dürfen? Ich beschränke mich auf das wirklich ganz einfachste und elementarste zyklische Weltbild mit einem komplementären Kräfteverhältnis, dafür darf es aber wenigstens da keinen Widerspruch geben, sonst ist die Lehre für mich keine nähere Betrachtung wert. Die allgemein bekannten 10 Grundregeln und die energetischen Grundlagen (Qi-Prinzip; Meridianlehre) müssen ebenfalls unbedingt beachtet werden. Meiner Meinung nach spielt es für Taijiquan keine Rolle, dass Aussagen zu dem Qi-Konzept weder verifizier- noch falsifizierbar und somit per definitionem unwissenschaftlich und dogmatisch sind, da es ja auch nicht das Ziel eines Taijiquan Übenden sein kann, wissenschaftlich anerkannte (westliche Naturwissenschaft) Erkenntnisse zu gewinnen. Wer naturwissenschaftlich anerkannte Beweise dafür braucht, wenn er sich wohl fühlt und sich ohne diesen nicht wohl fühlen kann, der sollte nicht Taijiquan üben, sondern studieren und nach Beweisen suchen, oder zumindest nicht auf dieser Seite weiter seine Zeit verschwenden, denn das Wohlbefinden ist ein wesentliches Ziel meiner Taijiquan Übungen.

Auf Wikipedia liest man:

Tai chi chuan (simplified Chinese: 太极拳; traditional Chinese: 太極拳; pinyin: tàijíquán; Wade-Giles: t’ai4 chi2 ch’üan2) (literal translation „Supreme Ultimate Fist“) is an internal Chinese martial art often practiced for health reasons. …

Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Unergründlichen
Das Unergründliche, das man ergründen kann,
ist nicht das unergründbar Letzte.
Der Begriff, durch den man begreifen kann,
zeugt nicht vom Unbegreiflichen.
Im Unbegreiflichen liegt der Welt Beginn,
nennbar wird nur, was Gestalt gewinnt.
Daher gilt:
Das Wesen erschaut,
wer wunschlos zum Herzen der Dinge strebt;
Gestalten nur sieht, wer begehrlich am Sinnlichen klebt.
Wesen und Gestalt sind nur begrifflich gespalten,
geheimnisvoll bleibt ihrer Einheit Grund.
Diese Einheit ist das Geheimnis der Geheimnisse,
zu allem Unergründlichen erst das Tor.
(aus dem Dàodéjīng (道德經) von Lǎozǐ (老子))

Taijiquan ist nicht nur eine aus China stammende innere Kampfkunst und das Gebet der Taoisten, sondern auch eine Lebensform.

Inhalt

  • Tai Chi Allgemeines
  • Taijiquan Formen

(348)

Tai-Chi ohne Chi ist westlicher Tai-Blödsinn

75973_10151358166629665_1136344111_nund dafür sollte man wirklich nicht Kampfkünste wie Tai Chi Chuan, Bagua, Hsing-I und die Seidenfadenübungen missbrauchen, sondern ganz einfach in der Kraft-, Folter- oder eben in einer wissenschaftlich (westliche Wissenschaft) korrekt arbeitenden, physiologischen Experimentierkammer an die Geräte und Messinstrumente hängen und sich meinetwegen zu Tode schinden (lassen). Aber bei einer Seidenfadenübung für Tai Chi Chuan, Bagua und Hsing-I zu fordern, dass alle esoterischen, missverständlichen und unwissenschaftlichen (natürlich handelt es sich, um die einzige Wissenschaft die der Kommentator kennt und die ist westlich) Termini eliminiert werden sollen, ist wohl so ziemlich das Dümmste, was mir je begegnet ist. Das wäre fast so, als würde der Papst plötzlich behaupten, dass es keine Gott gibt, oder Nietzsche von der Kanzel predigen. Es ist einfach total verrückt.
Die exaktesten westlichen Naturwissenschaften haben in ihrer Terminologie einen Sauhaufen, dass mir die Grausbirne aufsteigt. Psychologen und Psychiater können die Psyche nicht definieren, Dermatologen behandeln die ganze Cutis (aber Cutikologe klingt nicht so toll) und in der Physik, Mathematik …. eigentlich in jeder wissenschaftlichen Fakultät findet man eine historisch gewachsene Terminologie. Ich kann also ganz einfach und allgemein bleiben und muss keine String-Theorien, Branen, hypothetische Schwerkraftteilchen, Parallelwelten und …. ins Feld führen. Darüber hinaus geben Ärzte sogar das Körpergewicht in kg an, aber aus Tai Chi will jemand Chi, Sung (Song) und Dantian verbannen. Ich schreibe mir das nicht auf, weil ich mich darüber ärgere, sondern weil ich es unfassbar finde wie einfältig und selbstherrlich manche Ignoranten anderer Kulturen doch sein können, siehe z. B die Kommentare auf http://www.youtube.com/watch?v=eltVM5A89lM

Naja, eigentlich hielt ich nur Ausschau nach neuen Seidenfaden-Videos und obiges ist auch nicht das beste, von denen die ich heute neu gefunden habe.

Dabei ist Chi meiner Vorstellung nach wirklich nicht sehr esoterisch, sondern schlicht und einfach die Lebensenergie, die einen toten Menschen von einen lebenden unterscheidet. Ach ja, wie nennt man den diesen Unterschied exakt wissenschaftlich schnell wieder? Entfleuchte Seele. vielleicht?

Naja, was solls, es handelt sich ja nicht nur um einzelne, durchgeknallte Individuen, – ich lese gerade den Titel vom neuen Profil, der da lautet: „Die Wissenschaft sucht Gott und findet ihn nicht!“ sondern, ich möchte fast sagen: „Die spinnen, die Menschen.“
Zuerst unterscheiden sie in Wissen und Glauben, sagen dass man Wissen nicht durch Galuben erlangen kann (weiß jeder Taferlklassler, der geglaubt hat, er kann ohne zu lernen, wissen sie er eine Matheaufgabe löst) und dass Glauben wissenschaftlich weder verifiziert noch falsifiziert werden können kann, da es sich sonst ja um keinen Glauben, sondern um Wissen handeln müsste. Trotzdem entblödet man sich nicht wissenschaftlich nach Gott zu suchen, amen. Vor hunderten Jahren, als man schon wissenschaftlich nach der Seele, Gott und alle möglichen und unmöglichen eigentlich per definitionem wissenschaftlich ausgeschlossenen Gegenständen der seriösen Wissenschaften suchte war die Kirche noch sehr mächtig und das Kommunikationssystem recht bescheiden, weshalb ich das verstehe, doch heute sollten sie sich endlich einig werden, was Wissenschaft ist und was Gebet. Oder ist das ohnehin längst geklärt und ein paar Zurückgebliebene, wollen immer wieder eine neue Diskussion zu diesen sinnlosen, widersprüchigen und falsch gestellten Fragen erzeugen, um die Aufmerksamkeit durch ausgesprochene, seltene Dummheit zu erlangen.

Weblinks:
Seiden-Übungen
Die Seidenübungen im Chenstil Taijiquan

(1109)

Religion und Yoga, Qigong oder Tai Chi

Ich habe dazu gerade einen interessanten Artikel gefunden:
Religioese Kritik an Yoga, Qigong oder Tai Chi – eine Uebersicht.
Der Artikel umfasst übersichtlich angeordnete Kritik-Punkte:
* Kritik-Punkt: Es wird ein (falscher) Gott angebetet
* Kritik-Punkt: Gott wird durch die Natur / das Qi ersetzt
* Kritik-Punkt: Böse Geister werden (möglicherweise) angelockt
* Kritik-Punkt: Es funktioniert gar nicht, weil es Scharlatanerie ist
* Kritik-Punkt: Es funktioniert gar nicht, weil man so gar nicht wirklich heilen kann
* Kritik-Punkt: Die Einheit von Körper und Geist
* Kritik-Punkt: Entspannen kann man auch durch Beten

* Mit Teufelsaustreibung gegen Esoterik

Wirklich eine interessante Darstellung und mir fällt dazu ein, dass die Vertreter des Jenseits eigentlich auch Tanz, besonders Balett unter die Lupe nehmen sollten, denn mir sind da schon sehr seltsam anmutende Stellungen und Haltungen aufgefallen. Sah geradezu aus, als huldigten die TänzerInnen einen „fremden“ Gott.

Ich glaube, nur ein wirklich eingefleischter Anhänger einer anerkannten Religion kann z.B. eine Schwertform mit einem Gebet verwechseln.
Aber natürlich ist es nur eine Betrachtungssache, nur wenn dann jemand tatsächlich behaupten möchte, die Mohammedaner, Christen oder Juden hätten das Beten erfunden, dann wird er sogar heute noch von den Freunden von Laotse und den alten Ägyptern nur mit einem milden Lächeln bedacht.

Wenn Falun Gong – außerhalb von China, denn dort ist es ohnehin verboten – kritisiert werden würde, könnte ich das noch irgendwie verstehen (betone: nicht befürworten, sondern verstehen), da es angeblich für politische Zwecke missbraucht wurde.

Gut ich verstehe, dass es die Botschafter der anderen Welt und die Vertreter Gottes ärgert, wenn die Kirchen leer sind und die Vereine und Kurse bei denen Gesundheit und Kontemplation im Mittelpunkt stehen ausgebucht sind, aber ich hoffe, dass sie heutzutage mit Teufelsaustreibungen dem nichts mehr entgegen setzen können.
Meine Herrn, die Scheiterhaufen sind verglüht!

(662)

32-33) Schöne Frau am Webstuhl

Zurück zur 37er Form im Yang Style nach Cheng Man Ching.

Nachdem ich heute auf meiner Tai Chi Wiese wieder ein Problem mit der „schönen Frau am Webstuhl“ hatte, werde ich dieses Bild nun einmal zu beschreiben versuchen.
Ich hatte wieder herrliches, sonniges Wetter, nur der Wind sorgte für eine Akazienblütendusche während meinen Übungen zur gewohnten Zeit, zwischen 8 und 9 Uhr.

Manchmal fühle ich mich während der Ausführung der Form leicht wie eine Feder und die Bewegungen kommen mir harmonisch und fließend vor, aber heute hatte ich ein Gefühl, als stünde ich mit einer Ritterrüstung bekleidet in dickflüssigem Beton, der gerade hart wird. Schon bei den 5 Vorübungen (Shen Xin Xie Tiao Fa) fühlte ich eine starke Verwurzelung und bleierne Schwere. Als ich dann dachte, jetzt kommt die „schöne Frau“, war es um meine Konzentration geschehen. Ich merke mir diese Figur vielleicht am besten einfach unter den Namen „Webstuhl“, denn schöne Frauen verwirren mich einfach zu sehr. 😉

Die schöne Frau am Webstuhl

Sie wird 4 mal ausgeführt, jeweils in die vier diagonalen Ecken.
Zuerst Richtung Nordost (NE2):
1.) Von der einfachen Peitsche ausgehend setzt man sich vom vorderen linken Fuß zurück, weg von der linken Hand – der linke Fuß wird eingedreht und der linke Arm sinkt nach unten. Das Gewicht dann auf das linke Bein verlagern und den rechten Fuß auf der Zehenspitze ausrehen. Dabei öffnet sich die Peitschenhand (noch in gleicher Höhe). Sobald der rechte Fuß nach vorne zeigt wird auf die Ferse gewechselt und weiter in die gleiche Richtung gedreht. Dann wird das Gewicht in den rechten Fuß verlagert und die rechte Hand kommt zur rechten Leiste. Es erfolgt ein Schritt mit dem linken Fuß und nun wird der Körper nach rechts (zurück) gedreht wobei das Gewicht von hinten nach vor verlagert wird. Der linke, fast waagrechte Arm ist der ziehende, blockende Arm und der rechte (in einem Winkel von etwa 90° und die rechte Hand ist ein paar cm von der linken entfernt) ist der stoßende Arm (links Block, rechts Stoß).

2.) Richtung Nordwest: Das Gewicht zurückverlagern, linken Fuß stark eindrehen und wieder geht die rechte Hand mit der Handfläche nach oben in die rechte Leiste (fast wie bei einen Ball halten – jetzt linke Hand oben und rechte unten). Das Gewicht auf das linke Bein verlagern und mit dem rechten Bein einen weit ausholenden Schritt nach hinten bei einer Körperdrehung von 270° nach rechts ausführen. Dabei lässt man den rechten Arm zum Block aufsteigen und mit der linken Hand wird jetzt der Stoß ausgeführt (rechts Block, links Stoß).

3. Richtung Südwest: Das Gewicht wieder ganz zurück auf das linke Bein verlagern, die rechte Hand kommt wieder in die Leiste. Gewicht nach rechts linker kurzer Schritt, rechts auf der Ferse nachdrehen. Das Gewicht 70% nach vorne bringen und mit der linken Hand einen Block nach oben ausführen und mit der rechten Hand einen Stoß ausführen (links Block, rechts Stoß).

4. Richtung Südost: Das Gewicht ganz zurück auf den rechten Fuß verlagern und den linken Fuß stark eindrehen. Die rechte Hand in die Leiste und den rechten Fuß nach vorne drehen. Es erfolgt ein Step weit nach hinten. Der linke Fuß dereht nach und der Körper dreht. Dabei schwingt der rechte Arm hoch zum Block und gleichzeitig erfolgt der Stoß im rechten Winkel mit der linken Hand (rechts Block, links Stoß).

Dann folgt eine Wiederholung der Abwehr nach links:
Man setzt sich von beiden Händen zurück die linke Hand sinkt bis der linke Arm waagrecht vor die Brust kommt (die Handflächen zeigen zueinander) und im rechten Winkel dazu zeigt die Handfläche der rechten Hand (Arm vertikal) nach vor. Der rechte Arm klappt dann herunter bis sich die Mittelfinger treffen – rechts nachdrehen – Schritt mit dem linken Fuß, die Abwehr nach links.

Zum Abschluss 2 Videos von YouTube, die Variationen zu der von mir beschriebenen Figur zeigen. Die stoßende Hand liegt bei mir vor dem Stoß immer in Leiste, wobei die Handfläche nach oben zeigt und sie wird gleichzeitig mit dem Körper so gedreht, dass die Handfläche nach vorne kommt.

(595)

Das Tai Chi Chuan Wunder

Nach einem Jahr sehr intensiver Beschäftigung mit TCC erinnere ich mich an den Auslöser für mein Interesse:

Inzwischen kenne ich viele Formen, Details, sehr viel Theorie und ich habe auch einiges an Praxis. Mit dem Beginn meiner praktischen Übungen habe ich mich natürlich an meinem sehr guten Lehrer orientiert. Trotzdem nutze ich das Internet intensiv, um von allen Lehrern und Meistern lernen zu können. Ich würde nie über einen Style ein abwertendes Wort verschwenden und ich kenne inzwischen feine Unterschiede, die sowohl vom Style, der Person oder der Interpretation stammen können. Jeder wie er glaubt und ich versuche mir überall das Beste heraus zu holen und einen Kompromiss zwischen Style, Meister, Form und mir zu finden. Dazu sehe ich mir immer wieder gerne an, wie das andere Menschen machen. Heute bin ich. wie gesagt auf mein erstes Video zurück gekommen. Meine Empfindung:
Die Dame ist die Inkarnation von Harmonie. Fast göttlich, einfach unfassbar, da vergisst man sofort jede Theorie, weil sie unwichtig wird. Alle Regeln, Gesetze und ganz wichtigen Dinge, die man in TCC unbedingt beachten muss, werden mit ihrer ersten Bewegung völlig irrelevant. Style, Form, Haltung, Intension zu einer Bewegung, Chi, Xin, Yi, alle Prinzipien, Philosophien, das Tao, Kampfkusnt, Lebenspflege und einfach alles wird belanglos. Sie ist viel, viel unendlich mehr, als nur perfekt. Es ist einfach unglaublich schön. „Schön“ ist in unpassendes Wort dafür, aber leider finde ich kein passendes ín meiner Schwärmerei. Jetzt sehe ich ihre Bewegung auch ganz anders, als vor mehr als einem Jahr und da hat es mich schon fasziniert. Sie hat alles in sich vereint und als Mensch zu einer einzigen göttlichen Bewegung gemacht.
Obwohl ich die 24er Form eigentlich nicht besonders mag, ist es das Schönste was ich je gesehen und erlebt habe, ja sogar geträumt habe, wenn ich die Form so „erlebt“ sehe. Ich spreche nicht von gemacht, ausgeführt, gelaufen, zelebriert, sonder von „erlebt“. Diese Person erlebt die Form mit reinem Herzen, ohne Spannungen und Blockaden völlig harmonisch. Ich spüre beim zusehen, dass sie glücklich ist, wenn sie die Tai Chi Chuan erlebt und teile dieses Glück im Anblick dieses Videos.
Spüren ist übertrieben, aber ich kann ansatzweise nachempfinden, nein genauer gesagt, kann ich mir vorstellen, dass ich die Bewegung nachempfinden könnte, aber ich werde mich nie so bewegen können, denn ich bin einfach ein anderer Mensch.
Vielleicht so ähnlich, das wäre bei mir der Spiegel für Einigkeit von Geist, Denken, Körper und Leben bzw. Handeln. Noch habe ich die Grundvoraussetzung dazu, da ich meinem Glauben an den Menschen und an das Leben, anderen gegenüber immer treu geblieben bin und noch nie absichtlich jemand verletzt habe. Ich denke, heute (nicht im xxten Jhdt) ist das die absolute Grundvoraussetzung, um je Tai Chi Chuan wirklich erlernen zu können. Yi darf nur dort hin wollen wo Xi und Chi absolut folgen können – absolut, sonst ist es nicht harmonisch, egal wie perfekt und effizient es auch sein mag. Wer anderen schlechtes will oder tut, bekommt Narben. Narben sind zwar sehr unempfindsam aus indifferentem Bindegewebe nachgewachsen und halten viel aus, aber das ich auch eine Eigenschaft von Stahl und Hartholz. Narben können nie mehr durch eigene Zellen, die eine ursprüngliche Funktion (Spezialisierug) hatten, ersetzt werden.
Mein Lehrer würde mich übrigens sofort korrigieren. 😉
Aber das ist eben Style und persönliche Note. Ich möchte nicht sagen, dass meine Form (auch Yang aber nach Cheng Man Ching) mehr die Kampfkunst betont, sondern in meiner Ausführung wird sie sicher nie so harmonisch wie in der genialen Bewegung, die das Video oben zeigt. Es ist völlig klar für mich, dass ich mich über Korrekturen freuen kann und mich dafür bedanke, aber so wie immer in meinem Leben überdenke ich es, nehme es innerlich an, oder eben nicht. Das ist nach wie vor die einzige Methode die mir bleibt, denn meine TC-Lymphozyten (mein Spruch) sprechen immer noch nicht mit mir (die sollten Tai Chi lernen, dann hätten wir vielleicht eine gemeinsame Basis zur Kommunikation (;-) ).

(603)