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Sexuelles Religionstrauma

Manche Menschen brauchen eine Religion, einen Gott oder eine Göttin. Manche ernüchterten Menschen brauchen keine fiktive Fantasiegestalten mehr, die ihnen helfen, wenn sie sich selbst überfordert fühlen, fühlen aber durch den Gottesverlust eine große Leere in sich. Dieses kulturell bedingte Defizit, mangelnde religiöse oder spirituelle Energie,  führt augenscheinlich zu einer zunehmenden sexuellen Desorientierung und anderen emotionalen Problemen. Manche Menschen wissen, dass es keinen Gott (keine Göttin) geben kann und fragen schlicht und bescheiden auch nicht, wo diese Gottheit vor 14 Milliarden Jahren gewesen sein soll. Sie wissen, das die Menschen die Götter erschufen und nicht umgekehrt. Sie sind intelligent und gebildet und trotzdem zeigen sie ein außergewöhnliches Verhalten. Sexuell verhalten sich diese intelligenten Menschen teilweise wie Lemminge. Sie wissen nicht einmal mehr, was ein Manderl und ein Weiberl ist und wofür Geschlechtsorgane von der Natur ausgedacht wurden. Nein, es ist noch schlimmer, sie wissen nicht einmal, ob sie selbst ein Manderl oder ein Weiberl sind, oder sie tun zumindest so, weil es heute modern zu sein scheint. Der Gottheitswahnsinn hat sich heute, hier bei uns, nahezu auf einen Geschlechterwahnsinn reduziert, der auch vor dem grammatischen Geschlecht in der Sprache nicht halt macht.

Aber nicht nur das, denn die Menschen lebten ja nicht nur in einer Gesellschaft, in der die Kirche einen mächtigen Einfluss hatte, sondern bis vor kurzem immer in einer Diktatur oder einer Monarchie. Sie hatten nie die Freiheit, selbst entscheiden zu können und mussten auch nie die Verantwortung für sich selbst und ihre Handlungen übernehmen, da sie ja nur so handeln konnten, wie es ihnen vorgeschrieben wurde.

Die Gottheiten und die Kirche wurden hierzulande nahezu überwunden und der oder die HerrscherIn, die Ihnen sagten, was sie zu tun hätten wurden auch überwunden.

Ja, Homosexualität, sexuellen Desorientierung, Drogensucht und psychische Erkrankungen mögen zwar in letzter Zeit stark zugenommen haben, aber ich sehe das einfach als Reifungsprozess der Gesellschaft. 

Irgendwann werden die Menschen auch in einer demokratischen, freien Welt klar mit sich und ihrer Freiheit kommen und dann werden sie auch die Verantwortung für sich selbst und ihre Entscheidungen ohne größeren Problemen tragen können, so hoffe ich zumindest.

Das Schlimmst was uns jetzt passieren könnte, wäre der allgemeine Ruf nach einem starken Mann oder einer starken Frau, der/die wieder für Ordnung sorgen soll. Denn das würde die Gesellschaft ins finstere Mittelalter oder in eine Diktatur zurück werfen.

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Sternenstaub – Sex ist göttlich!

PiccoloNamek [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
PiccoloNamek [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Wer hier eine Abhandlung über Männlein, Weiblein und Transen jeder Art erwartet, wird genau so enttäuscht werden, wie der (die, das [sorry, für die Unzulänglichkeit unserer Srpache [die das Lesen erschwert]]), der glaubt, dass „mein göttlicher Sex“ mit meinem natürlichen Geschlecht, auch nur das Geringste zu tun hat, oder gar vermutet, es gehe hier um zwischenmenschliche, bzw. zwischenlebewesentliche, physische oder psychische Kommunikationspraktiken.
Der Sex von dem ich hier spreche ist Verschmelzung und Trennung, Explosion und Gravitation, bzw. Anziehung und Abstoßung von Allem, wobei ich „Alles“ , göttlich einfach, als Gegenteil von „Nichts“ sehe.

Sternenstaub
bist du und ich
roter Riese
und
weißer Zwerg
zeig den Werk
Sternenstaub
ist Alles
doch,
oh mein Gott,
er will und muss –
gefegt, gekittet und geleimt sein –
gereimt sein;
sich formen und entwickeln
und zurück
ein Stück
vom weißen Riesen, im roten Zwerg
das ist das Werk
von sex
im und mit
Sternenstaub
großer Gott
erlaub mir meine Worte
ich bin nicht deine Konsorte
ich bin nicht Zeit und Raum
doch Alles bin ich
ich bin Sternenstaub und du
wie das Tao und ich
wir wissen darum
SuperNovaSuperBum
Wir sind dumm, wie Elemente
die geordnet, und gereift
fallen, sterben und geboren werden,
so wie du,
mein Gott aus Sternenstaub
mit Verlaub –
der sind wir!
Dein Du, ist nur ein kleiner Teil von Wir!
Ohne mich nicht denkbar
und schon gar nicht lenkbar!
Oh, Sternenstaub, du bist das Größte,
obwohl du nicht du bist,
sonder wir.
Mit verlaub – Wir, sind Sternenstaub!

Gott ist groß, nein, Gott ist wohl das Größte!
Gott ist Anziehung und Abstoßung.
15 Milliarden Lichtjahre entfernt und hier und jetzt und morgen.
Mensch, mach dir keine Sorgen.
Du bist Sternenstaub und wirst es bleiben
immer und ewig
nimmer und nie
Aus Sternenstaub bist du geworden
und
zu Sternenstaub wirst du werden.
Gott ist groß und allmächtig
Gott lebt,
als Ex- und Implosion,
als Verschmelzung und Trennung,
als Loslassen und Fassen
als göttliches Teilchen der Gravitation und Antigravitation.
Amen

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Kriminalgeschichte der Religionen


In meiner Kindheit war ich nur von den blutigen Gräueltaten der Nationalsozialisten und Christen schockiert, weil ich mit anderen Informationen nicht konfrontiert wurde. Von Roten Khmer, Einheit 731, Idi Amin und Co wusste ich nichts. Ich flüchtete mich in die griechische Götterwelt, denn die war unterhaltsam, bunt und lebendig in meiner Fantasie. Bis eine Göttergattin ihrem Gott die eigenen Kinder zu einem Festmahl servierte, da wurden mir auch die griechischen Götter zu grausam und pervers. Mit der Religion von Inkas, Wikinger und andere Naturreligionen die Menschenopfer brachten, wollte ich mich von vornherein nicht beschäftigen. Der Buddhismus und vor allem der Taoismus hat mir noch am besten zugesagt und die Märchenbücher zu diesem Thema sind mir auch bis heute noch die ansprechendsten Bücher, die sich mit Religion bzw. religiös erlebter Philosophie beschäftigen. Beim Tao-Té King wundert es mich übrigens bis heute, dass diese Schrift bei uns nie verboten war.

Aktuell wäre es natürlich nahe liegend, sich mit der Kriminalgeschichte des Islams zu beschäftigen, aber das übernehmen momentan ohnehin die Medien. Da höre ich Stimmen, dass das Potential zum Terror und zum Morden schon im Islam selbst läge. Ist das nicht bei jeder Religion (Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus rechne ich zu Philosophie) so?

„Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.“
„Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“

Doch was ist das schon? Das 5. der 10 Gebote Gottes sagt, du sollst nicht töten. Gut „sollen“ ist nicht „dürfen“ und außerdem sind damit vermutlich nur Christen gemeint. Du sollst keine Christen töten. Naja, im Alter von 10 Jahren etwa, dachte ich mir: „Für wie blöd hält uns Gott (ich kannte nur einen und war damals Zwangsmitglied bei den Katholiken) eigentlich, wenn er sagt „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! (Mk. 12; 30-31 Mt. 22; 38-40)“ und dann alles im Detail wiederholt. Kann ich jemanden bestehlen, ihn töten, oder sein Weib begehren, wenn ich ihn liebe? 10 Gebote: 2 davon potentiell gefährlich für Un- oder Andersgläubige und 8 davon redundant. Schon als Kind war mir das zu dumm und ich schimpfte Gott in Gedanken und wartete auf seine Strafe. Kein Blitz fuhr aus dem Himmel und ich hab’s nicht nur überlebt, sondern an diesem Tag gab es sogar mein Lieblingsgericht.
„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“, dass muss man sich ja auf der Zunge zerfließen lassen – es ist einfach unfassbar.
Wo war ich? Ach, ja: du sollst nicht töten (zumindest keinen Christen). Wie viele Menschen wurden allein im Dreißigjährigen Krieg getötet, obwohl sie an den gleichen Gott glaubten? Heute evangelisch, morgen katholisch, wie es strategisch gerade am vernünftigsten schien – und die Köpfe rollen, zuerst gehangen, dann gespießt, gevierteilt und ertränkt.

Ich wollte also die Kriminalgeschichte der Weltreligionen vergleichen und dabei stieß ich auf die Kriminalgeschichte von Karlheinz Deschner. Davon hört man in den Medien zur Zeit bestimmt nichts, also werde ich diese Serie einmal lesen. Passt auch ganz gut zu der Serie „Die Borgias„, die ich gerade sah. Mit den aktuellen Berichten der Medien über den Nahostkonflikt, den Ukrainekonflikt, der IS-Terrormiliz und den Terroranschlägen wird mein Bild vom Menschen dann abgerundet.
Naja und manche Menschen brauchen als Unterhaltung dann auch noch Slasher- und völlig perverse Pscho-Horrorfilme und Kriegsspiele.

Mein Gott, meine Göttin und mein Karma-Meister, ach wäre ich doch ein Affe ohne Geister, oder wenigstens eine Giraffe! Ach, auch als Fliege, dein Hund oder meine Katze, sähe ich keinen Gott und keine Fratze. Ein Fisch, ein Vogel – Schmetterling oder Pflanze – ja, selbst als Stein wäre ich noch sensibler und verständiger, als der, die Welt beherrschende, Homo Sapiens.

Rassismus und Religion halte ich für schlimme Geißeln der Menschheit. Als Karl Marx meinte: „Religion sei das Opium des Volkes“, hat er sich ordentlich geirrt, denn Rassismus und Religion halte ich schon eher für die schlimmsten Horror-Drogen des Volkes, da ist Opium im Verglich dazu, gerade so etwas, wie homöopathischer Baldrian.

Weblinks:
Sind Judentum und Christentum so gewalttätig wie der Islam?
Kriminalgeschichte des Christentums

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„Im Namen Gottes darf nicht getötet werden“

Ich las gerade den Artikel der Presse „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden“ und meine erste Assoziation war: „aha, im Namen Gottes darf nicht getötet werden; und sonst vielleicht schon, oder warum müsst ihr sonst die Namen der Götter explizit erwähnen?“. Es gibt doch in jedem Land, zumindest in der EU, sowieso das Gesetz, dass nicht getötet werden darf und zwar in keines Namens und auch nicht im eigenen. Und ebenso nicht in Teufels Namen, sapperlot.

Vertreter des Christen- und Judentums sowie des Islam haben in Deutschland ein gemeinsames Manifest gegen Gewalt veröffentlicht.

heißt es weiter. Alle drei Religionen haben sowieso ihre Gebote, die das vorsehen. Das heißt, wenn sich diejenigen, die an irgend welche GötterInnen glauben, an die Vorschriften ihrer Religionen halten würden, dürften sie sowieso nicht töten. Andere Mitglieder sollte man aus ihrer Religion ausschließen, also ex­kom­mu­ni­zie­ren oder wie das auch immer in der jeweiligen Religion heißen mag. Religionen die vorsehen, dass Ungläubige getötet werden dürfen oder sogar müssen, wird man ja hoffentlich nicht zulassen in der EU.
Es gibt Gesetze in einem Rechtsstaat, wozu müssen da Vertreter des Christen- und Judentums sowie des Islams (zukünftig einfach als Vertreter bezeichnet) aufrufen, dass „Im Namen Gottes nicht getötet werden darf“? Denken die Vertreter, dass sie über den irdischen Gesetzen stehen? Ich, als Atheist, bin empört, dass so etwas von den Vertretern überhaupt zur Debatte gestellt werden darf. Ich bin für eine staatliche Nichtanerkennung aller Religionen, die sich in weltliche und politische Angelegenheiten einmischen wollen.
Glaubensfreiheit ja, wenn es darum geht, dass jeder glauben darf, was er will und auch beten darf, zu wem oder was er will. Aber das ist auch schon alles. Es gibt bestehende Gesetzt und da sollten sich Vertreter nicht so aufspielen, als ob es an Ihnen läge, ob diese eingehalten werden müssen. Oder leben wir ohnehin schon wieder in einem Dreigottesstaat, in dem die Vertreter das Sagen haben?

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Jetzt werde ich religiös

Ich wurde streng katholisch erzogen und schon als Baby mit der Taufe vergewaltigt. Meinen Eltern mache ich diesbezüglich sicher keinen Vorwurf, denn alles andere war vor fast 60 Jahren, in einem oberösterreichischen Dorf, wo sich die Füchse gute Nacht sagen, undenkbar. Nach 18 Jahren trat ich aus der Kirche aus und war seither „o.B.“ und überzeugter Atheist, obwohl ich mich im Laufe der Zeit für viele Religionen interessierte, teilweise waren es etwas weniger bekannte, wie der Zoroastrismus und div. Naturreligionen, aber auch für den Buddhismus, Hinduismus und vor allem dem Taoismus, sowie alle übrigen bekannten großen Weltreligionen. Am interessantesten fand ich aber schon seit je her die griechische Götterwelt.

Jetzt wird mir klar, dass die Stimme eines einzelnen Menschen, der nicht gerade in der Öffentlichkeit steht, sondern als einfacher Arbeiter seinen Unterhalt verdient, unmessbar wenig wert ist. Gibt man sie einer politischen Partei oder einer anerkannten Religionsgemeinschaft, dann wird sie wenigstens messbar wenig wert. Wenn ich eine Partei gewählt habe, kann ich mir sagen, dass meine Stimme beim Wahlergebnis eben die eine Einerstelle ist, um die die fünf- oder sechsstellige Zahl größer wurde. Wenn die Partei aber meine Interessen vertritt, ist es mir natürlich wert, diese zu wählen und dort mitzuwirken, um meine Interessen zu verwirklichen. Bei den Religionsgemeinschaften ist es ähnlich.
Wenn jeder für sich einfach irgend etwas bzw. an nichts glaubt, dann sind all diese Einstellungen nahezu nichts wert und jeder einzelne kann leicht diskriminiert (in manchen Ländern, auch heutzutage, sogar mit der Todesstrafe bestraft [da in diesen Ländern Homosexualität meist auch mit dem Tod bestraft wird frage ich mich gerade: „Was machen die eigentlich mit einem homosexuellen Atheisten? Töten, reanimieren und noch einmal töten?“ {das ist sogar „bei Gott“ nicht lustig und ich traue es ihnen wirklich zu}]) werden. Organisation ist daher unbedingt wichtig. Leider kann ich meiner Religion, dem Atheismus nicht so einfach beitreten, denn Atheismus ist keine anerkannte Religion in Österreich, obwohl ich felsenfest daran glaube, dass die Menschen die Götter erschufen und nicht umgekehrt, was wohl die Essenz des Atheismus ausmacht.

Erfreulicher weise habe ich jetzt die Seite „Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich“ gefunden.

Weiter Weblinks:
http://www.ibka.org/
http://www.giordano-bruno-stiftung.de/
http://www.atheistalliance.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Atheismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung_von_Atheisten
http://de.wikipedia.org/wiki/Atheismus


Bildquelle: Wikimedia, Balkhovitin

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