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Wo bleibt der Aufschrei der Muslime?

Ich habe den Artikel von Gudrund Doringer in den Salzburger Nachrichten gerade gelesen und wollte mir die Kommentare dazu im Internet ansehen. Leider fand ich da den Leitartikel nicht. Ich suchte nach „Wo bleibt der Aufschrei der Muslime?“ und fand unzählige Artikel mit eben genau diesem Titel. Teilweise ganz veraltete, wie im Spiegel Debatte zum Anschlag auf Karikaturisten: „Wo bleibt der Aufschrei der Muslime?“ und teilweise einfach nur veraltete, wie vom SRF Schweizer Muslime: Wo bleibt der Aufschrei gegen den IS-Terror? oder am Blog himmelunderde Wo bleibt der Aufschrei der Muslime? .
Der Artikel in den Salzburger Nachrichten hingegen ist brandneu und wirklich lesenswert, da auf die Infos, mit denen ohnehin alle Schlagzeilen und Beiträge in den Medien Medien geradezu voll gespikt sind, weitgehend verzichtet wird. Was genau passierte sehe ich ja rund um die Uhr auf Euronews, CNN oder BBC. Aber Frau Doringer viel auf, dass Malala Yousafzai gerade den Friedensnobelpreis für ihren Mut verliehen bekam. Trotz dem Kopfschuss, den sie nach einem Anschlag der Taliban kaum überlebte, schweigt sie nicht. Aber was ist mit den Anderen? Halten sonst alle den Mund? Dann führt sie kurz den Konkurrenzkampf der Terroristen „Isalmischer Staat“ und der Taliban an und erwähnt den islamischen Einzeltäter, der in Sydney eine Fahne mit dem islamischen Glaubensbekenntnis in die Auslage eines Cafes stellte, in dem er 17 Geiseln gefangen hielt.
Die letzten Sätze zitiere ich Wörtlich:

In Peschawar wurden am Dienstag im Namen Allahs 140 Menschen getötet. Einzelne Imame distanzieren sich. Die Mehrheit der Muslime schweigt. Bleibt es bei der Stimme einer 17-jährigen, die das Massaker lauf als grauenhaft und feige verurteilt?

Das frage ich mich auch. Massenmorde gab es schon in der Antike und leider gibt es sie bis heute immer noch. Ich werde hier sicher nicht die grauenhaftesten Massenmorde in verschiedenen Erdteilen und Länder im Laufe unserer Geschichte aufzählen, aber ich vermute, dass im Namen irgend einer Gottheit am meisten Menschen ermordet wurden. Trotzdem laufen seit den antiken Kulturen, in denen Menschen noch direkt für ihre Götter geopfert wurden, bis heute, unzählige Menschen weltweit, den Verkündern eines besseren Lebens nach dem Tod nach. Nietzsche hat gemeint: „Gott ist tot!“ Aber vielleicht hätte er besser gesagt: „Der Teufel lebt!“


Titelbild: Hieronymus Bosch (etwa 1450–1516) [Public domain], via Wikimedia Commons

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