Schlagwort-Archive: Kultur + Leute

Tödliches Gesellschaftsindividuum

Ob du für Ehre, Glauben, Vaterland, Muttererde, GottInnen, oder Staaten stirbst ist egal. Wenn du für jemand oder etwas stirbst bist du tot und hast nie gelebt in meinem Sinne. Dann bist du du ja du und vielleicht in einem System wirklich nur du also du du (no interpunkitationi or forced whitespace) tot, weil du zu feige warst zum Leben, sprach Helmeloh und so … Soso, aber stirbst du einfach nur so, oder aus einem anderen Grund, – du Hund, dann kiss you, kiss med, egal und aus – sitz, – hast du die Wechselwirkungen eines Fließgleichgewichts als Mensch erfüllt. So, und nur so liebe ich dich, mit und ohne Fehler.

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Gedankenexperiment

Der Artikel Doku: Expedition durch den menschlichen Körper hat mich zu einem Gedankenexperiment angeregt:
Wenn man alle Menschen der Erde (sind ja nicht einmal 7 Milliarden) als losen Verband eines Vielmenschler Wesens (Wortschöpfung in Anlehnung an Vielzeller) betrachtet und dann mit den Zellen eines einzelnen Menschen vergleicht (etwa 100 Billionen) ergeben sich für mich interessante Perspektiven. Jede Sekunde sterben Mio. Zellen ab und es entstehen neue, viele Funktionen von Organen werden sogar immer wieder mit Funktionen unserer Gesellschaft und des täglichen Lebens erklärt. Nehme hier nur ein Beispiel heraus: Polizei – Immunsystem. Umgekehrt sind sehr viele technische Geräte den Organen nachgebaut und übertreffen sie in der Leistungsfähigkeit oft bei weitem. Krieg kann ich mir so als Krankheit erklären, usw. Aber ich kenne keine Zelle, die unabdingbar wäre. Die soviele Funktionen, Macht oder was weiß ich was konzentriert hätte, dass es ohne sie nicht geht. Der Mensch ist vielleicht doch besser organisiert als die Gesellschaft, was einen noch genaueren Blick auf das Innenleben eines Menschen rechtfertigt.
Dazu mein Spruch, der mir vor mehr als 10 Jahren eingefallen ist:
Willst du wirklich wissen wer du bist, frage deine Tc-Lymphocyten. Falls sie dir antworten, vergiss nicht, mir darüber zu berichten. 😉

Weblinks:
Doku: Expedition durch den menschlichen Körper
Wie viele Zellen hat der Mensch?

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Pension Fritzl das Inzest-Drama als Theaterstück

PENSION FRITZL
Eine Keller Soap.
Im Keller unterm Teppich: Tiefer gehts nicht mehr. Einfach: Nieder-Österreich
Premiere (AUSVERKAUFT!!):
23. Februar um 19.30 Uhr
Vorstellungen:
25. – 28. Februar um 19.30 Uhr
Die Premiere ist ausverkauft, aber für die anderen Vorstellungen kann man direkt auf 3raum online Karten bestellen und dort finden Sie auch Informationen zur Besetzung und zum Regisseur Hubsi Kramar.
Ist das eine kranke Kunst? Noch bevor Inzest-Täter Josef Fritzl vors Gericht kommt, bringt der Wiener Theatermacher Hubsi Kramar seine abscheuliche Taten als Satire auf die Bühne.

Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll, habe ich mich doch schon bei Die EU und ihre Kunst: ENTROPA gefragt, ob das Kunst sein kann und ob sich geistiges Onanieren immer mit dem Deckmantel Kunst zudecken lässt. Dadaichmuss ist das jedenfalls sicher nicht.
Soll, kann und darf Kunst solche Themen behandeln? Werden die Betroffenen vielleicht eingeladen werden? Ist das nicht eine Fortsetzung des Terrors auf anderer Ebene? Braucht die Gesellschaft diese Kunst zur Verarbeitung? Ist die Kunst ein Spiegelbild der Gesellschaft? Wird diese Gesellschaft und diese Kunst von unserer Politik verstanden, gefördert oder geprägt? Fragen über Fragen, die ich alle nicht beantworten kann, aber vielleicht kann mir im Kommentarbereich jemand seine Meinung dazu sagen.

Die Keller Soap "Pension Fritzl"

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Ich lese gerade in der ÖsterreichHeute:

150.000.- € Steuergeld jedes Jahr: „Inzest-Komödie“ wird gefördert!

Kann und darf das überhaupt sein, hat die Behörde nicht schon beim Inzest-Drama versagt und jetzt feiern sie ihr Versagen mit der Förderung der „Inzest-Komödie“? Sollte man das Geld nicht eher dafür verwenden, die Förderer, Versager, Fritzl, den Regisseur und die Besucher kostenlos psychisch zu betreuen, oder vielleicht gar für die Opfer aufwenden? Naja, vielleicht bekommen Sie ja etwas vom Gewinn, falls sich das wirklich jemand ansehen sollte.
Auch wenn ich oben keine Antworten habe, eines weiß ich ganz sicher: Die Opfer können sich nicht wehren! Hier geht es nicht etwa um eine Karikatur oder um Steinigung, Hinrichtung von Homosexuellen, nein, hier geht es um ein ganz extrem abscheuliches Inzest-Drama, das eigentlich unvorstellbar ist und die Opfer leben und können sich die Pension Fritzl ansehen!

Stern.de fragt in: Fall Fritzl kommt auf die Bühne:

Eignet sich der Inzest-Fall von Amstetten als Stoff für eine Satire? Der Wiener Theatermacher Hubsi Kramar meint: Ja. Unter dem Titel „Pension Fritzl“ will er den wohl spektakulärsten Kriminalfall des vergangenen Jahres auf die Bühne bringen – als so genannte Keller Soap. …

Die Berliner Morgenpost: „Fall Fritzl“ als Soap

Wir können uns ziemlich gut vorstellen, wie bitterböskomisch Thomas Bernhard grinsen würde. Ins Fäustchen würde er sich lachen….

Weblinks:
Hubsi Kramar inszeniert Stück über Fall Amstetten
«Pension Fritzl»: Inzest-Drama wird zur Soap
„Pension Fritzl“: Inzest-Drama wird Theaterstück
Inzest-Drama als „Keller-Soap““Pension Fritzl“ auf der Bühne

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Neujahrsansprache 2009 vom Bundespräsident Heinz Fischer

Ich habe in einigen Zeitungen darüber gelesen, siehe Links unten, aber die Passage, die mir am wichtigsten ist, habe ich nirgends gefunden, außer auf TV-Neujahrsansprache 2009:

In schwierigen Zeiten ist die Rücksichtnahme auf die Schwächeren und der Kampf gegen die Armut eine ganz besondere soziale aber auch moralische Verpflichtung. Daher sollte z.B. das Projekt einer bedarfsorientierten Mindestsicherung in Zusammenarbeit mit den Bundesländern zum frühest möglichen Zeitpunkt verwirklicht werden.

Nicht zuletzt müssen wir darüber nachdenken, was aus dieser Krise zu lernen ist, um Fehler nicht zu wiederholen und uns den Zielen einer humanen und lebenswerten Gesellschaft weiter anzunähern, in der die Rücksichtnahme auf den Mitmenschen stärker ausgeprägt ist als rücksichtsloser Egoismus.

Gerade in schwierigen Zeiten dürfen wir auch Grundrechte und Menschenrechte keinesfalls außer acht lassen. …

Neujahrsansprache 2009 vom Bundespräsident Heinz Fischer
Rede als pdf

Solche Worte sind meiner Meinung nach eines Bundespräsidenten würdig und machen ihm alle Ehre. Es wäre zu schön, wenn man sie bis ins Parlament hören könnte, weit ist es ja nicht von der Hofburg entfernt.

Weblinks:
Neujahrsansprache: Fischer will mehr Einigkeit in Regierung
Neujahrsansprache Fischer: Regierung sollte an einem Strang ziehen
Fischer mahnt Kampf gegen die Armut ein

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Es weihnachtet in der Freuden- und Spaßgesellschaft

lily_lilium

lily_lilium

Der letzte, ausschlaggebende Anlass für meine Überlegung war wohl ein Presseartikel auf Yigg über Qigong und Tai Chi (im deutschen Sprachgebrauch meist Taijiquan). Besonders, weil mein Taijiquan Lehrer vor den Weihnachtsferien seine Schüler befragt hat, ob sie Veränderungen im Alltagsleben durch den Kurs bemerkt hätten und abschließend das heute usquequaque undique omnipotente Sätzchen „es muss vor allem Freude machen“ anbrachte. Erfreulicher weise ergänzte er um „zumindest manchmal“, damit kann ich den Kurs weiterhin besuchen.
Wenn ich Zeitungen durchblättere, kommt mir die frohe Botschaft überall entgegen, wenn ich meinen Freunden und Bekannten zuhöre, ertönt es immer wieder: „alles muss Freude oder Spaß machen“.
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