Schlagwort-Archive: Gewalt

Sind die Medien Schuld?

Diese Frage höre ich in vielen Zusammenhängen immer wieder und ich frage mich, was sie eigentlich bedeuten soll.
Ist das Restaurant oder ein Koch Schuld, wenn Sie zu dick sind?
Ist der Weinbauer Schuld, wenn Sie Alkoholiker sind?
Sind die brutalen Filme und Spiele der letzten Zeit, die meiner Meinung nach teilweise Werke von völlig Geisteskranken („geisteskrank“ ist hier als abwertendes Schimpfwort gemeint und bezieht sich nicht auf tatsächlich Kranke) stammen müssen, an Amokläufen und Terroranschlägen Schuld?
Ich kann mich nur wiederholen, ich verstehe die Frage nicht ganz. Natürlich ist eine schlechte Beeinflussung nicht wünschenswert, aber wer volljährig und mündig ist, trägt die Verantwortung für sein Leben und seinen Konsum. Und wer minderjährig oder unmündig ist, hat eine Person zur Seite, welche die Verantwortung für ihn tragen muss.

Du musst dir nicht zuerst die blutrünstigen Terror- und Amoklauf-Nachrichten, dann Bluthochzeiten und Gemetzel von Werwölfen, Vampiren, Mutanten und Zombies ansehen, oder gar so perverse, abartige Filme wie Saw usw. In der Werbepause schnell ein Shooter oder Killer-Spiel spielen und nach dem TV eine MMORPG-Session einlegen, bis du am PC einschläfst.

Es ist Schade, dass die Medien, Filme, Internet-Portale und Spiele derart schlecht genützt werden, denn sie bergen ein sehr hohes Potential, dass für Bildung, Kunst, Demokratie und nicht zuletzt zur Förderung von Menschlichkeit eingesetzt werden könnte, aber das liegt in erster Linie am Konsumenten. Die Produzenten machen das, was wir wollen, kaufen und konsumieren.

Es liegt an dir und mir.

Abgesehen davon, halte ich die Frage nach der Schuld an und für sich für sinnlos, da es keinen Richter und keine Konsequenzen gibt. Vielmehr wäre eine Frage nach der Ursache angebracht, wenn schon so seltsame Fragen gestellt werden.

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„Im Namen Gottes darf nicht getötet werden“

Ich las gerade den Artikel der Presse „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden“ und meine erste Assoziation war: „aha, im Namen Gottes darf nicht getötet werden; und sonst vielleicht schon, oder warum müsst ihr sonst die Namen der Götter explizit erwähnen?“. Es gibt doch in jedem Land, zumindest in der EU, sowieso das Gesetz, dass nicht getötet werden darf und zwar in keines Namens und auch nicht im eigenen. Und ebenso nicht in Teufels Namen, sapperlot.

Vertreter des Christen- und Judentums sowie des Islam haben in Deutschland ein gemeinsames Manifest gegen Gewalt veröffentlicht.

heißt es weiter. Alle drei Religionen haben sowieso ihre Gebote, die das vorsehen. Das heißt, wenn sich diejenigen, die an irgend welche GötterInnen glauben, an die Vorschriften ihrer Religionen halten würden, dürften sie sowieso nicht töten. Andere Mitglieder sollte man aus ihrer Religion ausschließen, also ex­kom­mu­ni­zie­ren oder wie das auch immer in der jeweiligen Religion heißen mag. Religionen die vorsehen, dass Ungläubige getötet werden dürfen oder sogar müssen, wird man ja hoffentlich nicht zulassen in der EU.
Es gibt Gesetze in einem Rechtsstaat, wozu müssen da Vertreter des Christen- und Judentums sowie des Islams (zukünftig einfach als Vertreter bezeichnet) aufrufen, dass „Im Namen Gottes nicht getötet werden darf“? Denken die Vertreter, dass sie über den irdischen Gesetzen stehen? Ich, als Atheist, bin empört, dass so etwas von den Vertretern überhaupt zur Debatte gestellt werden darf. Ich bin für eine staatliche Nichtanerkennung aller Religionen, die sich in weltliche und politische Angelegenheiten einmischen wollen.
Glaubensfreiheit ja, wenn es darum geht, dass jeder glauben darf, was er will und auch beten darf, zu wem oder was er will. Aber das ist auch schon alles. Es gibt bestehende Gesetzt und da sollten sich Vertreter nicht so aufspielen, als ob es an Ihnen läge, ob diese eingehalten werden müssen. Oder leben wir ohnehin schon wieder in einem Dreigottesstaat, in dem die Vertreter das Sagen haben?

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2 Arten von Gewalt

Frei fließende Gedanken zur Gewalt – dada muss ich einfach nur assoziieren.
Gewalt und Glaube – du (ich) selbst
Kampfmönche -<## Buddha – Terrorist.
Nur Gedanken, aber wozu Kampfmönche? Ach, um den Herrn zu dienen, den Glauben zu bewahren, den scheiß, überirdischen Gehirngespinst zu huldigen, meiner Geisteskrankheit Vorschub zu gewährleisten, … – oh, ihr seid die Urväter der islamischen und jedwediger religiöser Terroristen?
Dann kenne ich für euch Gestalten kein Schimpfwort mehr und kann euch nur sagen, dass es nur 2 Arten von Gewalt gibt.
Es gibt die natürliche Gewalt und die ist eine Naturgewalt. Selbst wenn ihr gerade nicht erzittert vor dem Blitz, Donner, Erdbeben und Co, dann ist die Mahlzeit des ach, so lieben, schlauen Fuchsileins und Meister Reinekes ganz genau die selbe grausame natürliche Gewalt, die ihr nicht sehen und ertragen könnt – eine Naturgewalt.
Die künstliche, degenerierte, menschliche, intelligente Gewalt ist anders. Sie basiert auf Glauben und meist religiösem oder sexuellen Glauben und diese Gewalt ist es, deren Bekämpfung mir wirklich als ein lohnendes Ziel erscheint.
Warum? – Darum!
Ja, vielleicht bin ich wirklich verrückt, da ich tatsächlich keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Nein, das ist kein Gerede sondern mein Outing, so ist es für mich.
Sie setzt sich auf meinen Arm oder mein Bein und ich sehe sie; spüre sie, beobachte sie.
Taijiquan Meister konnten vor langer, langer Zeit angeblich einen Vogel daran hindern, dass er von der Hand weg fliegt, weil sie so sensibel waren, dass sie ihm den nötigen Widerstand verwehrten.
Ich kann das bei einer Fliege! Vorrausgesetzt sie steht mir nahe und das tut sie, wenn sie auf mir sitzt. Ihre Beinchen ständig putzend huscht sie aufmerksam umher und registriert ihre Umgebung. Wenn ich meine ganze Aufmerksamkeit auf sie fokussiere, dann spüre ich einen starken gleichmäßigen Druck ihrer Beinchen, sobald sie weg fliegt. Ich versuche zu reagieren und ihr den Widerstand zu nehmen, aber ich bin viel zu langsam. Ich gebe nicht auf und kann sie inzwischen schon im Flug mit zwei Fingern fangen, ohne sie zu verletzen, aber bis ich sie am Wegfliegen hindern kann, wenn sie auf mir sitzt, werde ich noch viel intensiv üben müssen.
Ich kann also weder ihr noch jemand anderem weh tun (zumindest hat sich in 53 Jahren noch keine Situation ergeben wo ich dazu gezwungen worden wäre).
Was können aber die meisten Menschen? Die Fliege nachbauen? Sie erzeugen? So ein Kunstwerk schaffen? Nein, darauf klatschen und kaputt machen! So eine Fliege ist Leben und kitzelt doch nur – lasst sie leben, schaut ihr zu, lernt von ihr, denn sie ist schneller als ihr alle und sie kann fliegen! Könnt ihr das wenigstens auch?
Ach, ihr tötet sie, weil sie fliegen kann, aber ihr kaum noch gehen könnt?
Na, dann füttert wenigstens euren Hund – der gehört euch, im Gegensatz zu meiner Fliege!

Natürlich ist das nicht ganz ernst zu nehmen und wenn mich Fliegen in der Wohnung quälen greife ich auch zur Klatsche und eleganteren Lösungen aus dem Drogeriemarkt. Aber Fliegen sind jedenfalls wirklich harmlos im Gegensatz zu den Gelsen und die merkt man kaum, wenn sie auf der Haut landen, sondern erst wenn es zu spät ist und die Vampiermahlzeit schon begonnen hat.

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Chiffren der Transzendenz als Synonym für Gott

Existenz ist stets auf den Anderen gerichtet. Das Selbstsein bedarf wesentlich der Kommunikation mit anderen Menschen. In der Kommunikation von Mensch zu Mensch realisiert sich Philosophie im „liebenden Kampf“, in dem Angriff und Rechtfertigung nicht dem Gewinn von Macht dienen, sondern Menschen sich gegenseitig nahe kommen und sich einander ausliefern. So erreicht man das „Innewerden des Seins“, die „Erhellung der Liebe“ und die „Vollendung der Ruhe“…..
Quelle des Zitats: Karl Jaspers
Die Biografie hat mich über Kollektivschuld zum Befehlsnotstand geführt, wo ich eine äußerst interessante Logik vorfinde:

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