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Erdogan kommt, um um ihre Stimmen zu werben.

Heute zitiere ich mit meiner Schlagzeile einmal wörtlich aus dem Kurier. Manchmal lese ich auch den Kurier und dabei stolperte ich in dem eigentlich recht informativen Artikel „Bei Erdogans Besuch gehen die Wogen hoch“ über den Satz

Erdogan kommt, um um ihre Stimmen zu werben.

Und zwar im Absatz:

.. das Wahlrecht für Auslandstürken. Es ist das erste Mal, dass türkische Staatsbürger, die im Ausland leben, wählen dürfen. In Deutschland, Österreich und in ein paar anderen Ländern, wie auch Frankreich, gibt es viele von ihnen. Erdogan kommt, um um ihre Stimmen zu werben.

Was sagen Sie zu diesem Satz 😉 :

Es handelt sich bei "Erdogan kommt, um um ihre Stimmen zu werben." um

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Was sage ich zum Besuch? Erdogan sollte jederzeit willkommen sein, wenn er hier Urlaub machen oder einen Kulturaufenthalt verbringen will. Natürlich auch, wenn er offiziell von unserer Regierung eingeladen wird, aber einen politischen Auftritt auf eigene Faust sollte man ihm auf keinen Fall gestatten. Ist seine Partei bei uns zugelassen? Wozu soll das gut sein für Österreich? Wir wollen hier doch keine Straßenkämpfe und Unruhen und auch keine Twitter-Verbote. Auch keine Sperrungen von Kagran oder irgend eines Platzes. Seine politischen Statements soll er doch am Taksim-Platz verkünden, aber nicht in Wien.
Bis jetzt gab es keine Probleme zwischen Erdogan Anhänger und Gegner in Wien, aber wenn man solche Politischen Reden, die ja sogar nach dem türkischen Gesetz verboten sein sollen zulässt, ist der Beginn des Ärger vorprogrammiert.

Irgendwo habe ich gelesen, dass Peter Pilz in einer parlamentarischen Anfrage, um Auskunft zum „Besuch, der geeignet ist, die Ordnung und Sicherheit der Republik zu beeinträchtigen“ eingebracht haben soll. Die möchte ich lesen und die Antworten von Kurz auch.

Ach, schicken wir doch auch einen österreichischen Spitzenpolitiker nach Istanbul, natürlich ohne offiziellen Auftrag, sondern mit einer Einladung eine Kunstgalerie, oder so, der dort politische Reden halten soll. Zum Thema Toleranz, Homosexualität, Religion, die Kurden, Syrien, Integration ohne Anpassung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Meinungsfreiheit, Zwangsehen, Frauenrechte usw., denn die in der Türkei lebenden Österreicher würde das sicher interessieren. Ich will dazu jetzt keine Umfrage einstellen, mit den Möglichkeiten, wie dieser Gesandte in der Türkei ankommen würde und was mit ihm geschehen könnte, obwohl ich in dank meiner blühenden Fantasie, dazu recht viele Möglichkeiten zur Auswahl anbieten könnte.

Wie dem auch sei, ich bin für Türkisch als Maturafach und bezüglich Erdogan habe ich oben eigentlich schon alles gesagt, aber einmal mehr sei betont, dass ich in Wien sicher keinen Taskim-Platz brauche.

Weblinks:
Geplanter Erdogan-Auftritt sorgt für Aufregung
Sicherheitsalarm um Erdogan-Besuch
Schwere Auseinandersetzungen auf dem Taksim-Platz
Polizei räumt Taksim-Platz in Istanbul
„Erdogan ist kein Demokrat mehr“
Türkei: Erdogan will Twitter wieder sperren lassen
Groß-Demo gegen Erdogan in Köln
Vor Erdogan-Besuch in Wien brodeln Gerüchte


Das Artikelbild ist ein Screenshot aus dem Video oben.

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Erdoğan lässt Twitter sperren

Damit nähert sich die Türkei in Bezug auf Meinungsfreiheit China und Nordkorea an. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die türkische Bevölkerung das bieten lässt. Gibt es da einen Wettstreit zwischen Putin und Erdoğan, wer als erstes abgesetzt wird?

So sehr ich gegen anonyme Proxies usw. bin, in diesem Fall erweisen sie sich als nützlich. Man suche sich (dafür gibt es unzählige kostenlose Programme und Listen; z. B. einfach „Proxy Liste“ in Google eingeben) einen anonymen Proxy, stelle die IP unter Proxy bei Internetverbindungen ein und schon ist man ein Benutzer aus Irgendwo, mein lieber Herr Erdoğan. Die türkischen Kinder, Jugendlichen und mittelmäßig gebildete Twitterer werden das im Gegensatz zum Regierungschef auch wissen.

Was sagen die Medien dazu:
Süddeutsche Zeitung – Regierungschef Erdoğan lässt Twitter sperren

Twitter-Nutzer können in der Türkei die Seite des Kurznachrichtendienstes nicht aufrufen. Zuvor hatte der türkische Ministerpräsident Erdoğan auf einer Wahlkampfveranstaltung das Verbot angekündigt….

Zeit online – Erdoğan will gegen Twitter vorgehen

Erst Facebook und YouTube, jetzt will der türkische Premier Twitter abschalten – ungeachtet dessen, was die internationale Gemeinschaft dazu sagt…..

Die Presse – Türkei: Erdogan wettert über „Twitter und solche Sachen“

Zehn Tage vor der Kommunalwahl in der Türkei hat Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan seine Drohungen gegen soziale Medien verschärft. „Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen. Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich überhaupt nicht“, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Regierungschef am Donnerstag….

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