Archiv der Kategorie: Qigong

Jnana Yoga, einer der 4 Wege des Yoga

Letztens habe ich „8 * 8 = 88 -(8+8+8)“geschrieben und verschwiegen, dass ein Byte 8 Bit hat und ein Bit Yin oder Yang, oh, ich meinte wahr oder falsch bedeuten kann, also 2 Zustände möglich sind (auch technisch). Also immer wieder das gleiche duale Prinzip. Vom Wuji oder Tao über Yin und Yang oder ein Bit zum Byte. Nur das Halbbyte findet mir zu wenig Beachtung, daher schreibe ich heute über einen der 4 (4 * 4 = 44 -(4+4+4+4+4+4+4) LOL – Yogawege, nämlich Jnana Yoga.
Was einem Taijiquan übenden Laozi und das Daodejing bedeuten mag, könnten einem Yogi die Upanishaden sein.
Zu Laozis Zeiten (habe hier schon öfter über taoistische Themen geschrieben) entstand südlich von China, also in Indien die Veda mit den Upanishaden. Eine Gruppe dieser Schriften sind die Yoga-Upanishaden. Soviel zur Vorbemerkung, auf die Upanishaden komme ich später noch einmal zurück, aber an dieser Stelle möchte ich aus der Wikipedia zitieren:

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer empfand die Upanishaden als „belohnendeste und erhebendeste Lektüre, die […] auf der Welt möglich ist: sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.“[4]

Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis) ist neben Raja-, Bhakti- und Karma-Yoga also einer der 4 Wege im Yoga.

Dazu ein längeres Zitat aus Wikipedia (inklusive Originallinks) zu den Mitteln des Jnana Yogas:

Das Vorgehen des Schülers, das zu seiner Erlösung führt, wird durch die „vier Mittel der Erlösung“ (Sadhana Chatushtaya), die aufeinander aufbauen, beschrieben.

  • Viveka — Unterscheidung zwischen Realität – das was unveränderlich ist – (Brahman) und Illusion – das was vergänglich ist – (Maya)
  • Vairagya –Abneigung gegenüber weltlichen Dingen (u.a. Überwindung niederer Triebe), Loslösung von dem, was als vergänglich erkannt wurde.
  • Shad-sampat — Die sechs Tugenden: Sama (Geisteskontrolle), Dama (Sinneskontrolle), Uparati (Entsagung von schädlichen Handlungen), Titiksha (Ausdauer), Shraddha (Glaube), Samadhana – (innere Sammlung, Eins-Gerichtetheit des Geistes) helfen dabei, Loslösung und Unterscheidung zu erreichen.
  • Mumukshutva — der intensive Wunsch zur Befreiung und Erkenntnis ist die treibende Kraft. Es ist der letzte Wunsch, der alle anderen Wünsche ersetzt, aber letztlich auch aufgegeben werden muss, um Befreiung zu erreichen.

Die Wahrheit wird durch die vier Mahavakyas (große Sprüche, die die Quintessenz der Upanishaden sind) ausgedrückt:

  1. Tat tvam asiDu bist DAS – Brahman – die Realität. (Chandogya Upanishad 6.8.7, Samaveda, Kaivalya Upanishad)
  2. Aham brahmasmiIch bin Brahman (Brihadaranyaka Upanishad 1.4.10, Yajurveda, Mahanarayana Upanishad)
  3. Ayam atma brahmaDas individuelle Selbst (Atman) und die Weltseele (Brahman) sind eins (Mandukya Upanishad 1.2, Atharvaveda)
  4. Prajnanam brahmanBewusstsein ist Brahman (Aitareya Upanishad 3.3, des Rigveda)

Besonders interessant finde ich dazu den Artikel „Jnana Yoga / Vedanta-Philosophie: Die drei Körper und fünf Hüllen“ von Sukadev Bretz.
Was fällt mir da sofort auf? Das die Fünf-Elemente-Lehre (chin. 五行 wŭxíng = Fünf Wandlungsphasen) eine daoistische Theorie zur Naturbeschreibung, anscheinend nicht nur in China bekannt war.
Ob Prana oder Chi, Meridian oder Nadi, mir fällt dazu spontan ein die Figuren einer Taijiquan-Form sind Asanas und das Sonnengebt ist umgekehrt eine Kurzform. Ob Stehmeditation oder im Sitzen, ob Asanas oder Stellungen in der Taijiquan-Form, die enge Verwandtschaft ist nicht zu übersehen und obwohl TCC eine Kampfkunst ist, so ist dort die innere Ruhe und der Frieden ebenfalls ein erstrebenswerter Zustand. „Harmonie“ und „loslassen“ sind sowohl Zauberwörter für Yogis, als auch für Taijiquan übende.
Anderer Titel und Anfang und ein Ende wie immer. Ich glaube, allmählich kann ich das Schreiben sein lassen, denn ich komme ohnehin immer zum gleichen Schluss. Naja, sage ich mir eben, der Weg ist das Ziel, um so dieser Peinlichkeit zu entgehen.

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Aufwärmen und Dehnen im Taijiquan – Teil 1

Vor den eigentlichen Grundübungen, mit denen jedes (Chen) Taijiquan-Training beginnen sollte, also der „stehenden Säule“, den Seidenfadenübungen und/oder verschiedene Qigong-Übungen steht Aufwärmen und Dehnen am Programm.

Diesen Absatz wollte ich mir eigentlich ersparen, da ich aber gerade wieder wieder eine Expertenwarnung in einer Tageszeitung lese, wo man meint, dass Yoga gesundheitsschädlich sein kann. Abgesehen davon, dass es heute bei Egomanen Mode ist vor allem und jeden zu warnen um sich durch Panikmache ins Rampenlicht schieben zu können, kann natürlich wirklich alles mit falschem Ehrgeiz betrieben werden. Meine Ergänzung zu sämtlichen Warnung der Gegenwart: „Achtung, Leben ist ausnahmslos immer tödlich!“ Wollen wir es deshalb vermeiden? Im Taijiquan ist die Gefahr zwar gering, aber gerade beim Dehnen und Aufwärmen sollte man sich darüber im klaren sein, dass ein Spagat nicht unbedingt erforderlich ist für Taijiquan. Taoisten haben dazu im Taijiquan übrigens die 70%-Regel; höchstens bis auf 70% der Maximalbelastung in jeder Hinsicht und so kommt man zwar nur langsam, aber sicher zum Erfolg; jahrtausende lang praktizierte Übungen aus dem fernen Osten können für einen gestressten Europäer hier und heute womöglich schon gesundheitsschädlich sein, wenn er es so betreibt, wie alles andere im Leben auch – schneller, weiter, mehr, besser, öfter, länger, perfekter … mit Gold behangen, ein Herzinfarkt am Stockerl, haut sie dann aus ihre Sockerl. Also bitte nicht so, sondern mit Vergnügen Dehnen! 😉

Lange Geschichten zu den Vorbedingungen, die man sich für die Übungen schaffen soll halte ich für überflüssig. Zeit nehmen (täglich), das Handy ausschalten, bequeme Kleidung, den richtigen Ort, also ein sauberer, trockener und gut gelüfteter Raum, bei Bedarf auch ein paar Kerzen, Räucherstäbchen und entspannende Suggestionsharmoniemusik im Hintergrund.
Nun, ich halte nicht sehr viel davon und denke, dass man in jeder Umgebung und bei jeder Störung (auch Baulärm) und trotz jeder Widerwärtigkeit gleich gut üben kann. Am besten ist es meiner Meinung nach, in der freien Natur zu üben. Auch wenn der Wind bläst und es ein wenig tröpfelt, oder ein paar Schneeflocken vom Himmel herab tänzeln. Besondere Kleidung ist nur praktisch, aber nicht erforderlich und beeinflusst, meiner Erfahrung nach, den Erfolg der Übung kaum. Ablenkung kann sogar nützlich sein, denn wir leben nicht im Paradies und Taijiquan soll ja auch nicht nur unter optimalen Bedingungen (im Paradies) funktionieren. Harmonische Klänge, Düfte und Kerzenschein gefällt mir auch, ist mir aber nicht wichtig, wenn ich Taijiquan üben möchte. Ich bin also für „üben im Freien“ unter keinen besonderen Voraussetzungen und ohne bestimmter landschaftlichen Kulisse. Selbstverständlich gibt es Übungen, für die auch ich oben erwähnte Bedingungen bevorzuge, besonders wenn es um Meditation oder bestimmte Dehnübungen geht, bei denen ich gerne auf trockenem, suberen Boden sitze oder liege.

Viele Lehrer und Autoren finden, dass man neben Taijiquan keine weiteren „Schulen“ benötigt und auf Zen-Meditation, Yoga, Aikido, ja sogar auf Qigong im Neigong verzichten kann, weil Taijiquan das alles auch bietet. Ich denke, dass jede Kunst, Sportart, Philosophie und Lebensart spezielle Besonderheiten birgt und sinnvoll genutzt werden kann und ich möchte im Zusammenhang mit „Aufwärmen und Dehnen“ genau so wenig auf Erkenntnisse aus der westlichen Sportwissenschaft und dem Gesundheitsbereich, wie auf Qigong und Yoga verzichten.

Wenn es um Taijiquan geht, baue ich meinen Möglichkeiten entsprechend auf Authentizität, denn an der Quelle ist das Wasser immer am reinsten, aber Aufwärmen und Dehnen ist nicht Taijiquan.
Der Sinn ist in erster Linie, die Verletzungsgefahr zu reduzieren, die Beweglichkeit zu erhöhen und das Gleichgewicht zu fördern.
Krafttraining ist meiner Meinung nach kontraproduktiv, wenn ich davon ausgehe, dass dies Taijiquan-Anfänger lesen. Gleichzeitig ein Krafttraining oder einen Kraftsport und Taijiquan zu beginnen, halte ich für keine gute Idee. Wer hingegen bereits lange Taijiquan ausübt, wird wahrscheinlich kein Interesse mehr für Krafttraining aufbringen. Wenn hingegen jemand bereits länger ein Krafttraining ausübt, dem würde ich Taijiquan auf jeden Fall als Ergänzung empfehlen.
Aufwärmen und Dehnen im Taijiquan – Teil 1 weiterlesen

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Gegensätze in mir auflösen

Vor einiger Zeit war ich ein ausgesprochener News-Junkie, der sich auf allen möglichen Platformen und sozialen Netzwerken wichtig gemacht hat. Ich musst zu allem eine Meinung haben und über alles Bescheid wissen. Nach einer stundenlangen Sitzung dieser Art am PC, wobei nebenbei vielleicht noch das TV oder Radio lief und ich viele Tassen Kaffee und ein Packerl Zigaretten konsumierte, wurden mir die Probleme einfach zu viel. Ich hatte unzählige Probleme, die eigentlich nicht meine Probleme waren, abgesehen davon, dass die Zeit verloren war und es mir physisch und psychisch schlecht ging.
Mit Taijiquan und Qigong lernte ich meine Verspannungen und Energieblockaden zu lösen und dann gab es mir ein weiteres mächtiges Werkzeug zur Hand, den „Für mich unwichtig Stempel“. Vermutlich trug dazu auch die Beschäftigung mit dem Buddhismus und vor allem dem Taoismus etwas dazu bei. Jedenfalls wies mein Yi (Geist) das retikuläre Aktivierungssystem, oder welche Gehirnstrukturen eben für die Bewertung der Information verantwortlich sind, an, überall den „unwichtig Stempel“ anzubringen, wenn die Information nicht lebenswichtig war und an mich herangetragen, statt von mir gesucht wurde.
Man kann sich heutzutage dem permanenten Informationsbombardement und Medienspektakel kaum entziehen und sich dagegen zu wehren, wäre nur kraftraubend. Aber in Taijiquan-Manier „einfach zulassen“ und nicht weiter beachten war mir hilfreich. Ich las keine Zeitungen mehr, vermied Soziale Netzwerke und schaltete TV und Radio nicht mehr ein. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man mit einem Schlag unzählige fiktive Probleme los wird und plötzlich jede Menge Zeit für sich selbst hat.
Die Information die an mich herangetragen wird, stört mich nun auch nicht mehr. Wenn ich zum Beispiel in der U-Bahn eine kostenlose Zeitung auf dem Sitzplatz vorfinde, auf den ich mich setzen möchte, dann blätter ich sie auf, damit eine neue saubere Doppelseite erscheint und ziehe sie etwas nach vor, damit auch der Rand abgedeckt wird, weil immer mehr asoziale Mitmenschen ihre dreckigen Haxen auf die Sitzflächen legen und schon hat die Zeitung den perfekten Zweck als Sitzunterlage für mich erfüllt. Blicke ich dann zu meinem Gegenüber, kenne ich die neuesten Schlagzeilen natürlich, aber alle haben den Stempel „unwichtig“ darauf und somit kann ich ungestört meinen eigenen Gedanken folgen. In nächster Zeit möchte ich mich ein wenig mit Kräuterkunde und vegetarischer Küche beschäftigen und da gibt es genügend Gedanken, denen ich nach gehen kann.
Nachdem mein „unwichtig Stempel“ so gut funktioniert, kann ich heute in jeder Stellung, zu jeder Zeit und an jedem Ort meditieren, wenn es mich danach lüstet.
Unlängst saß ich spät Abends am Balkon und meditierte mit zu den Sternen gerichteten Augen. Ein vorbei rasendes, lautes Motorrad – „unwichtig“, ständig ein Flugzeug am Himmel – „unwichtig“ – ich ging in mich, beobachtete meinen Atem und versank in meinem Körper, der dabei das Universum wurde. Ich war das wertvollste und wichtigste überhaupt und ich fühlte, dass es ohne mich nichts gibt und geben kann für mich. Ich öffnete mich zu den Sternen und erfasste das Weltall immer mehr. Ich fühlte die unendliche Weite, Größe und Energie und fühlte mich unbedeutender und unwichtiger als ein Sandkorn. Ich war nichts im Vergleich zum Weltall, aber ich hatte noch einen Rest des Gefühls, eine Ahnung in mir, von dem Gefühl vorhin, als ich alles und das Wichtigste überhaupt war, als es für mich das Universum nur geben konnte, wenn es mich gab. Jetzt konnte es mich nur geben, weil es das Universum gab und ich war ein unendlich unbedeutendes Teilchen davon. Ich fokussierte zurück zu meinem Zentrum und wiederholte dieses Wechselspiel einige male, bis ich mich auf den Bereich zwischen meinen Augen konzentrierte und beides gleichermaßen erfühlte. Ich fühlte mich gleichermaßen absolut wichtig und absolut unwichtig, bis ich allmählich bemerkte, dass ich da saß und nur Gefühle oder so etwas ähnliches hatte und Teil des Universums war. Ich sah mich da sitzen und war selbst als Beobachter nicht vorhanden, dann konzentrierte ich mich wieder auf mein Zentrum, aber beide „Gefühle“ blieben verschmolzen vorhanden. Ich hatte das Weltall in mich aufgenommen und wurde dadurch unbeschreiblich klein und unwichtig, aber ich fühlte mich sehr harmonisch, ausgeglichen und wohl dabei.

Ich hatte über Stunden hinweg keine Gedanken (früher konnte ich nicht einmal ein paar Sekunden nichts denken) und nur unbeschreibliche Zustände und Wahrnehmungen. Das Stunden vergangen waren bemerkte ich erst im Nachhinein. Vielleicht war ich auch eingeschlafen und hatte einfach nur einen Traum, aber was macht das schon für einen Unterschied? Traum, irgend eine Wirklichkeit oder irgend eine Fantasie, es spielt für mich keine Rolle.


Bildquelle: Wikimedia Commons; By ESO/J. Emerson/VISTA. Acknowledgment: Cambridge Astronomical Survey Unit (ESO) [CC-BY-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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5-Animals Qigong und Wudang Taiji 28 von Master Bing

wudangbing hat neue updates auf YouTube eingestellt, die mir wieder ausgezeichnet gefallen:

und

Zhong Xuechao (Master Bing) demonstrated Wudang 5-Animals qigong (a short version) and Wudang Taiji 28

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Die „huang ting“ kommt mir da gerade recht

Die Überlegungen von gestern „Kampfkunst versus Kampfsport“ scheinen nichts zu bringen, abgesehen davon, verwirren sich mich nur noch mehr. Doch sie hatten auch ein gutes, denn ich bekam einen nützlichen Kommetar und der Hinweis auf die Wettbewerbe in Taiwan. Das genügt mir, um dieses Thema aus meinen kreisenden Gedanken zu verbannen.
Trotzdem passt zu meinen Überlegungen gut, was ich gerade „ergoogelt“ habe:

„Denken schädigt die Milz und bewirkt. Anfallskrankheit und Irrsinn. Mit Zorn … in einem Lehrgespräch der Gelbe Kaiser …. ‚gestrenge Halle‘. Die fünf Hauptorgane ….. qigong-Übungen und taiji quan. In: Heise Th (Hrsg) …“ Beschreibung auf Googel zu Traditionelle chinesische Medizin.

In der Formenlehre lese ich gerade über die Qi-Bewegung des Tuna im TCQ und über die gelbe Halle (huang ting) was mich motiviert den Qigong Kurs für die Mitte nächstes Semester fortzusetzen.
So, jetzt werde ich jedenfalls einmal meine Milz schonen. 😉

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