Archiv der Kategorie: Psychologie

Schwarmintelligenz – sind wir gemeinsam dümmer?

By Rabe19 (Diskussion) – Own work (Original text: eigenes Foto), Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28286424
Ich las gerade den Artikel Schwarmintelligenz -Gemeinsam sind wir dümmer und frage mich nun, was und ob „Kollektive Intelligenz“ den Menschen etwas bringen könnte.
Zuerst dachte ich, dass die technische Vernetzung und die modernen Kommunikationsmittel erst zu dieser Frage führen konnten, doch dann las ich Schwarmintelligenz am Menschen erforscht:

200 Menschen liefen neulich durch eine Messehalle in Köln – und das keineswegs planlos, obwohl die meisten nicht wussten, dass es überhaupt einen Plan gibt. 20 von ihnen hatten den Auftrag, die Masse ohne Sprache oder Gesten zu einem Ziel zu bringen. Frank Schätzing war auch da……

Hier wird mir klar, dass es eigentlich um den Herdentrieb geht, wo bei manchen Tierarten die Tendenz zeigen, in Herden zusammenzuleben. Das wird auf die Tendenz des Menschen übertragen, sich in Gruppen zusammenzufinden und um sozialen Bestätigung sowie um ein Anschlussmotiv, also das Bedürfnis nach Vertrautwerden und Geselligsein mit anderen und den damit verbundenen Gefühlen von Zugehörigkeit und Geborgenheit zu erhalten. Aber wird die Gruppe (Herde) dadurch intelligenter oder gar ein Superorganismus?
Ich wage das zu bezweifeln und mir fällt da ganz spontan dazu ein: Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche:

Wenn die Individuen nicht wissen was sie wollen, dann folgen sie denen, die so tun als wüsten sie es.

Weblinks
Schwarmintelligenz
Wie falsche Antworten zur Wahrheit führen
Nutzt die Politik unseren Herdentrieb beziehungsweise unser Schwarmverhalten?
Im Zweifel mit der Masse
Denkfallen: Herdentrieb

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Ein Spiel ist ein soziales System

[:de]Zurück zu Geisteskrankheit – ein moderner Mythos


„Ein Spiel ist ein soziales System.“ Dieser Satz stammt aus dem Vorwort zur deutschen Neuausgabe, von Fritz B. Simon – Berlin, Frühjahr 2013

Die Unterscheidung zwischen „krank“ und „gesund“ hielt ich bis vor kurzem für recht unproblematisch, da ich davon ausging, dass die Mediziner den Begriff „Krankheit“ ausreichend definierten. Da die Psychiatrie ein Fachgebiet der Medizin ist, dachte ich, diese Definitionen müssten wohl auch für Geisteskrankheiten gültig und anwendbar sein. Nun, ich bin aber nur ein interessierter Laie, der sich seit dem zarten Kindesalter mit dem Begriff „Psyche bzw. Seele“ abquält und noch immer nichts damit anfangen kann. Daher hätte ich niemals auf die Betrachtungsweisen des Psychiaters Thomas Szasz kommen können. Aber selbst wenn ich das gekonnt hätte, so hätte ich es niemals gewagt. Thomas Szasz hat das Buch „Myth of Mental Illness“ schon 1961 geschrieben, doch es ist heute noch genau so modern und revolutionär, wie damals. Das liegt daran, dass sich früher sowohl die Psychoanalyse, wie auch heute die biologische Psychiatrie an derselben Metapher, nähmlich dem medizinischen Krankheitsbild, orientieren. Es gibt nur „krank“ oder „gesund“. Da beginnt die Kritik von Szaasz, indem er Verhaltensweisen, die sozial als Symptome definiert sind, als Zeichen und setzt der medizinischen Erklärung eine semiotische Analyse entgegen.
Von Metaphern kann man hier kaum Reden, nein es sind dumm Sprüche, die mit dem Wort „Spiel“ getrieben werden. Das Spiel des Lebens, ja selbst das Leben ist nur ein Spiel und sogar der wütende Kampfhund wollte nur spielen, als er sein Opfer zerfetzte. Die „alles ist ein Spiel-Sprüche“ hängen wohl schon jedem zum Hals heraus und doch kann ich dem Satz „Ein Spiel ist ein soziales System“ etwas abgewinnen. Denn wenn man menschliches Verhalten als regelgeleitet versteht, als Teilnahme an einem Spiel, kann man durch diese Betrachtung zu interessanten Folgerungen kommen. Das Spiel, schreibt Simon, „steht hier für eine geordnete, durch die Befolgung von Regeln erklärbare Gesamtheit erlaubter, vorgeschriebener und verbotener Interakttionen mehrerer Akteure“. Und weiter – wörtliches Zitat:
Mit diesem Ansatz wurde Szasz zum Pionier eines Erklärungsmodells, das die Entstehung von abweichendem Verhalten kausal in dem Bereich verantwortet, in dem es zu beobachten ist: einem sozialen System, d.h. einem Kommunikationssystem.“
Davon ausgehend ergeben sich zwei darauf aufbauende Möglichkeiten, die als Mikroebene und als Makroebene bezeichnet werden. Auf Mikroebene, also der Face-to-Face-Kommunikation sind in letzer Zeit erfolgreiche Paar-, Gruppen- und Familien-Therapien entwickelt worden.
Szasz wandte sich aber der Makroebene zu und richtete sein Interesse auf übergeordnete gesellschaftliche Systeme der Politik und Wirtschaft und wurde zu einem radikalen Kritiker der staatlich getragenen und von wirtschaftlichen Interessen geleiteten Medizinalisierung der Psychiatrie, die dabei sowohl implizit als auch explizit in der Gesetzgebung sein konnte.
In diesem Vorwort wird auch erwähnt, dass Szasz darauf hin wies, dass schon zu Beginn der Psychiatrie im Buch „Lehrbuch der ärztlichen Seelenkunde“, von Ernst von Feutersleben, Anfang 19. Jhdt, der metaphorische Charakter des Krankheitsmodell thematisiert wurde. Wo es darum ging, dass für die Leiden des Geistes eher die Seelenärzten (Priester, Lehrer, .. ) zuständig sein sollten. Ich weiß nicht, ob ich bedauern soll, dass sich die moderne Psychiatrie nicht mehr an ihre Gründerväter erinnert, aber mir wird klar, dass die vielen bunten Bilder eines Hirnscanners zwar eine hohe Suggestivkraft haben mögen, doch wenig Erklärungsert haben. Bis vor kurzem dachte ich, dass ein vollständiges Bild aller neuronalen Aktivitäten und aller Hormone und Neurotransmitter eigentlich alles erklären würde. Doch heute stimme ich damit überein, dass die Entstehung körperlicher Symptome durch biochemische Prozesse und anatomischen Strukturen erklärt werden können, aber nicht Geisteskrankheiten, falls es diese überhaupt gibt.

Dazu denke ich an folgendes Beispiel:
Eine Person trainiert 2 Wochen lang auf 6000 m Höhe irgend eine Sportart. Der Effekt ist auch unter der Bezeichnung „Blutdoping“ bekannt. Wegen des geringen Sauerstoffgehaltes und den atmosphärischen Bedingungen stellt sich der Körper darauf ein und produziert mehr Erythrozyten. Geht diese Person nun zum Arzt und sagt nichts über die Umstände, sondern lässt sich einfach untersuchen, so wird der Arzt eine Polyglobulie (erhöhte Anzahl der roten Blutkörperchen) feststellen und als Folge womöglich verschiedene Krankheiten diagnostizieren und therapieren, obwohl die einzig richtige Therapie, keine Therapie, wäre, weil die Person gesund ist und sich das Blutbild in kurzer Zeit wieder normalisieren würde.

Scanns sind sicher ein sehr gutes Instrument, aber biologische Faktoren können niemals das Verhalten eines Individuums erklären. Diese Erkenntnis gewann ich schon aus dem Vorwort, denn bisher war ich der Ansicht, dass die Psychiatrie nur deshalb noch nicht perfekt ist, weil die technischen Mittel zur Diagnose noch unerschwinglich sind, oder einfach noch verbessert werden müssen, bis jede biochemische Reaktion erfasst werden kann.
[:en]Zurück zu Geisteskrankheit – ein moderner Mythos


„Ein Spiel ist ein soziales System.“ Dieser Satz stammt aus dem Vorwort zur deutschen Neuausgabe, von Fritz B. Simon – Berlin, Frühjahr 2013

Die Unterscheidung zwischen „krank“ und „gesund“ hielt ich bis vor kurzem für recht unproblematisch, da ich davon ausging, dass die Mediziner den Begriff „Krankheit“ ausreichend definierten. Da die Psychiatrie ein Fachgebiet der Medizin ist, dachte ich, diese Definitionen müssten wohl auch für Geisteskrankheiten gültig und anwendbar sein. Nun, ich bin aber nur ein interessierter Laie, der sich seit dem zarten Kindesalter mit dem Begriff „Psyche bzw. Seele“ abquält und noch immer nichts damit anfangen kann. Daher hätte ich niemals auf die Betrachtungsweisen des Psychiaters Thomas Szasz kommen können. Aber selbst wenn ich das gekonnt hätte, so hätte ich es niemals gewagt. Thomas Szasz hat das Buch „Myth of Mental Illness“ schon 1961 geschrieben, doch es ist heute noch genau so modern und revolutionär, wie damals. Das liegt daran, dass sich früher sowohl die Psychoanalyse, wie auch heute die biologische Psychiatrie an derselben Metapher, nähmlich dem medizinischen Krankheitsbild, orientieren. Es gibt nur „krank“ oder „gesund“. Da beginnt die Kritik von Szaasz, indem er Verhaltensweisen, die sozial als Symptome definiert sind, als Zeichen und setzt der medizinischen erklärung eine semiotische Analyse entgegen.
Spiel – … Konsequenzen Richtungen . ..Scann, Blutdoping.[:]

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Was ist Psychologie? Naja, jedenfalls nichts für mich!

.) Man könnte nun übersetzen auf Seelenlehre und sagen, die Lehre der Seele. Vernünftige Menschen, auch Wissenschaftler, verwenden eine sprechende Bezeichnung, die den semantischen Wert erklärt oder zumindest darauf hin weist, denke ich. Leider verhält es sich mit dem Begriff „Psychologie“ nicht so.
.) Man könnte die aktuelle Standarddefinition geben, mit der aber offensichtlich nicht alle Psychologen einverstanden sind: Psychologie ist die Lehre vom Erleben und Verhalten.
.) Man könnte aber auch sagen, alles was in unzähligen Lehrbüchern von einst und jetzt und in Werken der Psychologie steht und von Psychologen und anderen Wissenschaftlern je über Psychologie geschrieben oder gesagt haben. Viel Spaß beim Lesen.

Im aktuellen Lehrbrief für ein Fernstudium der Psychologie benötigt man für die Frage „Was ist Psychologie?“ im Kapitel 1 über 40 Seiten, 6 Punkte und einige Unterpunkte, die ich hier zitieren möchte:

1) Standarddefinition
2) Ursprung psychologischen Denkens; Realität des Psychischen
3) Wo bleibt die Seele?
3.1) Das System der Seele zwischen Natur und Kultur
4) Erkenntnisstheoretischer Aspekt des Psychischen
4.1) Seelisches als Disposition
4.2) Zum Begriff „seelische Funktion“
4.3) Phänomen -Phänomenbeschreibung – propositionale Einstellung
4.4) Innen-Außen-Unterscheidung und Introspektion
5) Zurück zur Standarddefinition
6) Fragestellungen und Ziele: Beschreiben, erklären, vorhersagen, verändern

Quelle: .) Lehrbrief der FernUni Haagen „Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte“ von Karl-Heinz Renner, Wolfgang Mack und Verena Walpurger; das Datum der Erscheinung ist unbekannt, da nirgends ein Datum angegeben wird, was ich als unseriös und unwissenschaftlich erachte. Erhalten habe ich den Lehrbrief Mitte April 2014

Alle anderen Kapitel enthalten ebenfalls ausführliche Abhandlungen über die Seele. Sogar die Grundlagen der Psychologie beginnen wieder mit einer Abhandlung über die Seele.
Diese Psychologie könnt ihr euch behalten, da hätte ich ja gleich Theologie inskribieren können.
Das war’s mit meinem Interesse für Psychologie, ich lasse mich doch total verblöden mit diesen völlig unwissenschaftlichen, unseriösen Schwachsinn. Die übrigen Lehrbriefe sind Anleitungen zum wissenschaftlichen Arbeiten und Methoden der Psychologie. Was soll das für ein wissenschaftliches Arbeiten sein, keine Definitionen und nicht einmal ein Datum wann, was geschrieben und gedruckt, verlegt bzw. veröffentlicht wurde. Da lese ich lieber noch die Gratiszeitung in der U-Bahn und nachdem, was ich jetzt erlebt habe, würde ich mich dabei nicht mehr schämen, denn seriöser als die Unterlagen für ein Studium der Psychologie sind diese Werbezeitschriften allemal noch.

Die Psychologen werden es noch schaffen, dass der Klerus wieder bestimmt, was geforscht werden darf und bei deren Arbeitsweise und Einfluss würde es mich auch gar nicht wundern, wenn die Kirche bald wieder bei den Staatsgeschäften und in der Politik mitmischt. Es ist ein Graus.

Es ist ärgerlich, denn abgesehen von der verschwendeten Zeit, hätte ich um das Geld schon einige gute Bücher und ein paar Raspberry Pi’s bekommen.

Siehe auch ICH UND MEINE SEELE, ODER SEELE IST DAS GEGENTEIL VON VERSTAND

(1312)

Ich und meine Seele, oder Seele ist das Gegenteil von Verstand

Der Teilsatz „Seele ist das Gegenteil von Verstand“ des Titels, stammt aus der Wikipedia Begriffserklärung für Seele.
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  • Begriff(e) aus der Wikipedia
  • Historisches
  • Traurige Gegenwart
  • Meine Seele
  • Meine politische Meinung zum Seelenbegriff
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Warum dieser Artikel

Ich fühle mich von Psychologen etwas hintergangen und will mir den Begriff aus verschiedenen Perspektiven ein wenig durch den Kopf gehen lassen.
Mit mir selbst habe ich kein Problem und die Seele habe ich nach der Kindheit für das erste halbe Jahrhundert meines Lebens eigentlich erfolgreich aus meinem Leben verbannt und es hat mir nichts gefehlt. Natürlich interessieren mich die Ansichten großer Denker, aber in Bezug auf Seele konnte das eben nur ein Interesse sein, wie ich mich ab und zu auch für religiöse Inhalte interessiere, obwohl ich ein Atheist bin; mehr dazu auch unter „politische Meinung“.

Quelle: Studio Khara, Hideaki Anno 	 Logo der Organisation SEELE aus dem Film Evangelion:1.01 – You are (not) alone.
Quelle: Studio Khara, Hideaki Anno
Logo der Organisation SEELE aus dem Film Evangelion:1.01 – You are (not) alone.

In meiner Jugend, also vor über 30 Jahren, strebte ich nach einer guten Allgemeinbildung und kam somit, um so berühmte Autoren wie Freud, Adler und Jung nicht herum. Ich war entsetzt, denn ich hatte sie weder verstanden, noch hielt ich sie für lesenswert. Ich dachte zuerst, es läge an fehlenden Grundkenntnissen der Psychologie, weshalb ich mir damals ein Lehrbuch der Psychologie kaufte. Nachdem ich auf den ersten Seiten las, Psychologie sei die wissenschaftliche Lehre der Psyche und diese wurde aber im ganzen Lehrbuch nicht definiert, war es für die nächsten Jahrzehnte das letzte Buch, das ich zu diesem Thema las. Psychologen waren für mich lange Zeit völlig indiskutable Seelenforscher, die nicht definieren können, was sie eigentlich forschen und lehren.
Über Semantik, Logik, Sprache, Philosophie, künstliche Intelligenz, Objekterkennung u. a. bin ich immer wieder auf die Psychologie und leider auch auf die Seele gestoßen und dort war aber immer meine Grenze erreicht, denn alles was ich nach Plato und Aristoteles über Seele gehört habe, wurde von mir sofort vehement abgelehnt. Ich wollte es nicht einmal hören, weil es ja doch im Himmel, der Hölle oder im Fegefeuer enden musste und auf diese 3 Örtlichkeiten (Zustände) kann ich genau so gut verzichten, wie auf die Dreifaltigkeit in der *modernen Wissenschaft.
Was andere glauben, respektiere ich natürlich, solange das ein privater Glaube ist, oder sich jemand dazu bekennt. Aber heute in Europa, halte ich Glauben in der Wissenschaft, für Mangel an Wissen. Solange sich die Seele also nicht in die Wissenschaft einschleicht, abgesehen von der Theologie, habe ich auch heute kein Problem mit ihr. In der Kunst, Religion, Geschichte und im Alltag und der Umgangssprache halte ich den Begriff für eine Bereicherung der Sprache.
Historisch gesehen, hat sie auch einen berechtigten Platz in der Wissenschaft, aber irgendwann sollten die Wissenschaftler doch wirklich konsequent genug sein, um das zu tun, was sie immer und überall in jeder Richtung als Grundvoraussetzung verlangen: „Man muss zuerst definieren, wovon man spricht, bevor man damit wissenschaftlich arbeiten kann“. Wer Seele nicht definieren kann, sollte das Wort, als Wissenschaftler höchsten im Zusammenhang mit Geschichte verwenden, aber sich keinesfalls danach bezeichnen lassen. Psychologen sollten sich endlich Elebens- und Verhaltensforscher nennen und nicht Seelenforschrer, das ist höchst antiquiert und meiner Meinung nach höchst unangemessen. Da wird an der Sprache herum gepfuscht, um nur ja niemanden zu diskriminieren. Wenn ich behaupte, dass ich mich beleidigt und diskriminiert fühle, wenn man „Weißer“ zu mir sagt, dann wird vielleicht sogar ein „verbotenes“ Wort daraus. Es wird herum definiert und gewortschöpft, dass man sich schon fast in die Zeit vor Martin Luther versetzt fühlt. Das natürliche Geschlecht muss ebenfalls Einzug in die Sprache erhalten, denn das grammatikalische genügt nicht, aber einen antiquierten Begriff können sie nicht ersetzten. Oder wollen sie es gar nicht? Oder haben sie einfach zu viel Angst vor Kirche, der Religion und dem Teufel?
Wie dem auch sei, man kommt nicht um den Begriff herum, will man die Kenntnisse der Psychologie nutzen, also las ich nach 30 Jahren wieder einmal ein Buch aus diesem Bereich, das mir als Einführung geeignet schien “ “Psychologie lernen” von Hans-Peter Nolting und Peter Paulus„. Ich war sehr überrascht, dass die Seele nun endlich nicht mehr nötig sein soll in der Psychologie und das weckte auch mein weiteres Interesse. Ich kaufte mir sofort ein aktuelles, anerkanntes Lehrbuch in dem an die 40 Doktoren und Professoren für Psychologie schrieben und da wurde mir bestätigt, dass die Seele in der Psychologie tatsächlich kein relevantes Thema mehr sei. Gut, sagte ich mir, ohne Seele kann ich mir die Erkenntnisse der Psychologie wirklich zunutze machen. Weil es heute hervorragende Möglichkeiten zum Studieren gibt und man sogar als berufstätiger, älterer Mensch noch studieren kann, dachte ich mir, dass ich ohne weiteres hobbymäßig ein Studium der Psychologie beginnen könnte. Gedacht, getan, inskribiert und die ersten Lehrbriefe „Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte“ erhalten. Was finde ich vor, Seele, Seele, Seele, seelische und psychische Funktionen, Reflexionsbegriff, Sammelbegriff und wieder Seele und zwar nicht im Teil zur Geschichte der Psychologie. Ich war sehr enttäuscht und wollte eigentlich schon nach dem ersten Blick auf die Unterlagen und nach den ersten Online-Vorlesungen, den Versuch als gescheitert abhaken. Ich will und brauche nämlich keine Seele, wenn es um seriöse wissenschaftliche Arbeit geht!
Es kommt mir vor, als würde man nach außen hin für die Öffentlichkeit ein Bild präsentieren, wo die moderne Psychologie ohne Seele auskommt, aber kaum wagt man den ersten Schritt, um selbst ***angehender Psychologe zu werden, beginnt die Indoktrination oder zumindest die Oktroi.
Bei allem Respekt, aber die alten Griechen wussten schon, dass eine Fragestellung, auf die es keine befriedigende Antwort geben kann, sinnlos ist. Die Frage nach der Seele oder nach Gott sollte man der Theologie überlassen, denn auch in der Philosophie macht sie meiner Meinung nach heute keinen Sinn mehr und kann eigentlich gar nicht ernsthaft gestellt werden, wenn die Philosophen ihre eigenen Forschungsprinzipien ernst nehmen. Als versteckter Kampf gegen den Klerus ist eine Diskussion um Gott oder die Seele in der *modernen Wissenschaft aber erfreulicher weise nicht mehr erforderlich. Anatomen wird von der Kirche das Sezieren nicht mehr verboten.

Na gut, Hans-Peter Nolting und Peter Paulus und die rund 40 anderen Professoren werden mich ja nicht hinters Licht geführt haben, denke ich und beginne zu lesen. Ich finde auch interessante Aspekte, aber mit dem Seelen-Begriff wird nicht konsequent umgegagen. Einen Begriff aus der Physiologie als Durchbruch in der Psychologie und als „seelische Funktion“ zu bezeichnen erscheint mir völlig unangebracht und unnötig. Jede andere Bezeichnung, meinetwegen sogar „Essiggurkel“ oder „Bluhmenkohl“, wäre meiner Meinung nach geeigneter, aber eine neue „sprechende Bezeichnung“ wäre natürlich wünschenswert und sinnvoll, meine ich.
Ich und meine Seele, oder Seele ist das Gegenteil von Verstand weiterlesen

(1880)

Was könnte empirisch erforschbar sein? „Ich“ oder „Selbst“?

Ich stolperte über die Frage: „Was könnte empirisch erforschbar sein? „Ich“ oder „Selbst“?“, die Studenten der Psychologie gestellt wurde.
Zuvor wurde ein Text präsentiert, der einem die Antwort erleichtern sollte und in dem William James angeführt wurde. Man bezog sich auf „Psychologie: Briefer Course“ (hier ein Auszug: Der Strom des Bewußtseins) und übersetzte „das Selbst“ als I (self-asknower; Ich-als-Subjekt) und „das Me“ als (self-as-known; Ich als Objekt). Dann wird erklärt, dass „das Me“, da Selbst-als-Objekt heute als selbstbezogenes Wissen in der Selbstkonzeptforschung untersucht und gemessen wird.
Die Diskussion der Studenten verwirrte mich so sehr, dass ich kaum noch weiß wie ich heiße und auch schon daran zweifle, ob es „mich“ überhaupt gibt. Ich sollte vielleicht wieder einmal meine Tc-Lymphocyten fragen. 😉
Es ging hin und her, wobei auf die Grammatik der Sprache, die ja ebenfalls ein Subjekt, ein Objekt und eine Regel für Aussage- und Fragesätze kennt, kaum Rücksicht genommen wurde. Ich habe mich bemüht, aber trotzdem nur ungefähr erahnt, worüber gesprochen wurde. Erfreulicher Weise klärte dann ein Teilnehmer die Angelegenheit etwas auf, indem er einbrachte, dass die Formulierung im Text etwas ungenau scheint und W. James „Ich, als Bewusstseinsstrom“ und „Mich, als reflektierbare Identität“ meinte.

Mein erstes Brainstorming dazu:
Also, „Ich, als Bewusstseinsstrom“ und „mich, als reflektierbare Identität“ hat mir zwar ein wenig weiter geholfen, aber für mich blieb trotzdem so ziemlich alles verwirrend, besonders die Frage:
„Was könnte empirisch erforschbar sein? „Ich“ oder „Selbst“?“.
Bei dieser Fragestellung frage ich mich, was der Konjunktiv bedeutet. Es könnte immer alles empirisch erforschbar sein, wenn ich den Satz, der die Antwort darstellt, um die entsprechende Bedingung erweitere, damit ich zu einer richtigen Antwort komme.
Zwei Fragezeichen in einem Satz sind mir auch suspekt. Genau betrachtet kann beides eigentlich nur germanistisch erforschbar sein, fällt mir dazu als erstes ein und dann denke ich, die Assoziation wurde vermutlich von „I, Me, Self“ ausgelöst, an „Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“. Ich nehme einmal an, dass die grammatikalisch richtige Fragestellung lauten sollte: „Ist das „Ich“ oder das „Selbst“ empirisch erforschbar? Ich nehme weiter an, dass es sich um ein ausschließendes „oder“ handelt, sonst hätte man fragen müssen: „Ist das „Ich“, das „Selbst“ oder beides empirisch erforschbar?
Mein Gefühl sagt mir, dass vermutlich gefragt ist, ob das „Ich“ oder „Selbst“ empirisch erforschbar ist, wobei eines, das andere ausschließt.
So, spätestens jetzt bräuchte ich eine Definition von „Ich“ und „Selbst“ und muss wissen, was empirische Forschung bedeutet.
Ich kenne mich selbst nicht, sonst wäre eine empirische Forschung nach „ich“ bzw. „mich/mir“ und/oder „selbst“ sinnlos. Wenn das Selbst aus „ich“ und „mich/mir“ besteht, kann es sich von selbst verstehen, aber dazu muss ich mich verstehen, was nur möglich ist, wenn ich „ich“ verstehe. Ich muss ich also schon verstehen, sonst kann ich gar nichts, auch nicht forschen und in Folge dessen kann ich nur mehr nach mir/mich forschen. Hier wird angenommen, dass „selbst“ ich und mich enthält, also forsche ich nach selbst. Für mich gibt das ehrlich gesagt wenig Sinn, denn meiner Meinung nach bestehe ich auch aus mich, für mich ist „Ich“ schon ein Bewusstseinsstrom und eine reflektierbare Identität, da der Bewusstseinsstrom zur Identität über dich ich reflektieren kann gehört. Ich kann über meine Gedanken nachdenken.
Ich erahne zwar was gemeint sein könnte, aber Sinn sehe ich leider keinen dahinter. SELBST wenn ich noch ein Über-Ich, ein Es und ein Wir dazu nehme, bleibt für mich die einzig sinnvolle Aussage: „Ich kann mich, dich und uns (irgendwie, auch empirisch) erforschen.“ Aber ich kann nicht ich erforschen, dass musst schon du machen, indem du mich erforschst, sonst macht für mich unsere Sprache keinen Sinn und damit auch die Frage. Dabei nützen mir seltsame Wort-Konstrukte, die ich nur für sprechende Bezeichnungen für Funktionen aus der Informatik kenne, leider auch nichts. „Ich-als-Objekt“, „Selbst-als-Objekt“ usw. finde ich sehr seltsam, denn ich dachte, dass auch in der Psychologie die Regeln der Sprache und Logik Gültigkeit haben.
Naja, für „mich“ ist „ich“ ein Personalpronomen, das die erste Person Einzahl bezeichnet und „selbst“ ein Rückbezügliches Fürwort, dass für „mich“ und damit meine ich auch wirklich „mich“ steht, denn ich bin der Sprecher.
Hier scheint man ein „selbst“ einzuführen oder implizit zu definieren, dass aus einem ich und mich besteht, damit mir klar wird, dass ich nur mich erforschen kann, aber nicht ich. Wenn ich „ich“ erforsche, spreche ich entweder eine mir unbekannte Sprache, oder ich meine mit ich nur das Wort „ich“ aber nicht das Wesen meiner Person.
Wozu soll das alles gut sein, noch dazu mit I, me und self? Ich meine, das ich nur mich erforschen kann. Wenn ich das selbst (ich und mich) erforschen will, dann ist das doch nur ein zweifelhafter Kunstgriff, um vorzugeben, als könnte ich auch das Ich erforschen.
Könnte ich „Ich“ erforschen, müsste ich auch Du und nicht nur Dich erforschen können und somit erleben und wissen, was du denkst, fühlst, …

So, das ist völlig unbefriedigend, ich stelle den Hirnsturm ab und recherchiere:
So ein Glück, ich finde sofort das pdf WILLIAM JAMES: ZWISCHEN PSYCHOLOGIE UND ERFAHRUNGSMETAPHYSIK Psychologie von Felicitas Krämer (Düsseldorf).
Ich notiere mir dazu ein paar Punkte und zitiere vorweg kurz daraus:

Der Gedanke, den James retrospektiv in den Ergebnissen seiner Psychologie ausmacht und in
seinem Essay von 1904 wieder aufgreift, um ihn konsequent zu Ende zu denken und zu
radikalisieren, ist der Anti-Substantialismus des Bewußtseins: Es gibt keinen selbstidentischen Kern
des Ich als Erkentnissubjekt („knower“), an oder in dem der Prozeß des Denkens stattfinden würde
(„In my Psychology I have tried to show that we need no knower other than the ‚passing thought'“,
ERE 4, Fn. 2; vgl. PP 220). In der psychologischen Introspektion ist einzig die Tatsache gegeben,
daß Denk- und Erfahrungsprozesse vor sich gehen.

Mit „es stürmt“, „es regnet“ und bei James auch: „Es denkt“, kann ich mich sofort anfreunden.
Die Transformation des Bewußtseinsstroms in den Erfahrungsstrom ist mir nicht leicht nachvollziehbar.
Eigenschaften des Bewusstseinsstroms: Scheinbar homogen, aber aus Episoden bestehend, wobei die einzelnen Bewußtseinszustände erfahrungsimmanent zu einer Kontinuität verknüpft werden. Selektivität bzw. Wahrnehmungsfilter werden als weitere Eigenschaft angeführt. Über die Beziehuhng der „Erfahrungstöpfchen“ und Personalität kommt der Autor zum neutralen Monismus der reinen Erfahrung.
Der neutrale Monismus der Jamesschen Erfahrungsmetaphysik stellt eine Gegenposition zu allen dualistischen Sichtweisen dar, die Subjektivität und Objektivität, Gedanke und Gegenstand, Geist und Materie voneinander trennen und ist somit auch eine Kritik am dualistischen Denkens auf den gesunden Menschenverstand und die empirischen Wissenschaften und die Psychologie.
Dann geht es um die „Unrettbarkeit des Ich“ im neutralen Monismus.
Da es keinen „Bewußtseinsstoff“ gibt und kein spezieller „Personenstoff“ existiert, setzt sich die Welt aus ein und demselben
neutralen Grundmaterial zusammen. Personalität ist also nur eine besonders innige Organisationsform von Erfahrungströpfchen.
Personalität ist nur mehr eine Hilfskonstruktion und Gestaltbildung des dualistischen Denkens, das sich aus seinem retrospektiven Blickwinkel auf reine Erfahrung bezieht.
Es wird Ernst Machs Ausspruch „Das Ich ist unrettbar“ angeführt, dazu ein weiteres Kurzzitat:

Mach beschreibt in einer autobiographischen Aufzeichnung einen Zustand, in dem das
Subjekt die Welt und das eigene Selbst als aus Empfindungströpfchen zusammengesetzt
wahrnimmt:
An einem heiteren Sommertage im Freien erschien mir mit einem Mal die Welt samt meinem Ich
als eine zusammenhängende Masse von Empfindungen, nur im Ich stärker zusammenhängend.
Obgleich die eigentliche Reflexion sich erst später hinzugesellte, so ist doch dieser Moment für
meine ganze Anschauung bestimmend geworden.

Meine Anmerkung: Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich das irgendwo geschrieben habe, glaubt ich ihm, so gut kann ich das Mach nachempfinden. Leider kommt in der Ausführung dann gleich eine Frage, die mir wie die Frage vorkommt, was zuerst war, das Huhn oder das Ei.

Das „Ich“ wird zur Nichtentität und durch neutrale Erfahrungs- oder Empfindungselemente und deren Beziehung ersetzt. Dann taucht die Frage auf, ob nicht zunächst eine Person oder zumindest irgendeine geistige Entität existieren muss, die die Erfahrung machen kann?

Dort werde ich nächstes mal weiter lesen und mir Gedanken dazu machen, aber eines mir ist jedenfalls klar geworden, die Fragestellung „Was könnte empirisch erforschbar sein? „Ich“ oder „Selbst“?“ ist vielleicht nicht optimal, aber ich würde jetzt jedenfalls mit „das Selbst“ antworten und ich werde mehr von William James und Ernst Waldfried Josef Wenzel Mach lesen. So bald ich Zeit finde, zum Beispiel gleich einmal Erkenntnis und Irrtum.

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