Archiv der Kategorie: Politik

Wenn der medial gesteuerte Mob übernimmt

Wer heute noch links außen ist, kann sich morgen schon rechts außen finden und umgekehrt.

Links schwenkt, marsch!
Menschen, halt!
Rechts schwenkt, marsch!
Menschen, halt!
Denken!
Geht weiter, wohin ihr wollt, oder bleibt stehen, aber bitte, so wie ihr wollt und nicht die anderen.

Facebook ist eine gute Quelle, wenn es darum geht Kommentare zu analysieren. Abonnieren Sie ein paar eher links stehende Medien und ein paar von der rechten Seite. Dann suchen sie brisante Themen und vergleichen die Kommentare. Es ist so entsetzlich, schrecklich und furchtbar, dass ich schon beinahe getitelt hätte: „Wollt ihr den totalen Bürgerkrieg?“ Nun, das habe ich mich nicht getraut, weil dieser Frage alles unterstellt werden könnte, bis hin zu einem Aufruf. Aber es soll genau das Gegenteil sein, ich möchte darauf aufmerksam machen, dass sich „normale“ Bürger dazu hinreißen lassen, Argumente zu ignorieren und das Denken abzuschalten, sondern nur noch den rechten oder linken Mainstream verstärken.
Ich habe das sowohl auf den linken, als auch auf den rechten Seiten sehr, sehr deutlich gesehen. Das kommt ein Benutzer, der eine sinnvolle Frage stellt, oder sachlich ein Argument bringt, die dem wütenden Mob nicht passt und sofort wird er fertig gemacht, persönlich beleidigt und beschimpft. Da gibt es keine Meinungen mehr, keine Argumente, alles zählt nicht mehr und man schließt sich fanatisch dem Shitstorm an und zieht über einen ganz normalen Menschen her, der vielleicht sogar die gleiche Partei wählte, aber eben kritisch ist und gewagt hat zu denken.
Dieses Verhalten beängstigt mich und es wird von den Medien bis zum letzten Wort ausgenutzt. Clickbayting und Aufmerksamkeit um jeden Preis heißt es für die Medien und ich spreche hier nicht von einschlägigen parteipolitischen Blättern, sondern von den größten Zeitungen im deutschsprachigen Raum, wobei ich im großen und ganzen eine einzige ausnehmen kann, obwohl ich auch von der NZZ schon bedenkliche Artikel las. Bitte zerstört nicht alles und lasst euch nicht aufhetzen. Bitte bleibt sachlich und menschlich.
Lasst euch keine Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass, Islamophobie, Antisemitismus, Rassismus, Nazis, usw. einreden, nur weil ihr eine politische Meinung habt. Ob ihr für oder gegen eine bestimmte politische Entscheidung seid ist wichtig, wenn ihr einen Grund dafür habt, wenn ihr Argumente habt, wenn ihr an etwas glaubt und etwas wollt, aber sicher nicht, weil es irgend jemand sagt, der euch emotional steuern will. Ihr müsst euch das selbst überlegen und ernsthaft darüber nachdenken und vor allem auch andere Meinungen zulassen und Argumente anhören und sich auch diese überlegen, sonst schlittern wir immer weiter in ein Chaos.
Und ich bin davon überzeugt und glaube fest daran, dass kein EU-Bürger einen Bürgerkrieg möchte. Also handelt danach und besinnt euch.

Wenn ihr etwas braucht um von der aufgeheizten Stimmung, zurück auf den Boden der Realität zu kommen, dann seht euch doch die ORF-Dokumentarreihe „Österreich II“ von Hugo Portisch und Sepp Riff an, über die Geschichte der Zweiten Republik. Wer denkt, dies sei längst Vergangenheit und hat mit heute nichts zu tun, dem sei gesagt, dass in der Doku Zeitzeugen aussagen, also Menschen, die dabei waren und heute noch leben.

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Meine Meinung zu: „Die Regierung fixiert das Ende der Lehre für Asylwerber“


Es ist für mich erstaunlich, dass man sich jetzt so furchtbar über diese Regierung aufregt, denn sie muss korrigieren, was vorher falsch und illegal beschlossen wurde.
Auf welcher Grundlage konnte die frühere Regierung beschließen, dass Asylwerber ohne Bescheid eine Lehre beginnen dürfen und gleichzeitig durchsetzen, dass ein Lehrling nicht abgeschoben werden darf?
Angenommen ich miete eine Wohnung. Jemand klopft an meiner Tür und will Zutritt. Ich frage, weshalb er in meine Wohnung möchte, da macht ihm mein Vermieter die Hintertür auf und sagt: wer in der Wohnung ist hat ein Recht hier zu sein und darf nicht hinausgeworfen werden.
Toll, ich musste ausziehen und wohne jetzt unter der Reichsbrücke.

Asyl ist Schutz auf Zeit und muss dementsprechend anders organisiert sein, als Immigration. Warum sollte Österreich jemand der einwandern will ablehnen, wenn wir ihn brauchen? Da fällt mir kein vernünftiges Argument ein, sondern da bin ich dafür, dass ein Einwanderer eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis bekommt und dann diese Stelle, die wir besetzen möchten. Sei es eine Führungsposition, ein Posten für hochqualifizierte Kräfte, für Hilfskräfte oder Lehrlinge. Was soll das für eine Rolle spielen? Was soll es für eine Rolle spielen, aus welchen Land er/sie kommt? Keine natürlich, aber eine humanitäre Hilfeleistung, wie Asyl ist eben etwas anderes. Wann werden die Menschen das endlich begreifen?

Wozu hat man das Dublin-Abkommen getroffen und unterschrieben, wenn sich die verantwortlichen Politiker 2015 dann ja doch nicht daran hielten? Diese Politiker haben Österreich, der EU und den Flüchtlingen dadurch schwer geschadet, weil sie sich nicht an internationale Abmachungen hielten.

Unser Heer ist unter anderem durch den Staatsvertrag legitim und wir sind verpflichtet unsere Grenzen zu schützen. Wussten die Politiker 2015 das nicht?

Geht es um die Wehrpflicht oder die Abschaffung unseres Militärs, wird argumentiert, dass sei undenkbar, es muss u.a. unsere Grenzen schützen.

Fahren Sie nach Griechenland oder Portugal und da wir ja in der EU sind, ohne jeden Ausweis und ohne jeden Identitätsnachweis! Sie werden sich wundern! Ein Mensch aus Afrika oder Asien soll das ohne weiteres dürfen und wenn er dort angekommen ist, wo er möchte, eine Lehre beginnen, damit er nicht mehr abgeschoben werden kann. Entschuldigung, aber wo bleibt da die Vernunft?
Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind zwei ganz wesentliche und wichtige Eigenschaften von Menschen, aber wenn sie unvernünftig und selbstzerstörerisch verstanden werden, dann werden sie allen beteiligten das Gegenteil bringen, das beabsichtigt war.
Bitte bleibt vernünftig und tut, was für alle Beteiligten am besten ist. Schützt euch selbst, damit ihr weiterhin helfen könnt und helft die Fluchtursachen zu bekämpfen, sonst wird bei der nächsten, klimatisch bedingten Völkerwanderung das totale Chaos ausbrechen auf der Welt.

Natürlich sind alle Menschen auf der Welt gleich und sollten die gleichen Rechte haben, aber in der Realität ist es nicht so und alle Menschen sind in einer anderen Situation. Wer denkt, dass er das durch Zauberhand oder politischen Amoklauf, ändern kann, der irrt. Wir müssen vernünftig helfen, aber auch vernünftig weiter leben und wirtschaften, damit wir weiter helfen können und Asyl ist nun einmal keine Ein- oder Auswanderung, obwohl die Flucht natürlich auch eine Migration, also ein Ortswechsel ist. Bitte vermischt nicht alles und zerstört damit unser System und bitte spaltet euch nicht weiter, denn damit ist niemanden geholfen, sondern jedem – auch sich selbst – geschadet.

Bitte helft denjenigen sich zu integrieren, die ein Recht auf Einwanderung und Integration haben und hört damit auf, diejenigen zu zwangsintegrieren, die ein Recht auf Schutz auf Zeit haben, sonst zerstört ihr unsere eigene Ordnung und unser System und dann kann und will hier überhaupt niemand mehr integriert werden, sondern dann werden wir alle dorthin auswandern oder vielleicht sogar flüchten müssen, wo es noch Recht und Ordnung gibt.

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Merkel und ihr Schattenmann

Heute schreibe ich einmal nichts, sondern weise nur auf einen Artikel in der NZZ hin:

Merkel und ihr Schattenmann
Die deutsche Kanzlerin dreht ihre letzte Runde. Wer folgt? Der Mann, der es könnte, steht leider nicht zur Verfügung. Er ist Österreicher.

Wie lange hält die grosse Koalition? Die volle Legislatur? Eher unwahrscheinlich. Bis zur Bayern-Wahl am 14. Oktober dieses Jahres? weiter lesen

Siehe auch

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Österreich hat immer noch die beste Regierung aller Zeiten


Warum ich denke, dass wir die beste Regierung aller Zeiten haben, beschrieb ich schon hier: Unsere Regierung übertrifft alle meine Erwartungen bei Weitem.
Warum immer noch? Weil mit der 12-Arbeitszeitflexibilisierung bei einigen Unsicherheit aufgekommen ist, so auch bei mir. Wenn ich zwar nicht mehr der Jüngste bin, so habe ich mir trotzdem eine gewisse Offenheit erhalten und bin in der Lage, auch eine zweite Perspektive zuzulassen.
Die erste beschrieb ich schon hier: Der „freiwillige“ 12 Stunden Tag ist meine erste Enttäuschung von der Regierung und meine 3 Argumente hielt ich für unschlagbar:
1) Für den Arbeitnehmer, weil die Lebensqualität trotz moderner Technik und Rationalisierung sinkt.
2) Für den Arbeitgeber, weil das Verhältnis von bezahlter Arbeitszeit zur Leistung sinkt.
3) Für Gesamtwirtschaft, weil dadurch weniger Menschen beschäftigt werden.

Wie gesagt, ich bin noch immer flexibel und kralle mich nicht in einen Gedanken fest, sodass ich mich nicht mehr weiter entwickeln kann, sondern ich überlege mir etwas, komme zu einer Meinung und vertrete diese dann auch. Trotzdem denke ich weiter darüber nach und nun habe ich mir einfach einmal vorgestellt, ich wäre AG oder ich wollte mehr Freizeit auf einmal. Damit wird aus meinen Punkten:
1) kann 3 freie Tage auf einmal konsumieren
2) kann mich an die wirtschaftlichen Erfordernisse anpassen und somit weiter bestehen *
3) besser für die Gesamtwirtschaft, wenn das Unternehmen nicht zugrunde geht, weil es anpassungsfähiger ist

* Zu dieser Meinungsänderung bin ich durch folgende Überlegung gekommen.
Ich stelle mir vor, ich stelle ein ganz einfaches Produkt her mit geringen Material- und Herstellungskosten, damit das ein ganz einfaches Modell wird. Das Produkt verkauft sich gut und ich kann ein paar Mitarbeiter einstellen. Plötzlich sinkt oder steigt die Nachfrage. Wenn ich jetzt nicht flexibel bin, muss ich zusperren und die MA wieder entlassen. Kann ich die MA aber überzeugen und habe die gesetzliche Grundlage dafür, also das Arbeitszeitflexibilitätsgesetz, können wir die Schwankung ausgleichen und bestehen weiter.

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Sommergespräch mit Bundeskanzler Kurz

Hier müsste ich mir eigentlich nur den Link zu FB notieren, denn dort habe ich schon alles gesagt.

Meine allererste Reaktion, war:
Ich hasse so Groupie-Plattitüden, aber was soll ich machen, ich muss es nach dem Sommergespräch einfach sagen: „Herr Kurz ist der beste Kanzler, den Österreich je hatte!“
Die Presse dürfte den falschen Sender erwischt haben.

Dann las ich den Standard und meinte:
Warum sollten Presse-Leser nicht erfahren, was ich den Standard-Lesern gerade sagte:
Als erstes fällt mir auf, dass Presse-Leser mehr Interesse daran zeigen, wenn unser Bundeskanzler spricht. Zu Frau Milborn finde ich, dass es geeignetere Moderatoren für Sommergespräche gäbe, aber wenn man Sommerstreitgespräche möchte, ist sie eine gute Wahl. Aber auch dazu hat Herr Kurz so ganz nebenbei alles geklärt, in dem er ihr sagte, dass sie eine gute Oppositionspolitikerin abgäbe. Damit bin ich auch schon bei Herrn Kurz. Er hat sich wieder ganz so gezeigt, wie ich mir einen Kanzler wünsche. Ich merke, dass er nur deshalb rhetorisch so gut ist, weil er auch meint was er sagt und hart daran gearbeitet hat. Man kann ihm nichts vorschwindeln und er bleibt bei den Fakten. Zuerst wollte Frau Milborn den Anschein erwecken, als wäre die Zusammenlegung der SV-Träger nicht gut. Als sie merkte, dass sie am Holzweg ist, meinte sie: naja, ihr habt es ja eh nur auf 5 zusammenlegen können, nur um ein Beispiel zu nennen. Herr Kurz zeigte sich freundlich, engagiert und man merkt, dass er nach wie vor eine gute Zusammenarbeit möchte und keine ewigen Streitereien um des Kaisers Bart. Seine Jugend, seine Eloquenz und sein perfektes Auftreten und Erscheinungsbild wird ihm dann noch vorgeworfen, aber das dürfte wohl eher an den Betrachtern liegen. Einen verkommenen Menschen mag er arrogant erscheinen. Sein Alter hingegen finde ich auch besonders bemerkenswert, aber im positivem Sinn. Wenn jemand in diesem Alter schon so fleißig und gut ist, von dem kann man noch viel erwarten.
Bravo, Herr Bundeskanzler! So macht Politik schon fast Freude, ihr ehemals verdrossener Weiß-Wähler.

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