Archiv der Kategorie: Lebenspflege

Wie viele 11. September wird unsere Welt noch aushalten?

Der zehnte Jahrestag zum 11. September 2001 aus dadaichmussistischer Sicht.
Zum zehnten Jahrestag am Sonntag ist das Thema wieder aktuell in den Medien. Dazu ein Kurzzitat aus Reisen nach dem 11. September (orf.at)

Die Anschläge vom 11. September haben auch die Reisebranche nachhaltig verändert, ganz besonders die Luftfahrtindustrie. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden drastisch verschärft. Die meisten dieser Regelungen sind zehn Jahre nach den Anschlägen noch in Kraft und gehören schon zum Alltag der Reisenden.

„Sky Marshals“, wenn ich das schon lese! Worauf passen die (für die es anscheinend kein Wort in unserer deutschen Sprache gibt) auf? Dass uns der Dreck nicht auf den Kopf fällt oder die unten Gebliebenen nicht ersticken? Was veränderte 9/11? – ist mir nur einen Link wert, aber keine weiteren Worte, denn mit „Informationen“ über den Terroranschlag und die Folgen sind ohnehin seit 10 Jahren alle Medien vollgestopft. Ich will den redundanten Infomüllhaufen nicht noch vergrößern und frage mich lieber mit eigenen Worten, was zum Kuckuck die Leute wohl dazu bewegen mag, wider ihrer Natur, ständig in die Luft gehen zu wollen und wie absolut asoziale Volltrottel mit total lauten, umweltfeindlichen Dreckschleudern, also den fliegenden Umweltmonstern ständig am Himmel unterwegs sein müssen.

Seid ihr so wahnsinnig wichtig, dass ihr alle umbringen müsst mit eurem Verhalten und unsere Nachkommen in einen Dreckhaufen leben dürfen (falls sie noch leben können), oder seid ihr einfach nur zu blöde, um moderne Technologie zu nutzen. Vor 10 Jahren waren Videokonferenzen über die ganze Welt hinweg schon möglich. Über das Internet kann man seit vielen Jahren Maschinen steuern und ein Chirurg kann die Operation über diese Technologie von der gegenüber liegenden Erdhälfte aus steuern, aber trotzdem ist der Himmel voll von Dreck speienden Drachen. Ob sie halb leer sind, oder nicht, jedenfalls sehe ich fast zu jeder Zeit mehrere Flugzeuge gleichzeitig am Himmel, obwohl ich nicht in der Nähe eines Flughafens wohne.
Was haben die Verrückten asozialen Menschen, die nicht weiter, als bis zu ihrer Geldbörse denken können vor? Sie wollen uns eine dritte Landebahn für den Flughafen Schwechat verschaffen!

Meine dadaichmussistische Meinung: „Wenn uns die Natur nicht mit Vulkanausbrüchen hilft, die, die Luftfahrt zum erliegen bringen und gute Asche auf unsere Erde verstreuen, sind wir alle, oder zumindest unsere Kinder, verloren und werden Opfer der reinen Unvernunft und Machtgier. Es wird nicht mehr viele Jahrestage zum 11. September 2001 geben, wenn wir so weiter machen.
Habe ich ein Recht auf eine saubere Luft? Darf man den Rauchern das Rauchen verbieten, aber Flugzeuge und Verbrennungsmotoren fördern? Wie dekadent sind wir den schon und wie lange kann das noch gut gehen? Apropos „gut gehen“, der Hype in den Mainstream bildenden Massenmedien um den Atomunfall in Japan ist versiegt. Ist ein zehnter Jahrestag zum 11. September wirklich wichtiger für uns, oder ist die Berichterstattung einfach ein passendes Teil dieser dekadenten Totalverblödung unserer Gesellschaft?
Die Vögel hätten ein Recht auf den Luftraum, die Fische auf die Gewässer, aber der Mensch zerstört mit großartigem Erfolg einfach alles und damit zuletzt auch sich selbst.
Falls wir so weiter machen und schließlich irgend welche Insekten oder Lebewesen überleben und eine neue Evolution in Gang gesetzt wird, dann macht die Natur den Fehler Mensch hoffentlich nicht mehr.
Helmeloh sprach dada:
„Ja, über und unter den Giftgaswolken ist die reine Unvernunft anscheinend grenzenlos.“

PS: Was denkt ihr übrigens, wo die schönen Gemälde auf den Schnappschüssen herkommen? Schöne weiße, geometrisch angeordnete Linien am Himmel, die ein Muster bilden. Sollte uns das nicht ein Zeichen sein, oder finden wir es einfach wunderschön? Wenn ja, wird uns unser Untergang vermutlich auch gefallen.
Hihi, ich sterbe! Guck mal, ich brenne! Wow, ist das geil, ich ersticke! Schau dir die schönen Verstrahlungen an! Arme Menschheit! Arme Welt!

Kommentare findet man dazu auch auf Yigg.

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Gegensätze in mir auflösen

Vor einiger Zeit war ich ein ausgesprochener News-Junkie, der sich auf allen möglichen Platformen und sozialen Netzwerken wichtig gemacht hat. Ich musst zu allem eine Meinung haben und über alles Bescheid wissen. Nach einer stundenlangen Sitzung dieser Art am PC, wobei nebenbei vielleicht noch das TV oder Radio lief und ich viele Tassen Kaffee und ein Packerl Zigaretten konsumierte, wurden mir die Probleme einfach zu viel. Ich hatte unzählige Probleme, die eigentlich nicht meine Probleme waren, abgesehen davon, dass die Zeit verloren war und es mir physisch und psychisch schlecht ging.
Mit Taijiquan und Qigong lernte ich meine Verspannungen und Energieblockaden zu lösen und dann gab es mir ein weiteres mächtiges Werkzeug zur Hand, den „Für mich unwichtig Stempel“. Vermutlich trug dazu auch die Beschäftigung mit dem Buddhismus und vor allem dem Taoismus etwas dazu bei. Jedenfalls wies mein Yi (Geist) das retikuläre Aktivierungssystem, oder welche Gehirnstrukturen eben für die Bewertung der Information verantwortlich sind, an, überall den „unwichtig Stempel“ anzubringen, wenn die Information nicht lebenswichtig war und an mich herangetragen, statt von mir gesucht wurde.
Man kann sich heutzutage dem permanenten Informationsbombardement und Medienspektakel kaum entziehen und sich dagegen zu wehren, wäre nur kraftraubend. Aber in Taijiquan-Manier „einfach zulassen“ und nicht weiter beachten war mir hilfreich. Ich las keine Zeitungen mehr, vermied Soziale Netzwerke und schaltete TV und Radio nicht mehr ein. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man mit einem Schlag unzählige fiktive Probleme los wird und plötzlich jede Menge Zeit für sich selbst hat.
Die Information die an mich herangetragen wird, stört mich nun auch nicht mehr. Wenn ich zum Beispiel in der U-Bahn eine kostenlose Zeitung auf dem Sitzplatz vorfinde, auf den ich mich setzen möchte, dann blätter ich sie auf, damit eine neue saubere Doppelseite erscheint und ziehe sie etwas nach vor, damit auch der Rand abgedeckt wird, weil immer mehr asoziale Mitmenschen ihre dreckigen Haxen auf die Sitzflächen legen und schon hat die Zeitung den perfekten Zweck als Sitzunterlage für mich erfüllt. Blicke ich dann zu meinem Gegenüber, kenne ich die neuesten Schlagzeilen natürlich, aber alle haben den Stempel „unwichtig“ darauf und somit kann ich ungestört meinen eigenen Gedanken folgen. In nächster Zeit möchte ich mich ein wenig mit Kräuterkunde und vegetarischer Küche beschäftigen und da gibt es genügend Gedanken, denen ich nach gehen kann.
Nachdem mein „unwichtig Stempel“ so gut funktioniert, kann ich heute in jeder Stellung, zu jeder Zeit und an jedem Ort meditieren, wenn es mich danach lüstet.
Unlängst saß ich spät Abends am Balkon und meditierte mit zu den Sternen gerichteten Augen. Ein vorbei rasendes, lautes Motorrad – „unwichtig“, ständig ein Flugzeug am Himmel – „unwichtig“ – ich ging in mich, beobachtete meinen Atem und versank in meinem Körper, der dabei das Universum wurde. Ich war das wertvollste und wichtigste überhaupt und ich fühlte, dass es ohne mich nichts gibt und geben kann für mich. Ich öffnete mich zu den Sternen und erfasste das Weltall immer mehr. Ich fühlte die unendliche Weite, Größe und Energie und fühlte mich unbedeutender und unwichtiger als ein Sandkorn. Ich war nichts im Vergleich zum Weltall, aber ich hatte noch einen Rest des Gefühls, eine Ahnung in mir, von dem Gefühl vorhin, als ich alles und das Wichtigste überhaupt war, als es für mich das Universum nur geben konnte, wenn es mich gab. Jetzt konnte es mich nur geben, weil es das Universum gab und ich war ein unendlich unbedeutendes Teilchen davon. Ich fokussierte zurück zu meinem Zentrum und wiederholte dieses Wechselspiel einige male, bis ich mich auf den Bereich zwischen meinen Augen konzentrierte und beides gleichermaßen erfühlte. Ich fühlte mich gleichermaßen absolut wichtig und absolut unwichtig, bis ich allmählich bemerkte, dass ich da saß und nur Gefühle oder so etwas ähnliches hatte und Teil des Universums war. Ich sah mich da sitzen und war selbst als Beobachter nicht vorhanden, dann konzentrierte ich mich wieder auf mein Zentrum, aber beide „Gefühle“ blieben verschmolzen vorhanden. Ich hatte das Weltall in mich aufgenommen und wurde dadurch unbeschreiblich klein und unwichtig, aber ich fühlte mich sehr harmonisch, ausgeglichen und wohl dabei.

Ich hatte über Stunden hinweg keine Gedanken (früher konnte ich nicht einmal ein paar Sekunden nichts denken) und nur unbeschreibliche Zustände und Wahrnehmungen. Das Stunden vergangen waren bemerkte ich erst im Nachhinein. Vielleicht war ich auch eingeschlafen und hatte einfach nur einen Traum, aber was macht das schon für einen Unterschied? Traum, irgend eine Wirklichkeit oder irgend eine Fantasie, es spielt für mich keine Rolle.


Bildquelle: Wikimedia Commons; By ESO/J. Emerson/VISTA. Acknowledgment: Cambridge Astronomical Survey Unit (ESO) [CC-BY-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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Tagebucheintrag – Weihnachtspanik

Ganz im Sinne der Erfindung benutze ich heute mein Blog einmal für einen Tagebucheintrag.
Besondere Begebenheiten: Erstens bin ich soeben erfolgreich einer Dachlawine ausgewichen und zweitens habe ich heute meine Weihnachtspanik vielleicht wieder etwas besser in den Griff bekommen.
ad 1) keine weiteren Anmerkungen – ich war einfach schnell
ad 2) Seit Jahrzehnten habe ich eine Weihnachtspanik, die manchmal etwas heftiger und in manchen Jahren etwas milder ausfällt. Meist kündigt sie sich durch ähnliche Albträume an, wie den, den ich vorige Woche (heuer bin ich früh dran) hatte.

Ich sehe mich in eine wunderbare Landschaft laufen. Vor mir ausgedehnte Wiesen in saftigem Grün und ganz weit hinten die Berge. Zu diesen Bergen möchte ich laufen, aber es wird anstrengend, anstrengender und schließlich ganz mühsam und ich komme nicht voran. Ich blicke zur Seite und bemerke entsetzt, dass ich mich nach rückwärts bewege. Ich blicke verzweifelt zu meinen Füßen auf den Boden und sehe, dass ich auf einem Laufband laufe, welches auf Rädern in die andere Richtung, also zurück rollt. Verblüfft bleibe ich stehen – stürze und wache auf.

Solche Träume, kurz vor Weihnachten, deuten meist auf eine sich anbahnende Weihnachtspanik hin. Manchmal, wie voriges Jahr zum Beispiel, bleibt mir die Weihnachtspanik überhaupt erspart. Heuer hat sie sich leider schon vorige Woche mit dem oben angeführten Traum angekündigt. Daher schreibe ich auch sehr viel, in den letzten Tagen, denn das hilft einigermaßen. Ich bekomme die Gedanken aus dem Kopf, wenn ich sie aufschreibe. Gereiztheit, Übelkeit, Schwindel und Angst in bestimmten Menschenansammlungen sind die Symptome, die mir dann mehr oder weniger den Advent vermiesen. Bei diversen Veranstaltungen habe ich mit Menschenmassen kein Problem, obwohl ich sie seit Jahren auch schon meide. Aber nicht aus Angst, sondern weil ich mich an ruhigen, schönen Orten ohne Rummel und Action einfach wohler fühle.
Heute bekam ich im Gedränge der U-Bahn schon keine Luft, dafür aber ein mulmiges Gefühl und leichter Schwindel machte sich bemerkbar. Die Gedanken kamen und gingen immer schneller und ich war froh, als ich am Ziel endlich aussteigen, bzw. mich irgendwie hinaus wursteln konnte, obwohl sich beim Öffnen der Tür die Einsteigenden schon herein drängten, als gäbe es in diesem Waggon ein kostenloses Weihnachtsgeschenk. Auf der Mariahilfer Straße wurde es dann wirklich entsetzlich. Unzählige Menschen, Weihnachtsstände, blinkende Werbungen, Musik, Punsch und ein Rummel, als wäre die ganze Straße ein Weihnachtsmarkt. Bei Veranstaltungen verhalten sich die meisten Menschen recht ähnlich und die zähle ich als einen und richte meine Aufmerksamkeit nur auf diejenigen, die sich irgendwie auffällig in dieser Menge verhalten. Aber bei Weihnachtseinkäufern bin ich total überfordert, denn alle verhalten sich seltsam und mir kommt es so vor, als wäre ich ein Fremder, ein anderes Wesen, der nicht hier her gehört. Ich bekomme nicht mit, ob jemand freundlich, unfreundlich oder gar gefährlich wirkt, weil mich zu viele bedrängen und schon sind sie vorbei. Plötzlich schaut mir ein Weihnachtsmann mit lautem hohoho in die Augen und hat seine Nase ein paar Zentimeter vor meiner. Ich könnte schreien und davon laufen, wenn ich könnte, denn man kommt nicht durch. Es gibt keinen freien Fluchtweg. Das Schwindelgefühl wird stärker und ich bekomme Angst in Ohnmacht zu fallen, um dann von der Packerlhorde womöglich zertrampelt zu werden. Die bekommen dich in ihrem Kaufrausch doch gar nicht mit, denke ich mir und überlege, ob ich jetzt wirklich zum Taijiquan-Training gehen kann, oder ob es vernünftiger wäre, schnell nach Hause zu flüchten, mich ins Bett zu verkriechen und abzuwarten, bis der Wahnsinn vorbei ist. Ich entschied mich trotzdem für das Training und nach 15 Minuten war ich wieder halbwegs in Ordnung. Nach dem Training war ich völlig fit, habe viel dazu gelernt und die inzwischen etwas gelichtete Menschenmenge störte mich überhaupt nicht mehr. Ich konnte am Weg nach Hause sogar schon einen entgegen kommenden, gehetzt wirkenden Vielpackerlträger zulächeln. Doch auf der Rolltrepe zur U-Bahn drängt sich auf den letzten Stufen noch eine Dame vorbei und rempelt mich heftig an, weil sie es offenbar sehr eilig hat, obwohl kein Zug in der Station war und auch keiner einfuhr. Plötzlich bleibt sie stehen und versperrt mir den Weg. Ich musste näher an sie heran, um an ihr vorbei zu kommen und hinten drängten schon andere nach. Da drehte sie sich auf einmal um und blickte mich an, als müsste sie ihr Leben gegen mich verteidigen. Mit sanftmütigen Lächeln, dezent natürlich, denn die geringste Überteibung hätte sie womöglich noch provoziert, machte ich mich so dünn wie möglich und drückte mich auch so unauffällig wie nur möglich an ihr vorbei. Schlenderte dann ganz unbeteiligt ohne mich umzusehen bis ans andere Ende der Station. Ende gut, alles gut – vielleicht habe ich es für dieses Jahr schon wieder überstanden, aber zur Sicherheit meide ich trotzdem die beliebten Einkaufsstraßen und Weihnachtsmärkte, wann immer es mir möglich ist.

Was ich nachsehen musste:
schwindelig
Kommasetzung bzw. Kommaregeln
Präpositionen mit Dativ canoo.net ist eben genial 😉
woxikon

Bildquelle: hpyworld.blogspot.com

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Reflexion X zu Taijiquan und Tanz

Ich versuche Taijiquan (TCC) immer mehr in mein Leben zu integrieren und dabei lasse ich es geschehen, dass mir die Relativierung von Wertvorstellungen, sowie die Natürlichkeit immer wichtiger wird. Die Natur wird zu meiner Meisterin.

Schließe die Augen und du wirst alles sehen,
höre nach innen (hinten) und du wirst alles hören,
die Nase … – du riechst … (so gut)
die Haut … und du spürst den Hauch eines Schmetterlings wie einen Orkan …
Wie schmecken diese Worte?
Ich mag sie überhaupt nicht und Fokussierung kann sicher lehrreich sein, aber meine Meisterin hat mich mit mehr als einem Sinn ausgestattet und das hat wohl seinen Grund. Meine Meisterin ist gerecht, obwohl sie Gerechtigkeit nicht kennt und sie gab jeder Art von Leben einen Sinn und eine Chance zu überleben. Ein Spatz braucht keine Wissenschaft und auch nicht Tonnen an Kerosin, keine Hilfsmittel, um sich in die Lüfte erheben zu können und weitere Ausführungen erübrigen sich, um mir zu merken, was ich damit gemeint habe, oder um mich verständlich zu machen, falls es sonst jemand liest.
Zwischen Geburt und Tod liegt das Leben. Soll das nur ein Streben nach Hilfsmittel sein und nicht nach Handlungen selbst? Vervollkommnung in der Schaffung, Aneignung und Beherrschung von Hilfsmittel als Sinn des Lebens? Illusionen, Glauben, Ideologien – heute hier und vor 70 Jahren. Husch und 50 oder 70 Jahre sind vorbei und was durfte man vor 70 Jahren sagen und was musste man erleben, wenn man überleben konnte? Zeit, Schein, Wahn, Mode, Selbstgefälligkeit wie vor 2000 Jahren. Der Mensch als Maß aller Dinge und die Erde als Mittelpunkt des Weltalls, der Himmel oben und die Hölle unten. Jeder weiß, das es auch ohne dem Bösen das Gute, ohne oben ein unten und ohne schwarz ein weiß gibt und trotzdem spricht keiner davon, denn die Stufe der Gegensätze, der Dualismus ist praktisch in der Dialektik. Doch wir können weder fliegen noch am Meeresgrund wandeln, sollten wir da nicht irgendwann versuchen das sichere, einfache, erste Level des Dualismus verlassen, um die Chance auf Weiterentwicklung zu bekommen? Die künstliche Intelligenz sehe ich zwar als dritte Generation von Gott, aber ich lebe auch ohne Götter ganz gut. Ich rufe nicht „zurück zur Natur“, sondern ich möchte „vor zur Natur“.
Zu dieser Reflexion kam es, wegen der häufig gelesenen Aussage, dass man Taijiquan, Wushu und Tanz nicht einmal vergleichen kann, so verschieden sollen sie sein. Wer das tut, heißt es weiter, versteht den eigentlichen Sinn nicht. Da frage ich mich, welche Sinn? Den Sinn einen Meister, oder Urgroßmeister hörig und unkritisch nachzuäffen, den Sinn der Kunst, der Bewegung, der Heilkunst, der Musik, des Daos, der Philosophie, oder welchen Sinn? Ich finde es absolut nicht respektlos, eine eigene Meinung zu haben, selbst auf die Gefahr hin, dass man sich irrt und dass man sie ändern muss, um sich weiter entwickeln zu können. Ich drehe im Gedanken die Zeit einfach um 70 Jahre zurück und überlege wohin blinder Gehorsam und unkritische Akzeptanz führen kann.
Wenn einem Meister die ehrliche, kritische Meinung eines Schülers weniger wert ist, als seine eigene, dann ist mir seine nicht mehr wert, als die eines Lehrlings.

Mein Gedanke zu TCC und Tanz.
Wenn man in TCC alle Bewegungen in alle Richtungen unter Einhaltung der Prinzipien ausführen kann, dann kann man das auch, wenn dabei Musik spielt und man kann es auf der Straße, auf der Wiese, in der Manege oder auf der Tanzfläche. Wer etwas anderes behauptet, soll es begründen. Alle Bewegung ist TCC, manche gutes, andere schlechtes und wer sein Herz nicht hört, kann nicht in seinem Rhythmus dazu tanzen. Warum sollte ausgerechnet ein Tänzer nicht TCC ausüben können und in seinem Dao verbinden können? Ich will weder die Form tanzen, noch eine Gitarrenform im Hendrix Style erfinden, aber die Aussage, man könne Kampfkunst, Wushu und Tanz nicht einmal vergleichen, gefällt mir nicht. Alle alten Kulturen auf allen Kontinenten, in denen Kampfkunst noch einen ganz anderen Stellenwert hatte, geben mir Recht und meine Meisterin meint:
Wenn du Musik zur Bewegung machst ist es kein Tanz, sondern der Musiker übt TCC, aber hörst du die sphärischen Klänge der Natur und des Lebens, dann tanzt du mit ihr im Takte der energetischen Wellen. Die Zweige des Baumes befolgen das Prinzip und tanzen im säuselnden Wind, sie tanzen in der eigenen Melodie. wie die Wellen des Meeres. Die oberflächlich, so leicht tänzelnden und doch mit dem Meeresboden verbunden Wellen spielen, tanzen und sie gehorchen nicht dem Prinzip, sondern sie sind das Prinzip. Es offenbart sich in ihrer harmonischen Bewegung, die dich aufnimmt, liebkost, umspielt oder zerschmettert und erwürgt. Es gibt nach und drängt vor, es zieht sich zurück und zerbröckelt den Fels, wenn er sich widersetzt. So wie der gesamte Baum entwurzelt vom Orkan durch die Luft geschleudert wird, wenn seine Zweige nicht nach der Musik des Windes tanzen. Das Prinzip selbst braucht keine Technik, denn es birgt sie alle, sagt meine Meisterin und sie ist hier vor meiner Tür. Sie ist allgegenwärtig, zu jeder Zeit in Zukunft und Vergangenheit bereit mich zu lehren. Sie ist sanft und duftend, wie ein Frühlingshauch und gewaltig wie ein Hurrikan, sie nimmt mich auf und trägt mich wenn ich sie beachte, stelle ich mich dagegen zerschmettert sie mich und selbst den stärksten Fels und zieht mich in die dunkle Tiefe ohne Luft und Wärme. Fokussieren um die Elemente zu erkennen, aber nicht trennen und bewerten, hat sie mich gelehrt und so halte ich es auch mit Taijiquan, den Stilen, Wushu, der Musik und dem Tanz.
Eine Bewegung mit dem Arm, dem Schwert, der Feder kann vom Herz kommen und vom Geist geleitet sein und harmonisch mit dem Energiefluss im Einklang sein. Die Töne des Einklangs können wohltemperiert harmonisch mit den Ohren gehört werden oder man spürt die Druckunterschiede der Luft, fühlt also seine Energie und verbindet sich mit ihr, aber man streitet sich nicht, ob diese Kunst dann Tanz oder Taijiquan genannt wird, sagt die allmächtigste auf Erden, sie ist mein Vater und meine Mutter, meine Meisterin, die Natur.

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Wollt Ihr das totale Rauchverbot?

Dialog zum Rauchverbot

Rauchverbot

Mein Freund hat wieder einmal zwei Wiener in der U-Bahn belauscht. Nein, kein Gespräch am Handy, manche reden auch heute noch direkt miteinander (die meisten telefonieren lieber, auch wenn sie nebeneinander sitzen, vermutlich damit sie sich irgendwie dazugehörig vorkommen und ihr Handy herzeigen können), vor allem wenn mein Freund genau dazwischen sitzt. Er schildert mir die Unterhaltung der zwei männlichen Wiener um die 40 etwa wie folgt.

Einer: Was sagst zu der Kodolsky?
Anderer: Du meinst zu der Ansprache der nationalen, österreichischen und sozialistischen Partei mit der Oberhauser?
Einer: Davon habe ich noch nichts gehört, nein, ganz allgemein meinte ich. Was hältst du von dem totalen Raucherverbot.
Anderer: Sehr gut, sehr gut! Was brauchen die rauchen? Wir wollen ein gesundes, wehrhaftes Volk und mit dem Ersparten kaufen wir neue Abfangjäger, weil die jetzigen funktionieren angeblich ohnehin nicht. Außerdem bin ich ganz allgemein für eine etwas straffere Führung, man sieht ja wo diese Laschheit hinführt: Gewalt an den Schulen, können tun sie nichts, sagt Pisa, aber saufen bis zum Kom(m)a und am Gehsteig spucken.

Das sind die nächsten Punkte der SP, ich sag’s dir. totales Alkoholverbot, Kopftuch- und Steirerhutpflicht, also Uniformzwang an den Universitäten und Spuckverbot auf den Straßen. Bezüglich des Spuckverbotes und des Uniformzwanges werden besonders jene observiert werden, die die Österreichprüfung nicht mit Auszeichnung geschafft haben. Dazu haben Sie sich ja die Grundlage mit der staatlich genehmigten Hackersoftware geschaffen und den Bürger erst einmal digital entmündigt. Bei der Online-Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung sieht man ja ganz deutlich, dass heute nicht die Revolte der geistigen Revolution, sondern die Entmündigung nach der digitalen Entmündigung erfolgt.
Einer: Die Enteignung hast du vergessen zu erwähnen. Wenn ich in meinem Lokal, auf meinem eigenen Grund und Boden nicht mehr rauchen darf, kommt das einer Enteignung gleich.
Anderer Das hat doch mit Enteignung nichts zu tun, die Grundrechte der Menschen werden einfach nicht mehr respektiert und es gehört nicht nur der Körper dem Staat, sondern auch sein Verhalten und sein Aussehen (Bekleidungsvorschriften).

Einer: Eigentlich ist es mir schnurz egal, mich erwischen sie eh nicht, wenn ich mir im Keller eine Marlboro und ein Flascherl Bier gib, denn ich bin ja nicht blöd, ich hab‘ mir im zweiten Keller ein gut verstecktes „Ich_mache_was_ich_will_Kammerl“ eingerichtet.
Anderer: Also mich erinnert das irgendwie an Die totale Demokratie für NIKS!. Das Sackerl für’s Gackerl hab ich schon dabei, damit ich nicht In Frauenmünder aus Porzellan pissen! muss, was rechtlich natürlich kein Problem darstellt. Trotzdem muss ich nicht alles machen was ich darf. Ich muss zum Beispiel nicht, auch heute noch immer nicht, es ist kaum zu glauben, wählen gehen!

Auf Ab 01. 01. 09 wird zum Halali auf die Raucher geblasen gibt es dazu auch eine Umfrage.


Titelbildquelle: toonpool.com Hitler

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