Archiv der Kategorie: Kultur + Leute

Todesstrafe

Ich überrasche mich selbst, weil ich tatsächlich über die Todesstrafe schreibe. Seit über 40 Jahren ist mir klar, dass ich da nicht darüber nachzudenken brauche, denn obwohl ich ein Atheist bin, oder vielleicht gerade deshalb, ist es für mich klar, dass nichts und niemand das Recht hat, einen Artgenossen zu töten. Wieso das schon immer klar war für mich und ich nie darüber nachdenken musste, weiß ich nicht. Vielleicht ist es das Tier in mir, oder ich bin einfach so primitiv und habe so ausgeprägte Instinkte, dass für mich so etwas einfach klar ist, ohne darüber nachdenken zu müssen.
Wie in Ländern die Todesstrafe möglich ist, in der eine Religion etabliert ist, in der ein Gott das Töten verbietet, habe ich mich allerdings schon des öfteren gefragt. „Du sollst nicht töten!“ Dann führen sie Glaubenskriege und metzeln sich gegenseitig nieder. Ob Scheiterhaufen oder ein geweihter und gesegneter Panzer, solche Dinge habe ich noch nie verstanden. Ich brauche damit auch jetzt nicht anfangen, das verstehen zu wollen, denn Religion hat seit 2000 Jahren die meisten Menschen umgebracht. Warum sich Hitler nicht selbst zum Gott ernannt hat weiß ich auch nicht, aber vermutlich war die Zeit zu knapp und das wäre dann schon noch gekommen.
Also ich denke auch jetzt nicht über die Todesstrafe nach, aber ich lese manchmal die Zeitung, wie z.B. Türkei: Erdoğan fordert erneut Todesstrafe
Gut, jetzt denke ich darüber nach:

  • Einen politischen Gegner zu töten ist viel billiger, als ihn lebenslang zu füttern und womöglich auch noch anders zu versorgen.
  • Ein Gefangener stellt noch immer eine Gefahr dar, er könnte den Spieß umdrehen – nur ein toter Gegner kann sich nicht mehr wehren.
  • Die Gefängnisse sind voll, durch die Todesstrafe und Massenvernichtung könnte man Platz für neue Verhaftungen schaffen.

Langsam wir mir klar, dass die Todesstrafe durchaus Vorteile hat. Und was ist der Nachteil? Das die Menschen weniger werden? Vielleicht ist die Todesstrafe doch eine Überlegung wert und würde viele Probleme lösen. Schnellgerichte und Massenvernichtung könnte eventuell die Welt retten und tatsächlich alle Probleme der Menschen beseitigen, wenn sie nur effizient genug durchgeführt werden. Nur der letzte Henker hat dann noch ein Problem, aber der muss sich dann eben leider selbst richten, dafür wird er als Held und letzter Mensch sterben. Ja, die Todesstrafe hat schon was, man muss es nur sehen.

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Ulrike Guérot – Warum Europa eine Republik werden muss!

Gestern hörte ich eine Diskussion mit Ulrike Guérot und Robert Menasse. Ich war erstaunt über mich selbst, weil ich das alles nicht wusste. Nichts von all dem was Frau Guérot da ansprach, war mir bis jetzt bewusst geworden. Nein es ist noch schlimmer, mir kamen ähnliche Gedanken erst gar nicht in den Sinn. So gründlich wurde mir mein Gehirn von den nationalen und lokalen Politikern gewaschen. Wer einen ähnlich beschränkten Horizont hat wie ich, dem kann ich Ulrike Guérot nur dringend empfehlen.

Noch ist es zwar eine Utopie, doch ich hoffe, dass diese bald zur Realität wird.

Dazu ein Zitat aus einer Rezension:
„In der Folge entfaltet das Buch seine bezaubernde Schönheit durch die durchdachte und eloquente Darlegung der Möglichkeit eines neuen Weges für Europa, einer Wiederentdeckung der „politischen Ästhetik“ und einer nachnationalen Zukunft für Europa und die Welt. Dabei ist die Autorin so überzeugend in ihrer Argumentation und so klar in ihren Schussfolgerungen, dass man als Leser bisweilen vergisst wie anders unsere Realität momentan aussieht. Detailliert schildert sie die territoriale, wirtschaftliche und politische Neuordnung, die von Nöten wären um die Republik Realität werden zu lassen. In dieser Republik wären alle Bürger politisch gleich, also gleich vor dem Wahl- und Steuerrecht sowie in ihren sozialen Recht. Diese Utopie wird mit einer Leidenschaft beschrieben, die es dem Leser schwermacht, sich nicht in die Idee zu verlieben.

Der erlebte Kontrast zwischen dem was ist (die zahlreichen Krisen und Systemfehler der EU) und dem was sein könnte (die Republik), ist es was dieses Buch so wertvoll macht und auch lange nach der Lektüre noch zum Nachdenken und diskutieren anregt. Einziges wirkliches Manko sind einige Lücken in der Ausgestaltung der zukünftigen Republik. Aber auch über diese lohnt es sich nachzudenken.

Sprachlich anspruchsvoll, aber verständlich, ist „Warum Europa eine Republik werden muss“ ein Muss für jeden politisch Interessierten, finde ich.“


Auf SWR heißt es dazu: „Es ist Zeit, Europa neu zu denken. Weg mit der Brüsseler Trilogie aus Rat, Kommission und Parlament! Ulrike Guérot, revolutionäre Vordenkerin einer Europäischen Republik, sieht die EU in ihrer derzeitigen Form gescheitert. Schon 2013 veröffentlichte die Politikwissenschaftlerin ein Manifest zur Begründung einer Europäischen Republik als Rettung für Europa. In Berlin hat sie das European Democracy Lab gegründet, dessen Direktorin sie ist. An der Donau-Uni in Krems ist sie Professorin des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung.“

Kommentare dazu auf:
https://www.facebook.com/helmeloh/posts/10154918491609665
Weitere Weblinks:
http://sites.arte.tv/metropolis/de/video/ulrike-guerot
http://ulrikeguerot.eu/de/content/media
https://de.wikipedia.org/wiki/Republik
Marcus Tullius Cicero
https://de.wikipedia.org/wiki/De_re_publica
Bildquelle: Von Heinrich-Böll-Stiftung – Flickr: Ulrike Guérot, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15607150

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Dr. Philip Zimbardo – Videospiel- und Pornosucht führen zu Männlichkeitskrise

Philip Zimbardo hat nicht nur interessante Theorien aufgestellt und Bücher geschrieben, man findet auf YouTube auch einige Videos von ihm https://www.youtube.com/results?q=philip+zimbardo. Sein „Lucifer Effect“ und „The Stanford Prison Experiment“ mögen vielleicht am bekanntesten sein, aber ich finde „Man (Dis)connected“ mindestens genau so spannend.


Was sagt Google Translate zu einer Rezension?

„Ebenso ist Pornografie eine riesige Verschwendung von Zeit, süchtig, und in der Regel schlecht für Ihr Gehirn. Er gibt an, dass es nie eine Zeit in der Geschichte gab, in der Männer solch eine verzerrte Ansicht von Wirklichkeit in der Welt des Geschlechtes bis das 21. Jahrhundert sehen konnten und es hat große Auswirkun- gen auf Männer. Im Allgemeinen schafft Pornografie eine Fantasy-Welt, wie Männer Sex wahrnehmen. Während im wirklichen Leben Sex in den Grenzen einer Beziehung liegen soll (und ich würde eine eheliche Beziehung behaupten), die vermutlich die Emotion und die Vernetzung mit einer anderen Person kultivieren soll. Pornografie löscht dieses letzte Element weitgehend aus der Gleichung: Er erklärt, dass Pornografie unglaublich egoistisch ist und die Handlungen im Porno sind in keiner Weise, wie eine echte Frau behandelt werden möchte oder ansprechend finden würde, wenn ein Mann es ihr angetan hätte. Was passiert, wenn junge Männer sehen Pornografie abgesehen von einer sexuellen Beziehung ist eine unrealistische Erwartung, was Sex ist. Sie gehen ins Schlafzimmer und erwarten von ihrer Frau gewisse Dinge, die grotesk und sogar erschreckend sind, weil sie von einer Fantasiewelt bedingt sind. Es ist auch wirklich süchtig: ähnlich wie Videospiele, porn beeinflusst die Dopamin-Rezeptoren in Ihrem Gehirn, damit Sie sich gut fühlen, was Sie sehen. Das Problem ist, dass jedes Mal, wenn Sie Porno sehen es ein wenig mehr das nächste Mal, um die gleiche „high“ zu erreichen. …“

Und dann fragt sich der Leser:
„Die Zukunft ist ein wenig schrecklich beim Lesen dieses Buches. Immer mehr Kinder werden ipads, iphones, Computern und Videospielen in einem verrückten frühen Alter ausgesetzt. Wie werden sie erwachsen? Werden sie sozial dysfunktional? Nur die Zukunft wird es zeigen.“
Ich bin ein Techno-Freak und sehr begeistert von den technischen Entwicklungen, aber auch ich befürchte, dass sich die Menschen über die Gefahren bewusst werden sollten. Genau deshalb lese ich Zimbardo.


Weblinks:
Psychologe warnt: Videospiel- und Pornosucht führen zu Männlichkeitskrise

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[:de]Bestpreisklausel – Tourismus missbraucht Parlament[:]

[:de]Ich habe mir gerade die Nationalratsdebatte zur Bestpreisklausel im Tourismus angehört und somit durfte ich miterleben, dass sich alle Parteien einig waren. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und ein Beschluss wird folgen.
Es ist mir absolut unverständlich, weshalb die unfähigsten und dümmsten Menschen in der Tourismusbranche das Sagen und die Besitztümer haben. Das kann doch nur über Ausnützung von Schwachstellen in unserem System funktionieren. Bereicherung durch Konkurs, Steuerhinterziehunbg und Umgehung des Systems über Stiftungen und diverse Unternehmensformen. Denn könnten die Hoteliers 1 und 1 zusammen zählen, hätten sie jetzt nicht die Regierung um Hilfe anbetteln müssen. Leider lassen sich die Parlamentarier alle einstimmig missbrauchen und aus ihren Reden und Argumenten schließe ich, dass sie ebenfalls nicht einmal 1 und 1 zusammen zählen können. Die ÖVP hat wenigstens gewarnt und verdeutlicht, dass solche Eingriffe eigentlich nicht in ihrem Interesse sind, aber zugestimmt haben sie dennoch.
Der arrogante Stronach-Typ hat uns aufgeklärt:
Die Hoteliers zahlen an Booking 15 bis 20% Kommission und Booking zahlt an Google jährlich Milliarden, damit der Gast bei der Suche nach einem freien Zimmer auf der Booking Seite landet. Er erklärte, dass die Kommission für die Leistung, ein paar Byte hin und her schieben, wirklich überhöht sei, aber dass es keine andere Möglichkeit gäbe, als sie zu zahlen. Sonst wird das Hotel bei Booking hinaus geschmissen und kein Mensch findet es je wieder.
Wahnsinn, seid ihr dumm. 1 und 1 ist 2 liebe Hoteliers und Parlamentarier.
Wenn der Hotelier direkt an Google zahlt ist Booking raus und kann den Konkurs anmelden. Und wenn der Hotelier direkt an Google zahlt, über AdWords, kann er dafür soviel ausgeben und zwar gezielt und effizient ausgeben, wie es ihm sein Budget für Werbekosten erlaubt. Aus, Punkt, so einfach wäre das, würde man sein Gehirn zum denken einsetzen.
Von Google sind sowieso alle abhängig, also macht das nur den Unterschied, dass Bookings ausgeschaltet werden würde. Google bekommt damit nicht mehr Macht, denn Google ist unbedingt davon abhängig, dass sie gute Suchergebnisse liefern. Sonst brächten sie sich selbst in Gefahr und wer Google auch nur ein wenig kennt, der weiß, dass Google diesbezüglich unschlagbar ist und alles unternimmt, damit das so bleibt. Wenn der Hotelier nun sein eigens Buchungssystem (es gibt unzählige kostenlose Open Source Lösungen) auf seiner Homepage einbindet, zahlt er keine Kommissionen mehr und wenn das Buchungssystem so halwegs up-to-date ist, dann werden die Daten bei der Buchung vom Gast auf der Homepage des Hotels eingegeben und sofort direkt in das Hotelverwaltungsprogramm übernommen. Dies gibt die Daten direkt an das Buchhaltungsprogramm weiter und bis zur Jahresbilanz des Hotels kann alles vollautomatisiert ablaufen.
Aber wovon rede ich denn da, wenn jemand so unfassbar dumm ist, dass er 20% für quasi Nichts zahlt und dann die Regierung missbraucht, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.
Um eine Regierung die so schwach ist, dass sie da einstimmig mitspielt, würde ich mir ebenfalls Sorgen machen, läge mir etwas an dieser alten, verkorksten, unflexiblen, seltsamen Machtstruktur, die früher oder später ohnehin von einer direkten Demokratie abgelöst werden muss. Ob ich das noch erleben werde, dass meine Stimme so viel wert ist, wie die eins Abgeordneten, bezweifle ich, aber es muss zwangsläufig kommen, oder die Menschheit richtet sich über die rasant zunehmende Idiokratie selbst zu Grunde. Das sehe ich nicht nur bei uns, sondern auch in der Türkei, Ungarn, Russland und gerade eben in den USA (Trump wird Präsident).
Entweder die Menschen setzen unmittelbar sofort auf die moderne Technologie und arbeiten zusammen, oder die Spirale der Machtstrukturen treibt uns demnächst in ein weltweites totales Desaster.

Weblinks:
http://tvthek.orf.at/live/Politik-live-Nationalratssitzung/13889825
Kartellrecht: Bestpreisklauseln auf dem Prüfstand
https://www.parlament.gv.at/PAKT/AKT/SCHLTHEM/
Hoteliers begrüßen Ende von Bestpreisklausel[:]

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Flüchtlingspolitik, Entwicklungshilfe – Nicht das System ist krank, sondern wir sind es!

amalavida.tv [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
amalavida.tv [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Ich habe dazu gerade ein anschauliches Video gesehen. Genau so ist es und eine angemessene Zuwanderungspolitik soll natürlich vorhanden sein, aber bringen tut sie nicht viel für die Menschheit. Einwanderer sind ja auch dem Einwanderungsland nützlich und ein gewisser Prozentsatz kann auch verkraftet werden, wenn Leute einwandern, die eigentlich nicht gebraucht werden. Um global mit der Situation fertig zu werden, müssten die Länder mit einem hohen Lebensstandard endlich umdenken und sich massiv um die Förderung der Armen vor Ort kümmern.
Ich habe auch von vielen Flüchtlingen gehört, die den Großteil ihres Lebens in einem Flüchtlingslager fest saßen und dann lieber wieder in das Kriegsgebiet ihrer Heimat zurück wollten, denn dort ging es ihnen auch sehr schlecht, aber sie waren wenigstens zuhause und verstanden die Sprache und die Kultur.

Die Welt muss endlich zusammen arbeiten und die Länder, die Jahrzehnte lang ausgebeutet wurden soweit fördern, dass sie in ihrer Heimat, wo immer das auch sein mag, eine Chance auf ein Leben haben, wie wir es kennen.

Aber dem ist nicht so. Nein, wir und nutzen FaceBook, Twitter und Google plus nicht etwa um mit Menschen in Not in Kontakt zu treten und um Ihnen Hilfe zu organisieren. Nein, wir unterstützen nicht Organisationen und Initiativen, die genau das umsetzen wollen, sondern wir posten und liken zum millionsten mal irgend einen Schwachsinn oder eine Weisheit eines längst Verstorben, der noch selbst denken konnte, um zu zeigen, wie belesen wir doch sind.
Liebe Internetgemeinschaft im Web 2.0, wir sind nicht belesen, nicht In und nicht modern kommunizierend, wir sind krank! Sonst würden wir die moderne Technologie nützen, um Menschen so zu helfen, dass sie erst gar nicht flüchten müssen. Aber mir ist schon klar, ein like auf das Foto von Einstein, wo er uns die Zunge zeigt ist natürlich viel wichtiger.
Arme Menschheit!

Solange es uns das Wichtigste ist, uns selbst zu inszenieren, damit wir uns gut vorkommen können, nützt keine Politik, keine Strategie, keine Religion, keine Hilfe, …! Wir müssen uns positiv ändern, wenn wir wirklich etwas zum Positiven ändern wollen, amen!

Selbst ist der Mensch. Suche dir einen Bereich wo du helfen kannst und hilf und spar dir dein selbstgefälliges Geschwätz eines Besserwissers. 

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