Archiv der Kategorie: Gesundheit

Ein Spiel ist ein soziales System

[:de]Zurück zu Geisteskrankheit – ein moderner Mythos


„Ein Spiel ist ein soziales System.“ Dieser Satz stammt aus dem Vorwort zur deutschen Neuausgabe, von Fritz B. Simon – Berlin, Frühjahr 2013

Die Unterscheidung zwischen „krank“ und „gesund“ hielt ich bis vor kurzem für recht unproblematisch, da ich davon ausging, dass die Mediziner den Begriff „Krankheit“ ausreichend definierten. Da die Psychiatrie ein Fachgebiet der Medizin ist, dachte ich, diese Definitionen müssten wohl auch für Geisteskrankheiten gültig und anwendbar sein. Nun, ich bin aber nur ein interessierter Laie, der sich seit dem zarten Kindesalter mit dem Begriff „Psyche bzw. Seele“ abquält und noch immer nichts damit anfangen kann. Daher hätte ich niemals auf die Betrachtungsweisen des Psychiaters Thomas Szasz kommen können. Aber selbst wenn ich das gekonnt hätte, so hätte ich es niemals gewagt. Thomas Szasz hat das Buch „Myth of Mental Illness“ schon 1961 geschrieben, doch es ist heute noch genau so modern und revolutionär, wie damals. Das liegt daran, dass sich früher sowohl die Psychoanalyse, wie auch heute die biologische Psychiatrie an derselben Metapher, nähmlich dem medizinischen Krankheitsbild, orientieren. Es gibt nur „krank“ oder „gesund“. Da beginnt die Kritik von Szaasz, indem er Verhaltensweisen, die sozial als Symptome definiert sind, als Zeichen und setzt der medizinischen Erklärung eine semiotische Analyse entgegen.
Von Metaphern kann man hier kaum Reden, nein es sind dumm Sprüche, die mit dem Wort „Spiel“ getrieben werden. Das Spiel des Lebens, ja selbst das Leben ist nur ein Spiel und sogar der wütende Kampfhund wollte nur spielen, als er sein Opfer zerfetzte. Die „alles ist ein Spiel-Sprüche“ hängen wohl schon jedem zum Hals heraus und doch kann ich dem Satz „Ein Spiel ist ein soziales System“ etwas abgewinnen. Denn wenn man menschliches Verhalten als regelgeleitet versteht, als Teilnahme an einem Spiel, kann man durch diese Betrachtung zu interessanten Folgerungen kommen. Das Spiel, schreibt Simon, „steht hier für eine geordnete, durch die Befolgung von Regeln erklärbare Gesamtheit erlaubter, vorgeschriebener und verbotener Interakttionen mehrerer Akteure“. Und weiter – wörtliches Zitat:
Mit diesem Ansatz wurde Szasz zum Pionier eines Erklärungsmodells, das die Entstehung von abweichendem Verhalten kausal in dem Bereich verantwortet, in dem es zu beobachten ist: einem sozialen System, d.h. einem Kommunikationssystem.“
Davon ausgehend ergeben sich zwei darauf aufbauende Möglichkeiten, die als Mikroebene und als Makroebene bezeichnet werden. Auf Mikroebene, also der Face-to-Face-Kommunikation sind in letzer Zeit erfolgreiche Paar-, Gruppen- und Familien-Therapien entwickelt worden.
Szasz wandte sich aber der Makroebene zu und richtete sein Interesse auf übergeordnete gesellschaftliche Systeme der Politik und Wirtschaft und wurde zu einem radikalen Kritiker der staatlich getragenen und von wirtschaftlichen Interessen geleiteten Medizinalisierung der Psychiatrie, die dabei sowohl implizit als auch explizit in der Gesetzgebung sein konnte.
In diesem Vorwort wird auch erwähnt, dass Szasz darauf hin wies, dass schon zu Beginn der Psychiatrie im Buch „Lehrbuch der ärztlichen Seelenkunde“, von Ernst von Feutersleben, Anfang 19. Jhdt, der metaphorische Charakter des Krankheitsmodell thematisiert wurde. Wo es darum ging, dass für die Leiden des Geistes eher die Seelenärzten (Priester, Lehrer, .. ) zuständig sein sollten. Ich weiß nicht, ob ich bedauern soll, dass sich die moderne Psychiatrie nicht mehr an ihre Gründerväter erinnert, aber mir wird klar, dass die vielen bunten Bilder eines Hirnscanners zwar eine hohe Suggestivkraft haben mögen, doch wenig Erklärungsert haben. Bis vor kurzem dachte ich, dass ein vollständiges Bild aller neuronalen Aktivitäten und aller Hormone und Neurotransmitter eigentlich alles erklären würde. Doch heute stimme ich damit überein, dass die Entstehung körperlicher Symptome durch biochemische Prozesse und anatomischen Strukturen erklärt werden können, aber nicht Geisteskrankheiten, falls es diese überhaupt gibt.

Dazu denke ich an folgendes Beispiel:
Eine Person trainiert 2 Wochen lang auf 6000 m Höhe irgend eine Sportart. Der Effekt ist auch unter der Bezeichnung „Blutdoping“ bekannt. Wegen des geringen Sauerstoffgehaltes und den atmosphärischen Bedingungen stellt sich der Körper darauf ein und produziert mehr Erythrozyten. Geht diese Person nun zum Arzt und sagt nichts über die Umstände, sondern lässt sich einfach untersuchen, so wird der Arzt eine Polyglobulie (erhöhte Anzahl der roten Blutkörperchen) feststellen und als Folge womöglich verschiedene Krankheiten diagnostizieren und therapieren, obwohl die einzig richtige Therapie, keine Therapie, wäre, weil die Person gesund ist und sich das Blutbild in kurzer Zeit wieder normalisieren würde.

Scanns sind sicher ein sehr gutes Instrument, aber biologische Faktoren können niemals das Verhalten eines Individuums erklären. Diese Erkenntnis gewann ich schon aus dem Vorwort, denn bisher war ich der Ansicht, dass die Psychiatrie nur deshalb noch nicht perfekt ist, weil die technischen Mittel zur Diagnose noch unerschwinglich sind, oder einfach noch verbessert werden müssen, bis jede biochemische Reaktion erfasst werden kann.
[:en]Zurück zu Geisteskrankheit – ein moderner Mythos


„Ein Spiel ist ein soziales System.“ Dieser Satz stammt aus dem Vorwort zur deutschen Neuausgabe, von Fritz B. Simon – Berlin, Frühjahr 2013

Die Unterscheidung zwischen „krank“ und „gesund“ hielt ich bis vor kurzem für recht unproblematisch, da ich davon ausging, dass die Mediziner den Begriff „Krankheit“ ausreichend definierten. Da die Psychiatrie ein Fachgebiet der Medizin ist, dachte ich, diese Definitionen müssten wohl auch für Geisteskrankheiten gültig und anwendbar sein. Nun, ich bin aber nur ein interessierter Laie, der sich seit dem zarten Kindesalter mit dem Begriff „Psyche bzw. Seele“ abquält und noch immer nichts damit anfangen kann. Daher hätte ich niemals auf die Betrachtungsweisen des Psychiaters Thomas Szasz kommen können. Aber selbst wenn ich das gekonnt hätte, so hätte ich es niemals gewagt. Thomas Szasz hat das Buch „Myth of Mental Illness“ schon 1961 geschrieben, doch es ist heute noch genau so modern und revolutionär, wie damals. Das liegt daran, dass sich früher sowohl die Psychoanalyse, wie auch heute die biologische Psychiatrie an derselben Metapher, nähmlich dem medizinischen Krankheitsbild, orientieren. Es gibt nur „krank“ oder „gesund“. Da beginnt die Kritik von Szaasz, indem er Verhaltensweisen, die sozial als Symptome definiert sind, als Zeichen und setzt der medizinischen erklärung eine semiotische Analyse entgegen.
Spiel – … Konsequenzen Richtungen . ..Scann, Blutdoping.[:]

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Willst Du Mit Mir Drogen Nehmen?

Ich weiß nicht, einerseits werden die Raucher verfolgt und ein Nachbar geht zu Gericht, weil er einem Raucher das Rauchen am eigenen Balkon verbieten will, auf die Zigaretten-Packungen wollen sie neben den Todesdrohungen noch abschreckende Bilder anbringen und Werbung ist sowieso verboten, aber andererseits spielen sie „Willst Du Mit Mir Drogen Nehmen?“ im Radio rauf und runter. Auf Die Triebwerke des Alligatoah (n-tv Interview mit Alligatoah sprach Volker Probst) heißt es zur Eröffnung des Artikels:

An seinem nackten Hintern auf dem Cover allein liegt es sicher nicht, dass Alligatoah mit dem Album „Triebwerke“ Platz 1 der Charts erobert hat. Schon eher an seinem Ohrwurm-Hip-Hop mit viel Humor. Mit n-tv.de spricht der Durchstarter, der im wahren Leben Lukas Strobel heißt, nicht nur über seinen Po, sondern auch seinen Hoden, Penis-Malen, Aggro, Sido, Bushido und den Sinn von Provokation.

Auf die Frage:

Wenn du in einem Song wie „Willst du“ die Frage stellst „Willst du mit mir Drogen nehmen?“, dann ist das also auch nur Fantasie. Du selbst würdest natürlich nie Drogen nehmen …

kommt die Antwort:

Genau. (lacht) Aber man sollte auch betonen: „Willst du“ ist eigentlich kein Drogen-Song. In der nächsten Zeile heißt es ja bereits: „Komm, wir gehen zusammen den Bach runter.“ Es geht vielmehr um die Mentalität in der heutigen Zeit, die Romantik im Zugrundegehen zu finden. Drogen sind dafür nur das Beispiel der Jugend.

Na toll, dazu ein Auszug aus dem Song:

Willst du mit mir Drogen nehmen?
Dann wird es rote Rosen regnen.
Ich hab’s in einer Soap gesehen.
Willst du mit mir Drogen nehmen?

(Komm) Komm, wir geh’n
Komm, wir geh’n zusamm’n den Bach runter
(Komm) Komm, wir geh’n
Komm, wir geh’n zusamm’n den Bach runter
(Komm) Komm, wir geh’n
Komm, wir geh’n zusamm’n den Bach runter
(Komm) Denn ein Wrack ist ein Ort,
An dem ein Schatz schlummert.

Ja, „wir gehen zusammen den Bach runter“ aber in der nächsten Zeile heißt es „Denn ein Wrack ist ein Ort,
An dem ein Schatz schlummert.“

Da kommt ja ganz bestimmt keiner auf die Idee, dass man nach dem Untergang den schlummernden Schatz findet.

Ich kann dazu nur sagen, wenn jemand schon so eine Ultrawerbung für Drogenkonsum machen darf, weil er den Schmarrn Kunst nennt, dann frage ich mich, wieso das im Radio gespielt werden darf.

Ich bette das Video von YouTube hier trotzdem ein, damit jeder selbst urteilen kann, ob das eine Werbung für Drogen ist:

Was meinen Sie:

Willst du mit mir Drogen nehem?

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Ebola – der Flughund im Visier

Der Wirt

Wikipedia Hochgeladen von Masur
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Ein Virus ist zwar das kleinste, aller Lebewesen und kann sogar zeitweise kristalline Strukturen annehmen und viele Virologen meinen sogar, dass Viren überhaupt keine Lebewesen sind, weil sie auf die Wirtszellen zur Fortpflanzung angewiesen sind. So klein sie auch sein mögen, in mancher Hinsicht sind sie intelligenter, als der Mensch. Viren töten ihren Lieblingswirt nicht! Daher habe ich mich als erstes gefragt, wo die Ebola-Viren eigentlich herkommen und welche Reservoirwirte sie haben. Großangelegte Untersuchung von Fledermäusen ergaben, dass sehr wahrscheinlich der Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) und der Hammerkopf (Hypsignathus monstrosus) als Reservoirwirte sowohl für das Ebolavirus als auch für das Marburgvirus dienen.
Siehe dazu auch Virus und Flughund auf Wikipedia.

Übertragung

Vermutlich erfolgt die Übertragung des Virus auf den Menschen auch durch Körperkontakt mit infizierten kranken oder toten Wildtieren wie Affen, afrikanischen Waldantilopen und Flughunden.
Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung der Ebolaviren erfolgt durch direkten Körperkontakt und bei Kontakt mit Körperausscheidungen infizierter Personen per Kontaktinfektion beziehungsweise Schmierinfektion.

Wikipedia Hochgeladen von ChyranandChloe
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Die verschiedenen Spezien findet man auf Speziesunterscheidung (Wkipedia) gelistet.

Ebola verursacht internationalen Gesundheitsnotfall

Es gibt schon über Rund 1000 gemeldete Todesfälle in Westafrika, was die WHO veranlasste den „internationalen Gesundheitsnotfall“ auszurufen. Damit kann die Organisation nun völkerrechtlich verbindliche Vorschriften zur Bekämpfung der Epidemie erlassen.
Nähers auf WHO Statement on the Meeting of the International Health Regulations Emergency Committee Regarding the 2014 Ebola Outbreak in West Africa.
Das kanadische Unternehmen Tekmira Pharmaceuticals entwickelt das Medikament TKM-Ebola, wobei voriges Monat eine Studie, bei der das Medikament Menschen gespritzt wurde, wegen Sicherheitsbedenken gestoppt wurde. Doch nun werden die Auflagen gelockert. Auch die beiden mit Ebola infizierten US-Bürger werden in den USA mit dem noch nicht zugelassenen Medikament ZMapp behandelt.
Hoffen wir, dass bald ein Medikament gegen die mit 50 – 90% tödlich ausgehende Viruserkrankung gefunden wird.

Weblinks:


Titelbildquelle: Wikipedia Hochgeladen von Haplochromis

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Achtung, Essen und Trinken kann tödlich sein!

Die WHO hat zweifellos recht mit der Feststellung, dass die Ernährungssituation weltweit absolut nicht zufriedenstellend ist. Die einen fressen und die anderen hungern sich zu Tode. Siehe dazu auch die Publikation der WHO: Ernährung und Gesundheit in Europa: eine neue Grundlage zum Handeln – Zusammenfassung.
Aber die Art und Weise, wie das Thema behandelt wird, finde ich einfach grotesk. Ungesunde Ernährung noch gefährlicher als Rauchen titelt das Handelsblatt. Gut, was bedeutet das? Kommen nun endlich die abschreckenden Pickerl auf den Big Mac und Co? Hätte da schon ein paar gute Ideen und wie ist es mit passiv Essen und Trinken? Oder will ein gesunder, normaler Mensch behaupten, dass der scheußliche, bestialische Gestank der Energy Drinks und des verbrannten Öls der Friteusen keine Belästigung und Gesundheitsgefährdung ist?

Wir brauchen Nicht-Esser und Nicht-Trinker-Lokale, wo wir ungestört und ungefährdet Zigaretten rauchen können! Oder zumindest baulich abgetrennte Räumlichkeiten für die Fresser und Säufer – mit Geruchs- und Sichtschutz bitte, denn ich will diese gefährlichen Fressorgien nicht einmal sehen.

Natürlich spielt es keine Rolle, dass ich seit 40 Jahren starker Raucher bin und als Allesfresser gerade die Blechdosen nicht auch noch verschlucke, aber sonst keine Rücksicht auf „gesund“ nehmen kann. Vor allem, weil sowieso alles gefährlich und giftig ist. Gerade unlängst erfuhr ich, dass Kamillen- und Kreutertee krebserregend ist. Klar einzelne Individuen zählen nicht, sagen da die akademischen Gscheitis dazu, obwohl sich sogar die ganze Menschheit, aus einzelnen Individuen besteht und ich sicher nicht der einzige Raucher bin, der es einige Zeit lang überlebt hat.

Auch wenn es grundsätzlich natürlich wichtig wäre, auf die Ernährung zu achten und sie so zu verteilen, dass sich die einen nicht zu Tode fressen können, während sich die anderen zu Tode hungern, so ist die Art und Weise, wie man die Bevölkerung darüber informiert eine Katastrophe. Und nun werden schon wieder neue Forderungen, Regelungen, Vorschriften und Gesetze gefordert. Was will man damit erreichen?

Da kann man nur mehr zynisch sein und daher fordere ich Ess- und Trink-Verbot in der Öffentlichkeit. Nicht-Esser- und Nicht-Trinker-Lokale und abschreckende Bilder auf allen Nahrungsmitteln und Getränken sowie eine aufgedruckte Warnung. Natürlich auch ein sofortiges totales Werbeverbot für Nahrungsmittel und Getränke. Wenn die Kinder das im TV und am Weg zur Schule am Plakat sehen, dann ist es ja klar, dass sie es wollen. Verbietet unbedingt sofort die Werbung, bitte! Und dann verbietet euch am besten selbst, denn sonst bleibt eh nichts mehr zu verbieten übrig.

Auf Lebensmittel hätte ich bei der nächsten Warnung nicht gedacht, denn immerhin sterben die meisten Menschen im Straßenverkehr, aber die Autos sind noch immer ohne Pickerl und Werbung darf man für diese Todeslenkkutschen auch machen. Wie gesund erst die Abgase sind, kann man leicht feststellen, indem man sich bei laufendem Motor mit dem Auto in einer Garage einschließt. Ach, wie verkehrt ist doch unsere Welt, in der das neue Modewort der Seelenklempner und Psychoheinis shitstorming ist.
Weil ich gerade dabei bin, empfehle ich viel mehr Umweltkonferenzen, zu denen die Teilnehmer aus aller Welt anfliegen, um das Bild in Schilda abzurunden. Naja, Videokonferenzen kann man vermutlich nicht als Spesen absetzten und man käme auch nicht in der Welt herum, was für so wichtige Umweltschützer aber schon unabdingbar ist – ich verstehe.

Ja und wie immer, beende ich so einen Artikel mit meinem Spruch: „Achtung, Leben kann nicht tödlich sein, sondern Leben ist immer tödlich“! Sollten wir davor nicht warnen und es eventuell gleich verbieten?

Mahlzeit, Prost und guten Flug,
Helmeloh

Ich habe damit (zuviel ungesund Essen) aber kein Problem, denn unlängst hat mir ein Freund seine neue App gezeigt, die nach Eingabe der vorhandenen Vorräten an Lebensmittel Vorschläge abgibt, was man daraus kochen könnte. Ich habe meine Vorräte eingegeben und die Empfehlung der App lautete: „mach Yoga“.

Zu gesunde Ernährung siehe auch auf gesunde Ernährung.

(740)

Krebserregende Gifte im Kräutertee

Es ist wirklich schockierend,  was ich heute in der Sendung WIESO des ZDFs erfuhr. Demnach sollen sämtliche Kräutertees, die „Bio-Sorten“ genau so und besonders stark auch der Kanillentee vergiftet und gesundheitsgefährdend sein. Kräutertee trinke (trank) ich nicht nur gerne, sondern es war eines der wenigen Lebens- und Genussmittel bei dem ich in jeder Hinsicht sicher war, das es gesund sei und man so viel konsumieren könne, wie man wolle.
Jetzt erfahre ich, dass Kamillentee mit krebserregenden Pflanzengiften (PAs) belastet.
Die Pyrrolizidinalkaloide (PAs) befinden sich nicht in den Teekräutern selbst, sondern in Pflanzen wie dem Jakobskreuzkraut, dass als Unkraut zwischen den Teekräutern wächst und so die Ernte leicht mehr oder weniger stark verunreinigt.

Quelle: Wikimedia, Picture by Simplicius - 2005 - GFDL
Quelle: Wikimedia, Picture by Simplicius – 2005 – GFDL

Zitiere dazu die Tabelle aus Krebsgefahr durch Kamillentee – WISO findet Pflanzengift in 10 von 15 Proben. In dieser Tabelle gibt es noch welche die nicht verunreinigt sein sollen, in der Sendung habe ich gehört alle Kräutertees und besonders der Kamillentee wären vergiftet. Vielleicht habe ich mich verhört, ich werde es mir noch einmal anhören.

Pyrrolizidinalkaloidgehalt Kamillentee

  • King´s Crown Kamille/ Rossmann              563 µg/kg                          0,704 µg/Tasse
  • Alnatura Bio Kamillentee                            279 µg/kg                          0,419 µg/Tasse
  • Lebensbaum Kamille Kräutertee Bio         195 µg/kg                           0,293 µg/Tasse
  • Westminster Tea Kamille/ Aldi Nord          136 µg/kg                           0,204 µg/Tasse
  • Penny Kamillen Tee                                   117 µg/kg                           0,176 µg/Tasse
  • gut & günstig Kamille/ Edeka                       73 µg/kg                           0,110 µg/Tasse
  • Teekanne Kamille                                         71 µg/kg                          0,107 µg/Tasse
  • Lord Nelson Kamille/ Lidl                             57 µg/kg                           0,086 µg/Tasse
  • real,- Quality Kamille                                    50 µg/kg                          0,075 µg/Tasse
  • Westcliff Kamillentee/ Aldi Süd                     21 µg/kg                          0,032 µg/Tasse
  • DAS gesunde PLUS Kamillentee/ dm       nichts enthalten                 nichts enthalten
  • Gesundform Kamillenblüten Tee               nichts enthalten                 nichts enthalten
  • Meßmer Kamille                                        nichts enthalten                 nichts enthalten
  • Salus Kamillenblüten Tee                          nichts enthalten                 nichts enthalten
  • Sidroga Kamillenblüten Heilpflanzentee    nichts enthalten                 nichts enthalten

Berechnungsgrundlage:  1 Aufgussbeutel bzw. 2,5 g Tee pro Tasse unter der Annahme, dass die gesamte Menge an Pyrrolizidinalkaloiden in das Wasser übergeht.

Ich kann es ja kaum glauben, da macht die ganze Welt ein Affentheater sondergleichen wegen des Rauchens und braucht abschreckende Bilder mit Gesundheits- und sogar Todeswarnungen auf den Zigaretten-Packungen und gleichzeitig vergiften wir uns und unsere Kinder und Babys mit Kräutertee. Naja, vielleicht müssen die Hersteller auf Kräuter- und besonders Kammillentee auch bald einen Totenkopf drauf picken. Eine schöne neue Welt, dicht besiedelt mit Schildbürgern, fällt mir dazu nur mehr ein. Gibt es heute eigentlich noch irgend etwas, was nicht giftig ist? Warum leben wir überhaupt noch, wenn das alles stimmt?
Ja, ich trinke seit fast 60 Jahren Kräuter- und Kamillentee und Rauche seit fast 45 Jahren, aber ich lebe noch und fühle mich fit. Wie ist das möglich? Ach, ja die Statistik, ich bin wahrscheinlich ein 6er bei 6 aus 45.
Falls diese Panikmache, aber Werbung für die „nichts enthalten“ sein soll, dann sollte man die Verantwortlichen jedenfalls vor den Kadi bringen.
Interessant ist auch, wenn man in einem Lehrbuch der Medizin, zum Beispiel für Funktionelle Pathologie nachschlägt, findet man bei unzähligen Krankheiten das Wörtchen „idiopathisch“, was so viel wie „Ursache unbekannt“ bedeutet, aber einige scheinen alles zu wissen, auch ganz genau was Pyrrolizidinalkaloid bewirkt. Warum schreiben die eigentlich nicht in den Lehrbüchern?
Und wenn es doch stimmt, dann sollte man schleunigst etwas unternehmen und ich bin eben so etwas wie ein 6er bei 6 aus 45.

Die ganzen chemisch hergestellten, gezuckerten Getränke sind jedenfalls nichts für mich und schon gar nicht für Kinder oder ein Baby und Wein ins Fläschen zu füllen ist vielleicht auch keine gute Idee, abgesehen davon, dass man da sowieso wieder nur ein Glykolgemisch mit künstlichem Aroma bekommt.
Was soll’s, man kann sich die Kräuter immer noch selbst anbauen, zur Kräuterhexe oder in den Wald gehen, um ungiftigen Kräutertee zu erhalten. Wenn Sie selbst Kräuter sammeln, sollten Sie jedenfalls aufpassen, dass Sie sich nicht einen reinen Jakobskreuzkrauttee oder ähnliches brauen.

Siehe dazu auch Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees sind zu hoch

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