Archiv der Kategorie: Österreich

Wiener Baumkatastar – Google Maps 3D

Ich finde, dass der Wien Umweltgut Baumkatastar eine sehr gute und nützliche Idee war. Die technische Umsetzung lässt meiner Meinung nach aber zu wünschen übrig. Weshalb ich dieser Meinung bin zeigt ein direkter Vergleich von Google Maps 3D und den Baumkatastar. Da sind einfach Welten dazwischen, Google Maps dringt ganz in eine andere Dimension vor, welche von der Stadt Wien und von Wiener Wohnen genützt hätte werden können. Allerdings sehe ich ein, dass man die Daten nicht Google überlassen will. Wenn man eine interne Version mit den Daten auf den eigenen Servern angelegt hätte und eine öffentliche zweite Version des Baumkatastars mit den Daten auf Google Maps eingespielt, wäre wohl das bester Ergebnis erzielt worden. Aber auch dazu müsste das Vertrauen zu Goolgle (dass sie die Daten nicht einfach stehlen) vorhanden sein. Wenn dem nicht so ist, habe ich dafür Verständnis. Trotzdem finde ich es schade, denn die Daten des Baumkatastars, erweitert um Koordinaten, falls die nicht ohnehin schon vorhanden sind, kämen auf Google Maps 3 D natürlich sensationell zur Geltung. Leider sind die Daten des Baumkatastars auch noch recht unvollständig, aber immerhin habe ich gerade erfahren, dass ganz in meiner Nähe zwei Nisthilfen für Fledermäuse angelegt wurden. Deshalb kann ich mich abends immer an den interessanten Tieren ergötzen und sie bei ihrer Abendmahlzeit vor meinem Balkon beobachten. Das sind wirklich hervorragende Flugkünstler und sie erschrecken mich auch manchmal, wenn sie erst etwa einen Meter vor meinem Kopf einen Haken in der Luft schlagen.
Mit den Bäumen hatte ich weniger Glück, denn die, die mich interessieren sind im Katastar nicht verzeichnet. Auf Google Maps sieht man sie zwar sehr gut, was mir aber nicht viel nützt.

Übersicht Kurt Heller Hof auf Google Maps:
kurthellerhof-gm-uebersicht Man Beachte den Standort des Cafes „Little Britain“ und die seit langer Zeit nicht mehr vorhandene Pizzeria.

 


Nahaufnahme vom Kurt Heller Hof auf Google Maps:
kurthellerhof_innenhof_nah

 

 

 

 

Zum Vergleich die beste Auflösung im Baumkatastar:
kurthellerhof-katastar

Kennt vielleicht jemand die unglaublich hohen, schlanken Laubbäume, von denen 3 im Kurt-Heller Hof stehen und einige stehen rund herum? Sie sind höher als das Haus und Manche haben ganz verdrillte, seltsame Stämme und das Laub kenne ich noch nicht, denn so nahe war ich noch nicht dran.
Wie dem auch sei, ich werde es heraus finden.
Die Graupappel
graupappel kann ich jedenfalls genau so bestätigen, wie das Bergahorn
bergahorn und ich weiß nun dank des Baumkatastars sogar, wann sie gepflanzt wurden.

 

 

 

 

Nun noch ein Wort zu den Daten auf Google Maps. Also ich wohne in der Engerthstraße 232, Stiege 3 und  das Google Maps Bild meiner Blumenkisterl am Balkon, stammt nicht aus 2016. Aber die Bäume finde ich alle am richtigen Platz. Leider ohne Daten des Baumkatastars. Dass neben Stiege 3 die Stiege 11 liegen soll und sich im 5ten Stock ein Briefkasten befindet, bezweifele ich. Google Maps zeigt auch noch eine Pizzeria und ein Cafe an, obwohl das Cafe die Pizzeria abgelöst hat. Außerdem kann sich das Cafe nicht zwischen zwei Bäumchen am Straßenrand befinden. Also die Daten können einem als Richtwert dienen, aber man sollte sich nicht darauf verlassen. Sonst geht man womöglich auf eine Pizza in einer Pizzeria, die es nun seit fast 3 Jahren nicht mehr gibt.
Ein Briefkasten, den ich sicher nie verwenden werde:
stiege-4

Summa summarum gefällt mir der Baumkatastar auch so wie er ist und ich hoffe, dass die Daten in nächster Zeit vervollständigt werden. Google Maps zeigt hervorragende Bilder, aber bei den Daten bin ich sehr skeptisch.

Weblinks:
Wiens digitalisierte Bäume
Wiener Wohnen für Baumkataster ausgezeichnet

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Ist Österreich ein Nazi-Land?

Für mich ist die politische Entwicklung in Österreich ein Albtraum. Mein Leben lang war „ein alter Nazi“, ein unglaublich abscheuliches Ungeheuer, das aber bedeutungslos war, weil es sich um ein paar Kumpel von Friedrich Peter handelte. Diese Ewiggestrigen stellten keine Gefahr dar, sondern die Gefahr ging von linksextremen Terroristen aus. In meiner Jugend hingen überall Fahndungsfoto von der Bader-Meinhofbande. Das waren gemeingefährliche, wahnsinnige, schießwütige Terroristen, hieß es.
Ich lernte in der Schule, dass es in Österreich, ausgenommen der paar Kumpel von Friedrich Peter keine Nazis und auch keine Neo-Nazis gibt. Ich fragte meinen Lehrer in Geschichte, wo denn die ganzen Leute wären, die Hitler beim Einmarsch, der wie ein Triumphzug aussah, bejubelten. Er meinte, dass dies eine übertriebene Darstellung sei und die Leute gezwungen waren mitzumachen, wollten sie überleben.
Ja, irgend so ein Großnazi (Göring, Himmler oder Göbbels) hat es nach dem Untergang und der vorläufig endgültigen Zerstörung des Dritten Reiches ja auch ganz deutlich gesagt.
Das Volk wollte es so, sie haben uns schließlich gewählt.
Das Volk konnte damals aber nicht wissen, was die NSDAP und Hitler vor hatten. Sie konnten nicht ahnen, dass es zum 2. Weltkrieg kommt, sie konnten nicht ahnen, dass Milionen von Juden und Regimgegner grausam ermordet werden, sie konnten nicht ahnen, dass der Holocaust bevorstand. Das konnten die Menschen nicht wissen, als sie die NSDAP wählten und Hitler zujubelten, weshalb die Aussage, das Volk hat es so gewollt, ein Paradezynismus ist, wie er nur von einem hochrangigen Nazi präsentiert werden konnte.
Nach der Zerstörung des Dritten Reiches und der Zerschlagung der Nazis, dem Verbotsgesetz 1947 war scheinbar jedem klar, so etwas kann bei uns nie wieder passieren.

Jetzt unterstützt beinahe die Hälfte der Österreicher die FPÖ. Sind sie deshalb Nazis? Ist die FPÖ eine Nazipartei? Sie wurde von echten, freiwilligen, sich bekennenden Nazis gegründet und 20 Jahre lang von echten, sich bekennenden Ex-Nazis geleitet. Auf Wikipedia lese ich zur Mitgliederzahl und Ausrichtung:
Ist Österreich ein Nazi-Land? weiterlesen

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Ist ganz Österreich wirklich blau, oder doch nur farblos?

Der Presseartikel „Der Tag, als Österreich blau wurde“ zwingt mich dazu, kurz aus Wikipedia zu zitieren und die Österreicher an ihre Vergangenheit zu erinnern.

Der Verband der Unabhängigen (VdU) war ein Zusammenschluss unterschiedlicher Interessengruppen: Neben vielen ehemaligen Nationalsozialisten, die 1945, bei der ersten Nationalratswahl nach dem Krieg, kein Wahlrecht besaßen, waren darin auch Anhänger der nicht mehr existenten Parteien Landbund und Großdeutsche Volkspartei, die ein „Drittes Lager“ neben den beiden großen Parteien der Sozialdemokraten (SPÖ) und der Christlich-Sozialen (ÖVP), anstrebte. Es kam zu Konflikten über die Ausrichtung der Partei, die zu Abspaltungen führten.
Nach mehreren Wahlniederlagen und internen Turbulenzen wurde die FPÖ in einer konstituierenden Sitzung am 3. November 1955[23] gegründet. Am 7. April 1956 fand der Gründungsparteitag in Wien-Josefstadt statt, dabei wurde als erster Parteiobmann Anton Reinthaller, ein ehemaliger SS-Brigadeführer, der von 1950 bis 1953 wegen nationalsozialistischer Betätigung als Schwerstbelasteter inhaftiert war, gewählt. Reinthaller, der der NSDAP schon vor dem „Anschluss“ Österreichs beigetreten war, 1938 die Funktion des NS-Landwirtschaftsministers im Anschlusskabinett Seyß-Inquart bekleidete und anschließend bis 1945 Reichstagsabgeordneter war, erklärte in seiner Antrittsrede: „Der nationale Gedanke bedeutet in seinem Wesen nichts anders als das Bekenntnis der Zugehörigkeit zum deutschen Volk.“ 1966 kam es in der Partei zu einem Konflikt, nachdem der damalige Parteiobmann Friedrich Peter eine Balance zwischen Nationalen und Liberalen Teilen der Partei herstellen wollte. Diese Bestrebung stieß auf Kritik von rechtsextremistischen, vor allem burschenschaftlichen Elementen in der Partei, in Folge kam es zur Abspaltung der Nationaldemokratischen Partei.[24]

Die FPÖ erreichte lange Jahre nur etwa 6 % der Wählerstimmen, weniger als ihr Vorgänger VdU. Sie wurde aber sowohl von SPÖ als auch ÖVP als mögliches „Zünglein an der Waage“ hofiert. 1970 unterstützte die FPÖ, damals unter Führung von Friedrich Peter, einem ehemaligen Waffen-SS-Obersturmführer, vorübergehend eine SPÖ-Minderheitsregierung. Bei der Nationalratswahl 1971 erreichte die SPÖ die absolute Mehrheit. Als Gegenleistung für die vorhergehende Unterstützung forcierte die SPÖ ein neues Wahlrecht, das kleinere Parteien weniger stark benachteiligte.

fpö

Soviel zur Geschichte, aus der die Österreicher anscheinend nichts lernen wollen. Meine Meinung zur aktuellen Situation habe ich bereits im vorigen Artikel „Für mich gibt es nichts Neues nach der BP-Wahl! Von welcher Sensation berichten die Medien da eigentlich?“ geäußert.

Manchmal kommt es mir so vor, als glaubten die jungen Leute von heute, Hitler war ein Popstar bei DSDS.

Da die jungen Österreicher laut PISA-Studien nicht nur in Geschichte ein Defizit aufweisen, sondern auch nicht lesen können, werden sich viele jetzt wieder fragen: „Na und? Was hat die FPÖ mit Hitler zu tun?“

Naja, liebe Leute, natürlich nichts und die NSDAP und SS waren Jurorengruppen bei DSDS oder Dancing Stars. Also keine Sorge und nur ja nicht nachdenken oder nachlesen, sondern einfach weiterhin den Populisten auf den Leim gehen und alles wird gut. 😡

Ja, wahrscheinlich sollte man nicht für Asylanten, sondern zuerst einmal für junge Österreicher, Nachhilfe in Deutsch, Geschichte und Politik organisieren, denn die wissen sicher nicht, was sie da eigentlich tun, in ihrer Verdrossenheit und mit ihrem Frust über die SPÖ und ÖVP.


Beitragsbild ist ein Screenshot des Presseartikels.

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Ich glaube ich spinne: Netanjahu gibt Mufti von Jerusalem die Schuld am Holocaust

hitlermuftiLangsam beginne ich an meinem Verstand zu zweifeln, denn so verrückt können die Menschen doch nicht sein. Also muss mit mir etwas nicht stimmen. Ich habe Berichte dazu im TV gesehen und Washington und Berlin kritisieren Netanjahu gelesen. Was wäre wohl geschehen, hätte ein österreichischer Politiker eine derartige Aussage in der Öffentlichkeit abgegeben? Vermutlich würde er wegen Wiederbetätigung belangt und eingesperrt werden. Aber der israelische Ministerpräsident darf so einen Unsinn behaupten, ohne dafür mit großen Sanktionen rechnen zu müssen. Es ist eine Schande, zu welchen Aussagen sich Politiker durch Hass und aus politisch unehrenhaften Gründen hinreißen lassen, Herr Natanjahu. Erfreulicher weise, hat er sich damit in Israel nicht gerade beliebt gemacht, was mich ein wenig tröstet.

Aber das ist ja nicht der einzige Grund, weshalb ich langsam an meinen Verstand zweifle. Die Flüchtlingspolitik der EU bestätigt mir, dass ich komplett anders denke, als die meisten Menschen. Siehe dazu „Flüchtlingspolitik aus einem anderen Blickwinkel“ und „Diese Flüchtlingspolitik ist eine Schande für jeden Europäer„.

Wieder jammert unser Militär, weil sie im Rahmen des Flüchtlingsproblems zu kleinen Aufgaben herangezogen wurden und sie nicht einmal diese lösen konnten, weil sie kein Geld für irgend etwas hätten. Warum habt ihr dann die Menschen dahingehend manipuliert, dass sie für die teure, ineffiziente Wehrpflicht stimmen, meine lieben staatstragenden Politiker? Die in dieser Form, darüber hinaus den Gleichheitsgrundsatz schwer verletzt und einen absolut unerträglichen Umgang mit unserer Verfassung darstellt. Nach dem Gleichheitsgrundsatz ist die Einberufung von nur Männern illegal, aber darum kümmert sich niemand. Sondern alle diskutieren nur mehr darüber, wie wir den Flüchtlingen einen möglichst weiten und beschwerlichen Weg durch die EU mit ungewisser Endstation bescheren können und wie wir uns wohl am aller-dümmsten in dieser Frage anstellen könnten. Eine echte Lösung sucht keiner, sonst würde man sich um die Ursachen kümmern.

Warum müssen Frauen noch immer keinen Wehrdienst leisten und durften über die Wehrdienstpflicht der Männer abstimmen? Warum braucht ihr eine Quotenregelung, die Töchter in der Bundeshymne und verhunzt mit großem Aufwand unsere Sprache, weil das weibliche Geschlecht angeblich benachteiligt würde, wenn die Frauen noch immer keiner Wehrpflicht nachkommen müssen? Ja, ich glaube ich spinne wirklich, denn das gibt es doch alles gar nicht. Ich fordere endlich Gleichbehandlung und Gleichberechtigung für österreichische Staatsbürger jeden Geschlechtes. Auch was die Frage unserer Kinder betrifft. Es geht nicht an, dass die Frau noch immer automatisch das Fürsorgerecht bekommt und es geht nicht an, dass Männer nur offiziell Karenz beanspruchen können, aber praktisch nicht dürfen, wenn sie ihren Job behalten möchten. Das muss gesetzlich eindeutig geregelt werden und die Zeiten der Zahlväter sollte langsam aber sicher vorbei sein, in einer zivilisierten Gesellschaft, wie wir vorgeben, eine zu sein.

Ich werde demnächst recherchieren, wie viele österreichischen Spitzenpolitiker im letzten Jahrzehnt an Korruptionsfällen beteiligt waren. Einige sind oder waren wenigstens in Haft oder laufen mit Fußfesseln herum, aber können wir das wirklich weiter hin nehmen? Ja, ihr könnt, wie man sieht. Es hat sich nichts verändert und ihr wollt weiterhin Rot-Grün, wie bisher.

Meine Schlussfolgerung dazu:
Entweder ich, oder fast alle anderen spinnen! Also muss ich als überzeugter Demokrat konsequent einsehen und zugeben, dass ich es bin, der hier spinnt.

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Wien Wahl 2015: Meine politische Konsequenz!

Die Spaltung von Moral und Politik wird absolut. Nicht die öffentliche Ordnung, nur das persönliche Heil und der persönliche Vorteil ist noch von Bedeutung.
Da ich ohnehin mit dem Vorurteil „Politik sei in schmutziges Geschäft“ behaftet bin, ist meine Konsequenz auf die Wien-Wahl 2015 leider ganz eindeutig. Ich lasse die Politik wieder Politik sein und wende mich konstruktiveren Dingen zu. Wenn schon Frau Vassilakou nicht geht, wie vor der Wahl versprochen (minus 0,80%; knapp vorbei ist auch daneben), dann gehe eben ich.
Zu meinem Politikfrust bringe ich vorweg noch ein kurzes Zitat aus der Wiener Zeitung:

Aus „Die Politik, ein schmutziges Geschäft„, von Walter Hämmerle:
Erfunden haben den Politikfrust nämlich wie so vieles die alten Griechen, und zwar gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr.; damals war gerade ein gewaltiger geistiger Umbruch im Gange, über dessen bis heute anhaltende Folgen der britisch-jüdisch-russische Philosoph Isaiah Berlin (1909-1997) in den 60er Jahren schrieb: „Zum ersten Mal gewinnt die Idee an Boden, dass die Politik ein schmutziges Geschäft sei, das des Klugen und Guten nicht wert sei. Die Spaltung von Moral und Politik wird absolut. (. . .) Nicht die öffentliche Ordnung, nur das persönliche Heil ist noch von Bedeutung.“ ….

Leider kann ich zukünftig nicht mehr einfach nur Politiker und Parteien verantwortlich machen, denn es wird mir allmählich klar, dass die Wähler meinen Frust verursachen. Weil sie so berechnend auf Propaganda und Angstmache hereinfallen. Genau wie bei der Volksabstimmung über die „Wehrpflicht“ wurden im Vorfeld Themen aufgebaut, die auf Lügen und Panikmache basieren. Bei der „Wehrpflicht“ durften auch noch die Frauen mitbestimmen, ob die Männer der Wehrpflicht nachkommen müssen. Seltsamer weise, hat man bei der Wien-Wahl 2015 die Flüchtlinge nicht wählen lassen, aber verwundert hätte es mich keines Wegs, denn immerhin waren sie ja das zentrale Thema. Man hat wieder nur auf Grund falscher Tatsachen, die Emotionen der Wähler geschürt und ein Duell (Regen oder Traufe) inszeniert. Ich stelle mir das gerade anhand der möglichen Dynamik in einer Schulklasse vor.
Es gibt da den Lehrer-Liebling, der durch Bestechung und Beziehungen die linke Hand der Lehrkraft ist und den aufmüpfigen Rebellen, der von der Lehrkraft als rechte Hand eingesetzt werden muss, wenn ein Unterricht stattfinden können soll. Kleine Gruppen bilden sich zum Selbstschutz und aus Angst vor dem Rebellen.
Es kommt zur Klassensprecher-Wahl. Der Klassenbeste und gleichzeitig derjenige, der die besten Voraussetzungen hätte, dabei zu helfen, dass das Lehrziel erreicht wird, steht zwar auch auf der Liste, aber er wird ignoriert. Angst ist ausschlaggebend und die Wahl wird zur Farce und geht im Duell zwischen der linken und der rechten Hand der Lehrkraft unter.
Auf so eine Politik kann ich gerne verzichten, wo der, der Korrupteste und der Lauteste emotionell umworben wird. Politik ist ein schmutziges Geschäft, dass vor allem die Wähler beschmutzt, indem Vernunft, sachliche Arbeit und Anstand von vornherein als uninteressante Werte aufgetischt werden. Der gesamte Wahlkampf war meiner Meinung nach (das ist kein Kreisky Zitat, sondern wirklich meine Meinung) ein einzige Themenverfehlung, die emotionell ausgeschlachtet wurde. Ganz wie bei der Volksabstimmung über Wehrpflicht, einfach unerträglich für mich.
Irgendwie freut mich das Ergebnis auch, denn nun brauche ich mich wirklich nie mehr mit Politik auseinandersetzen und kann das vor mir selbst, moralisch gut verantworten. Politik ist eben ein schmutziges Geschäft, an dem ich mich nicht beteilige.
Wozu sollte ich euch, also den Parteien außerdem meine Stimme geben, sie machen damit doch sowieso, was sie wollen und nicht das, was sie versprechen, wenn sie überhaupt etwas versprechen. Im letzten Wahlkampf waren sie nicht einmal noch dazu fähig, falsche Versprechungen zu machen, sondern sie mussten sich voll und ganz auf ein Thema konzentrieren und dafür Emotionen schüren, für das sie sowieso nicht zuständig sind. Da übertrifft Wien doch schon Schilda. Wenn ich dann auch noch Frau Vassilakou direkt nach der Wahl höre, wie sie keine Antwort gibt auf ganz einfache Fragen, dann rundet dies das Bild, das ich von Politik habe ab. Zuerst den Rücktritt ankündigen und dann nicht einmal auf die Frage diesbezüglich antworten ist genau was wir nicht brauchen. Natürlich brauchen wir keinen Stracheldraht, den es ohnehin nicht gibt, aber noch weniger brauchen wir PolitikerInnen mit einem Gartenschlauch als Rückgrad, keiner Meinung, keiner Sprachkultur, aber dazu fähig, Ängste zu schüren, statt anständig und sachlich für ihr Programm zu werben und zu den eigenen Worten zu stehen. Das kann die rechte Hand der Lehrkraft – aus meinem Beispiel oben – auch. Ich sehe wegen der politischen Zukunft von Wien, aber trotzdem nicht rot, sondern ich sehe für sie, schwarz.
Danke, es reicht!
Denn treffender kann auch ich es nicht formulieren:
Die Spaltung von Moral und Politik wird absolut. Nicht die öffentliche Ordnung, nur das persönliche Heil und der persönliche Vorteil ist noch von Bedeutung.

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