Archiv der Kategorie: EU

Ulrike Guérot – Warum Europa eine Republik werden muss!

Gestern hörte ich eine Diskussion mit Ulrike Guérot und Robert Menasse. Ich war erstaunt über mich selbst, weil ich das alles nicht wusste. Nichts von all dem was Frau Guérot da ansprach, war mir bis jetzt bewusst geworden. Nein es ist noch schlimmer, mir kamen ähnliche Gedanken erst gar nicht in den Sinn. So gründlich wurde mir mein Gehirn von den nationalen und lokalen Politikern gewaschen. Wer einen ähnlich beschränkten Horizont hat wie ich, dem kann ich Ulrike Guérot nur dringend empfehlen.

Noch ist es zwar eine Utopie, doch ich hoffe, dass diese bald zur Realität wird.

Dazu ein Zitat aus einer Rezension:
„In der Folge entfaltet das Buch seine bezaubernde Schönheit durch die durchdachte und eloquente Darlegung der Möglichkeit eines neuen Weges für Europa, einer Wiederentdeckung der „politischen Ästhetik“ und einer nachnationalen Zukunft für Europa und die Welt. Dabei ist die Autorin so überzeugend in ihrer Argumentation und so klar in ihren Schussfolgerungen, dass man als Leser bisweilen vergisst wie anders unsere Realität momentan aussieht. Detailliert schildert sie die territoriale, wirtschaftliche und politische Neuordnung, die von Nöten wären um die Republik Realität werden zu lassen. In dieser Republik wären alle Bürger politisch gleich, also gleich vor dem Wahl- und Steuerrecht sowie in ihren sozialen Recht. Diese Utopie wird mit einer Leidenschaft beschrieben, die es dem Leser schwermacht, sich nicht in die Idee zu verlieben.

Der erlebte Kontrast zwischen dem was ist (die zahlreichen Krisen und Systemfehler der EU) und dem was sein könnte (die Republik), ist es was dieses Buch so wertvoll macht und auch lange nach der Lektüre noch zum Nachdenken und diskutieren anregt. Einziges wirkliches Manko sind einige Lücken in der Ausgestaltung der zukünftigen Republik. Aber auch über diese lohnt es sich nachzudenken.

Sprachlich anspruchsvoll, aber verständlich, ist „Warum Europa eine Republik werden muss“ ein Muss für jeden politisch Interessierten, finde ich.“


Auf SWR heißt es dazu: „Es ist Zeit, Europa neu zu denken. Weg mit der Brüsseler Trilogie aus Rat, Kommission und Parlament! Ulrike Guérot, revolutionäre Vordenkerin einer Europäischen Republik, sieht die EU in ihrer derzeitigen Form gescheitert. Schon 2013 veröffentlichte die Politikwissenschaftlerin ein Manifest zur Begründung einer Europäischen Republik als Rettung für Europa. In Berlin hat sie das European Democracy Lab gegründet, dessen Direktorin sie ist. An der Donau-Uni in Krems ist sie Professorin des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung.“

Kommentare dazu auf:
https://www.facebook.com/helmeloh/posts/10154918491609665
Weitere Weblinks:
http://sites.arte.tv/metropolis/de/video/ulrike-guerot
http://ulrikeguerot.eu/de/content/media
https://de.wikipedia.org/wiki/Republik
Marcus Tullius Cicero
https://de.wikipedia.org/wiki/De_re_publica
Bildquelle: Von Heinrich-Böll-Stiftung – Flickr: Ulrike Guérot, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15607150

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Lieber Herr Kern, danke für die Warnung vor Ausgrenzung rechtspopulistischer Parteien!

Kanzler Kern befürchtet eine Ausgrenzung rechtspopulistischer Parteien. – © APA
Lieber Herr Kern, Ein Bundeskanzler sollte meiner Meinung nach in der „Heute, Österreich oder Bild-Zeitung“ keine Interviews geben, sondern sich ein seriöses Sprachrohr finden. Ihre Warnung habe ich zwar inhaltlich verstanden, aber meine Frage an Sie: „Kann man jemand, der die Mehrheit hat, ausgrenzen“? In Wirklichkeit kann sich doch höchstens die SPÖ selbst ausgrenzen und das macht sie seit Kreisky auch konsequent.
Ich bin zwar ein Grüner mit einem roten Neo-Herz, aber ich gebe die dumme und gefährliche Warnung gerne und dankend zurück:
Ihr sollt euch irgend wann einmal nicht mehr um die FPÖ kümmern, sondern um euch selbst, solange es euch noch gibt. Aber das scheint ihr ganz beharrlich nicht zu verstehen. Legt endlich ein soziales Programm vor, das für die Zukunft Sinn macht. Räumt euren Politsumpf der durch Skandale, Korruption und Freunderlwirtschaft gekennzeichnet ist endlich einmal auf und lasst euch alle sofort von der jungen SPÖ ablösen, oder ihr könnt euch in paar Jahren nicht einmal mehr selbst ausgrenzen. Und noch etwas Herr Bundeskanzler: „Besser gespalten, als rot-blau, also braun!“
Haben Sie in Geschichte gefehlt Herr Bundeskanzler, oder wollen Sie tatsächlich Sozialismus und Nationalismus neu vereinen? Also, wenn diese dumme und gefährliche Warnung nicht das endgültige Aus für die SPÖ war, dann möge ich zukünftig Politkasperl heißen.

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Hofer als Vermittler

[:de]

Der FPÖ-Mann will außerdem – wie schon mehrfach verlautbart – im Falle seines Wahlsieges eine Vermittlerrolle für die Verbesserung der Beziehung zwischen den USA und Russland einnehmen.

schreibt der Kurier. Ach, Herr Hofer, wenn Sie die USA und Russland näher bringen, könnten Sie dann nicht auch gleich zwischen Erdoğan, der IS, Kim Jong-un, Le Pen, Orban … vermitteln? Da haben Sie doch bestimmt auch gute Kontakte und wenn Sie als Österreicher schon die zwei Supermächte vereinen, dann wäre das wahrscheinlich doch ein rechter Klacks für Sie.

Wetten, dass wir so lange einen BP wählen werden, bis Hofer endlich gewinnt? Aber mir ist das inzwischen schon egal, schlimmer kann es nicht mehr werden. Abgesehen davon natürlich, liebe Leute – weltweit, dass ihr für eure Wahl noch die Konsequenzen tragen müsst. Mir habt ihr das leider auch angetan und aufgezwungen, aber ich habe wenigstens schon eine Vorahnung was uns bevor steht und stelle mich schon darauf ein, dass es von nun an zurück ins Mittelalter geht.[:]

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[:de]Bestpreisklausel – Tourismus missbraucht Parlament[:]

[:de]Ich habe mir gerade die Nationalratsdebatte zur Bestpreisklausel im Tourismus angehört und somit durfte ich miterleben, dass sich alle Parteien einig waren. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und ein Beschluss wird folgen.
Es ist mir absolut unverständlich, weshalb die unfähigsten und dümmsten Menschen in der Tourismusbranche das Sagen und die Besitztümer haben. Das kann doch nur über Ausnützung von Schwachstellen in unserem System funktionieren. Bereicherung durch Konkurs, Steuerhinterziehunbg und Umgehung des Systems über Stiftungen und diverse Unternehmensformen. Denn könnten die Hoteliers 1 und 1 zusammen zählen, hätten sie jetzt nicht die Regierung um Hilfe anbetteln müssen. Leider lassen sich die Parlamentarier alle einstimmig missbrauchen und aus ihren Reden und Argumenten schließe ich, dass sie ebenfalls nicht einmal 1 und 1 zusammen zählen können. Die ÖVP hat wenigstens gewarnt und verdeutlicht, dass solche Eingriffe eigentlich nicht in ihrem Interesse sind, aber zugestimmt haben sie dennoch.
Der arrogante Stronach-Typ hat uns aufgeklärt:
Die Hoteliers zahlen an Booking 15 bis 20% Kommission und Booking zahlt an Google jährlich Milliarden, damit der Gast bei der Suche nach einem freien Zimmer auf der Booking Seite landet. Er erklärte, dass die Kommission für die Leistung, ein paar Byte hin und her schieben, wirklich überhöht sei, aber dass es keine andere Möglichkeit gäbe, als sie zu zahlen. Sonst wird das Hotel bei Booking hinaus geschmissen und kein Mensch findet es je wieder.
Wahnsinn, seid ihr dumm. 1 und 1 ist 2 liebe Hoteliers und Parlamentarier.
Wenn der Hotelier direkt an Google zahlt ist Booking raus und kann den Konkurs anmelden. Und wenn der Hotelier direkt an Google zahlt, über AdWords, kann er dafür soviel ausgeben und zwar gezielt und effizient ausgeben, wie es ihm sein Budget für Werbekosten erlaubt. Aus, Punkt, so einfach wäre das, würde man sein Gehirn zum denken einsetzen.
Von Google sind sowieso alle abhängig, also macht das nur den Unterschied, dass Bookings ausgeschaltet werden würde. Google bekommt damit nicht mehr Macht, denn Google ist unbedingt davon abhängig, dass sie gute Suchergebnisse liefern. Sonst brächten sie sich selbst in Gefahr und wer Google auch nur ein wenig kennt, der weiß, dass Google diesbezüglich unschlagbar ist und alles unternimmt, damit das so bleibt. Wenn der Hotelier nun sein eigens Buchungssystem (es gibt unzählige kostenlose Open Source Lösungen) auf seiner Homepage einbindet, zahlt er keine Kommissionen mehr und wenn das Buchungssystem so halwegs up-to-date ist, dann werden die Daten bei der Buchung vom Gast auf der Homepage des Hotels eingegeben und sofort direkt in das Hotelverwaltungsprogramm übernommen. Dies gibt die Daten direkt an das Buchhaltungsprogramm weiter und bis zur Jahresbilanz des Hotels kann alles vollautomatisiert ablaufen.
Aber wovon rede ich denn da, wenn jemand so unfassbar dumm ist, dass er 20% für quasi Nichts zahlt und dann die Regierung missbraucht, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.
Um eine Regierung die so schwach ist, dass sie da einstimmig mitspielt, würde ich mir ebenfalls Sorgen machen, läge mir etwas an dieser alten, verkorksten, unflexiblen, seltsamen Machtstruktur, die früher oder später ohnehin von einer direkten Demokratie abgelöst werden muss. Ob ich das noch erleben werde, dass meine Stimme so viel wert ist, wie die eins Abgeordneten, bezweifle ich, aber es muss zwangsläufig kommen, oder die Menschheit richtet sich über die rasant zunehmende Idiokratie selbst zu Grunde. Das sehe ich nicht nur bei uns, sondern auch in der Türkei, Ungarn, Russland und gerade eben in den USA (Trump wird Präsident).
Entweder die Menschen setzen unmittelbar sofort auf die moderne Technologie und arbeiten zusammen, oder die Spirale der Machtstrukturen treibt uns demnächst in ein weltweites totales Desaster.

Weblinks:
http://tvthek.orf.at/live/Politik-live-Nationalratssitzung/13889825
Kartellrecht: Bestpreisklauseln auf dem Prüfstand
https://www.parlament.gv.at/PAKT/AKT/SCHLTHEM/
Hoteliers begrüßen Ende von Bestpreisklausel[:]

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Wiener Baumkatastar – Google Maps 3D

Ich finde, dass der Wien Umweltgut Baumkatastar eine sehr gute und nützliche Idee war. Die technische Umsetzung lässt meiner Meinung nach aber zu wünschen übrig. Weshalb ich dieser Meinung bin zeigt ein direkter Vergleich von Google Maps 3D und den Baumkatastar. Da sind einfach Welten dazwischen, Google Maps dringt ganz in eine andere Dimension vor, welche von der Stadt Wien und von Wiener Wohnen genützt hätte werden können. Allerdings sehe ich ein, dass man die Daten nicht Google überlassen will. Wenn man eine interne Version mit den Daten auf den eigenen Servern angelegt hätte und eine öffentliche zweite Version des Baumkatastars mit den Daten auf Google Maps eingespielt, wäre wohl das bester Ergebnis erzielt worden. Aber auch dazu müsste das Vertrauen zu Goolgle (dass sie die Daten nicht einfach stehlen) vorhanden sein. Wenn dem nicht so ist, habe ich dafür Verständnis. Trotzdem finde ich es schade, denn die Daten des Baumkatastars, erweitert um Koordinaten, falls die nicht ohnehin schon vorhanden sind, kämen auf Google Maps 3 D natürlich sensationell zur Geltung. Leider sind die Daten des Baumkatastars auch noch recht unvollständig, aber immerhin habe ich gerade erfahren, dass ganz in meiner Nähe zwei Nisthilfen für Fledermäuse angelegt wurden. Deshalb kann ich mich abends immer an den interessanten Tieren ergötzen und sie bei ihrer Abendmahlzeit vor meinem Balkon beobachten. Das sind wirklich hervorragende Flugkünstler und sie erschrecken mich auch manchmal, wenn sie erst etwa einen Meter vor meinem Kopf einen Haken in der Luft schlagen.
Mit den Bäumen hatte ich weniger Glück, denn die, die mich interessieren sind im Katastar nicht verzeichnet. Auf Google Maps sieht man sie zwar sehr gut, was mir aber nicht viel nützt.

Übersicht Kurt Heller Hof auf Google Maps:
kurthellerhof-gm-uebersicht Man Beachte den Standort des Cafes „Little Britain“ und die seit langer Zeit nicht mehr vorhandene Pizzeria.

 


Nahaufnahme vom Kurt Heller Hof auf Google Maps:
kurthellerhof_innenhof_nah

 

 

 

 

Zum Vergleich die beste Auflösung im Baumkatastar:
kurthellerhof-katastar

Kennt vielleicht jemand die unglaublich hohen, schlanken Laubbäume, von denen 3 im Kurt-Heller Hof stehen und einige stehen rund herum? Sie sind höher als das Haus und Manche haben ganz verdrillte, seltsame Stämme und das Laub kenne ich noch nicht, denn so nahe war ich noch nicht dran.
Wie dem auch sei, ich werde es heraus finden.
Die Graupappel
graupappel kann ich jedenfalls genau so bestätigen, wie das Bergahorn
bergahorn und ich weiß nun dank des Baumkatastars sogar, wann sie gepflanzt wurden.

 

 

 

 

Nun noch ein Wort zu den Daten auf Google Maps. Also ich wohne in der Engerthstraße 232, Stiege 3 und  das Google Maps Bild meiner Blumenkisterl am Balkon, stammt nicht aus 2016. Aber die Bäume finde ich alle am richtigen Platz. Leider ohne Daten des Baumkatastars. Dass neben Stiege 3 die Stiege 11 liegen soll und sich im 5ten Stock ein Briefkasten befindet, bezweifele ich. Google Maps zeigt auch noch eine Pizzeria und ein Cafe an, obwohl das Cafe die Pizzeria abgelöst hat. Außerdem kann sich das Cafe nicht zwischen zwei Bäumchen am Straßenrand befinden. Also die Daten können einem als Richtwert dienen, aber man sollte sich nicht darauf verlassen. Sonst geht man womöglich auf eine Pizza in einer Pizzeria, die es nun seit fast 3 Jahren nicht mehr gibt.
Ein Briefkasten, den ich sicher nie verwenden werde:
stiege-4

Summa summarum gefällt mir der Baumkatastar auch so wie er ist und ich hoffe, dass die Daten in nächster Zeit vervollständigt werden. Google Maps zeigt hervorragende Bilder, aber bei den Daten bin ich sehr skeptisch.

Weblinks:
Wiens digitalisierte Bäume
Wiener Wohnen für Baumkataster ausgezeichnet

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