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Der Tiger

Der Tiger lebt in Asien. Er ist eine große massige Raubkatze. Meist hält er sich im Dschungel auf. Das gestreifte Fell macht ihn dabei so gut wie unsichtbar. Seine Augen sind sehr scharf. Vor etwa zwei Millionen Jahren lebte die Urform des Tigers im Süden Chinas. Die Nachkommen breiteten sich in alle Himmelsrichtungen aus. Im Norden, wo zum Schutz gegen Wärmeverlust ein möglichst massiger Körper nötig ist, entwickelten sich viel größere und schwerere Tiere, als im tropischen Dschungels. Heute hat der Mensch dieses wundervolle Tier beinahe ausgerottet. Früher lebten 100.000 Tiger, heute nur mehr rund 5.000 . Leider weiß ein Großteil der Menschheit gar nicht, wie es um diese Katzenart steht. Ursprung: Seit Jahrhunderten spielt der Tiger in vielen Religionen und Kulturen der Erde eine besondere Rolle. Manche sehen ihn als wahren König der Tiere. So schrieb zum Beispiel der frühere Berliner Zoodirektor Ludwig Heck in seinem Buch: „Im Tierreich erkenne ich unbedenklich dem Tiger den ersten Schönheitspreis vor dem Löwen zu, weil mir dessen Mähnenschmuck nicht den Farbreiz des Streifenfelles ersetzen kann. Solch wundervollen herkulischen Muskelbau, wie er am Vorderteil unseres riesigen… bengalischen Königstigers so weich und locker und doch so gewaltig und kraftstrotzend bei jedem Schritte spielt, hat kein Löwe, und hätte er ihn, so deckte ihn die Mähne zu! Dagegen finde ich nicht, dass die Querstreifung des Tigers die Körperformen sehr verwischt und verschleiert, wie das die Ringelfleckung des Leoparden ohne Zweifel tut.“ Wir alle sollten mithelfen den Tiger zu schützen, weil es schade wäre, könnten wir unseren Enkeln nur noch von einer wunderschönen, edlen und anmutigen Raubkatze erzählen, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben sich selbst davon zu überzeugen.
Ernährung: Meist jagt er Büffel, Rinder und Hirsche. In Notzeiten gibt er sich mit Affen und sogar mit Fröschen, Ameisen und Heuschrecken zufrieden. Er fängt aber auch Fische. Es kommt vor, dass er ein Stachelschwein frisst, aber die Stacheln sind gefährlich. Nachwuchs: Nur all 2 Jahre bekommt das Tigerweibchen Junge. Ein Wurf besteht meist aus 2-4 Tieren. Die Hälfte aller Tigerjungen stirbt, bevor sie ausgewachsen sind. Mit 3 Jahren ist ein Tiger erwachsen. Können sie schwimmen?: Tiger haben keine Angst vor Wasser. Sie sind sogar gute Schwimmer. Wenn es sehr heiß ist, waten sie in den Wasserstellen. Revierschutz: Während der Nacht ist ein Tiger sehr beschäftigt. Er geht sein Revier ab, indem er es immer wieder mit Urin markiert. Nachts ist für ihn auch die Zeit der Jagd. Tagsüber dagegen ruht er sich von der anstrengenden Nacht aus. Vor allem Weibchen, die Junge haben, leben allein. Das Revier eines Männchens ist normalerweise zwischen 50 bis 1.000 -4.000 Quadratkilometer groß und wird meist mit mehreren Weibchen geteilt Die Reviere der männlichen Tiger überschneiden sich häufig mit denen der weiblichen, aber nur die Männchen verteidigen ihre Reviere gegen andere Männchen. Dabei konzentrieren sie sich auf die wichtigsten Teile, wie die Grenzen zu einem Weibchenrevier oder Gebiete mit guten Beutetierbeständen. Übernimmt ein anderes Männchen das Revier, beißt es häufig die Tigerbabys tot, die noch von seinem Vorgänger stammen, um dann selbst für Nachwuchs zu sorgen.
Sein Aussehen: Der Tiger ist die größte lebende Raubkatze. Er ist von 340-420 cm Lang und hat ein Gewicht von 120-200 kg bei Weibchen und 190-300 kg bei Männchen. Weibchen sind im allgemeinen immer etwas kleiner und leichter als männlichen. Er ist Einzelgänger und jagt sogar Tiere wie Elefanten. Ausgestorbene Tiger sind der Bali- Tiger, der persische. Nachts sehen seine Augen fünf Mal so gut wie Menschenaugen. Das Revier des Sibirischen Tigers ist sehr groß, bis zu 3.000 Quadratkilometer. Wenn er in diesem Gebiet beständige Nahrungsquellen findet, bleibt er manchmal jahrelang innerhalb der Grenzen seines Reviers. Das helle Fell verbirgt ihn sehr gut in der schneebedeckten Taigalandschaft. Da der Amur-Tiger mit Temperaturen bis zu 45C( Celsius) leben muss, hat er an Flanken und Bauch eine bis zu 5 cm dicke Fettschicht. Er ist wesentlich größer als der Königstiger und doppelt so groß wie (einst) der Bali-Tiger So konnte sich der Bestand in den fast menschenleeren Urwäldern Sibiriens vorerst erholen. Aber heute gibt es leider wesentlich mehr Amur-Tiger in Gefangenschaft als in freier Wildbahn. Zur Zeit zählen wir insgesamt nur noch 437 Sibirische Tiger und wenn er trotz aller Schutzversuche trotzdem weiter gejagt wird, ist er im Jahr 2.000 ausgestorben. Der Bengal- oder Königstiger lebt in Indien. Sein lateinischer Name lautet „Panthera tigris tigris“. Er konnte dem Artentod bis jetzt nur knapp entrinnen. Bis zum Jahr 1973 war er ein begehrter Fang. Anfang des 20. Jahrhunderts war in Indien der Bestand der Königstiger von 40.000 Tieren auf 1800 gefallen. Das im selben Jahr vom WWF und der indischen Regierung begonnene „Projekt Tiger“ hat dem Bestand dieser Tiere wieder auf die Beine geholfen. In dieser Zeit konnten sich die Tiere wieder vermehren. Der Bali-Tiger war klein und ockergelb. Wie auch seine lateinische Bezeichnung „Panthera tigris balica“ sagt, war er auf der Insel Bali zu Hause. Der Bali-Tiger war die kleinste Form des Tigers, so wogen die Männchen selten mehr als 100 kg. Für diese Unterart wurde der Lebensraum wegen dichter Besiedelung schon Anfang unseres Jahrhunderts zu knapp. Die letzten Tiere wurden zu Beginn der vierziger Jahre gesichtet. Im Gebiet des Kaspischen Meeres war einst der Kaspische Tiger, „Panthera tigris virgata“ heimisch. Er war ein verhältnismäßig großes Tier, 1972 sichtete noch jemand im Osten der Türkei eine frische Tigerspur. Es war sein letzte Lebenszeichen. Java ist eine der am dichtesten besiedelten und bewirtschafteten Inseln der Welt. Für Tiger ist sie längst zu eng geworden. Die letzten Exemplare des Java-Tigers, „Panthera tigris sondaika“, starben Anfang der achtziger Jahre in einem Reservat im Osten Javas. Lebensart: Der Tiger ist ein Säugetier und gehört zur Ordnung der Raubtiere. Diese lässt sich wiederum in Groß- und Kleinkatzen unterteilen. Der Tiger ist die größte lebende Raubkatze. Die Gattung der Tiger bezeichnet man im Lateinischen mit „Panthera tigris altaica“. Ein Tiger wird maximal zwischen 15 bis 17 Jahre alt. In freier Wildbahn ist die Lebenserwartung wesentlich geringer. Einmal soll jedoch ein blauer Tiger gesehen worden sein. Wesentlich öfter entdeckte man schneeweiße Tiger. . Das Revier des Sibirischen Tigers ist sehr groß, bis zu 3.000 Quadratkilometer (ungefähr die Größe des Bundeslandes Burgenland). Wenn er in diesem Gebiet beständige Nahrungsquellen findet, bleibt er manchmal jahrelang innerhalb der Grenzen seines Reviers. Bei dieser Territoriumsgröße muss sich das Weibchen, das zur Paarung bereit ist, manchmal selbst auf die Suche nach einem Partner machen. Das Fell dieser Tigerart hat eine blass ockergelbe Grundfärbung Seine Deckbehaarung ist bis zu 5 cm lang. Das helle Fell verbirgt ihn sehr gut in der schneebedeckten Taigalandschaft. Da der Amur-Tiger mit Temperaturen bis zu 45C leben muss, hat er an Flanken und Bauch eine bis zu 5 cm dicke Fettschicht. Er ist wesentlich größer als der Königstiger und doppelt so groß wie (einst) der Bali-Tiger. Zur Zeit zählen wir insgesamt nur noch 437 Sibirische Tiger und wenn er trotz aller Schutzversuche trotzdem weiter gejagt wird, ist er im Jahr 2.000 ausgestorben. Der Bengal- oder Königstiger lebt in Indien. Sein lateinischer Name lautet „Panthera tigris tigrisFür diese Unterart wurde der Lebensraum wegen dichter Besiedelung schon Anfang unseres Jahrhunderts zu knapp. Die letzten Tiere wurden zu Beginn der vierziger Jahre gesichtet. Im Gebiet des Kaspischen Meeres war einst der Kaspische Tiger, „Panthera tigris virgata“ heimisch. Er war ein verhältnismäßig großes Tier, mit einem üppigen Bart und langen Nackenhaaren (nordlichste Unterart mit größter Ähnlichkeit zum Löwen). 1972 sichtete noch jemand im Osten der Türkei eine frische Tigerspur. Es war sein letzte Lebenszeichen. Java ist eine der am dichtesten besiedelten und bewirtschafteten Inseln der Welt. Für Tiger ist sie längst zu eng geworden. Die letzten Exemplare des Java-Tigers, „Panthera tigris sondaika“, starben Anfang der achtziger Jahre in einem Reservat im Osten Javas. Die Jagd: Der Tiger geht meist bei Dämmerung oder in der Nacht auf Jagd. Langsam und lautlos schleicht er durch sein Revier. Aufmerksam achtet er auf auffällige Bewegungen und lauscht nach ungewohnten Geräuschen. Sein Streifzug kann ziemlich lange dauern, weil der Tiger auf der Suche nach Futter bis zu 30 Kilometer zurücklegt. Entdeckt er ein Beutetier, so schleicht er sich auf ganz leisen Sohlen und in geduckter Haltung in seine Nähe. Ist er dann der Beute nahe genug, stürzt er sich in zwei oder drei gewaltigen Sätzen auf das überraschte Tier. Dabei kann er mit einem Satz über fünf Meter weit springen. Mit seinen spitzen Krallen packt er seine Beute, reißt sie zu Boden und bricht ihr das Genick oder erstickt sie. Den größeren Beutetieren zerbeißt der Tiger zuerst die Sehnen an den Beinen, sodass sie nicht weglaufen können und tötet sie dann durch einen gezielten Biss an der Kehle. Nicht jeder Angriff führt jedoch zum Erfolg, denn viele Tiere wittern oder hören die großen Raubkatzen noch rechtzeitig und können vor ihr fliehen. Verfehlt der Tiger seine Beute, so verfolgt er sie noch etwa 200 m, erwischt sie dann jedoch nur noch selten. Der Tiger verzehrt im Jahr um die hundert Stück Großwild. Das ist natürlich wieder nur ein Durchschnittswert, denn natürlich braucht ein größeres Tier, bei eisigen Temperaturen mehr Nahrung, als sein kleiner Artgenosse im tropischen Klima. Natürlich kommt es auch darauf an, welches Beutetier der Tiger reißt und wie groß es ist. Die Fortpflanzung: Die Tiger haben keine feste Paarungszeit im Jahr. Sie sind nur drei bis sieben Tage im Jahr empfängnisfähig. Daher dauert eine „Tigerhochzeit“ mehrere Tage. Danach verlässt das Männchen das Weibchen wieder und sucht sich ein weiteres Weibchen. Während der Paarungszeit bleiben sie die ganze Zeit beisammen, aber außerhalb der Paarungszeit gehen sich die Tiger aus dem Weg. Nach etwa 95 bis 112 Tagen bringt die Tigerin ihre Jungen an einem gut geschützten Platz, am liebsten im hohen Gras, zur Welt. Ein Wurf zählt meist zwischen zwei bis vier Tigerbabys. Vorerst säugt die Tigermutter ihre Jungen, später schleppt sie die Beute heran, dann führt sie die Kleinen von Riss zu Riss und lehrt sie schließlich jagen und in der Wildnis zu überleben. Die Zeit, die die jungen Tiger bei den Müttern verbringen, dauert zwischen 18 und 28 Monaten. Der Vater kümmert sich kaum um den Nachwuchs. Für die Tigermutter ist er gar eine Bedrohung, denn wie wir zuvor schon gehört haben, sterben die Kleinen oft, weil sie von männlichen Tigern getötet werden. Dabei sind die Väter ebenso zärtlich mit den Jungen umgegangen wie die Mütter Gefährdung: Es gibt viele verschiedene Gründe, warum alle Arten des Tigers vom Aussterben bedroht sind. Aber ich möchte nur Hauptfaktoren anführen: So musste auch der Tiger verschwinden, als ihm die Menschen immer näher rückten. Dabei war er es, der zuerst da war und der immer wieder zurückgekehrt ist und sich neu eingewöhnt hat und seine Gewohnheiten geändert hat. Wegen uns werden Wälder in Sibirien gerodet, billig verkauft .Und wer ist derjenige der weichen muss? Natürlich der Tiger. Logischerweise ist der nächste Schritt, dass auch seine Nahrung schwindet. Woher soll der Tiger seine Nahrung bekommen, wenn der Mensch sie ausrottet? Der Tiger wird zum „Viehtöter“. Er wird zum gejagten. Schutzprojekt: „Traffic“ ist eine Organisation der WWF, die den Handel mit Tierprodukten überwacht. Sie soll Schmugglern auf die Schliche kommen. Es ist schwierig, den Handel mit Tierarten in den Griff zu bekommen, denn die Armut rund um die Tigergebiete ist groß.
von Estella Reinprecht mit hilfe von Online Seiten

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Die Honigbiene – ein Insekt

Einleitung:

Die Honigbiene ist das Sinnbild des Fleißes. Es gibt 750.000 Insektenarten, davon hat sich der Mensch zwei als Haustiere gewählt, weil ihm ihre Produkte nützlich sind:

– den Seidenspinner
– und die Honigbiene.

Die Honigbiene wird von uns Menschen schon seit Urzeiten genutzt. Durch die lange Haltung und durch neue Forschung ist sie eines der bekanntesten Tiere.

Der Bienenhonig ist seit den frühesten Anfängen der Menschheit bekannt, dies beweist eine Höhlenzeichnung in Spanien. Sie zeigt eine Gestalt, die sich aus einer Höhle Bienenwaben holt. Honig ist schon immer ein beliebtes Süßungsmittel gewesen. Die erste sichtbare Nachricht von Bienenhaltung stammt aus ägyptischen Königsgräbern. Ihre Wertschätzung ist dadurch bewiesen, dass die Biene in Hieroglyphen als Zeichen für König verwendet wurde.

Körperaufbau:

Ein harter Panzer umschließt den ganzen Insektenkörper, er besteht aus Chitin. Dies ist eine hornähnliche Substanz die leichter, aber auch widerstandsfähiger als unsere Knochen ist. Das einmal gebildete Chitin ist tot und dehnt sich nicht. Der Panzer ist wegen seiner Härte gegliedert und ist an den dünnen Stellen beweglich, die einzelnen Teile greifen ineinander.
Auf dem Panzer wachsen viele Haare.

Der ganze Körper ist in drei Hauptabschnitte gegliedert:

– Kopf
– Brust
– und Hinterleib.

Der Kopf:

Von vorne gesehen hat der Kopf eine dreieckige Form und besteht aus einem Stück. Auf dem Kopf trägt die Biene ein Paar Fühler in denen sich der Tast- und Geruchssinn befinden.

Ihre beiden großen Augen befinden sich an den Seiten des Kopfes und setzen sich aus Einzelaugen zusammen = Facettenaugen oder Netzaugen. Diese arbeiten wie ein Bündel feinster Fernrohre, von denen jedes auf einen anderen Punkt der Außenwelt gerichtet ist.

Die Bienen besitzen noch drei weitere Augen, die Punktaugen in der Mitte der Stirn mit denen sie die Tageszeit wahrnehmen. Also die Zeit zum Beginn und zum Ende ihrer täglichen Sammelarbeit.
Der Mund liegt an der unteren Ecke des Kopfes und ist mit einem Rüssel verbunden der zum Saugen ausgestreckt werden kann.

Die Brust:

Nun zur Brust. Sie trägt die – zehn Fortbewegungsorgane,
– vier Flügel
– und sechs Beine.

Jeweils ein Flügelpaar befindet sich am 2. und am 3. Brustabschnitt.
Die Flügel sind so gebaut, dass keine Luft während des Fluges durch sie durchströmt. Die Bewegung ist mit einem Propeller zu vergleichen, denn sie ist sehr rasch. An die 200 mal pro Sekunde schlägt die Biene mit ihren Flügeln. Jeder Flügelschlag entspricht in der Form die in die Luft gezeichnet wird einem flachen Achter.

Die Beine sind sehr beweglich, weil sie aus sieben Gliedern bestehen und die Biene benutzt sie nicht nur zur Fortbewegung, sondern auch zum Putzen. Mit den Vorderbeinen kämmt und putzt sich die Biene den Kopf, vor allem die Augen und die Fühler;
mit den mittleren Beinen bürstet sie sich die Flanken;
und mit den Hinterbeinen die Körperunterseite.

Die Mitte des Rückens erreicht sie mit ihren Beinen nicht. Den putzt ihr dann eine Schwesternbiene sobald sie dies durch Zittern ihres Körpers signalisiert.

Die behaarten Hinterbeine dienen aber vor allem als Pollensammelapparat.

Der Bienenstachel befindet sich am Ende des Hinterleibes und ist die Waffe der Bienen sowie der Bienenkönigin. Der Stachel besteht aus einer Rinne, in der das Gift aus der großen Giftblase in die gegnerische Wunde fließt. Er hat vorne zwei weitere Dornen die gezähnt sind um sich in die gegnerische Wunde hineinsägen zu können.

Die Biene stirbt, wenn sie einen Menschen oder ein Säugetier gestochen hat. Dies liegt daran, dass sich die Haut des Gegners um den Stachel schließt und die Sägezähne festhält. Die Biene reißt sich in diesem Fall vom Stachelapparat los und stirbt dann an ihrer großen Verletzung.

Wenn sie aber eine andre Biene oder Wespe sticht, überlebt sie, weil der Stachel im starren Panzer nicht festgehalten wird.

Der Stachel der Bienenkönigin hat kaum Widerhaken und sie benutzt ihn nur gegen ihre Rivalinnen.

Die Honigbiene -ein wichtiger Blütenbestäuber:

Honigbienen sind Pollen- und Nektarsammler. Pollen wird als eiweißhältige und Nektar oder Honig als Energie liefernde Nahrung benötigt.

Nektar:
Die Biene nimmt von jeder Blüte die sie anfliegt Blütenstaub (Nektar) auf. Dieser gelangt durch die Speiseröhre in den Honigmagen. Wenn er voll ist, fliegt sie in den Bienenstock zurück und entleert ihn. Die Arbeterinnen verdünnen das Ausgewürgte mit Drüsensäften und erzeugen so daraus Honig. Dieser wird in Waben gespeichert.
Die Waben bestehen aus Wachs und dienen als Speisekammer und Wiege für die Aufzucht der Brut. Sie werden auch Zellen genannt.

Hat eine Biene eine Nahrungsquelle entdeckt, teilt sie den Ort der Quelle mit Hilfe eines Tanzes mit.

Es gibt zwei verschiedene Tanzformen, den Rundtanz und den Schwänzeltanz:

Der Rundtanz zeigt eine Futterquelle in der Nähe bis etwa 100 Meter Entfernung vom Bienenstock an. Die Biene läuft dabei einen Kreis abwechselnd links- und rechts herum.

Je ergiebiger die Nahrungsquelle ist, desto lebhafter und länger wird getanzt. Beim Rundtanz wird jedoch keine Richtungsangabe übermittelt.

Bei weiter entfernt liegenden Futterquellen wird der Schwänzeltanz aufgeführt. Die Biene scheint dabei ein kurzes Stück geradeaus zu laufen und kehrt auf einem Bogen zum Ausgangspunkt zurück. Tatsächlich steht sie während der Schwänzelfase mit den Füßen fest auf dem Untergrund, vorzugsweise auf den Rändern von leeren Wabenzellen.

Der Rücklaufbogen wird abwechselnd nach rechts und nach links ausgeführt. Der Winkel der Geraden zur Senkrechten entspricht dem Winkel zur Sonne, den die Bienen einhalten müssen, um zur Futterquelle zu kommen. Auf der Geraden vollführt die Biene mit dem Hinterleib eine Schwänzelbewegung, deren Wackelstärke die Ergiebigkeit der Futterquelle angibt. Die Zeitspanne der Schwänzelfase bestimmt schließlich die Entfernung.

Andere Bienen laufen der tanzenden Biene hinterher, um die Informationen aufzunehmen. Gleichzeitig prägen sie sich den Geruch der gesammelten Nahrung ein, um gezielt zu den richtigen Blüten zu fliegen.
Die Entfernung der Futterquelle ist im Tanz beschrieben. Je größer die sie ist, umso länger und nachdrücklicher wird der Schwänzeltanz aufgeführt.

Für die Richtung orientieren sie sich an der Sonne. Bienen können die Position der Sonne aufgrund ihrer Sehfähigkeiten auch bei bedecktem Himmel ausmachen.

Das Leben im Bienenstaat:
Das Bienenvolk besteht aus einer Königin (= entwickeltes Weibchen), 30.000 – 70.000 Arbeiterinnen (= Weibchen mit verkümmerten Keimdrüsen) und im Frühjahr auch mit einigen hundert Drohnen (= Männchen).

Die Königin ist ca. 2 cm lang. Ihr fehlen die Organe und Instinkte, die die Arbeiterinnen auszeichnen. Sie hat einen kurzen Rüssel und wird von den Arbeiterinnen gefüttert. Ihre einzige Aufgabe ist es, für den Nachwuchs zu sorgen. Sie kann bis zu ca. 3000 Eier täglich legen.

In die Normalzellen legt sie befruchtete Eier, die nach drei Tagen zu Maden werden.

Die Arbeiterinnen füttern diese mit Futtersaft aus ihren Futtersaftdrüsen und später mit Honig. Im Laufe von 21 Tagen entsteht die Körpergestalt und die Biene (Arbeiterin) schlüpft. (Die Verwandlung nennt man Metamorphose).

Im Frühjahr legt die Königin unbefruchtete Eier die dann zu Drohnen werden.

Etwa im Mai legt die Königin in die sogenannten Weiselzellen befruchtete Eier. Ausschließlich diese Maden werden mit Fruchtsaft der Gelee royale enthält gefüttert. Nach 16 Tagen ist dann eine neue Königin entstanden.

Die Bienenarbeiterin ist kleiner als die Königin, 15 mm lang, aber man darf sie keineswegs als verkümmertes Weibchen bezeichnen. Es ist nur eine Verteilung der Mutterrollen: Die Königin kümmert sich allein um das Eierlegen und die Arbeiterin um alle anderen Mutterpflichten: das Bauen des Nestes, das Reinhalten und Verteidigen des Stockes, das Eintragen des Futters und die Pflege der Brut.

Die Drohnen sind die männlichen Bienen. Sie haben keinen Stachel und sind nur für die Befruchtung der Königin zuständig.

Es gibt vier wichtige Ereignisse im Laufe eines Bienejahres:

1. Das Schwärmen

Bevor eine neue Königin schlüpft verlässt ihre Mutter mit dem halben Stamm den Stock und gründet irgendwo ein neues Volk.

Für den Imker ist es wichtig, diesen alten Stamm nicht zu verlieren, daher führt er den Bienenschwarm (traubenförmig auf einem Ast) in sein neues Heim – in den Bienestock.

2. Der Hochzeitsflug

Die neu geschlüpfte Königin fliegt am ersten schönen Tag mit den Drohnen auf Hochzeitsflug. Sie paart sich in der Luft und die Drohne stirbt danach. Der Samenvorrat den sie dabei speichert, reicht für ihr ganzes Leben.
3. Die Drohnenschlacht

Nach dem Hochzeitsflug werden die Drohnen von den Arbeiterinnen nicht mehr gefüttert und aus dem Stock vertrieben. Sie verhungern.

4. Überwinterung

Die Bienen sammeln mehr Honig, als sie verzehren können, weil sie für den Winter einen Vorrat anlegen müssen. Sie überwintern als ganzes Volk und erstarren nicht wie andere Insektenarten. Sie sitzen während der Kälte dicht gedrängt auf ihren Honigwaben und verzehren den Honig.

Danach verbrennen sie ihn in ihrem Körper und erzeugen somit Wärme.

Eine konstante Temperatur ist für Insekten etwas Außerordentliches, denn diese sind an sich wechselwarm („kaltblütig“) das heißt, ihre Temperatur entspricht immer der Außentemperatur und auch ihr Temperament (Bewegung) steigt bei steigenden Temperaturen und sinkt bis zur Körpererstarrung bei Kälte ab.

Die einzelnen Honigbienen sind auch abhängig von der Außentemperatur, aber im Volk sorgen sie gemeinsam für eine konstante Wärme.

Die Bienen heizen nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer und sind auch fähig, zu kühlen, indem sie Wasser verdunsten. Damit erhalten sie immer eine konstante Bruttemperatur von 35° Celsius.

Um den Honig zu ersetzen, gibt man bei unseren Verhältnissen einem Bienenvolk als Wintervorrat durchschnittlich zwölf bin fünfzehn Kilogramm Zucker in Form von Zuckerwasser. Heizende Bienen erkennt man daran, dass die leise mit den Flügeln vibrieren und stark atmen.

Vom Nutzen der Biene

Der Honig
Das Interesse des Menschen an der Biene besteht hauptsächlich am Honig.
Der Honig ist eine hochkonzentrierte, aromatische Zuckerlösung, die die Bienen aus dem Nektar von Blüten oder aber aus Honigtau bereiten.

Es gibt verschiede Honigarten, je nachdem von welchen Blüten er stammt.
Die Farbpalette des Honigs geht von fast ganz weiß über goldgelb zu rötlichen Farbtönen bis grünlich und ganz dunkel braun.
Bienenhonig wird auch als Medizin verwendet, er löst Schleim und wirkt auf Wunden leicht desinfizierend.

Die Bestäubung
Der Honig ist aber nicht der einzige Nutzen, sondern die Bestäubung der Blüten ist ebenfalls sehr wichtig. Allein schon deshalb, weil die Biene die Bestäubung der Obstbäume vermittelt, ist ihre Haltung allgemein notwendig und der Nutzen der Bestäubung übertrifft den Wert des Honigs um das Zehnfache, weil die Bienen die ersten Insekten sind, die ihre Nahrung sammeln.
(Stirbt die Biene aus – verschwindet auch der Mensch, weil die Nahrungskette unterbrochen ist.)

Das Wachs
Das Wachs wird für die Herstellung von Kerzen verwendet, aber auch zum Modellieren und für pharmazeutische und kosmetische Zwecke.
von Estella Reinprecht

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