Archiv der Kategorie: Dadaichmuss

[:de]Unsere PräsidentInnen[:]

[:de]Auch wenn ich mich sonst strikt gegen die Verhunzung der deutschen Sprache durch verblödetes Gendern weigere, so lasse ich mir den Zynissmus eines/einer PräsidentIn nicht entgehen und spiele den Schwachsinn einmal mit, damit euch vielleicht auffällt, wie verblödet es ist, statt den Machtverhältnissen die Sprache ändern zu wollen.

hitlermuftiMenschen, ihr seid selbst schuld! Ich nehme mir heute schon vor, dass ich auch morgen kein Mitleid für euch empfinden werde, denn ihr hattet und habt die Wahl. Dann gehe ich dadaichmussistisch gleich zum Refrain über, den ihr morgen einstimmig singen werdet: „… und die Geister die ich rief, werd‘ ich nun nicht los“.

Dadamusstestduwählen von Pladimir Wutin über Ronald Dump,
den Hofer und den Gump,
den Receptayyip Orban et Urban,
bald tragen wir alle einen Turban.
Das goldene Zeitalter ist vorbei,
denn es gibt nur noch zwei,
zwei Rassen auf Erden: reiche Verlierende und arme Verlorene.
Inschallah und Amen, Dummheit hat seit heute einen Namen.
Sie nennt sich Mensch des 21. Jahrhundert,
was selbst den größten Deppen nicht mehr wundert.
Fort Schritt – Stech Schritt – Ihr mit
rechts um – marsch
jetzt sind wir im Arsch.
Wahl vorbei,
einerlei sein Krampf beginnt,
der Wähler sich windt,
es ist zu spät
sein Kind ward tot.

Inschallah und Amen, Dummheit hat seit heute einen Namen.
Sie nennt sich Mensch des 21. Jahrhundert,
was selbst den größten Deppen nicht mehr wundert.
Jawohl sagt Le Pennerin, Greetchen Wilders und Co,
das geht so und ihr seid darüber auch noch froh.
Froh über Stahlhelmerlaubnis und Kopftuchverbot,
ihr seid so gut wie tot.

[:]

(17)

Mein alter Hut, der hat drei Falten

Von Jörg Bittner Unna - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46496746
Von Jörg Bittner Unna – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46496746
Eine dadaichmussistische Ostergeschichte.

Ich nenne sie Gott, Teufel und Schöpfungsknall oder Membran, String und Urknall oder meinetwegen auch Stringtheorie, M-Theorie, und Schleifenquantengravitation.
Ich trage meinen alten Hut nicht mehr, nicht einmal zu Ostern, da ich es für vermessen hielte, wenn ich mir als dummes, naives Menschlein, den Kopf mit der Frage zerbräche, ob es GottIn gibt. Würde ich so unglaublich vermessen sein, also schon fast so, wie ein Astrophysiker, der auf Grund ein paar neuerer Spielzeuge der den Urknall auf vor 14 Mrd. Jahre datiert und würde tatsächlich nach der Existenz einer Gottheit fragen, dann wäre die Affirmation eine theoretisch mögliche Antwort. Aber auch diese sehr unwahrscheinliche Antwort würde mir nichts nützen, denn wenn ich an eine Gottheit glauben möchte, dann müsste ich vorgeben über sie etwas zu wissen und sogar annehmen zu wissen, was sie von mir will. Ich sage nicht, dass der Glaube an eine Gottheit an und für sich schon Gotteslästerung ist und mir ist auch klar, dass jeder Mensch glauben darf was er will. Dass jeder Mensch seinen Glauben auch als Tatsache ausgeben darf, die dann irdische Konsequenzen hat, ist mir zwar suspekt, aber das sind mir Publikationen über die M-Theorie auch. Ja, ich mache von meinem Recht Gebrauch, nicht alles glauben zu müssen, was andere behaupten. Die Glaubensfreiheit mag wichtig sein, aber das Recht darauf nicht glauben zu müssen ist mir persönlich wertvoller und wichtiger.

Apropos Glaube, ich habe schon über die Dreifaltigkeit  und über „vom Urknall bis zum Urknall“ geschrieben und dies wird eine ähnliche Geschichte. Allerdings bin ich älter geworden und sehe daher alles wieder ein wenig anders. Ja, früher war ich so herrlich naiv, dass ich den Sternenhimmel für romantisch und unglaublich schön hielt. Jeder funkelnde und glitzernde Stern regte meine Phantasie an und ich malte mir viele phantastische Welten aus. Es wurde mir dabei nicht bewusst, das jeder Stern, genau so wie unsere Sonne eigentlich der Ort ist, der der Hölle wohl am ähnlichsten ist. Heute sehe ich also die Hölle, wenn ich zum Himmel blicke und wähne mich selbst dabei im Himmel. Und wenn ich so in die Hölle blicke, fällt mir immer wieder ein, dass manche vermessene Menschen glauben, dass diese 14 Mrd. Jahre alt ist. Dieser Gedanke bringt mich genau so zum Schmunzeln, wie der Gedanke an das Deckengemälde vom Michelangelo „Die Erschaffung Adams“. Ich denke, wie könnten Astrophysiker den Urknall besser beschreiben, als mit der Scheidung von Licht und Finsternis: „Und Gott sprach, es werde Licht!“
Jaja, damals vor 14 Mrd. Jahren war das, wenn ich mich recht erinnere und ich frage mich was wohl vor dem Urknall war. Mit dem Urknall entstand Raum und Zeit und trotzdem gibt es ein „vorher“? Alleine schon dadurch wird mir klar, was mir immer schon klar war: aus dem Nichts kann nicht Etwas werden. Bei der religiösen Schöpfung frage ich mich, wo war die Gottheit, als sie das Universum erschuf?
Oder hat sich GottIn gleichzeitig selbst erschaffen? Diese Fragen scheinen mir alle samt ziemlich sinnlos, aber ich stoße dadurch trotzdem auf meinen Glauben. Ich glaube, dass es ein Irreführung eine sinnlose Dummheit wäre das Wort Nichts zu verwenden, wenn damit nicht Nichts gemeint ist. Ist damit Nichts gemeint, dann kann es Nicht niemals gegeben haben und es wird es auch nie, so geben, dass ein Mensch davon Kenntnis haben kann.
Daher glaube ich, dass es egal ist, ob mann göttliche Schöpfung sagt oder Urknall, aber es ist das Gleiche gemeint – der Anfang dieses Universums. Ich glaube, dass es sich ausdehnt, um in einen Zustand zu kommen, in dem es sich nicht weiter ausdehnen kann. Dann kann es entweder in diesem Zustand verharren, was aber dem Nichts gleich kommen würde, was ich mir nicht vorstellen kann, denn da gäbe es weder Zeit, Raum noch Bewegung. Also nehme ich an, dass es nicht in diesen Zustand, wo es sich nicht weiter ausdehnen kann bleibt. Somit setzt eine Umkehrung ein und es zieht ich wieder zusammen.
Wie könnte ich naives Menschlein eine Ahnung davon haben? Nein, ich habe keine Ahnung, aber ich darf daran glauben. Und wenn sich das Weltall zusammenzieht, wird die Zeit immer schneller und die physikalischen Gesetze von heute werden ungültig. Auch das Periodensystem hat dann keine Gültigkeit mehr, denn heute sterben Sterne, sobald sie durch Fusion Metalle hervor bringen. Dann aber, beginnen sie damit erst richtig zu leben, wenn dieses „Leben“ auch nur relativ kurz ist. Alle Materie rast mit zunehmender Geschwindigkeit in Form von immer größer werdenden Sternen zu einem Mittelpunkt des jetzigen Weltalls. Dabei entstehen Atome und Elemente von denen sich heute keiner träumen traute. Die schwersten Elemente unseres Periodensystem sind wie eine Schneeflocke im Vergleich zu einem Gebirgsmassiv. Zuletzt fusioniert die gesammte Materie in einer einzigen Sonne zu einem einzigen Atom oder Element, dem Ur-Element in der Ur-Zeit im Ur-Raum.
Zeit für den Ur-Knall und das Spielchen beginnt von vorne.
Ich könnte das Ur-Element GottIn nenne um ein Bekenntnis zu haben, aber ich bevorzuge den Atheismus. Ich könnte auch die Hirngespinste der M-Theoretiker für wissenschaftliche Tatsache halte, aber ich bevorzuge den Hausverstand.

Was sagt mein Hausverstand? Wenn ein Meeresforscher in die Tiefe eines Ozeans taucht und dann Aufgrund seiner Beobachtungen von Wellen und Strömungen vorgibt, dass er wisse wann jedes Gewässer auf diesen Planeten entstanden sei, ist er ein Scharlatan. Wenn er sich außerhalb des Systems befände, also in einer Weltraumstation, dann könnte ich darüber nachdenken, ob es theoretisch möglich sein könnte. Unsere Astrophysiker befinden sich aber im Weltraum, es sei denn, die Erde liegt außerhalb. Daher sind Publikationen mit Zeitangaben zum Urknall für mich nichts anderes, als Unterhaltungslektüre.
Weiters sagt mein Hausverstand, dass mir mein alter Hut mit den drei Falten nicht mehr passt. Ich hänge ihn an den Nagel.

(4)

Sternenstaub – Sex ist göttlich!

PiccoloNamek [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
PiccoloNamek [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Wer hier eine Abhandlung über Männlein, Weiblein und Transen jeder Art erwartet, wird genau so enttäuscht werden, wie der (die, das [sorry, für die Unzulänglichkeit unserer Srpache [die das Lesen erschwert]]), der glaubt, dass „mein göttlicher Sex“ mit meinem natürlichen Geschlecht, auch nur das Geringste zu tun hat, oder gar vermutet, es gehe hier um zwischenmenschliche, bzw. zwischenlebewesentliche, physische oder psychische Kommunikationspraktiken.
Der Sex von dem ich hier spreche ist Verschmelzung und Trennung, Explosion und Gravitation, bzw. Anziehung und Abstoßung von Allem, wobei ich „Alles“ , göttlich einfach, als Gegenteil von „Nichts“ sehe.

Sternenstaub
bist du und ich
roter Riese
und
weißer Zwerg
zeig den Werk
Sternenstaub
ist Alles
doch,
oh mein Gott,
er will und muss –
gefegt, gekittet und geleimt sein –
gereimt sein;
sich formen und entwickeln
und zurück
ein Stück
vom weißen Riesen, im roten Zwerg
das ist das Werk
von sex
im und mit
Sternenstaub
großer Gott
erlaub mir meine Worte
ich bin nicht deine Konsorte
ich bin nicht Zeit und Raum
doch Alles bin ich
ich bin Sternenstaub und du
wie das Tao und ich
wir wissen darum
SuperNovaSuperBum
Wir sind dumm, wie Elemente
die geordnet, und gereift
fallen, sterben und geboren werden,
so wie du,
mein Gott aus Sternenstaub
mit Verlaub –
der sind wir!
Dein Du, ist nur ein kleiner Teil von Wir!
Ohne mich nicht denkbar
und schon gar nicht lenkbar!
Oh, Sternenstaub, du bist das Größte,
obwohl du nicht du bist,
sonder wir.
Mit verlaub – Wir, sind Sternenstaub!

Gott ist groß, nein, Gott ist wohl das Größte!
Gott ist Anziehung und Abstoßung.
15 Milliarden Lichtjahre entfernt und hier und jetzt und morgen.
Mensch, mach dir keine Sorgen.
Du bist Sternenstaub und wirst es bleiben
immer und ewig
nimmer und nie
Aus Sternenstaub bist du geworden
und
zu Sternenstaub wirst du werden.
Gott ist groß und allmächtig
Gott lebt,
als Ex- und Implosion,
als Verschmelzung und Trennung,
als Loslassen und Fassen
als göttliches Teilchen der Gravitation und Antigravitation.
Amen

(18)

Wenn Hetzer über Hetzer hetzen,

macht man sich kein Bild davon.
Wozu auch? Sie haben das Gewohnheitsrecht….

Aus der Bild könnte ich natürlich nichts erfahren, denn nicht nur ich weigere mich in dieses Blatt hinein zu sehen, sondern sogar meine Software. Mein Adblocker sagt, die Inhalte der Bild sind Adware und werden daher nicht angezeigt. Sehen Sie selbst, was ich sehe, wenn ich die Bild aufrufe:
bildadblocker.
Natürlich kann ich mir die Ads auch ansehen und den Adblocker kurz ausschalten, um das zu sehen:
bildhetzer2.
Etwa 2/3 des Bildschirms sind ausgefüllt mit einem Patchwork von Hetzen auf FB und 1/3 mit einer Werbung.
Wissen Sie jetzt warum Bild die Hetzer an den Pranger stellt? Leider kann ich den Artikel nicht lesen, denn ich beging den Fehler auf die Startseite der Bild zu gehen und stehe für den Rest des Tages unter einem schweren Schock.

Jedenfalls finde ich es prinzipiell gut, wenn gegen Hetzer vorgegangen wird. Aber ich würde das fast jeder Institution und jeder Person zugestehen, nur nicht der Bild. Ich hoffe nur, dass sich jetzt FaceBook ein wenig um die Bild kümmern wird. Bei der Bild muss man ja nicht erst im Kommentar-Bereich wühlen, sondern dort findet man die Verstöße womöglich schon auf der Titelseite und in den Schlagzeilen. Eine Tageszeitung sollte für seriöse Berichterstattung zuständig sein und nicht mit Panikmache und Verunsicherung der Bevölkerung und mit Hetze, um ein paar Zugriffe heischen, damit die Werbung auf ihren Seiten endlich einmal gesehen wird. Was ist das für eine Recherche, wenn ein paar Screenshots von Kommentaren anfertigt werden? Das ist gar keine Recherche, weshalb ich diesen Artikel selbst als Hetze einstufe.

Es ist jedem Kind ein Leichtes, sich mittels Verwendung von Tor, eines Anonymisierungsdienstes, oder einfach eines anonymen Proxy-Servers einen Fake-Account auf FB anzulegen. Ich selbst bezeichnete früher etwas unvorsichtig, scherzhaft und doch plakativ „FaceBook“ als „FakeBook“.
Falls Bild allerdings Zugang zu den FB-Daten hat und vielleicht mittels höherer Staatsgewalt und nach internationalem Übereinkommen das Recht bekam, die Accounts auf Echtheit zu überprüfen, nehme ich meine Aussagen hier zurück. Ansonsten halte ich es für eine total unverantwortliche und gefährliche Verleumdung, wo durch ungeprüfte Daten, eventuell Menschen, die vielleicht gar nichts davon ahnen und womöglich selbst nicht einmal einen FB-Account haben, in Verruf und Gefahr gebracht werden.
Es gibt die geteilte Meinung, dass wir ohnehin schon in einem Überwachungsstaat leben, aber die Bild scheint über Mittel zur Überwachung zu verfügen, von denen Nachrichtendienste, Polizei und andere staatliche Einrichtungen nur träumen können.

Falls dem doch nicht so ist, sollte man die Schlagzeilen der Bild und die Kommentare auf der Bild durchleuchten und die Bild am Pranger einfach dazu stellen.

Übringens, man kann statt eines Screenshots auch ein Video eines Screenshots erstellen, wie mir das Beispiel der Süddeutschen zeigt:

Nicht nur den Missbrauch von Journalismus („Journalistische Macht hat nur, wer sie missbraucht„, „Medien: Volle Ladung Hass“ ), sondern auch den Missbrauch von Kunst finde ich schändlich, doch bin ich mit meinem Dadaichmuss weit davon entfernt, denke ich und mussdadatippen:

Wenn Hetzer über Hetzer hetzen,
macht man sich kein Bild davon.
Wozu auch? Sie haben das Gewohnheitsrecht.
GewohnheitsUNrecht auch wozu
schlechtes Bild
verzerrtes Schild
WerbeMammon macht euch froh
Bild – lichterloh
und am Klo
aus
.

Anmerkung zum Schluss: Natürlich kann man den Artikel der Bild über „Hetzer auf FB“ „liken“ und der Seite auf FB auch folgen, worüber sich Zuckerberg besonders freuen dürfte, falls ihm die FB-Hetzer-Story irgendwie zugetragen werden sollte.

Noch ein paar Weblinks zum Thema:
BILD schürt den Scheiterhaufen: So landen Sie mit Facebook am Pranger
„Bild“ prangert Facebook-Hetzer an
„Bild“-Zeitung druckt Hasspostings ab“
Erste Presseratsbeschwerden wegen Bild-Pranger gegen Facebook-Hetzer
„Bild“ stellt Hetzer an den Pranger und erntet Kritik
„Bild“ stellt rechte Hetzer an den Pranger
„Bild“ stellt Internethetzer an den Pranger

(5)

Normalmoral

Gewissen und Moral – was ist wo und wann normal?
Heute zeichne ich ein Bild von aktueller Normalmoral.

Normal ist nicht zwangsläufig gut, aber
[1] ohne Steigerung: vorhandenen (gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, medizinischen, subjektiv erfahrenen) Normen entsprechend
[2] über längere Zeiträume ähnlich ablaufenden Ereignissen entsprechend; normalerweise
[3] ohne Steigerung, Mathematik: im rechten Winkel/orthogonal

Moral, Doppelmoral, Tripelmoral oder Multimoral bezeichnet meist faktische Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen zu bestimmten Zeiten.

Aus Wikipedia von Beckwia
Aus Wikipedia von Beckwia

Unsere Normalmoral hier und heute ist mir noch unverständlicher als intrinsische Singularitäten.
Egal auf welches Thema ich mich beziehe, es passt alles hinten und vorne nicht zusammen.
Ich habe gerade in einer TV-Sendung gesehen wie in Auffangs- und Pflegestationen Papageien versorgt werden. Es war schon rührend und ergreifend, aber verstehen kann ich es trotzdem nicht. Die wild lebenden Papageien sind teilweise vom Aussterben bedroht (naja, wer ist das heute nicht, auch mir ist schon ganz schlecht) und dafür werden die Gezüchteten immer mehr. Leider werden die oft von verantwortungslosen Menschen nicht artgerecht gehalten und so kommen sie in die überforderten Stationen.
Ich frage mich, wieso männliche Kücken einfach lebend geschreddert werden, weil sie keine Eier legen und überhaupt wie das Huhn dazu kommt, einfach von uns gezüchtet, gequält und dann verspeist zu werden, wohingegen der Papagei aufwendig gesund gepflegt wird und er ein schönes Leben haben soll. Wo ist der so gravierende Unterschied zwischen einem gezüchteten Huhn, Fasan, Auerhahn, Pute, Ente, Strauß und einem Papagei?
Haben Sie schon einmal ein kleines Kücken in der Hand gehabt? Also für mich sind die entzückender und süßer, als die jungen Papageien, die ich im TV sah. Und wer weiß, vielleicht schmecken die Papageien dafür besser als ein Huhn. Natürlich sollte es kein Argument sein, dass ich den mir süß vorkommenden Tieren ein lebenswertes Leben zugestehe und den anderen nicht, aber ich befürchte etwas anderes versteht ihr nicht. Wie kann sich der Mensch so aufspielen und mit großem Selbstverständnis derartig sinnentfremdete Entscheidungen treffen? Das wir Nahrung benötigen ist klar, aber wir brauchen keine Fleischfabriken, egal, ob darin Kühe, Puten, Hühner, Hunde, Katzen oder Papageien erzeugt werden sollen! Das ist eine perverse Normalmoral, wenn wir Leben so behandeln und dafür die Toten, die sowieso von den Würmern gefressen und von Bakterien zersetzt werden, begraben, als wären wir noch im alten Ägypten vor 4.000 Jahren.
Was ist der so gravierende Unterschied zwischen Schlachtrind, Schaf, einer süßen Ziege im Steichelzoo, Schwein, Hund und Katze? Alle werden gezüchtet, aber die einen werden gequält, geschlachtet und gegessen und die anderen werden verhätschelt wie ein Kind. Viele Menschen würden sich wie im Paradies vorkommen, ginge es ihnen so, wie diesen Tieren, die eben zum Kuscheln oder Spielen gezüchtet werden und nicht zum Essen.
Kühe sind in Indien heilig, Hunde, Katzen und Affen sollen den Chinesen gut schmecken und ich bin schon darauf gespannt, wann erstmals eine Hilfseinrichtung für nicht artengerecht gehaltene Moskitos eingerichtet wird.
Aber wie gesagt, es geht mir mit sehr vielen Themen so und mir scheint, dass wir dringend neue Werte brauchen, denn die Normalmoral ist katastrophal.
Sehen Sie sich einen alten Film an und stellen sie fest, dass es normal ist, wenn der Star oder Moderator eine Zigarette im Mund hat. Heute würde er nicht nur entlassen und bestraft, sondern wahrscheinlich sogar gelyncht.
Ich rauche seit 42 Jahren täglich etwa 60 Zigaretten und lebe immer noch. Gut, die € 183.960.-, die ich mit aktuellen Preisen gerechnet, für das umstrittene Vergnügen ausgeben habe, hätte ich zweifellos sinnvoller anlegen können (für Kinder in Not zum Beispiel). Aber ich habe wenigstens noch keinen Raucher gesehen, der von einer Zigarette so benebelt gewesen wäre, dass er andere umgebracht hätte, wie es bei Alkohol oft der Fall ist. Nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit anderen nicht lenkbaren Mordwaffen. Alkohol darf problemlos überall genossen werden, denn es gibt keinen Passivtrinker, sonder der Geschädigte wird hier nicht vom Alkohol belästigt, sondern vom Alkoholisierten getötet. Ist doch viel besser, als eine Brise kalten Rauch in die Nase zu bekommen, oder? Als Kind in Auspuffhöhe eine stark befahrene Straße zu überqueren muss ebenfalls viel gesünder sein, denn Autos mit Verbrennungsmotoren werden nicht verboten. Dafür darf man werben und die sind so gut und toll, dass man sie heute sogar noch in der Formel 1 bewundern darf. Ja, das ist tatsächlich war und hier und heute normal. Ich könnte tagelang so weiter schreiben und sehe immer und immer wieder, dass wir dringend umdenken müssen, denn das passt doch alles hinten und vorne nicht zusammen. Die aktuelle „normale“ Moral ist doch abnormal, oder nicht?

By the way, ..
Ich habe gerade gelesen, dass sich manche fragen, ob Selbstmord strafbar wäre.
Neben so halblustigen Bemerkungen, wie „auf Seltsttötung steht die Todesstrafe“, fand ich auch einen interessanten Kommentar auf gutefrage.net

Nach herrschender Meinung nicht, da § 212 StGB einen anderen Menschen meint als sich selbst. Aufgrund des absoluten Schutzes des Lebens (keine Disponibilität über dieses Rechtsgut) wird auch vereinzelt das Gegenteil vertreten. Mit dem Wortlaut des Gesetzes wäre es wohl vereinbar.
Nach herrschender Meinung ist der Suizidversuch ist in Deutschland als Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts straffrei. Beim vollendeten Suizid erübrigt sich die Diskussion ja sowieso.

Also schaue ich im Strafgesetzbuch nach

Strafgesetzbuch
Besonderer Teil (§§ 80 – 358)
16. Abschnitt – Straftaten gegen das Leben (§§ 211 – 222)
§ 212
Totschlag

(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

und finde, dass ich auch ein Mensch bin, selbst wenn ich mich töte und daher müssten sie mich eigentlich von Rechts wegen mindestens 5 Jahre im Gefängnis aufbewahren, bevor sie mich verbrennen oder begraben dürfen. Nein, das wird natürlich auch nicht erlaubt sein, aber eine elektronische Fußfessel im Sarg wäre eine denkbare Lösung. Wobei der Gesetzestext dazu natürlich auch geändert werden müsste. Und wenn man sich dazu entschließen sollte, dann wäre das Problem durch das Einfügen des Wörtchens „anderen“ leicht zu lösen:
„Wer einen anderen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, …“
Naja, vielleicht novelliert unsere Legislative das Gesetz demnächst, falls ich einen Stammleser aus diesen Kreisen habe. 😉

Zu diesem Thema fand ich auch einen überaus interessanten Artikel im Spiegel aus dem Jahre 1963, Krankheit zum Tode, aus dem ich hier zitiere:

Den Taumel des Todes tranken außer Werther Tausende seiner Zeitgenossen. Das Werther-Fieber erfaßte alle Schichten der Gesellschaft. Man schwärmte, litt und starb wie der Held Goethes und wurde sich der Krankhaftigkeit des epidemischen Leidens nicht bewußt.

Die gleichzeitig lebenden Wegbereiter des deutschen Idealismus indes teilten weder den Selbstmord-Enthusiasmus der westeuropäischen Philosophen noch die Gefühlsseligkeit der poetisch aufgewühlten Werther-Kranken.

So entgegnete Freund Schiller dem Verfasser des „Werther“ mit sittlichem Pathos in seinem Drama „Kabale und Liebe“: „Selbstmord ist die abscheulichste (Sünde), mein Kind, die einzige, die man nicht mehr bereuen kann, weil Tod und Missetat zusammenfallen.“

Und in Königsberg schüttelte Immanuel Kant das Philosophenhaupt über den Rausch von Empfindsamkeit. Sein – untaugliches – Gegenmittel: Die „Selbstentleibung“ ist Sünde gegen die Souveränität Gottes wie gegen die Gemeinschaft.

Der abermalige Umschlag bewies nur, daß die abendländischen Selbstmord-Erkenntnisse wieder den Stand der Kirchenväterzeit erreicht hatten – allerdings waren inzwischen Millionen Lebensmüder, von den Apologeten des Freitods angeleitet oder durch den ethischen Rigorismus ihrer Gegner verwirrt, von eigener Hand gestorben.

Tatsächlich hielt sich vorerst auch im weltlichen Strafrecht noch das einmal rezipierte Unwert-Urteil der christlichen Lehre vom Selbstmord:

– Das österreichische Strafgesetzbuch des ansonsten aufgeklärten Kaisers Joseph II. („Josephina“) stellte 1787 den Selbstmord unter Strafe; bis 1850 war der Suizid in Österreich als Polizeiübertretung strafbar.

– Das preußische „Allgemeine Landrecht“ von 1794, die berühmteste Kodifikation der deutschen Aufklärung, bestrafte noch jene Selbstmörder, die sich durch ihre Tat einer Strafe entziehen wollten.

1850 war Selbstmord in Österreich also tatsächlich strafbar. War da der zweite Pepi etwa dem Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen auf den Leim gegangen?

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