Alle Beiträge von Helmut Hirner

Ludwig Hirsch – Die Omama

Da stehn wir jetzt am Stammersdorfer Friedhof;
regnen tut’s,die Füße tun mir schon weh.
Der Pfarrer sagt,sie war ein so herzensguter Mensch,
und trotzdem fällt mir’s Weinen heut so schwer.
Die Omama,die Oma ist nicht mehr.
Wie ich klein war,hat’s mir einegstopft die Knödln,
hat’s glauert mit dem Pracker in der Hand;
hat’s mir auch umdraht schon den Magen,
es war ihr wurscht,sie hat mi gschlagen,
so lang,daß i schon angfangt hab zum Beten:
Lieb Jesukind,laß d’Oma doch verrecken.
Die sieben Raben,es warn nur sechs,
die gute Fee,es war a Hex,
der böse Wolf ein kleiner Dackel,
der Märchenprinz a schiacher Lackel.
In Stammersdorf hat’s ghabt die kleine Wohnung
mit Spitzendeckerln und ein Hitlerbild,
a Glasl Grammelschmalz am Fensterbrett,
den Nachtscherbn unterm Doppelbett,
so weiß,so dick,so rund und immer voll.
Vielleicht hätt ma’n in’s Grab dazulegn solln?
Einmal hab ich’s gfragt:“wo ist der Opa?“
„Im Himmel auf an Wolkerl spielt er Geign.“
Für Führer,Volk und Vaterland
erschossen,aufghängt und verbrannt,
auch das hat sie dem Adolf stets verziehn.
Er hat ihr ja das Mutterkreuz verliehn.
Die sieben Raben…
In letzter Zeit da war’s schon ein bisserl komisch.
Das Grammelschmalz is gstanden unterm Bett,
die Spitzendeckerln hat’s verbrannt,
den Hitler hat’s an Pülcher gnannt,
den Nachtscherbn hat’s plaziert am Fensterbrett.
Ganz Stammersdorf hat über sie schon gredt.
Am Muttertag da habn wir’s gführt in Prater,
die Alte war auf einmal wieder jung.
Beim Go-Cart-Fahrn hat’s gjodelt,
ein paar Langos hat’s verdruckt,
nur beim Sturmbootfahrn,da geschah ein Mißgeschick:
Da is s´an ihre falschen Zähn derstickt.
Die sieben Raben…
Oma,pfüadigott,mach’s drüben besser,
mach keine Knödeln für die Engerln,sei so gut!
Tu nicht die Heiligen sekkiern,tu nicht den Opa denunziern;
und gehst zum Herrgott auf Besuch-ein guter Tip:
Omama,nimm’s Mutterkreuz net mit

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Estellas Kater mit Windowcolours

 

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Estellas Bilder

 

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Dadaichmus (4) Gefühl + Lit.

Gefühle und Lit
Wer schöne, gute und edle Gefühle hat, sollte schweigen, weil die
literarischen, sprachlichen Fäkalien sonst rückwirkend die Gefühle
zerstören.
Wer häßliche, schlechte und leicht reaktive Gefühle hat, sollte
schweigen, weil die Verbalisierung eine gewisse Objektivierung [im
sprachlichen Ausdruck bekommen subjektive Denkprozesse immerhin einen
gewissen objektiven Status (Eccles) ] 2ter Ordnung darstellt und die
Realität 1ter Ordnung nicht einmal in der Fiktivität xter Ordung mit
der Gedankenwelt 2ter Ordnung ident sein soll, sonst wird das Wort
wahr und die Virtualität real. Damit wäre aber die 1. Ordnung gleich
der 2. Ordnung und somit jede hirarchische Ordnung im Sinne
http://de.wikipedia.org/wiki/Entropie aufgehoben.

da_da_ist_es:

Schweigen ist Gold
Reden ist Silber
Verbalisierung geistiger Befriedigung ist Schwachsinn
Eins und eins ist zwei
Dichter sind dabei
alles wird zu Brei
einerlei
leilei

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dadaichmuss

Dadaichmuss verstehe ich als Erweiterung von DADA, um die zwangshafte
Einbringung der vermuteten eigenen Person. Da diese nicht vorhanden
ist, wird sie fiktiviert, generalisiert und globalisiert zum
absoluten , individuellen Durchnittsmensch der Gegenwart. Dadaismus
mit dem einzigen Fokus des fiktiven Ichs, äußert sich dann als
Dadaichmuss der sich wie fogt zum Ausdruck bringen kann:

dada links
dada rechts
ich muss mitten durch
(von mir)

oder

aktiv rauchen – passiv rauchen
mich in der Pfeife schmauchen
muss gesche’n, damit ich seh’n
passiv möglich atmen ein
dampfend rauchen Schwein
(von mir)

Kennzeichen des Dadaichmuss ist das „ich“!
Natürlich weiß seit 2000 Jahren kein Schwein was damit eigentlich
gemeit ist, es sei denn, du kannst deine „eigenen“ Krebszellen
erkennen, aber das spielt auch keine Rolle, denn das heutige ich ist
global, fiktiv, generalisiert-religiös-konservativ und es belustigt
sich nicht über ihr unglaubliches Unvermögen zu erkennen, dass es das
Zentrum des N – ich -ts ist. Denn je mehr es wird desto weniger ist
es, da selbst bei konsequentem Fokus, die Zukunft immer noch nicht die
Gegenwart sein kann, denn sonst wäre nur wahr und nicht umgekehrt,
dass ich war, weil ich denke.
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