Warum Krieg, bin ich das Problem?

(Last Updated On: 3. Juli 2018)

Ich sehe mir ganz gerne Dokus an und damit meine ich jetzt nicht nur Dokumentationen für Software, sondern Dokus zu allen möglichen Themen. Geschichte, Technik und in letzter Zeit stolpere ich immer öfter über Dokumentationen von Kriegsgerät. Gestern Flugzeugträger Nimitz-Klasse, eine über die F 16 und über die USS New York, ein Amphibious Transport Dock der San-Antonio-Klasse samt Landegeräte. Einerseits interessierten mich die Details gar nicht so sehr, über die Monster, die sich die Menschen zum Töten anderer Menschen bauen, aber die Technik und Logistik ist trotzdem irgendwie faszinierend. Dann fragte ich mich, wozu das alles gut sein soll, wenn man doch mit Krieg, keine Probleme löst. Manche behaupten sogar, Krieg ist das Problem. Damit kann ich allerdings nicht viel anfangen, denn Kriege sind keine Naturerscheinung und wachsen nicht auf Bäumen. Kriege führt der Mensch, also kann nur der Mensch das Problem sein.
Friedensapostel, verstehe ich zwar, wenn sie meinen: Gewalt erzeugt Gegengewalt und Hass, was wiederum Gewalt und Hass erzeugt, aber mir ist das etwas zu dünn, als das ich mich damit als Antwort zufrieden geben könnte. Habe dann noch einige Seiten von Friedensaktivisten und -initiativen, die sich für ein Verbot von Rüstungsexporten und für die Umstellung der Rüstungsproduktion auf zivile Güter einsetzen gelesen.
Ja, die Rüstung ist ein wesentlicher Punkt, der mich ja auch zu diesem Thema brachte und wenn ich mir die Rüstungsausgaben und deren Anstieg in den letzten Jahren ansehe, frage ich mich, wer sich solche Ausgaben aufhalsen würde, ohne sich dabei einen Gewinn zu erhoffen.
€ 1.575 Milliarden im Jahr 2017, also pro Kopf der Weltbevölkerung € 212.- obwohl noch immer viele Menschen verhungern und verdursten, die kaum je einen Euro sehen in ihren Leben, geschweige denn, für Waffen ausgeben können. Das Ranking der 15 Länder mit den weltweit höchsten Militärausgaben im Jahr 2017 (in Milliarden US-Dollar) gibt mir einen Überblick und 2018 gibt es eine massive Aufrüstung weltweit, wobei USA und China an der Spitze liegen.
Die Rüstungsindustrie ist natürlich ein wesentlicher Faktor, aber sie beantwortet meine Frage nicht und wird höchstens um den Aspekt „Warum Rüstungsindustrie und Militär?“ reicher.
Philosophie – Was geht mich das an? Heroismus und Arbeit in der Entstehung der Hegelschen Philosophie: (1793 – 1806) brachten mich nicht weiter, aber Philosophie und Politik bei Nietzsche führte mich auf eine Spur.
Ich bin jetzt einmal zu faul zum zitieren und bilde eine für mich interessante Passage ab:
. Dieser Spur wollte ich folgten, als mir der Briefwechsel zwischen Freud und Einstein dazwischen kam. Ich habe viel von und über die beiden gelesen, warum ist mir dieser Briefwechsel entgangen? Nun, ich muss den ganzen Briefwechsel erst lesen, aber ich befürchte, dass es mich von meiner Spur höchstens wieder abbringt, denn, wenn Einstein fragt: „Gibt es einen Weg, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien?“ und als Antwort darauf bekommt: „Interessenkonflikte unter den Menschen werden also prinzipiell durch die Anwendung von Gewalt entschieden. So ist es im ganzen Tierreich.“ und er annimmt, dass „die Tötung des Feindes eine triebhafte Neigung befriedigt“, dann verschiebe ich das Lesen doch wieder. Ich glaube Einstein hat seine kostbare Zeit verschwendet.
Hier noch ein Zitat aus einer Ankündigung zu einer Podiumsdiskussion:

Was ist heute, mehr als 80 Jahre später, zu der Frage
„Warum Krieg?“ zu sagen? Haben die Erfahrungen
des II. Weltkriegs, des Holocaust, des kalten Krieges,
der aktuellen Bedrohungen durch ISIS, El Kaida und andere Terrorgruppen und -regime
unser Bild vom Krieg verändert? Welche Antworten hat die Psychoanalyse heute, welche
Legitimation – wenn überhaupt – kann aus soziologischer, historischer, politischer Sicht
für einen Krieg geltend gemacht werden? Sind wir, wie Freud es 1933 formulierte, auch
heute noch „Pazifisten, weil wir es aus organischen Gründen sein müssen“?

Gut, das Buch kostet nur € 8.- aber trotzdem überlege ich mir den Kauf noch einmal, da mich Nietzsche schon auf eine bessere Spur brachte und ich auch den „Willen zur Macht“ noch ganz gut in Erinnerung habe.
Vielleicht entscheide ich mich vorher für

und

oder

Weblinks:
Warum Krieg? Im Raum der systemischen Gier: Pazifistische Notizen zur militärischen Heilslehre
Warum Krieg?Albert Einstein, Sigmund Freud: „Warum Krieg?“
Warum Krieg? – Ein Briefwechsel zwischen Sigmund Freud & Albert Einstein

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