Am Anfang war das Wort

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„Codex claromontanus latin“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Codex_claromontanus_latin.jpg#/media/File:Codex_claromontanus_latin.jpg
„Codex claromontanus latin“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Codex_claromontanus_latin.jpg#/media/File:Codex_claromontanus_latin.jpg

Wörter, Zeichen und Bilder gehören unumstritten zu den ältesten, abstrahierenden, symbolischen Formen der Menschheit. Wörter können nach verschiedenen Kriterien identifiziert werden: phonologisch, orthographisch, morphologisch, syntaktisch und semantisch.

Phonologisches Kriterium (Wortgestalt)
Wörter sind Phonemketten (Lautfolgen), die durch Grenzsignale wie zum Beispiel Pausen theoretisch isolierbar sind. Im Deutschen gibt es innerhalb jedes Wortes genau eine Hauptakzentsilbe. In anderen Sprachen, wie beispielsweise dem Französischen, werden die Wörter beim Sprechen stark aneinander gebunden und miteinander verschmolzen. Das führt dazu, dass eine vom Schriftbild ausgehende Definition stark von einer lautorientierten Definition abweichen kann. Nach dem phonetischen Kriterium würden auch Interjektionen wie äh usw. zu den Wörtern gezählt.

Orthografisches Kriterium (Wortgestalt)
Ein Wort ist eine Graphemkette (Buchstabengruppe) zwischen zwei Trennzeichen, meistens Leerzeichen. Dieser Begriff bezieht sich auf Schriften mit Trennzeichen.

Morphologisches Kriterium (Wortform)
Ein Wort ist eine möglichst kleine sprachliche Einheit, die eine Bedeutung trägt und frei vorkommen kann. In dieser Definition entspricht Wort etwa einem freien Morphem, das aber durch Derivationsmorpheme erweitert sein kann (Bsp.: Herr, herrlich, verherrlichen). Ein so definiertes Wort kann mit Flexionsmorphemen versehen werden, wodurch man die Wortformen dieses Wortes erhält (zum Beispiel Frau, Frauen; laut, lauter; mache, machst, macht).

Syntaktisches Kriterium
Syntaktische Wörter können definiert werden als „kleinste verschiebbare und ersetzbare Einheiten des Satzes.„. Dieser Begriff bezeichnet demnach die syntagmatische Eigenschaft, als atomare Einheit zu dienen, auf die Satzbauregeln sich beziehen können; der Begriff muss dann also auch nicht mit dem Wortbegriff der Morphologie, z. B. dem flektierten Wort (einer „Wortform“) zusammenfallen. Syntaktische Wörter können eine eindeutige Wortform haben (Beispiel: fliegen, fliege, fliegst …), dies ist aber nicht zwingend so (Beispiel: die/der/den/den Fliegen).
Manche unterscheiden nicht zwischen Wortform und syntaktischem Wort, sondern bezeichnen als syntaktisches Wort „jede spezifische grammatische Ausprägung eines Lexems“. Die Einbeziehung semantischer Gesichtspunkte lässt – teilweise – das syntaktische Wort wie folgt charakterisieren: „Es ist ein Lexem, das so weit mit Merkmalen ausgerüstet ist, dass man damit syntaktische Ausdrücke – Phrasen und Sätze – bauen kann“. Probleme für einen rein syntaktischen Wortbegriff werfen zum Beispiel die trennbaren Verben im Deutschen auf, deren Bestandteile sich zwar voneinander trennen lassen (aufessen, er isst auf), aber trotzdem als Ganzes ersetzbar sind.

Semantisches Kriterium (Wortparadigma, Lexem)
In semantischer Hinsicht sind Wörter kleinste, relativ selbstständige Träger von Bedeutung, die im Lexikon angeführt sind.
Die Bedeutung von Wörtern wird aber von ihrem Äußerungskontext mitbestimmt und ist deshalb nicht ohne weitere Untersuchungen fassbar. Einigen Wörtern lässt sich keine lexikalische Bedeutung zuordnen, allenfalls eine grammatische (Funktionswörter).
Beispielsweise sind die Ausdrücke fliegt, flog, fliegend und geflogen vier Wortformen eines Lexems.

Weiter unterscheidet man nach geschriebene und gesprochene Wörter und Bildwörter
Geschriebene Wörter
Geschriebene Wörter werden mit Buchstaben, Schriftzeichen oder Symbolen dargestellt und in vielen Sprachen durch Leerzeichen vor dem Wort oder Satzzeichen voneinander abgetrennt. Im klassischen Chinesischen entspricht jedem Zeichen ein Wort, ein Morphem und eine Silbe. Bildwörter möchte ich hier noch extra anführen, denn sie bestehen nicht aus einzelnen Zeichen, sondern sind zum Beispiel ein Bild, wie bei einem Chaptcha, wobei das Bild wiederum aus einzelnen Schriftzeichen besteht. Bildwörter eines Bildwörterbuches sind hier nicht gemeint.

Gesprochene Wörter
Gesprochene Wörter bestehen aus Silben, die wiederum aus einem oder mehreren Phonemen (Lauten) bestehen. In manchen Sprachen kommen bedeutungsunterscheidende Töne hinzu (Mandarin-Chinesisch, Hausa, Vietnamesisch), sie werden Tonsprachen genannt (vgl. auch die Intonation deutscher Interjektionen wie „hm“). In Akzentsprachen wie dem Deutschen hat jedes Wort eine Hauptakzentstelle. In der gesprochenen Sprache liegt potenziell vor und hinter dem Wort eine kurze Pause.

Wörtliches Zitat aus Wikipedia „Wort“:

Wer wissen möchte was es mit dem Wort „situationselastisch“ oder „Negerkonglomerat“ auf sich hat, lese die Pressemitteilung: Wahlergebnisse und Begründungen der Wahl des Österreichischen Worts des Jahres 2014
Pressemitteilung OEWORT-WAHL-2014
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Ob ich auf meinen Artikel Was ist ein Negerkonglomerat? (März 2014) stolz sein kann, weiß ich nicht. Aber er ist mit „Negerkonglomerat“ jedenfalls auf der ersten Seite in den Suchergebnissen von Google. Und als das „Wort“ durch die Medien geisterte und ich es das erste mal hörte, fragte ich mich wirklich, was das wohl bedeuten soll.

Weblinks:
https://de.wiktionary.org/wiki/Wort
Wort, das (Duden)

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