Priorität in der Terrorbekämpfung

Ich kann den Medien-Spam von den unzähligen Kundgebungen in unzähligen Städten gar nicht mehr hören und sehen. Und Millionen Menschen gehen plötzlich auf die Straße, angeführt von 50 Staatschefs, aber sie wissen nicht genau warum. Sie sagen, aus Solidarität zu den Opfern und in deren Gedenken und dann geht es in ihren Reden um Terrorismus, Islamfeindlichkeit oder -freundlichkeit, um Religion und Rassismus. Um Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, künstlerische Freiheit, Religionsfreiheit, Freiheit, Freiheit, Freiheit – bei gleichzeitig immer mehr Verboten und Maßnahmen zur Überwachung und gegen den Terrorismus. Wie soll das gehen? Außerdem bekämpfen die Anti-Terror-Maßnahmen eher nur die Symptome, aber nicht die Ursachen.

Liebe Millionen, so kann es nicht funktionieren. Es gibt bestehende Gesetze und alle mir bekannten Länder sprechen sich eindeutig gegen Terroranschläge aus. Bitte verschiebt nach der Trauer die unzähligen Debatten um eure Freiheiten, Religionen, Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten doch kurz und kümmert euch zuerst einmal darum, dass bestehende Gesetze wenigstens im aller wesentlichsten eingehalten werden. Dass keine Massenmorde in Schulen geschehen, dass keine Massenmorde im Norden vom Irak und Syrien geschehen, dass alle Menschen so halbwegs menschliche Lebensbedingungen vorfinden und alle Länder auch tatsächlich dafür sorgen können, dass es zu keinen Terror-Anschlägen kommt.

Dazu wäre nicht nur friedliches Miteinander nötig, sondern eine große gemeinsame Anstrengung.

Ich kann es merken, wenn mein Kind radikalisiert wird und sich einer Terrorgruppe anschließen will. Ja, ich kann es merken, wenn ich nicht so sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt bin, dass ich keine Zeit dazu habe, oder so sehr mit der Anhäufung völlig sinnloser Produkte, die man haben muss, wenn man dazugehören will, obwohl sie ohnehin nur die Umwelt zerstören. Man kann es merken, wenn man Zeit für den Anderen hat und mit ihm kommunizieren kann.
Eine Kommunikation wird übrigens kaum möglich sein, wenn jeder eine Kopfhörer oder gar Google-Glasses aufgesetzt hat, um während der permanenten Beschäftigung mit PC, Konsole oder Handy Musik hören zu können, wenn im Hintergrund das TV-Gerät läuft.
Wenn Menschen in unmittelbarer Umgebung, Nachbarn und/oder Eltern Hilfe brauchen, dürfen wir sie nicht noch mehr mit den oben angeführten Themen unter Druck setzen, sondern wir müssen Sie entlasten und Ihnen dazu sinnvolle Einrichtungen und Hilfestellungen anbieten.
Hilf deinen Nachbarn ohne wenn und aber und ohne Frage nach Freiheiten, Religion oder Rasse und du hilfst dir selbst. Was nützt es, auf die Straße zu gehen und ein Taferl mit gescheiten Sprüchen hoch zu halten, die manchen schon wieder Anlass zum Zwist geben? Warum wurden die jüdischen Opfer nicht im gleichen Maße betrauert, denn das Motto hieß „ich bin Chralie!“, hörte ich da schon wieder als Kritik aufkommen.
Leute, so geht es nicht, so wird meiner Meinung nach eine Terror-Bekämpfung nicht effizient sein. Ihr müsst Prioritäten setzen und alle an einem Strang ziehen und das Problem des Terrors wirklich gemeinsam in Angriff nehmen. Militär und Polizei können uns einen gewissen Schutz bieten, aber sie können nicht jeden zu jeder Zeit überwachen. Selbst wenn sie es könnten, wollten wir das ja auch nicht, denn dann müsste man auch dich und mich rund um die Uhr überwachen und womöglich auch noch den Überwacher. Nein, ich denke, das würde keinen Sinn ergeben, wir müssen schon einen Preis für Frieden und die Freiheiten zahlen. Und wenn wir alle dafür zahlen (mitwirken), dann ist Friede und eine eingeschränkte Freiheit auch leistbar.

Wenn das Problem Terror gelöst ist, könnte man ja die anderen Probleme besprechen und sich um diverse Freiheiten streiten. Aber damit man eine Freiheit haben kann, muss man zuerst einmal leben und darf nicht einem Terror-Anschlag zum Opfer fallen.

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