Conchita Wurst und Adolf Hitler

(Last Updated On: 2. Juni 2014)

Wer hier eine Abhandlung über Bart, also Damen-, Dreitages, Voll-, Schnurr- oder des Kaisers Bart erwartet, wird enttäuscht werden. Hier geht es auch ganz sicher nicht um die Einstellung von Wurst zu Hitler und umgekehrt, denn die eine kenne ich nicht und die andere ist unmöglich erfahrbar. Auf Spekulationen lasse ich mich bei diesem heiklen Thema über Toleranz und Gruppenzwang im Kontext der Zeit sicher nicht ein. Naja, einen Satz kann ich mir schon erlauben. Also ich glaube, sogar Hitler hätte die Wurst geliebt, aber umgekehrt kann ich mir das nicht vorstellen.
Warum geht es mir also hier? Es geht mir um ein Phänomen, das ich tot glaubte und jetzt kommen mir Zweifel auf.
Ich habe gelesen, dass Hitler in Österreich zuerst unbeliebt war. Ich habe gelernt und Dokus darüber gesehen, das Hitler beim Einmarsch in Österreich gefeiert, gepriesen und verehrt wurde, wie ein Gott. Ich habe erlebt, dass Hitler heute ungefähr das Schlimmste ist, was es an Ungeheuern auf dieser Welt jemals gab und geben kann. Schon wenn man aus dieser Zeit irgend etwas Positives zu finden wagt, kann man schon wegen Wiederbetätigung belangt werden und ist nicht nur geächtet, verdammt und verflucht, sondern wird wahrscheinlich auch sanktioniert. Daher wage ich es ja nicht zu sagen, dass ich es gut fände, wenn mit den Essensresten (staatliche; Gemeineigentums-) Schweine gefüttert werden würden. Das habe ich jetzt nicht gesagt, denn ich will wirklich keine Klage wegen Wiederbestätigung (absichtlicher Typo).
Ich habe erlebt, dass Conchita unbeliebt in Österreich war und höchstens Ziel des Spottes. Ich habe erlebt, dass Conchita Erfolg hatte und habe sogar selbst für sie gestimmt und ich erlebe, dass sie heute gefeiert, gepriesen und verehrt wird.
Jetzt kann ich euch sagen wo ich die Parallelen von Conchita zu Hitler finde:
„bei dir und bei euch“!
Ich wünsche mir inbrünstig, dass Conchita der nächste Wandel erspart bleibt und Homosexuelle nicht auf einem Kran öffentlich am Rathausplatz erhängt werden, wo gestern der Lifeball statt gefunden hat. Wer jetzt denkt, ich sei total verblödet und wahnsinnig, der werfe einen Blick in Länder, wo die Religion (momentan die islamische) Einfluss in die Politik hat.
Das Bild, das ich oben mit Worten zeichnete, also mit öffentlich auf Kränen erhängten Homosexuellen, ist in meinem Kopf, weil es unlängst (ist höchstens ein paar Jahre her) das Titelbild einer österreichischen Tageszeitung (einer billigen Sonntagsausgabe) war.
Ich habe zwar für Conchita gestimmt, aber ich feiere sie nicht mehr, weil ich Kult und Phänomene wie Gruppenzwang und Massenhysterie fürchte – sehr, sehr fürchte.
Liebe Conchita, wenn es keiner sieht, dann höre ich mir „Rise like a Phönix“ von dir trotzdem noch gern an. Aber nicht zu laut, nicht, damit es keiner hört, sondern auf Lautstärke bin ich eben empfindlich. Wenn etwas zu laut wird, höre ich nichts mehr.

Warnung an alle: „Lasst ja keinen Hitler und keinen Gottesvertreter mehr ins Parlament“ und zeigt wenigstens ab und zu ein bisschen Rückgrat, bzw. stehts amöi a bisserl grod, wie der „godfather“ of Austropop singt:


Du glaubst, du steckst
und find’st kan Weg mehr zruck,
du fühlst di wie a Opfer,
kaltherzig verlassen und ständig
unter ungerechtem Druck.
Doch wennsd immer nachgibst,
is es bald vorbei
du kannst di zurückziehen,
oder du mochst di frei.

Steh grod und schau nach vorn,
denn dei Zeit liegt jetzt vor dir.
Steh grod und vergiss dein Zorn,
denn es steht si ned dafür.
Steh grod und schau nach vorn
und vergiss ned,
es is überhaupt no nix verlorn.

(1419)


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