Buchbesprechungsnotiz „Psychologie lernen“

Das Buch „Psychologie lernen“ von Hans-Peter Nolting und Peter Paulus ist sehr übersichtlich in 3 Teile und 10 Kapitel gegliedert, zu denen ich mir hier Notizen anlege. Ich habe selten zuvor ein Buch mit einem derart klaren Konzept gelesen. Es bietet einen guten Überblick und auch wenn der Autor weiter ins Detail geht, verliert man den Zusammenhang nie aus den Augen. Die Uberleitungen fügen die Teile nahtlos zusammen. Wer einfach aneinander gereihte Kapitel gewohnt ist, wird über den Effekt dieser Komposition erstaunt sein. Ich stelle das Inhaltsverzeichnis voran und gehe dann auf einige Kapitel näher ein. Kapitel 4 bis 7 des beeindruckenden Buches werden dabei nur sehr kurz angerissen.
Das Inhaltsverzeichnis ohne Seitenangabe, verwende ich als einleitendes Zitat:

Vorwort
Wozu dieses Buch zu gebrauchen ist
Erster Teil
Einleitung
Kapitel 1
Was sind „psychologische“ Fragen?
1. Psychisch – psychologisch – Psychologie
2. Warum stellen Menschen psychologische Fragen?
Kapitel 2
Ordnung in der Vielfalt
1. Ist Psychologie unübersichtlich? Zur Fülle der Themen, Gebiete, Theorien
2. Erster roter Faden: Grundlegende Aspekte des psychischen Systems
3. Zweiter roter Faden: Grundlegende Aufgaben/Tätigkeiten
4. Das Wissen für Zusammenhalt und Übertragbarkeit organisieren
Zweiter Teil
Psychologie im systematischen Überblick
Kapitel 3
Grundlegende Aspekte des psychischen Systems
1. Ein Blick auf das Ganze
a ) 4 +1 Grundaspekte
b) wo unterschiedliche Sichtweisen beginnen
2. Erster Grundaspekt: Aktuelle Prozesse
a) Zwei Richtungen: aufnehmend und einwirkend
b) Wahrnehmung
c) Denken
d) Emotion
e) Motivation und Wille
f) Verhalten und Handeln
3. Zweiter Grundaspekt: Personfaqktoren
a) die Prozesse haben persontypische Färbung
b) Umfassende und spezifische Dispositionen
c) Personmerkmale als Entwicklungsstand
4. Dritter Grundaspekt: Entwicklung
a) Reifen und Lernen
b) Exkurs zu Formen des Lernens
c) Steuernde Instanzen: Gene, Umwelt, Person selbst
5. Vierter Grundaspekt: Situationsfaktoren
a) Externe Einflüsse auf die aktuellen Faktoren
b) Objektive und subjektive Situation
c) Interaktion personaler und situativer Faktoren
6. Zusatzaspekt: Interpersonale Bezüge
a) Soziale Interaktion
b) Kommunikation
c) Soziale Beziehung
7. Zusammenschau: Integrierendes Modell zum psychischen System
8. Blickwinkel zum psychischen System: Gebiete und Richtungen
Kapitel 4
Systembezogene Blickwinkiel (Grundlagengebiete)
1. Allgemeine Psychologie
2. Differenzielle und Persönlichkeitspsychologie
3. Entwicklungspsychologie
4. Sozialpsychologie
5. Umweltpsychologie
6. Biopsychologie u. a.
Kapitel 5
Praxisbezogene Blickwinkel (Anwendungsgebiete)
1. Vielfalt der Praxisfelder: Recht, Sport, Verkehr, etc.
2. Klienische Psychologie
3. Pädagogische Psychologie
4. Arbeits- und Organisationspsychologie
5. Gesundheitspsychologie, Medizinische Psychologie u.a.
Kapitel 6
Theoriegeleitete Betrachtungsweisen (Richtungen)
1. Psyhoanalyse und andere Tiefenpsychologien
2. Behaviorismus
3. Kognitivismus
4. Humanischtische Psychologie
5. Weitere theoretische Sichtweisen
Kapitel 7
Grundlegende Tätigkeiten im Umgang mit psychologischen Fragen
1. Beschreiben
a) Ist-Aussagen: Beobachtung, Messung, Schätzwerte
b) Vielfalt diagnostischer Verfahren
2. Erklären
a) Erklärungen statt Pseudeo-Erklärungen
b) Zusammenhang = Verursachung?
c) Forschungsstrategien zur Klärung von Kausalfragen
3. vorhersagen
a) Wovon hängt die vorhersagequalität ab?
b) Statistische Prognose versus Einzelfall-Prognose
4. Beeinflussen/Verändern
a) Ziele und Wege
b) Handlungswissen ist noch nicht Praxis
5. Bewerten
a) Urteile nach einem Gütemaßstab
b) Wertungen im wissenschaftlichen Bereich
Dritter Teil
Grundwissen übertragen
Kapitel 8
Zielkompetenz I: Themen strukturieren können
1. Grundwissen auf neue Themen übertragen
2. Erstes Themenbeispiel: Gewalt
3. Zweites Themenbeispiel: Lernstörung
4. Drittes Themenbeispiel: Resiliente Kinder
Kapitel 9
Zielkompetenz II: Praxisfälle analysieren können
1. Grundwissen auf Fallbeispiele übertragen
2. Erstes Beispiel: Linda wird gemobbt
3. Zweites Beispiel: Jan hat schlechte Schulnoten
4. Drittes Beispiel: Melanie lässt sich nicht entmutigen
Kapitel 10
Rückschau: Psychologie vernetzend lernen
1. Aus einem Nebeneinander ein Zueinander machen
2. Transfer zu Beispielen und Alltagspsychologie herstellen
Literaturverzeichnis
Namenregister
Sachregister

Teil 1 – Einleitung
Kapitel 1: Was sind psychologische Fragen?
Für mich persönlich war hier der Einstieg unglaublich erleichternd, da gleich zu Beginn festgehalten wird, dass die Seele oder Psyche nicht Gegenstand wissenschaftlicher Psychologie sein kann (eigentlich hat das ja Kant auch schon gewusst) und das es heute vielmehr um Erleben und Verhalten geht. Es werden hier auch interessante Definitionen von Ebbinghaus (Bewusstseinszustände und – vorgänge), Ruch & Zimbardo (Verhalten), Zimbardo & Gerrig (Erleben und Verhalten) und Ulrich & Bösel (Einrichtung zur systematisch und kontrollierten Gewinnung und Anwendung von Kenntnissen über Erlebnis- und Verhaltensweisen, psychische Vorgänge und Zustände, deren Zusammenhänge, Bedingungen und Folgen, sowie zur Entwicklung und Anwendung von Verfahren zur Erfassung und Veränderung der genannten Sachverhalte.) angeführt.
Kapitel 2: Ordnung in der Vielfalt
Hier wird die Vielfalt der Themen, Gebiete und Theorien angesprochen und es werden 2 hilfreiche „rote Fäden“ angeboten.
Erster roter Faden: Grundlegende Aspekte des psychischen Systems (4 + 1):

  • 1) aktuelle Prozesse (innere Prozesse und Verhalten)
  • 4) jeweilige Situation (externer Kontext)
  • 2) jeweilige Person
  • 3) Entwicklung der Person
  • 5) interpersonale Bezüge

Zweiter roter Faden: Grundlegende Aufgaben und Tätigkeiten

  • Beschreiben
  • Erklären
  • Vorhersagen
  • Beeinflussen/Verändern
  • Bewerten

Zur Organisation von Wissen lese ich da außerdem, dass ein nach Gebieten und Themen organisiertes Wissen dem Gegenstand „psychisches System“ unangemessen ist, da dieses selbst nicht in Gebiete und Themen gegliedert ist und dass ein so organisiertes Wissen nicht flexibel übertragbar sei.
Teil 2 – Psychologie im systematischen Überblick
Kapitel 3: Grundlegende Aspekte des psychischen Systems
Mit einem Blick auf’s Ganze, wird näher auf die 4 + 1 Grundaspekte eingegangen und in einer Skizze in Beziehung gesetzt.

Person

Personfaktoren  →

Verhalten

aktuelle innere Prozesse

Kontext

← Situationsfaktoren

↑ Entwicklungsfaktoren ← ↑ interpersonale Bezüge

Dann werden die aktuellen Prozesse in einen „aufnehmenden“ und einen „einwirkenden“ (Verhalten) Teil des Prozessflusses dargestellt, der in Beziehung zum Anreger und Effekt der Situation steht. Detaillierter wird in einer weiteren Tafel, der aufnehmende Teil in Wahrnehmung, Denken, Emotion und der einwirkende Teil in Motivation, Denken, Verhalten unterteilt. Das vereinfachende Schema wird erläutert, wobei hervorgeht, dass sich das Schema nicht als Theorie, sondern als didaktisch nützliche Darstellung versteht, dass nicht immer alle Prozesse beteiligt sein müssen, dass sie nicht kettenartig aufeinander folgen müssen und dass Prozesse bewusst oder unbewusst sein können.
Im nächsten Schritt geht man auf die einzelnen Teile des 1. Grundaspektes, der aktuellen Prozesse, weiter ein.
Aufnehmender Strang: Wahrnehmung – Denken – Emotion und einwirkender Strang: Motivation und Wille – Verhalten und Handeln – werden näher beschrieben. Ich notiere mir dazu nur Stichworte.
.) Wahrnehmung: Wahrnehmung ist selektiv; Aufmerksamkeit; Erwartung; organisierte Wahrnehmung; erweiterte Wahrnehmung gehört bereits zum erfassenden Denken; auch die Personenwahrnehmung.
.) Denken: kann durch Wahrnehmung ausgelöst werden; Kognition ist ein weiter gefasster Begriff für Denken und beinhaltet auch Gedächtnisprozesse und erkennende Wahrnehmung; Metakognition (Strategien …); Denkleistungen: Abrufen von Gedächtnisinhalten, erfassendes Denken (Sprachverständnis, räumliche Orientierung), produktives Denken konvergierend (Rechenoperation, logische Ableitung, Zusammenbauen von Teilen), produktives Denken divergierend (Aufsatz schreiben, Kunst), wertendes Denken (Beurteilung eines Textes, politische Stellungnahme). Wissen ist nicht Denken und Wissens ist nicht gleich Wissen. Man unterscheidet episodisches Wissen (Erinnerung) von semantischen (Verständniswissen; Bedeutung; Idee; komplexe Tatsachen) und prozeduralen Wissen (Können, motorische und kognitive Fertigkeiten).
.) Emotion: hier zitiere ich nur die Tafel 13, die auf Seite 56 mit der Anmerkung (verkürzt nach Mees 1991) zu finden ist.

Gefühle als Bewertungen: Eine inhaltliche Einteilung
Ereignisbezogene Emotionen:
– Wohlergehens-Emotionen: Freude vs. Leid
– Empathie-Emotionen: Hoffnung, Furcht; Befriedigung, Erleichterung, Enttäuschung
– Attributions-Emotionen (Bewertung von Tun und Lassen durch Urheber);
– Stolz, Scham (Selbst als Urheber), Billigung, Zorn (andere als Urheber),
– Selbst(un)zufriedenheit, Dankbarkeit, Ärger (=Verbindung mit Wohlergehens-Emotionen)
Bezieungsemotionen:
– Wertschätzungsemotionen, Bewunderung, Verachtung
– Attraktivitätsemotionen: Zuneigung, Liebe, Abneigung, Hass

Gefühle brauchen einen Selbst-Bezug.

.) Motivation und Wille: Da auch Emotionen zu einem bestimmten Verhalten motivieren können, fragt der Autor zuerst einmal nach dem Unterschied zur Emotion und stellt gegenüber:
Emotion – Reaktiv, Befindlichkeit, Erleben der aktuellen Lage, Ist-Wert und
Motivation – Proaktiv, Antrieb, Streben nach Ziel, Soll-Wert.
Dann wird das „Motiv“ als personale Disposition (Ausprägung eines bestimmten Strebens) angeführt, um dann die aktuelle Motivation (aktueller Prozess) aus Zusammenwirken von Anreger (situativer Bedingung) und Motiv aufzuzeigen.
Schließlich wird der Motivation das Verhalten gegenüber gestellt, wodurch klar wird, dass ein bestimmtes Verhalten unterschiedlich motiviert sein kann und eine Motivation zu verschiedenen Verhaltensweisen führen kann. Angst, Machtbedürfnis – Gewaltakt; Rachebedürfnis – Links liegen lassen, Hilfe verweigern, Gewaltakt …
Über Konflikte wird gezeigt, dass aus Motivation nicht unbedingt ein Verhalten folgen muss.
.) Volitions- bzw. Willensprozesse – Hier lese ich:

Eigene regulative Prozesse, die entscheiden, welche Motivationstendenzen bei welchen Gelegenheiten und auf welche Weise realisiert werden sollen, werden Volitionen genannt (Heckhausen & Heckhaussen 2006, S. 7).

.) Verhalten und Handeln:
Hier notiere ich mir nur die grobe Unterscheidung in den Oberbegriff „Verhalten“, das aus Handlungen, Ausführungsroutinen, einzelnen Bewegungen und reflexartigen Reaktionen bestehen kann. (Meine Anmerkung: wie bei den Algorithmen einer Software).
Abschließend zu diesem Punkt merke ich mir noch an, dass die „aktuellen Prozesse“ in anderen Lehrbüchern meist einfach als Kapitel dargestellt sind und hier der Zusammenhang gut hervorgeht, obwohl in einer Einführung in die Psychologie natürlich nicht näher auf die umfangreichen Themen eingegangen wird.

Es folgt der zweite Grundaspekt, die Personfaktoren.
Zuerst wird auf die persontypischen Färbungen der Prozesse kurz eingegangen und es werden psychische Personmerkmale in Bereiche zusammengefasst angeführt: Temperament, Fähigkeiten, Handlungseigenschaften (Motive, Interessen), Bewertungsdisposition (Eisntellungen…) und selbstbezogene Dispositionen (Selbstbild, …)
Dann geht es um umfassende und spezifische Dispositionen. Spezifische Dispositionen sind relativ aufwendig zu handhaben und ermöglichen keine so schnelle Orientierung, wie allgemeinere Eigenschaften. Es wird das Big Five Konzept, der umfassenden Dispositionen vorgestellt, wobei den fünf Faktoren Adjektive zugeordnet werden.
Extraversion – gesprächig, aktiv, …
Emotionale Labilität – gespannt, nervös, …
Offenheit für Erfahrung – neugierig, intellektuell, …
Verträglichkeit – liebenswürdig, kooperativ, …
Geswissenhaftigkeit – sorgfältig, zuverlässig, …
Schließlich folgt der Hinweis auf Personmerkmale als Entwicklungsstand, wodurch ein guter Übergang zum dritten Grundaspekt, der Entwicklung gefunden wurde.
Hier geht es um Reifen, Lernen, Formen des Lernens und steuernde Instanzen, die dann wieder einen Übergang zu den zu den Situationsfaktoren darstellen.
Reifen – ist im biologischen Sinn zu verstehen (nicht wertend). Eine Veränderung der persönlichen Disposition aufgrund eines alterstypischen, genetischen Programmes.
Lernen – ist eine Veränderung des Verhaltenspotentials und indirekt auch des Erlebnispotentials – eine erfahrungsbedingte Veränderung der personalen Dispositionen (Nicht Veränderung durch Reifung, Verletzung, Ermüdung…).
Lernen ermöglicht bestimmten Prozessen künftig anders abzulaufen und ist aber auch eine Nachwirkung aktueller Prozesse. Zum Lernen ist ein Gedächtnis (Speicher) erforderlich.
In dem Exkurs geht der Autor auf 6 Lernformen – 3 primär verhaltensbezogene und 3 primär wissensbezogene ein.
A) Klassische Konditionierung (signal)
B) Lernen am Effekt (operantes, instrumentelles Lernen)
C) Lernen am Modell (Beobachtung)
D) Wissenserwerb I – mchanisch
E) Wissenserwerb II – kognitiv, sinnhaft
F) Wissenserwerb III – entdeckend (Problemlösung)
ad A) reaktive Konditionierung, bedingter Reflex (Pawlow); Schwerpunkt auf „aufnehmenden Strang“ im Gegensatz zu
ad B) Lernen am Effekt – in einer tabellarischen Listung werden 5 Arten von Effekten (pos. Bekräftigung, neg. Bekräftigung, aversive Bestrafung, Bestrafung durch Entzug, Löchung bzw. Nichtbekräftigung) und 4 Arten von Bekräftigern/Strafen (sozial [Zuwendung], materiell, informativ [richtig, falsch], aktional [Spiele, Strafarbeit]) gelistet.
ad C) durch Beobachtung – Bei primär wissensbesogenen Lernformen wird oft in episodisches (Erinnerung), semantisches (Schulwissen) und prozedurales (ein Tun, Sprechen, Klavier spielen) Wissen unterschieden.
ad D) Namen für Objekte, feste Sprachmuster, auswendig lernen …
ad E) verstehend
——————– wird überarbeitet ——————-

Meine Motivation das Buch zu lesen:
Da es nach langer Zeit das erste Buch zum Thema „Psychologie“ für mich war und es mir Lust auf mehr machte, notiere ich mir meine Motivation, die ich für dieses Buch hatte.
In meiner Jugend, also vor über 30 Jahren, strebte ich nach einer guten Allgemeinbildung und kam somit, um so berühmte Autoren wie Freud, Adler und Jung nicht herum. Ich war entsetzt, denn ich hatte sie weder verstanden, noch hielt ich sie für lesenswert. Ich dachte zuerst, es läge an fehlenden Grundkenntnissen der Psychologie, weshalb ich mir damals ein Lehrbuch der Psychologie kaufte. Nachdem ich auf den ersten Seiten las, Psychologie sei die wissenschaftliche Lehre der Psyche und diese aber im ganzen Buch nicht definiert wurde, war es für die nächsten Jahrzehnte das letzte Buch, das ich zu diesem Thema las. Seither hielt ich Psychologen für Scharlatane und ich wollte genau so viel mit Psychologie zu tun haben, wie mit Religion, nämlich nichts. Da mir SEOs (Suchmaschinenoptimierer) als Objekt zur Belustigung schon fade wurden und ich mir über Religion nichts ehrlich gemeintes schreiben traue – ich bin ja nicht lebensmüde – wollte ich mich wieder einmal über die Seelenforscher lustig machen. Ich fand in einer Leseempfehlung das Buch „Psychologie lernen“ und stellte zu meiner Verwunderung gleich zu Beginn fest, dass die „Seele“ aus der Psychologie weitgehend verbannt wurde. Dadurch wurde es mir möglich, das Buch ohne Vorurteile zu lesen und es hat sich gelohnt. Ich fand eine sehr übersichtliche, klare und leicht verständliche Einführung in die Psychologie, die mein Interesse weckte.

Zum Inhalt notiere ich mir, dass mir das Konzept auf den ersten Blick sehr trivial vor kam. Aber das heißt nicht viel, denn als ich das erste mal mit E = mc² konfrontiert wurde, war mein erster Gedanke:“endlich eine leichte Formel, die ich mir merken kann“. Als ich begriff, dass damit tatsächlich die Äquivalenz von Masse und Energie berechenbar ist, schwärmte ich lange Zeit nur noch davon, dass die Genialität in der Einfachheit liegt. Jahrzehnte danach fasziniert mich diese Genialität immer noch, aber den Spruch lasse ich inzwischen bei Seite.
Die 4 + 1 Grundaspekte und die 2 roten Fäden, die in dem Buch klar und deutlich herausgestellt werden, machen mir einmal mehr bewusst, dass ich klare, eindeutige und übersichtliche Konzepte bevorzuge; je einfacher, umso mehr – manchmal auch zu sehr. Denn mir fällt gerade eine Physikprüfung (Medizin) ein, bei der ich zur Frage „Heisenbergschen Unschärfebeziehung“ meinte: „trivial gesagt besagt sie, wo schon etwas ist, kann nichts anderes sein“. Der Prüfer klopfte sich auf die Schenkel und lachte herzhaft mit der Anmerkung: „naja, ganz so trivial ist es nun wieder nicht“. Ich bewies dann allerdings, dass ich schon ein wenig mehr zum Thema wusste und bestand die Prüfung.

Ein Gedanke zu „Buchbesprechungsnotiz „Psychologie lernen““

  1. Bemerkenswert finde ich auch, dass die Bedeutung der Lernübertragung (Transfer, Generalisierung) betont wird. Dies scheint mir bei der KI ein wesentliches Grundproblem zu sein, zu dem ich noch wenig recherchieren konnte, abgesehen von verschiedenen Anwendungsmodellen, diverser, lange bekannter Lernregeln. Wie ich sie z. B. im Buch „Praktikum Neuronaler Netze“, von Braun Feulner Malaka aus dem Jahre 1996 vorfinde.

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