Die aktuelle Emanzipation der Sprache, ein Spiegelbild des dekadenten Verfalles einer Kultur?

@Ich bin weder ein Sprachwissenschaftler noch ein Experte aus einem verwandten Bereich, aber ich habe eine eigene Meinung. Diese ist zwar vielleicht nicht nur eigen sondern auch eigen im Sinne von eigenartig, aber aus meiner Sicht so klar und deutlich, dass man sicher kein Experte irgend einer Art sein muss, um meine Logik zu verstehen.
Seit Jahrzehnten gefällt mir der Ausspruch von Eccles, der meint, dass im sprachlichen Ausdruck subjektive Denkprozesse immerhin einen gewissen objektiven Status bekämen. Daher finde ich es wichtig, wenn Politiker, Personen in der Öffentlichkeit, Vorgesetzte, Ausbildner, Lehrer, Eltern und andere mehr bedacht mit ihren Worten umgehen. Grundsätzlich sollte das natürlich jeder, aber Personen mit einer bestimmten Verantwortung sollten sich dessen besonders bewußt sein. Sprachliche Verrohung, verbale Aggression und Diskriminierung verabscheue und bekämpfe ich – am meisten bei mir selbst.
Wenn bestimmte Ausdrücke und Bezeichnungen neu definiert werden, finde ich das sehr gut und sinnvoll, eine Tabuisierung oder gar ein Verbot bestimmter Wörter, denke gerade an Neger, halte ich allerdings fürg- dummen und sinnlos, ausgenommen in der EDV, wo man leicht Wörter verbieten kann. Hier denke ich vor allem an Maßnahmen gegen Spam und Wörter wie Viagra, obwohl diese in Formen wie z.B. V-I-A-G-R-A manchmal gar nicht so leicht automatisch zu erkennen sind.
Viele lateinische Wörter sind heute mit einer nahezu gegenteiligen Bedeutung im Umlauf und wenn ich an naturwissenschaftliche Berufe denke, die zum Beispiel „Psych…“ enthalten, so sind diese zwar vielleicht historisch gewachsen, aber trotzdem eine Schande für die gesamte Gesellschaft, da wissenschaftliche Arbeit meines Erachtens Definitionen voraussetzt. Für Wörter wie Psychologe, Psychiater, Psychopath und so weiter, würde sich meiner Meinung nach eine Neudefinition, ein Tabu oder gar ein Verbot eventuell als sinnvoll erweisen, aber auch nur eventuell und wenn wir wirklich keine anderen Sorgen mehr haben.
Die Anpassung des grammatikalischen Geschlechts an dem natürlichen und die sprachverhunzende, halbherzige Feminisierung halte ich nicht eventuell für ein Zeichen des dekadenten Verfalls einer Sprache und Kultur, sondern ganz sicher. Dieser Schildbürgerstreich ist bei mir unbedingt in den Top Ten aller Schildbürgerstreiche. Wenn schon, dann müsste man konsequent und wissenschaftlich vorgehen und mit den Substantiven beginnen. Das Erde, das Mond und das Sonne wären richtig und das Kind ist eine Diskriminierung, welche sofort verboten gehörte. Es kann nur die Mädchen und der Bube geben, aber kein sächliches Kind. Was usere Experten dann bei Mücken, Fliegen und Schlangen machen weiß ich nicht, aber vielleicht darf man dann von Lebewesen einfach nicht mehr sprechen, wenn man ihr natürliches Geschlecht nicht erkennen kann.
Hoch leben alle GermanistInnen, SprachreformerInnen und PolitierInnen, die diesen Wahnsinn voran treiben, statt sich um eine Anpassung der Sprache an moderne Technologien, exakte Definitionen, weniger Redundanz usw. zu kümmern. Meiner Meinung nach haben sehr viele Probleme ihre Ursache in Missverständnissen, die durch die Unzulänglichkeit unserer Sprache zustande kommen. Dabei spielt Schönschrift, Schreibschrift, Schulschrift, Groß- und Kleinschreibung nur insofern eine Rolle, weil in der Zeit mit der man diesen dummen Spielereien nachgeht, in Druckschrift längst sinnvolle Lösungen erreicht hätten werden können.
Ja, vielleicht eine sehr eigene Meinung, aber eben meine eigene. Was ich von den Rechtschreibreformen und PISA-Studien halte, weiß mit Sicherheit schon jeder, der ab und zu hier vorbei kommt. Daher genügt es mir hier, die Schlagworte zu erwähnen.


Während ich den Artikel schrieb, diskutierte ich über dieses Thema und ich dachte noch einmal darüber nach. Nachdenken ist nämlich meine große Stärke. 😉
Als Ergebnis kann ich jetzt zugeben, dass ich mich, meine Kultur und Sprache in Gefahr sah, wegen kleinen Änderungen, die eigentlich nur eine Diskriminierung beheben.
Trotzdem erwarte ich von Germanisten und Sprachreformer eigentlich mehr, denn die Sprache ist meiner Meinung nach sehr unzulänglich und sollte verbessert werden, damit wenigstens auf Sachebene im Vier-Seiten-Modell sollten die Möglichkeiten für Missverständnisse verringert wird (klare neue Definitionen, logische Grammatik, Anpassung an neue technische Gegebenheiten …).
Erwähnenswert finde ich hier das Vier-Seiten-Modell (auch Nachrichtenquadrat, Kommunikationsquadrat oder Vier-Ohren-Modell) von Friedemann Schulz von Thun ist ein Modell der Kommunikationspsychologie, mit dem eine Nachricht unter vier Aspekten oder Ebenen beschrieben wird: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell.

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Wiener Volksbefragung 2013 – Frage 4: Erneuerbare Energie?

Wieder zuerst die Info von wienwillswissen, Erneuerbare Energie?.
Diese Frage ist mir wichtig und bekommt unbedingt mein „JA“. Da interessieren mich Argumente, die kostengünstigere Modelle am freien Markt gefährdet sehen kaum, denn wenn die so gut sind, dann sollen sie sich zusätzlich beweisen.
Ich bin auf jeden Fall für weitere Projekte dieser Art, um den Anteil erneuerbarer Energie voran zu treiben.
Auch hier verzichte ich auf eine eigene Umfrage, der Kommentarbereich steht zur Verfügung.
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Wiener Volksbefragung 2013 – Frage 3: Kommunale Betriebe verkaufen?

Wegen Frage 3 und 4 werde ich an der Befragung teil nehmen, denn da muss ich einfach meine zwei „JA“ abgeben, obwohl mich die Kommentare auf http://www.wienwillswissen.at/kommunale-betriebe-verkaufen/ (in der Adresse der Seite wird auf verkaufen hingewiesen, auf der man Kommunale Betriebe schützen kann), schon interessiert hätten.
Hm, was lese ich da

Wo sind denn die Kommentare zu Frage 3 ????
Zu kritisch für die Geldgeber der Redaktion ? In der DDR und der ehem.UdSSR hat man das auch so gemacht.

Naja, das stimmt mich zwar bedenklich, aber ich bin mit Wasser, Kanal, Müllabfuhr, Energie, Spitäler, Gemeindewohnbauten und öffentliche Verkehrsmittel sehr zufrieden und bleibe bei meinem „JA“.
Eine Umfrage spare ich mir hier, der Kommentarbereich ist ja offen.

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Wiener Volksbefragung 2013 – Frage 2: Olympische Spiele 2028?

Auf wienwillswissen findet man dazu Olympische Spiele 2028?.
Aha, und Häupls „Pro“ findet man sowieso in jeder Zeitung und jedem Medium, aber leben wir bereits in deiner Informations-Diktatur oder gibt es tatsächlich kein „Kontra“.
Wem wienwillswissen nicht genügt, der kann auf wien.grüne.at genau das Gleiche lsesen, siehe Frage 2: Olympische Spiele 2028?. Schon hoch interessant und informativ, gell?
Gut, die ÖVP hat bedenken, ob ob man der Planung der Olympischen Spiele gewachsen wäre und verweist auf die Verzögerungen bei der Sanierung des Stadthallenbades.
Nun, ich hätte nicht gedacht, dass ich die FPÖ einmal über den Artikel auf ORF.at zitieren werde, aber jetzt ist es mir doch ein Vergnügen:

Eine „Versager-Truppe, die nicht einmal in drei Jahren und mit 18 Millionen Euro das Stadthallenbad sanieren kann, ist sicher nicht in der Lage, olympischen Sommerspiele zu veranstalten.“ Olympia in London 2012 hätte zudem weniger Besucher als in einem normalen Jahr gebracht, dafür seien die Miet- und Wohnungspreise teils um mehr als 100 Prozent explodiert. Die finanzielle Belastung alleine einer Bewerbung wäre jedenfalls enorm, das Projekt sei also zu teuer.

Gut und schön, es geht also nur um Machbarkeit und Finanzen. Die möglichen sozialpolitischen und umweltpolitischen Folgen spielen also keine Rolle. Naja, die Grünen scheinen also schon violett oder altrosa geworden sein, aber grün sind sie sicher nicht mehr.
Ich mag aber die Olympischen Spiele sowieso schon lange nicht mehr, denn die sollten endlich wieder zum Olympischen Gedanken zurück finden, statt die Welt mit Wirtschaftsterror und Showbusiness zu schädigen. Daher habe ich es leicht, ich bin gegen Olympische Spiele 2028, egal wo.
Gibt es tatsächlich kein „Kontra“? Selbst nachdenken wird mich auch nicht weiter bringen, wozu haben wir eigentlich Experten? Machbarkeit hin, Machbarkeit her, welche Folgen hätte es für unsere Umwelt, wenn wir uns dieses gigantische Monsterprojekt tatsächlich aufbürden würden.

Soll sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2028 bemühen?

JA: Beantworten die WienerInnen mehrheitlich die Frage mit “Ja”, wird die Stadt an das ÖOC (Österreichische Olympische Comité) herantreten. Machbarkeitsstudien werden erstellt, und Wien erfährt im Frühjahr 2020, ob es als Candidate City nominiert wurde. Die Vergabe selbst erfolgt erst im Sommer/Herbst 2021 durch das IOC.

NEIN: Wenn die WienerInnen kein Olympia 2028 in Wien austragen wollen, wären alle Machbarkeitsstudien hinfällig und das Österreichische Olympische Comité reicht keine Bewerbung ein. Es entstehen keine Kosten.

Ich gebe die Frage einfach weiter:

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Ich werde jedenfalls mit „nein“ stimmen.
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Wiener Volksbefragung 2013 – Frage 1: Parken in Wien?

Auf wienwillswissen.at lese ich zu „Parken in Wien?“

DIE IST-SITUATION:

Mehr als eine halbe Million Menschen fahren täglich nach Wien und wieder hinaus – 80 Prozent davon benutzen ein Auto. Dies entspricht einer KFZ-Kette von Wien nach London, oder 350.000 Autos, die täglich die Stadtgrenze überqueren. Insgesamt hat der Verkehr über die Stadtgrenze in den vergangenen 15 Jahren zugenommen, der Anteil der Öffi-FahrerInnen ist währenddessen gleich geblieben oder hat sogar leicht abgenommen. Die Zahl der KFZ-Zulassungen in Wien allein hat sich in den vergangenen 40 Jahren auf über 800.000 verdoppelt, gleichzeitig ist die Parkplatzfläche an der Oberfläche aber mehr oder weniger gleich geblieben.

… über eine „Studie“ und „DIE MÖGLICHKEITEN“.

Stimmen die WienerInnen für eine generelle Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, wird eine in Wien einheitliche Lösung für alle Bezirke möglich: Das heißt, es soll überall dort, wo zu wenig Parkplätze vorhanden sind, Parkplatzregelungen geben. Dies heißt gleichzeitig aber nicht, dass flächendeckend in allen Bezirken Parkraumregelungen eingeführt werden!

Beim Ankreuzen der zweiten Möglichkeit wird die bisherige Regelung und Handhabung beibehalten, nämlich dass es individuelle Lösungen für einzelne Bezirke geben soll. Jeder Bezirk entscheidet dabei für sich, ob und wo Parkraumregelungen eingeführt werden sollen. Dies muss allerdings mit den Nachbarbezirken abgestimmt werden.

Kann ich nicht lesen? Oder bin ich einfach nur ganz, ganz dumm? Die Möglichkeiten am amtlichen Stimmzettel lauten:

1. Wie soll die Parkplatzsituation und Lebensqualität für BezirksbewohnerInnen verbessert werden?
A) Es sollen für jeden Wiener Bezirk Parkraumregelungen eingeführt werden.
B) Es soll Lösungen für einzelne Bezirke geben (mit Berücksichtigung der Interessen der Nachbarbezirke)

Was hat das bitte mit einer generelle Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung und einer einheitliche Lösung für alle Bezirke zu tun?
A und B sind identer Schwachsinn, wobei B um eine Anmerkung in Klammer erweitert ist.
Von einheitlicher Lösung keine Spur. Manche Leute interpretieren Punkt A so, dass für gemeinsame Lösungen für alle Bezirke gesucht werden soll, aber das steht nicht da. Parkraumregelungen für „jeden“ Bezirk heißt für mich, Parkraumregelungen für „jeden einzelnen Bezirk“, also ganz genau das Gleiche. Naja, vielleicht sollte ich doch noch einmal in die Grundschule, oder werden wir einfach nur verarscht?
Daher meine Frage:

Macht die Auswahlmöglichkeit Sinn

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Nun, ich brauche in der Stadt kein Auto und finde es absolut unerträglich, wenn da ein Maxerl in so einer stinkenden, lauten Lenkwaffe sitzt und mehr Ressourcen verbraucht, als 10 Leute, die mit den Öffis und dem Fahrrad fahren, wie ich. Was muss ich also ankreuzen, wenn ich diese gefährlichen, lauten, asozialen Stinker aus der Stadt verbannen will?
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