Jnana Yoga, einer der 4 Wege des Yoga

(Last Updated On: 9. Oktober 2012)

Letztens habe ich „8 * 8 = 88 -(8+8+8)“geschrieben und verschwiegen, dass ein Byte 8 Bit hat und ein Bit Yin oder Yang, oh, ich meinte wahr oder falsch bedeuten kann, also 2 Zustände möglich sind (auch technisch). Also immer wieder das gleiche duale Prinzip. Vom Wuji oder Tao über Yin und Yang oder ein Bit zum Byte. Nur das Halbbyte findet mir zu wenig Beachtung, daher schreibe ich heute über einen der 4 (4 * 4 = 44 -(4+4+4+4+4+4+4) LOL – Yogawege, nämlich Jnana Yoga.
Was einem Taijiquan übenden Laozi und das Daodejing bedeuten mag, könnten einem Yogi die Upanishaden sein.
Zu Laozis Zeiten (habe hier schon öfter über taoistische Themen geschrieben) entstand südlich von China, also in Indien die Veda mit den Upanishaden. Eine Gruppe dieser Schriften sind die Yoga-Upanishaden. Soviel zur Vorbemerkung, auf die Upanishaden komme ich später noch einmal zurück, aber an dieser Stelle möchte ich aus der Wikipedia zitieren:

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer empfand die Upanishaden als „belohnendeste und erhebendeste Lektüre, die […] auf der Welt möglich ist: sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.“[4]

Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis) ist neben Raja-, Bhakti- und Karma-Yoga also einer der 4 Wege im Yoga.

Dazu ein längeres Zitat aus Wikipedia (inklusive Originallinks) zu den Mitteln des Jnana Yogas:

Das Vorgehen des Schülers, das zu seiner Erlösung führt, wird durch die „vier Mittel der Erlösung“ (Sadhana Chatushtaya), die aufeinander aufbauen, beschrieben.

  • Viveka — Unterscheidung zwischen Realität – das was unveränderlich ist – (Brahman) und Illusion – das was vergänglich ist – (Maya)
  • Vairagya –Abneigung gegenüber weltlichen Dingen (u.a. Überwindung niederer Triebe), Loslösung von dem, was als vergänglich erkannt wurde.
  • Shad-sampat — Die sechs Tugenden: Sama (Geisteskontrolle), Dama (Sinneskontrolle), Uparati (Entsagung von schädlichen Handlungen), Titiksha (Ausdauer), Shraddha (Glaube), Samadhana – (innere Sammlung, Eins-Gerichtetheit des Geistes) helfen dabei, Loslösung und Unterscheidung zu erreichen.
  • Mumukshutva — der intensive Wunsch zur Befreiung und Erkenntnis ist die treibende Kraft. Es ist der letzte Wunsch, der alle anderen Wünsche ersetzt, aber letztlich auch aufgegeben werden muss, um Befreiung zu erreichen.

Die Wahrheit wird durch die vier Mahavakyas (große Sprüche, die die Quintessenz der Upanishaden sind) ausgedrückt:

  1. Tat tvam asiDu bist DAS – Brahman – die Realität. (Chandogya Upanishad 6.8.7, Samaveda, Kaivalya Upanishad)
  2. Aham brahmasmiIch bin Brahman (Brihadaranyaka Upanishad 1.4.10, Yajurveda, Mahanarayana Upanishad)
  3. Ayam atma brahmaDas individuelle Selbst (Atman) und die Weltseele (Brahman) sind eins (Mandukya Upanishad 1.2, Atharvaveda)
  4. Prajnanam brahmanBewusstsein ist Brahman (Aitareya Upanishad 3.3, des Rigveda)

Besonders interessant finde ich dazu den Artikel „Jnana Yoga / Vedanta-Philosophie: Die drei Körper und fünf Hüllen“ von Sukadev Bretz.
Was fällt mir da sofort auf? Das die Fünf-Elemente-Lehre (chin. 五行 wŭxíng = Fünf Wandlungsphasen) eine daoistische Theorie zur Naturbeschreibung, anscheinend nicht nur in China bekannt war.
Ob Prana oder Chi, Meridian oder Nadi, mir fällt dazu spontan ein die Figuren einer Taijiquan-Form sind Asanas und das Sonnengebt ist umgekehrt eine Kurzform. Ob Stehmeditation oder im Sitzen, ob Asanas oder Stellungen in der Taijiquan-Form, die enge Verwandtschaft ist nicht zu übersehen und obwohl TCC eine Kampfkunst ist, so ist dort die innere Ruhe und der Frieden ebenfalls ein erstrebenswerter Zustand. „Harmonie“ und „loslassen“ sind sowohl Zauberwörter für Yogis, als auch für Taijiquan übende.
Anderer Titel und Anfang und ein Ende wie immer. Ich glaube, allmählich kann ich das Schreiben sein lassen, denn ich komme ohnehin immer zum gleichen Schluss. Naja, sage ich mir eben, der Weg ist das Ziel, um so dieser Peinlichkeit zu entgehen.

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