Paradies: Glaube – Jesus liebt dich

(Last Updated On: 8. August 2014)

Ob mir der Film gefällt spielt keine Rolle mehr, wenn Produzent, Schauspieler und auch der Regisseur Seidl wegen Blasphemie angezeigt werden, wie es auf PR-Online heißt: Film „Paradies: Glaube“ empört Venedig. Die unzähligen Missbrauch-Skandale unserer strengen Katholiken sind noch jedem frisch im Gedächtnis, aber die Katholiken wollen mit den Karikaturkillern unbedingt gleich ziehen und wagen es anscheinend tatsächlich, sich mit der Kunst anzulegen, statt sich in den Katakomben zu verkriechen und wegen ihrer Schandtaten um Vergebung zu beten. Gerade im Punkt Sexualität, wo die katholische Kirche meiner Meinung nach unglaublichen Schaden in der Gesellschaft angerichtet hat, wollen sie sich mit der Kunst anlegen. Gratuliere, das wird hoffentlich die letzten Mitglieder, die im unlauteren Wettbewerb, der Taufe, also im Alter von etwa 2 Wochen rekrutiert wurden, auch noch zum Nachdenken bringen.
Der Film hat dadurch jedenfalls eine hervorragende Werbung bekommen – sogar ich habe davon erfahren – und ich wünsche Herrn Seidel damit einen tollen Erfolg. Ich finde es wirklich sehr erfreulich, dass in der Kunst das finstere Zeitalter der Vogelstraußkunst anscheinend überwunden ist. Der Film, nein die Trilogie wurde für mich somit zum Muss und ich freue mich schon darauf. Vielleicht notiere ich mir im Kommentarbereich noch etwas dazu, sobald ich ihn erst einmal gesehen habe.

UlrichSeidl.com ist jedenfalls auch schon einmal sehenswert.

Weblinks:
„Paradies: Glaube“ von Ulrich Seidl
Paradies: Glaube
Paradies
Seidl regt wieder auf
Großes Lob für Ulrich Seidl
„Paradies: Glaube“ von Ulrich Seidl
Ulrich Seidl auf Wikipedia

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History

2 Gedanken zu „Paradies: Glaube – Jesus liebt dich“

  1. Alles richtig, jedoch sind die Feinde der Kunst und der Ratio noch auf unbestimmte Zeit nicht nur in der Mehrheit, sondern bedauerlicherweise auch in den gesellschaftlichen Positionen, ihr Verständnis vom richtigen Leben als Leitbild zu etablieren und mit Sanktionen zu schützen.
    Abgesehen von diesem Kulturpessimismus sollte der Hinweis auf Seidls „Hundstage“ nicht fehlen. Eine (weitere) Darstellung des Erbärmlichen, was Menschen tun, einfach weil sie dazu in der Lage sind.

    1. Danke Thomas,
      Habe mich ein wenig schlau gemacht und mir wenigstens einmal Hundstage (Wikipedia) durchgelesen und möchte daraus zu den Hintergründen zitieren:

      In einem Interview mit Thomas Maurer antwortete Ulrich Seidl auf die Frage: „Halten Sie Filme, die von Einsamkeit, Sprachlosigkeit, Leid und Gewalt erzählen für wahrhaftiger als solche, in denen Glück erreichbar ist?“ mit: „Was soll man schon über das Glück erzählen? Das Leben handelt nicht vom Glück, höchstens von der Suche danach und von der Enttäuschung darüber, dass das Glück nicht oder nur selten erreicht werden kann. Vielleicht ist deshalb auch unser Alltag so geprägt von Glücksversprechern. Überall – bis in unsere intimsten Bereiche – sind die Glücksversprecher an der Arbeit. Und schauen Sie sich doch einmal die Leute auf der Straße an. Anscheinend lauter glückliche Menschen.“

      Diese Perspektive hat schon seine Berechtigung, finde ich und sie wird im Film anscheinend sehr gut vermittelt. Ich bin zwar eine unaufgeschlossene Kulturbanause, aber ich werde mir trotzdem den ganzen Film ansehen.
      [youtube http://www.youtube.com/watch?v=h9hSS8d_3tY&w=560&h=315%5D

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