Die 13 essentiellen Taijiquan Techniken oder 十 (shí; zehn) 三 (sān ; drei) 势 (shì; Lage, Bewegung)

(Last Updated On: 10. Oktober 2018)

shí sān shì kann man als die 13 Grundtechniken ansehen, wobei sich diese in Ba Men (8 Tore, Handtechniken) und 5 Schrittarten bzw. Bewegungsrichtungen (Wu Bu) einteilen lassen. Manche Autoren sprechen auch von 5 Bewegungsrichtungen und 13 Grundtechniken, ich bleibe aber vorerst bei den konventionell meist üblichen Ba Men und führe die restlichen Techniken als Erweiterung an.
Die 5 Bewegungsrichtungen wurden schon in Wu Bu besprochen, hier möchte ich auf die 8 Grundtechniken (ba men oder ba fa) eingehen.
Die Himmelsrichtungen und die 8 Grundtechniken bilden einen Zyklus von wechselndem Yin und Yang, wobei Peng, lü, ji und an die 4 Techniken der Seiten ( N, S, W, O) und Cai, lie, zhou und kao die vier Handtechniken der Ecken (NO, SO, SW, NW) sind. Durch Kombination erhält man die Zuordnung der 8 Tore zu den Trigrammen.
Die 5 Bewegungsrichtungen, die den 5 Wandlungsphasen zugeordnet werden, unterstützen die Techniken, mit jinbu (vordringen) / Feuer, tuibu (zurückweichen) / Wasser, zuogu (nach links blicken)/Holz, youpan (nach rechts blicken) / Metall; zhongding (stabiles Gleichgewicht) ist das Zentrum der Richtungen / Erde.
Bevor ich nun also auf die 8 Grundtechniken (ba men, ba fa, ba jin) und damit zu den 4 Grundtechniken der Seiten:
1) peng, 2) lü, 3) ji und 4) an und dann zu den 4 Grundtechniken der Ecken:
1) cai, 2) lie, 3) zhou und 4) kao
eingehe noch etwas über Kraft allgemein. Jin ist schon die verfeinerte, koordinierte Kraft, die Verbundenheit, Aufsummierung und Synergien voraussetzt, im Gegensatz zur Rohkraft Li und ist verschieden zu Jing, der Essenz, die aus vorgeburtlichem und nachgeburtlichem (aus Lebensmittel und Luft) Jing (Ji) entsteht.
Auf die allgemeine Bedeutung von Jin kann ich hier nicht eingehen, sondern dazu empfehle ich in der Physiologie unter „die koordinierte Kontraktion, Elastizität und Ruhedehnungskurve“ nachzuschlagen. Auch die leere Kraft (kong jin), umgeleitete Kraft (hua jin), jie jin und leng jin sollen hier lediglich einmal erwähnt und erst unter den jeweiligen Techniken etwas näher beschrieben werden. Hier interessiert vor allem Chansi Jin (Seidenfadenkaraft), Ting Jin und Dong Jin (Kraft verstehen, hören) und Fa Jin (anstzloses ausstoßen von Energie).
Dem Konzept nach ist entscheidend – Kraft
.) zu hören (ting jin)
.) zu verstehen (dong jin)
.) umzuleiten, verwandeln (hua jin)
.) und die eigene Kraft hinzu zu geben fa jin.

Als verschiedene „Arten“ von Kraft werden angegeben:
.) Kraft aus dem Ableiten eines Rades – durch die rotierenden Arme wird die Kraft des Gegners z.B. abgeleitet
.) Kraft durch Sperren (wie ein Stock in die Speichen eines Rades)
.) Spiralkraft oder Chansi Jin – ist im Chen Stil eine spiralig vom Zentrum ausgehende Kraft, die über Verbundenheit bewirkt, dass die einzelnen Bewegungen nie isoliert erfolgen, sondern immer als Bewegung des gesamten Körpers. Sie wird in den Grundübungen des Chen Stils (stehende Säule und Seidenfadenübungen) gefördert.
.) Explosionskraft

Fa Jin – Fajin (chinesisch 发劲, W.-G. Fajing ‚(innere) Energie abgeben‘), bezeichnet in den chinesischen Kampfkünsten eine Technik der Inneren Kampfkünste (chin. Neijiaquan), bei der die Energie explosionsartig auf den Gegner übertragen wird, liest man dazu auf Wikipedia und da findet sich auch ein Link zu dem pdf Definition Fajin.

Ting Jin – oder/und auch Dong Jin ist das Verstehen, Interpretieren, Hören der Kraft des Partners (Gegners). Als Voraussetzung für peng jin ist ting jin für alle Techniken (Kräfte, Prinzipien) wesentlich.

Nun endlich zu den 8 Grundtechniken (Grundkräften, Prinzipien, Energien):
Die 4 primären Grundtechniken zu den Seiten (S, N, W, O):
Am besten geeignet zum Erlernen scheinen mir dazu die Partnerübungen (Tui Shou) zu sein, obwohl die Grundtechniken natürlich überall in der Form und in den einzelnen Figuren vorhanden sind und auch dort geübt werden können. Mit peng versuche ich mich auch in der „stehenden Säule“ und den Seidenfadenübungen.
1) 掤² Peng – anschwellen, fernhalten ist vermutlich die wichtigste Technik überhaupt und leider auch am schwierigsten zu erlernen. Peng Jin und Ting Jin sind die Basis. Peng misst die ankommende Kraft und ist weder voll noch leer. Es ist ein verstecktes Jin, weil m den anderen spüren soll, aber soll mich nicht spüren.
Peng soll fernhalten vom eigenen Zentrum, Balance in alle Richtungen halten, anschwellen können. Peng soll in alle Richtungen nach innen und außen Balance bieten. die Energie muss dazu bis in die Fingerspitzen dringen und jede Berührung muss sofort gespürt werden, ohne vorherige Orientierung muss.
Peng ist ein Anschwellen oder Ausdehnen von ganz besonderer Art, das eher durch verbundene Entspannung, als durch Dehnung bzw. aktive Streckung entsteht. Jedenfalls nimmt es dem Gegner Raum. Ich kenne das besonders von der Seite aus, wo mir Raum durch Peng genommen wird und ich den Lehrer plötzlich in meinem Bewegungsradius spüre (dann ist es für mich bereits zu spät), oder mein Stoß und Schlag nicht geblockt wird, sondern als ersten Moment mit peng konfrontiert wird und als nächstes merke ich, dass ich das beabsichtige Ergebnis nicht erreichte und mein Stoß das Zentrum doch verfehlte, obwohl ich sicher war „ihn zu haben“. Ohne Kraftaufwand entspannt sich mein Gegner (Lehrer) in meinen Raum herein und schon wird es eng für mich, ohne dass ich sagen könnte, wo er (sein Zentrum) eigentlich ist. Merke ich es, ist es zu spät für mich.
Peng ist in allen Situationen möglich, so kann die Kraft des Gegners über den Kontaktpunkt im eigenen Körper in die Füße abgeleitet werden und dann wieder gegen den Gegner. Peng geht den anderen Techniken voraus, was für viele Schüler vermutlich wirklich ein etwas frustrierend sein wird, denn dadurch werden alle anderen Techniken nicht wirklich gut funktionieren können, wenn peng nicht funktioniert.
2) 捋 Lü – nachgeben
Da haben wir das angesprochene Problem schon, denn lü kann nicht ohne peng funktionieren. Denn wir brauchen 1.) eine Körper-struktur und -beherrschung, die ein einfühlsames, weich und freies Nachgeben ohne das eigene Gleichgewicht (Zentrum, Standhaftigkeit) zu verlieren, ermöglicht. 2. muss die Bewegung des Gegners erkannt werden. Man muss sie sogar besser kennen als er selbst, damit er seine Richtung nicht korrigieren kann. Das bedeutet, er muss zwar die Bewegung ausführen und wir folgen und sind trotzdem vor ihm da, wie es in Taijiquan heißt. Man kann sich das besser erklären, wenn man die Bewegung aus vielen innere Teilbewegungen zusammengesetzt sieht. Der Moment des Kontaktes und damit peng, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Es wirkt nie ein Muskel oder Arm alleine, sondern bei guter Verbundenheit, wirkt immer der gesamte Körper und bei lü wirkt die Kraft von den Händen zu den Füßen. Sie geht nicht gegen den Gegner, sondern mit ihm an uns vorbei. Lü ist aber auch ein einfaches Zurückweichen nach hinten, wenn die ankommende Kraft zu groß wird, um sie aufnehmen oder elastisch retournieren zu können. Oder einfach um Zeit zu gewinnen.
Dazu noch ein Kurzzitat:

Ma Hailong kommentiert: „Lü ist die ableitende (yin) Kraft. Sie hat eine kreisende Wirkung, folgt der Kraft der Bewegung und bewahrt Kontrolle.
Bei lü muss man einen stabilen Schwerpunkt beibehalten.“ (Wu, Ma, S.169)

Im „Geheimlied der acht Methoden (Bafa mijue)“findet man zu lü:

Den Anderen leiten (yindao) und so nach vorne kommen lassen. Der Kraftrichtung des Anderen folgen. Leicht und gewandt, ohne den Kontakt zu verlieren oder iderstand zu bieten. Die Kraft endet natürlich (ziran) in der Leere. Wurf oder Angriff folgt natürlich (ziran). Den eigenen Schwerpunkt bewahren. Dies ist keinesfalls durch den anderen auszunutzen.“

3) 挤 Ji – drücken, pressen, sich (hindurch-) zwängen
Ji erfolgt immer in die schwache Richtung des Gegners, also nicht in sein Standbein hinein, sondern diagonal bzw. in einen Schwachpunkt seiner inneren Verbindung. Idealerweise wird dabei in die Richtung beschleunigt, in der die Bewegung schon im Gange ist. Also nie direkt mit Kraft gegen den Gegner gehen, sondern zum Beispiel, wenn er sich zurück bewegt, die Bewegung noch mit Ji beschleunigen, sodass er sich nicht im Gleichgewicht bleibend zurückziehen kann und seinen hinteren Fuß nicht findet. Es wird versucht, nicht „auf“ den Gegner zu pressen, sondern durch ihn hindurch, als würde man durch den Gegner (Partner) hindurchfließen. Zuerst erfolgt eine Ausrichtung auf sein Zentrum, um dann in die schwache Seite (Stellen der inneren Verbindung) hindurch zu fließen. Ji soll dabei in erster Linie den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen. Entweder als finale Technik, oder häufiger als Vorbereitung für eine derartige. Ji kann auch als Stoß mit verschiedenen Körperteilen ausgeführt werden.

4) 按 An – nach unten stoßen
Ist der klassische Stoß (push), der idealerweise aus zwei Komponenten besteht. Der Stoß nach unten bringt den Gegner entweder zu Fall, oder dieser Komprimiert sich und muss sich wieder nach oben ausdehnen. Diese Ausdehnung (ein Steigen) wird nun durch die zweite Komponente umgeleitet und verstärkt, wodurch der Gegner -hauptsächlich durch seine eigene Kraft bzw. Ausdehnung) in die Luft geschleudert wird. Dieser Effekt sieht oft recht spektakulär aus und hat auch dazu beigetragen, dass manchmal besondere Kräfte und magische Fähigkeiten bei manchen Meistern vermutet wurden. Wenn man irgend welche unglaublichen Geschichten über Taijiquan liest oder hört, handelt es sich oft um ein perfektes „an“.
Die Technik kann auch nach vorne ausgeführt werden und mit verschieden Körperteilen. Besonders gut geeignte Momente für einen Push sind zum Beispiel, nach einer Finte (der Gegner ist irritiert und sucht sein Zentrum), wenn sich der Gegner zurück zieht (Verstärkung der bereits im Gange befindlichen Bewegung) und wenn der Gegner am hintersten Punkt ansetzt, um wieder nach vorne zu kommen. Bei gutem Timing des Pushes hat der Gegner hier keine Chance die Bewegung nach vorne zu starten.

Die 4 sekundären Grundtechniken in die Ecken (SW, NO, NW, SO):
5) 採 cai – pflücken, nach unten ziehen
Cai ist ähnlich zu „lü“ und wird auch gemeinsam angewandt. Wenn man zum Beispiel zuerst nachgibt (lü) beim Vordringen des Partners und dann aber die Kraftentwicklung entspannt aber kräftig nach unten richtet und ihn sozusagen aus dem Vorderfuß zieht. Nach Silberstorff hat „pflücken“ (einen Apfel vom Baum; etwas Kleines von etwas Größerem) auch eine psychologische Bedeutung, wozu ich seinen Vergleich einfach einmal gegenüber stelle. Man kann etwas (jemand) „von der Erde pflücken“ oder „etwas einmal versuchen“. Ersteres soll alleine schon durch die andere Vorstellung eine höhere Erfolgsaussicht und konsequentere Umsetzung zu Folge haben.

6) 挒 lie – trennen, spalten
Hie möchte ich die typische Figur aus der Form dazu erwähnen „Die Mähne des Pferdes teilt sich“. Mit der hinteren Hand ergreift man dabei die stoßende Hand des Gegners, um seinen Stoß zu verlängern (ihn nach vor zu ziehen) und mit dem rechten Arm fädelt man unter die Achsel dieses angreifenden Armes ein. Dann zieht die hintere Hand noch nach außen und mit der anderen Hand öffnet man weiter in die gegenüber liegende Richtung, was den Gegner wirbelnd weg schleudert. Eine andere Variante wäre zum Beispiel mit „lie“ den Gegner mit der linken Hand nach vor zu ziehen und mit der rechten Hand gleichzeitig „an“ auszuführen, was einer „Trennung, Teilung der Kraft“ in mir gleichkommt.

7) 肘 zhou – Ellbogen
zhou steht für alle Techniken in alle Richtungen mit dem Ellbogen, aber auch für Techniken aller übrigen Körperteile in der Distanz des Ellbogens. Also auch Techniken mit dem Knie oder Kopf. Alle oben angeführten 6 Techniken in der Distanz des Ellbogens ausgeführt werden als „zhou“ gewertet.

8 ) 靠 kao – Schulter; anlehnen
Für „kao“ gilt das Gleiche, wie für „zhou“, nur dass nun die absolute Nahdistanz erreicht wird. Es werden nicht nur mit der Schulter, sondern auch mit der Hüfte oder der Brust rammende Techniken ausgeführt.

Erweiterung um 5 Techniken (Kräfte, Energien):
Manche Autoren (z.B. Jan Silberstorff) zählen die 5 Bewegungsrichtungen (Schritte) nicht zu den 13 Grundtechniken, sondern führen folgende 5 weitere Techniken als Grundtechniken an.

9) 腾 Téng – von unten nach oben; aufsteigen, emporsteigen, galoppieren
Eine von unten nach oben wirkende starke Kraft. Auch die Bewegung des Ellbogens von unten nach oben in der Figur „Mit dem Rücken schnell ausweichen“ der Laojia Yi Lu kann zum Beispiel als „Teng“ gesehen werden.

10) 闪 Shan – ducken, von oben nach unten schnell ausweichen
Mit Shan ist hier nicht 扇耳光 (shān ěrguāng – jmdm. eine watschen) gemeint, sondern das Zeichen, das auch für das Einschlagen eines Blitzes verwendet wird. Ein Zickzackkurs nach unten, in der sich der Gegner verliert. Shan kann als Gegenteil von Teng betrachtet werden und wird zum Beispiel ebenfalls in der Figur „Mit dem rücken schnell ausweichen“ zur anwendung gebracht, indem man den Oberkörper nach unten weg eindreht (gleichzeitig ist bei dieser Bewegung unter anderem auch ein Schulterstoß angedeutet).

11) 折 Zhe – umwerfen abbrechen
Eine kreisförmige, windende Bewegung, wie wenn Wasser spiralenförmig den Abfluß hinab fließt. Ein Beispiel dafür ist die Figur „Tui Bu Ya Zhou“ der Form mit 38 Bewegungen. Ein angeifender Arm wird aufgenommen und dann um den Gegner gewunden und nach unten gezogen, was genau dem Bild des Wassers oben entspricht.
12) Kong – Leere, etwas leerstehen lassen
Man bietet dem Gegner etwas (Substanz) an, wo nichts ist. Hier passt die bekannte Bekannte Geschichte von Yang Luchan her. Man erzählt, dass ein Vogel (Spatz) nicht von seiner Schulter oder Hand weg zu fliegen konnte. Die Erklärung ist einfach, aber die Ausführung sehr schwierig, denn man muss nur immer ganz genau dann, wenn der Vogel weg fliegen will nachgeben, damit dieser keinen Widerstand hat, wo er sich abstoßen kann. Der Vogel scheint fest zu kleben.
Kong wird aber auch mit der buddhistischen Leere in Zusammenhang gebracht und birgt so ein umfassendes, eigenes Thema in sich.

13) Huo – im Prinzip bleiben, agil, durcheinander bringen
Es ist ein Hinweis darauf, dass man sich an alle Umstände anpassen kann und nach den Gegebenheiten richten muss, aber dabei die Taiji-Prinziopien nie verletzt werden dürfen. Huo kann als Fähigkeit gesehen werden, alle Techniken und Bewegungen in jeder Geschwindigkeit, Lebhaftigkeit und mit jeder Energie ausführen zu können. Boxen nach dem Yin-Yang-Prinzip, dass alle möglichen Energien und Bewegungen eines Menschen in sich birgt und zur Harmonie und Effektivität bringt.

Anmerkungen zu Technik, Himmelsrichtung und den 8 Toren:
In einem Taijiquanheft finde ich für die acht Handtechniken und fünf Schrittarten (Bamen wubu) [Ma Yueliang, Xu Wen, Wushi Taijiquan Tuishou, Xianggang
Shanghai Shuju Chuban, Hongkong 1986] folgende Zuordnungen:
Technik – Himmelsrichtung – acht Tore
peng – Süden – kan
lü – Westen – li
ji – Osten – dui
an – Norden – zhen
cai – Nordwest – xun
lie – Südost – qian
zhou – Nordost – kun
kao – Südwest gen

Anderen Quellen zufolge wird wie folgt zugeordnet:
peng – qian, Himmel, Süden
lu – kun, Norden, Erde
ji – kan, Westen, Wasser
an – li, Osten, Feuer
cai – xun, Südwest, Wind
lie – zhen, Nordost, Donner
zhou – dui, südost, See
kao – gen, Nordwest, Berg

Siehe dazu auch die Artikel Peng Jin, die wichtigste Kraft im Taijiquan, Peng, peng und noch einmal: Peng Jin! und Über die jin-Kraft des Taijiquan

Weitere Weblinks und Quellen:
Shu Jian
8 JIN of Tai Ji Quan
Schiebende Hände von Meister Jan Silberstorff
oben erwähnte pdfs
Ji Ben Gong von Nikolaus Deistler


peng² ist nach PETER S CHLOBINSKI/LIKUN FENG – 掤 abwehrende Peng ist ein spezielles Schriftzeichen, das in den chinesischen Wörterbüchern peng Tai-Chi-Energie nicht vorkommt. Ursprünglich wurde es wie Feng ausgesprochen und bezeichnete die Schwanzfedern des sagenhaften Vogels Phönix.
Nach Silberstorff stellt das Zeichen ursprünglich auf der linken Seite eine Hand und auf der rechten Seite zwei Hälften getrocknetes Fleich dar. Nach weiterer Erklärung erklärt er, dass sich peng schließlich in pengyou (Freund) wieder findet.

Habe gerade ein tolles Video dazu gefunden:


Bildquelle für Beitragsbild: de.flash-screen.com

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History

7 Gedanken zu „Die 13 essentiellen Taijiquan Techniken oder 十 (shí; zehn) 三 (sān ; drei) 势 (shì; Lage, Bewegung)“

  1. 13er Grundform also auch bei den Chen’s, wie vermutet.
    Die etymologischen Erklärung in „Schiebende Hände“ sind übrigens sinologisch absolut nicht haltbar.

  2. Na ja, die Wiki sollte Dir als Ex-Mediziner nicht unbedingt genügen, lol.

    Und die Shisanshi sind natürlich auch vielseitiger Interpretation ausgesetzt. Zum einen bedeutet Shi auch Position, Stellung, zum anderen ist unter Shisanshi schon seit Alters her und nicht nur im Yang-Stil oft auch eine grundlegende Kurzform gemeint, in denen die 13 Grundstellungen (Techniken) zusammen gefasst sind.

    Des weiteren sind die Anordnungen der 8 Handtechniken ebenso umstritten, da gäbe es die Konzepte des Früheren und Späteren Himmels zu beachten. Auch die Übersetzungen von „anschwellen“ und „pflücken“ find ich im Zusammenhang der KK her wenig überzeugend.

    Wie immer ein weites Feld, aus den fetten Ruhetagen des Wasser-Drachenfestes.

    1. Danke Hermann, Für mich sind diese Worte jedenfalls ein Lob, da ich eine Ahnung von deinen Kenntnissen und deiner Kritikfähigkeit habe. Wenn du mich so verschonst, muss der Überblick ganz gut gelungen sein. lol

      Könntest du so nett sein und mir einen weiteren Hinweis zu der erwähnten Kurzform geben. Ich finde nichts dazu, aber das wäre wirklich sehr interessant für mich.

      „anschwellen“ ist schon etwas vage, aber ich finde es irgendwie treffend, wenn man es mit „sich füllen“, „aufblasen“ und „ausdehnen“ assoziiert.

      „pflücken“ gefällt mir persönlich recht gut, auch wenn ich nicht besonders viel von KK verstehen mag; „rupfen“ hätte ich alternativ anzubieten;

      Die Konzepte des frühen und späteren Himmels waren mir für den Anfang etwas zu kompliziert und verwirrend. Ich gehe daher einfach einmal vom “Chung” (“Zhong”) der Mitte („gelbe“ Erde als stationären Fixpunkt) im frühen und späten Himmel aus.
      Schöne Diagramme dazu fand ich auf früher Himmelspäter Himmel.

      Danke nochmals und ein gutes, neues Drachenjahr.

      1. Nur ganz kurz, aus einer Yang Jianhou nahen Tradition, in Taiwan durch Xiong Yanghe überliefert, hier nun von Li Guoguang demonstriert:

        Dazu gibt es aber in vielen Stilen Kurzformen, 十三勢 bei YT eingeben, da wirst Du fündig.

        Melde mich später noch mal, in Eile!

  3. Nette Zusammenfassung. Allerdings finde ich die Formulierung und das Beispielt der Grundtechnik „lie“ nicht genügend. „lie“ bedeutet etwas in 2 Richtungen führen. Auf einer Seite Ziehen und auf der anderen Seite stoßen erfordert einfach nur „lü“ und „an“. „lie“ kommt zur Anwendung wenn Kraftlinien im Körper des anderen gekreuzt werden und so der Schwerpunkt kollabiert. Viele Hebel bedienen sich dieses Prinzips.

    Das war auch schon mein Senf dazu 🙂

    1. Danke Paris, Ich versuche mich nur, auch theoretisch ein wenig mit Taijiquan zu beschäftigen, weil es mich eben wirklich interessiert. Nun habe ich wieder etwas zum Recherchieren und zum Grübeln und genau das brauche ich. Lie und Hebel. Danke nochmals und LG aus der Leopoldstadt.

  4. Ich sehe übrigens keinen Widerspruch zwischen tausende von Jahren alter Weisheiten zu den Definitionen des allgemeinen Volkshirns (Wikipedia) von heute.

    Kraft ist übrigens laut Wikipedia eine gerichtete physikalische Größe, die eine wichtige Rolle in der klassischen Mechanik spielt. Sie kann Körper beschleunigen oder verformen, durch Kraftwirkung kann man Arbeit verrichten und die Energie eines Körpers verändern. Einige Kräfte haben eigenständige Bezeichnungen aufgrund ihrer Ursachen oder Wirkungen erhalten.
    Energie mit den Worten der Wikipedia:
    Die Energie (von griech. εν en – innen und ἔργον ergon – Wirken) ist eine fundamentale physikalische Größe, die in allen Teilgebieten der Physik sowie in der Technik, der Chemie, der Biologie und der Wirtschaft eine zentrale Rolle spielt. Ihre SI-Einheit ist das Joule. Energie ist diejenige, die aufgrund der Zeitinvarianz der Naturgesetze erhalten bleibt. Viele einführende Texte definieren Energie in anschaulicher, allerdings nicht allgemeingültiger Form als Fähigkeit, Arbeit zu verrichten.

    Energie ist nötig, um einen Körper entgegen einer Kraft zu bewegen, um eine Substanz zu erwärmen, um elektrischen Strom fließen zu lassen oder um elektromagnetische Wellen abzustrahlen. Pflanzen, Tiere und Menschen benötigen Energie, um leben zu können. Energie benötigt man auch für jegliche wirtschaftliche Produktion.

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