Volksbegehren Bildungsinitiative

Ich habe gerade „Radio Wien zum Mitreden“ gehört und hörte durchwegs gute Beiträge, wenn man von einer Ausnahme – ein steinzeitliches Urweib wollte den Bildungsauftrag auf die Eltern abwälzen – absieht. Besonders ein verkühlter
Stefan hat mir gut gefallen, aber die Meinungen waren alle akzeptabel und interessant für mich. Besonders erfreut war ich auch über den abfälligen Tonfall, mit der die Pisa-Studie erwähnt wurde und über den Einwurf, dass die finnischen Jugendlichen nicht nur am „gebildetsten“ sind, sonder auch am arbeitslosesten.
Genau deshalb verwundert es mich wirklich, dass niemand, aber auch wirklich kein einziger Mensch daran denkt, dass sich die Anforderungen geändert haben und daher auch die Ansprüche an die Jugendlichen aktualisiert werden sollten.
Was nützt einer Firma eine Arbeitskraft, die sich wohlgefällig, fehlerfrei artikulieren kann und die Grundrechnungsarten beherrscht, wenn der Bildungstödel kein Handy, keinen Computer und ganz allgemein kein Gerät von morgen bedienen kann? Mir wäre ein Angestellter, der sich zum Beispiel am Handy ein Javaprogramm installiert oder anfertigt, welches ihm die Ergebnisse der gewünschten Grundrechnungsarten liefert und der weiß, was GPS ist, Latitude, Wikipedia kennt usw. lieber. Dafür dürfte er meinetwegen, besonders in der recht unwichtigen deutschen Sprache ein paar orthografische Fehler machen und den Konjuktiv falsch verwenden; egal nach welcher Rechtschreibreform auch immer und wenn seine Schreibschrift unleserlich sein sollte, wäre mir das auch egal, solange seine Geräte und Maschinen seine Handschrift erkennen.

Warum, liebe Leute testet ihr bei Aufnahmeprüfungen unsere Jugend immer noch wie vor zig Jahren, wo sich doch die Anforderungen geändert haben? Liebe Leute in verantwortungsvollen Positionen, nicht die Bildung unserer Schüler und Jugend ist unser Problem, sondern ihr seid es!

Trotzdem unterstütze ich das Volksbegehren Bildungsinitiative und bin auch strikt gegen Studiengebühren für Österreicher, da ich alle Forderungen 12 Punkte Forderungen des Volksbegehren inkl. Kurztext (pdf) für wichtig und gerechtfertigt halte und mich unbedingt für die jährliche kontinuierliche Erhöhung der öffentlichen Finanzierung auf 2% der Wirtschaftsleistung im Jahre 2020 ausspreche.
Das wir an den Grundzügen unseres Bildungssystem ebenfalls rigoros arbeiten werden müssen ist mir genau so klar, wie das, dass die Damen und Herren in unserer Wirtschaft einmal gründlich darüber nachdenken sollten, welche Arbeitskraft sie morgen brauchen werden.
Dadurch würden sich die Kriterien und das Bildungsziel nämlich erheblich ändern, vermute ich und die Pisa-Studie würde genau so entwertet werden, wie Finnlandvergleiche und Kenntnisse über Goethe, Schiller, Ovid, Shakespeare und Co., vom Religionsunterricht gar nicht zu sprechen. Ich hätte übrigens auch eine schöne Schulschrift im CSS-Repertoire, aber ich brauche sie hier wirklich nicht, sondern der Artikel soll lediglich lesbar sein.

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