Manchmal schäme ich mich auch für mich selbst

(Last Updated On: 29. September 2011)

Meist schäme ich mich für Handlungen meiner Artgenossen und fasse es nicht, dass Menschen zu dieser und jener Greueltat fähig sind. Dann möchte ich am liebsten nicht dazu gehören, zu den Menschen und einfach ein Anderer, oder irgend ein Tier sein. Ab und zu lese ich hier aber alte Artikel von mir und schäme mich über mich selbst. Nicht etwa weil ich jemand etwas schlechtes wollte, oder böse, unverantwortliche Worte gebrauchte, sondern, weil ich zu ehrlich, offen, enthusiastisch und naiv war. Manchmal auch, weil ich inzwischen dazugelernt und mich verändert habe und mir mein eigenes Geschwätz recht peinlich vorkommt. Trotzdem lösche ich es nicht. Nicht etwas aus SEO-Gründen, denn Zugriffe auf diese Seite interessierten mich noch nie, sondern weil ich mich dadurch selbst besser kennen lernen kann.
Der Mensch ist ein offenes System, lernfähig und er ändert sich. In einer Antwort auf einen Kommentar schrieb ich gerade (zitiere mich selbst):

Ich glaube aber, dass es jeden halbwegs vernünftigen Menschen klar ist, dass es nicht auf das Land ankommt und schon gar nicht welches In- oder Aus-land. Es kommt auf die Menschen an und die können sich ändern. Ein Rassist heute, kann durch ein einschneidendes Erlebnis oder eine Erkenntnis morgen ein Kämpfer gegen Rassismus sein und umgekehrt. Es ist viel komplexer, als der erste Anschein vermuten lässt und nur langfristige, dauerhafte Entwicklungen spielen wirklich eine wesentliche Rolle, denke ich. Man muss erst viel kennen lernen, um sich für etwas entscheiden zu können und dazu braucht man viel Zeit. Dann braucht man aber noch viel mehr Zeit, um erkennen zu können, dass man offen gegenüber anderen bleiben muss und flexibel bleiben muss, will man sich weiter entwickeln. So müssen sich Stabilität und Flexibilität abwechseln, damit man die Stadien einer Emanzipation durchlaufen kann.
Den Mann von heute, verurteilte ich wegen seiner rassistischen Handlung, aber diesen Mann von morgen gegenüber, hatte ich heute vielleicht ein ungerechtfertigtes Vorurteil.

Wie dem auch sei, manche älteren Artikel treiben mir einfach die Schamesröte ins Gesicht, aber ich lasse sie unverändert stehen. Ich stehe dazu, dass ich es damals so gesehen habe, auch wenn es mir heute wirklich peinlich ist. Bei Bedarf und wenn ich es wirklich für wichtig halte, ergänze ich den Artikel durch einen Kommentar, berichtige mich, oder begründe meine neue Ansicht, oder Meinung.

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