1.102.2 Der Bootmanager

(Last Updated On: 6. März 2014)
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Wikimedia Commons – Mila Zinkova

Aus dem Bereich 1.102 Installation und Paketmanagement der Unterlangen für die Linux Zertifizierung LPIC-1 [101]

Der Bootmanager
Siehe dazu auch: Lilo und Grub
Im Hinblick auf die LPI sollten Prüfungskandidaten in der Lage sein, einen Bootmanager auszuwählen, zu installieren und zu konfigurieren. Dieses Lernziel beinhaltet das Bereitstellen alternativer und Sicherungsbootmöglichkeiten (z.B. mittels Bootdiskette).

Die wichtigsten Dateien, Bezeichnungen und Anwendungen:
* /etc/lilo.conf
* /boot/grub/grub.conf
* lilo
* grub-install
* MBR
* Superblock
* Bootloader der ersten Stufe

Prinzipielles zur Funktion von {de:Bootmanager|Bootmanagern}
Auf der Hardware-Ebene von industriestandardkompatiblen Computern (und um die geht es hier) ist der Bootvorgang von Betriebssystemen klar vorgegeben. Das BIOS (Basic Input Output System) im ROM jedes Computers sucht auf der Platte, von der es booten soll/will nach dem äußersten Zylinder (Nr.0). Dieser Zylinder ist selbst nicht Teil von Partitionen, sondern er enthält z.B. die Partitionstabelle, die erstmal festlegt, wo denn überhaupt welche Partitionen beginnen und enden. Neben dieser Information befindet sich auf der Spur 0 jedes physikalischen Laufwerks der sogenannte {de:Master_Boot_Record|Master Boot Record} (MBR). Dieser MBR enthält gewöhnlich einfach einen Verweis auf die erste Partition der Platte und der dort abgelegten Bootinformation.
Jede Partition der Platte besitzt nämlich wiederum auf ihrem ersten Zylinder einen lokalen Bootsektor, der Informationen enthalten kann (bei DOS/Win-Systemen) wie das auf dieser Partition befindliche Betriebssystem gebootet werden soll. Diese Information besteht aus einem kleinen Programm, dem sogenannten Bootstrap-Loader.
Wenn auf einem System mehrere Betriebssysteme vorhanden sind, dann kann im Master Boot Record ein kleines Programm installiert werden, das den User entscheiden lässt, von welcher Partition welches System gebootet werden soll. Dieses Programm wird als Bootmanager bezeichnet.
Auf dem MBR ist aber nur sehr wenig Platz (weniger als 512 Byte). Das dort abgelegte Programm ist also zwangsläufig sehr klein. Meist wird das Programm nichts anderes tun, als ein zweites Programm zu laden, das das eigentliche Menü des Bootmanagers enthält. Dieses zweite Programm befindet sich zwangsläufig schon auf einer Festplattenpartition. Der Bootmanager muß also – unter Umgehung des Betriebssystems, das ja noch gar nicht geladen ist – Zugriff auf das Dateisystem dieser Partition haben und das gewünschte Programm dort laden. Dieser Vorgang wird als erste Stufe (Stage 1) des Bootloaders bezeichnet.
Das Programm, das das eigentliche Menü enthält, ist also die zweite Stufe (Stage 2) des Ladevorganges. Hier kann der/die BenutzerIn also aussuchen, welches Betriebssystem von welcher Partition gebootet werden soll. Erst nach dieser Auswahl wird das eigentliche System geladen (Stage 3).
Der klassische Bootmanager unter Linux war jahrelang das Programm lilo (Linux Loader). Neuerdings existiert eine zweite Möglichkeit, der GRand Unified Bootloader grub. Verschiedene Distributionen bedienen sich inzwischen dieser zweiten Methode, daher werden beide im weiteren Verlauf des Kapitels besprochen.
Alle Artikel zur LPIC unterliegen der GNU Free Documentation License.

Quellen, Weblinks:

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History

8 Gedanken zu „1.102.2 Der Bootmanager“

  1. @Renee Da hast du natürlich Recht, aber wie Jenaer sagt, sie sind wirklich süß. Sie dienen nur der Auflockerung und sollen als Makottchen das erste Kapitel begleiten (ein Pinguin hat ja auch nicht wirklich etwas mit Linux zu tun, oder ein Hamster mit yigg.de …) 8)

    @Bierseminar Für das wesentlichste sollte eigentlich die Dokumentation von Grub und Lilo ausreichen.

  2. Hallo Rick,
    Du hast mich zum Glauben bekehrt, dass man entweder Deutsch oder Englisch schreiben sollte, allerdings hätte ich hätte ich mit einem Betriebssystemstartleiter auf diese herrliche Geschichte verzichten müssen und daher ist es ganz gut so, der Bootmanager darf unverändert bleiben.

  3. Der Bootmanager ist ein ganz wichtiger Zukunftsberuf in der Dienstleistungsbranche. Schließlich werden durch die Klimakatastrophe alle Gletscher schmelzen und schon bald der Bodensee in den Neusiedlersee fließen. Wer nicht auf die öffentliche wiederbelebte DDSG (Nachfolger der Österreichischen Bundes Boote) zurückgreifen kann wird mit privaten Schinakl unterwegs sein. Genauso die Frächter. Und bisherige Fuhrparkmanager werden auf Bootmanager umsatteln müssen. So wird es werden. Ja.

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